Altschnee- Gefährlich bis zum Schluss

Das „Gefahrenmuster Altschnee“ bleibt ein Risiko, selbst wenn es im Frühjahr lange Zeit unter der inzwischen gewachsenen und möglicherweise tragfähig verfestigten Schneedecke verborgen blieb. Angesichts dieses hervorragenden Artikels im „berg und steigen“ erspare ich mir eine eigene Analysen zum Thema „Altschnee“. http://www.bergundsteigen.at/file.php/archiv/2015/1/34-43(fuerchtet%20den%20altschnee).pdf Der verlinkte Artikel bezieht sich auf die Schweiz. Ohne irgendwelche statistischen Daten erhoben zu haben, möchte ich behaupten, dass sich, nach Osten fortgesetzt ein ähnliches Bild ergibt. Also eine Häufung des Gefahrenmuster in den typischen zentralalpinen Gebieten (Ötztaler und Stubaier Alpen) und die Seltenheit dieses Problems in den Randzonen. (Bayerische Alpen, Gardaseeberge, südliche Dolomiten ect.) Das Altschneeproblem im Frühjahr Werner Munter, charakterisierte das Altschneeproblem im Frühjahr folgendermaßen. (sinngemäße Wiedergabe aus 3×3 Lawinen)

„besonders gefürchtet ist die Situation, wenn im Frühjahr die Null-Grad-Grenze erstmalig für längere Zeit über 3000 Meter steigt und die Schneedecke durchfeuchtet wird“ In der Regel ist das von Mitte April bis Mitte Mai der Fall.“

Diese Situation ist umso problematischer,  je mehr grobkörnige, aufbauend umgewandelte Kristalle die Basis der Schneedecke bilden. Bei feinkörnigen, runden abgebauten Kristallen führt auch eine plötzliche Durchfeuchtung selten zu einer markanten Gefahrenzunahme (Ausnahme: Gleitschnee auf glatten Wiesenhängen) Das genannte Problem kann logischer Weise nur auftreten, wenn ältere, tiefer gelegene Schwachsichten aus dem Frühwinter vorhanden sind. Wurde die Schneedecke im Laufe des Winters mehrfach vollständig durchfeuchtet, so entfällt diese Problematik weitgehend. Somit würde ich dieses Problem auch nicht an der 3000 Meter Linie festmachen, sondern als Kombination von den „Gefahrenmustern Altschnee und Frühjahrssituation“ bezeichnen. Oftmals ist in dieser Jahreszeit kein aktueller Lawinenlagebericht mehr verfügbar. Es lohnt sich also, ab und zu mal „in die Schneedecke zu schauen“ Beispielhaft für dieses Phänomen ist die Situation, wie man sie Anfang Mai 2015 im Langtauferer Tal (Ötztaler Alpen) vorfinden konnte. Die Bilder sprechen für sich.

Altschnee Bärenbartkogel 2
Lawinenabgang Anfang Mai 2015 an der Seitenmoräne des Langtauferer Ferners. Exposition: Nord, Neigung, ca. 33 Grad. Schwachschicht: bodennaher Schwimmschnee, von oben durchfeuchtet.
Altschnee bärenbartkogel
Lawinenabgang in der Nordflanke des Bärenbartkogels Anfang Mai 2015. Möglicher Weise hat ein kleines, oberflächliches Schneebrett auf die tiefer liegende Schwachschicht durchgegriffen.
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