Iran: Teil 2; Piste, Tour und Apres Ski – Dizin und Shemshak –

Man was für ein Chaos. Der Fahrer von lets go iran brachte den Rest unserer Truppe. Bereits auf dem Rückweg zu Masoud nach Rineh trafen wir uns auf der Landstraße am Fuße des Damavand. Es folgten unzählige Telefonate, Palaver uns. Wo wir gewesen seinen? Unser Fahrer hätte vorgestern am Flughafen nicht gefunden.  Wir haben ihn nicht gesehen usw. Lange rede kurzer Sinn. Wir beschlossen bei Masoud auszuchecken und hier zuvor noch das schon vorbereitete Essen zu genießen um uns anschließend nach Dizin bringen zu lassen. Rund drei Stunden sollte die Fahrt dorthin dauern inkl. der Durchquerung der 15 Millionenmetropole Teheran. Also alle neun rein in den Kleinbus und zurück nach Teheran. Dort Fahrerwechsel und weiter nach Dizin. Bald auch verstanden wir, warum es immer hieß, die Straße nach Dizin sei geschlossen. Jetzt Ende März wird das persische Neujahr, das Nouruz gefeiert. Es ist Urlaubszeit und ganz Teheran macht sich auf dem Weg in die Berge oder ans Kaspische Meer. Wer über den allsamstäglichen Stau am Fernpass oder vor München lametiert, der sollte sich das mal ansehen.  Spät in der Nacht kamen wir in Dizin an und bezogen das bereits von zu Hause aus gebuchte Hotel, in das man uns schon zwei Tage zuvor hätte bringen sollen. Hier sollten wir drei Nächte bleiben.

Gondel
Wegen der Wirtschaftssanktionen sind die Bahnanlagen veraltet. Teilweise stammen sie noch aus der Zeit vor der islamischen Revolution

Am nächsten Tag war Piste angesagt. Dizin ist eines der größten Skigebiete des Iran.  Der  Wintersportort liegt auf rund 2700 m, die Berge rundherum ragen gut über die 4000 m Marke.  Mit Lifthilfe gelangt man bis auf rund 3700 m. Ein idelaler Ort um sich zu akklimatisieren. Die Bahnanlagen sind veraltet. Der Grund dafür sind vor allem die Wirtschaftssanktionen gegen den Iran. Die Einfuhr von neuen Liftanlagen ist (war) kaum möglich.

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Nach Neuschnee sind die Straßen spiegelglatt. Auch unser Bus hängt auf dem Weg ins Skigebiet fest
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Mit gestrengen Blick wacht der oberste Sittenwächter ob es in den Skihütten auch schön islamisch zu geht. Tut es aber nicht wirklich.

Auch am nächsten Tag gings auf die Piste, diesemal ohne Lifthilfe, da selbige wegen Sturm geschlossen waren.

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Ein Sturmtag in Dizin: Alle Anlagen stehen. Wer trotzdem Ski fahren will, muss zu Fuß aufsteigen

Der dritte Tag in Dizin war ein Traumtag.  Wolkenloser Himmel und frischer Pulverschnee. Einmal stiegen wir auf einen Gipfel oberhalb des Skigebietes auf um auf der anderen Talseite hinab nach Shemshak zu fahren. Das heißt rund 1500 m Steilabfahrt im leider schon etwas „angefressenen“ Pulver. Zurück gings mit dem Taxi.

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Orientalische Pulverträume

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Am nächsten Tag war dann endlich wieder eine Skitour angesagt. Ziel war der 4156 m hohe Koloon Bastak nordöstlich von Dizin.Zwischenablage05

Noch vor Sonnenaufgang starteten wir in Dizin um zur Mittagszeit wieder zurück zu sein. Zum Tourenverlauf lassen wir nun ein paar Bilder sprechen.

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Skitour Dizin 3 gipfel

Skitour Dizin Abfahrt Skitour Dizin 4 Abfahrt Skitour 5 Abfahrt

Am Abend des selben Tages stand noch ein spannender Quartierwechsel nach Shemshak bevor.  Mit der letzten Bahn fuhren wir hinauf zur Passhöhe um jenseits im freien Gelände mit den Skiern nach Shemshak abzufahren. Unser Gepäck wurde per Seilbahn und Shuttleservice in das andere Hotel gebracht.  Kein Problem, wenn die Hotels der selben Kette angehören. Für die Übernachtung mit Frühstück haben wir in beiden Orten in ordentlichen Hotels rund 25,– $ pro Person bezahlt.

Voll Spannung sahen wir dem Abend entgegen. Wir waren von ein paar Iranern, die wir beim Ski fahren kennen gelernt haben auf eine Party eingeladen worden. In Shemshak wäre jeden Abend Party, hieß es. Nachdem wir durch den halben Ort geschlichen waren, fanden wir endlich die angegebene Adresse. Türen verschlossen, Kein Laut drang nach außen. Alles konspirativ. Endlich drin, dann eine andere Welt. Mädchen im kurzen Rock, reichlich Alkohol, Gras und anderes Zeug, von dem wir nicht mal wussten, was es ist. Auf jeden Fall sollte es eine bewusstseinsveränderte Wirkung haben.

Ein bisschen unwohl war uns schon. Was wäre, wenn die Party aufliegt? Streng wurde darauf geachtet, dass kein Ton nach draußen gelangte. „No problem“ hieß es immer. Everythig is ok.  Na dann: Prost!

Bilder von dem Abend gibst keine- aus gutem Grund: So eine Party ist gemäß der islamischen Gesetzgebung streng verboten. Interessanter Nebenaspekt: Einen Joint zu rauchen, ist relativ harmlos, bei Alkohol  oder Mißachtung der Geschlechtertrennung ist das Regime ziemlich humorbefreit. Es drohen sogar Peitschenhiebe, wenn man die Polizei nicht bestechen kann, was wohl meist möglich ist.

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Gemüsemarkt in Shemshak
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Leckeres Essen mit einer iranischen Familie in Shemshak

Der nächste Tag brachte schelchtes Wetter. Nach einer ausgiebigen Frühstück mit einer iranischen Familie in unserem Hotel machten wir uns an die Weiterreise nach Rineh am Damavand und gerieten dabei wieder in den üblichen Feiertagsstau auf den Straßen vom Teheran in die Berge.

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Weitere Hinweise zum Reiseland Iran

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5 Kommentare zu “Iran: Teil 2; Piste, Tour und Apres Ski – Dizin und Shemshak –”

      1. Hallo Kristian, das klingt echt gut. Ich bin ja immer wieder auf der Suche nach außergewöhnlichen Reisen/Orten auf der Welt. Warum also nicht mal in den Iran. Die Bilder machen auf jeden Fall Lust.
        LG Katja

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  1. Wir waren von Ende März bis Anfang April da. Für die 4000 er passt das gut, für den Damavand etwas zu früh. Zudem sind ab 21.3. die Norouz -Ferien. Da stürmt ganz Teheran die Berge. Also viel Stau auf den Straßen

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