Schrecksee: Mit dem Polizeihubschrauber gegen Wildcamper

Wildcamper haben am Schrecksee gezeltet und ein Lagerfeuer gemacht. Die Polizei sprach einen Platzverweis aus und zeigte sie an.

(Vollständiger Artikel in der Allgäuer Zeitung vom 31.8.2015)

Dies berichtet die Allgäuer Zeitung. Ferner ist dem Artikel zu entnehmen, dass das Gebiet im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen liegt und dort zelten und Feuer machen nach dem Naturschutzgesetz verboten sei.

Mit etwas dezenterem Verhalten  (kein Feuer) und vor allem einer passenden Wahl des Standortes (felsnaher Bereich) hätten die Wildcamper sich den Ärger ersparen können. Nun gibt die Polizei das an die „Untere Naturschutzbehörde“ im Landratsamt Oberallgäu weiter, die ein Bußgeld verhängen wird, dessen Höhe im Ermessen des Sachbearbeiters liegt. Ich schätze mal zwischen 100,– und 500,– €.

Eine exakte Zusammenfassung über das Zelten und Biwakieren in den Allgäuer Hochalpen gibt es hier: https://freieberge.wordpress.com/2015/07/07/zelten-und-biwakieren-in-den-allgauer-hochalpen/

Einen Punkt lässt der Artikel in der Allgäuer Zeitung offen. Die Polizei kam mit dem Hubschrauber.   Rechnet man die Zeit und die Kosten  für den Flug und  die Amthandlungen  dort oben, dem Rückweg, dem Versenden der Pressemitteilung zusammen, so kann man von einem stattlichen Betrag ausgehen.  Da stellt sich dann schon die Frage der Verhältnismäßigkeit.

Dadurch,  dass die Umweltbelastung durch den Heli deutlich größer sein dürfte, als durch das wild campen am See, wird  hier der Naturschutz, den es hier zu verteidigen gilt ad absurdum führen.

Es ist allerdings davon auszugehen, dass die Polizei den Schrecksee nicht aus Langweile aufgesucht hat, sondern ihn aufsuchen musste, weil eine Anzeige vorlag.

Stellt sich die Frage von wem?

Wer auch immer sich durch so ein Fehlverhalten gestört fühlt dem sei gesagt, dass es meist wirkungsvoller ist, die Übeltäter auf ihr Fehlverhalten anzusprechen, anstatt die Polizei zu rufen. Oder ging es einfach nur darum, ein Exempel zu statuieren und den Fall in die Zeitung zu bringen?

Was allerdings gar nicht hinnehmbar ist, ist die Sache mit dem Feuer machen und dazu noch die Zaunpfähle der Alphirten zu verwenden. Wegen ein paar weniger Idioten, veranstaltete dort die Polizei eine Art Razzia, die jeden Zeltler als Umweltfrevler brandmarkt.

Gut, dann sind die Herren in grün  mal beschäftigt und verbringen den Tag nicht damit 15 „Raser“ mit Tempo 65 in Vorderhindelang zu stellen oder 5 Jugendliche mit je 5 Gramm Cannabis zu überführen.

Wie dem auch sei. Unsere Polizei könnte so oder so sinnvoller eingesetzt werden.

Schrecksee

Der Schrecksee; für viele der schönste Gebirgssee des Allgäus. „Felsnahe Bereiche“ die ein legales Biwakieren gestatten sind rar.

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6 Kommentare zu “Schrecksee: Mit dem Polizeihubschrauber gegen Wildcamper”

  1. Hab es auch in der Allgäuer gelesen gehabt und mir fast das Selbe gedacht wie Du. Als ich die letzten Male am Schrecksee war, standen zwar auch immer 2-3 Zelte um den See, aber das ist doch auch ok. En Feuer würde ich persönlich jetzt aber auch nicht machen, gerade eben weil es ein Naturschutzgebiet ist. Die von dir angesprochene Verhältnismäßigkeit sehe ich aber auch nicht gegeben. Zumal, wenn man den Schrecksee kennt, glaube ich nicht, dass die Jungs/Mädels mehrere Kilogramm Holz zum See geschleppt haben um ein riesiges Lagerfeuer dort abzubrennen.
    Vielleicht ist es aber wirklich nur ein Expemel gewesen um zu den ganzen Schreckseecampern zu sagen: „Hey, wir wissen das Ihr dort regelmäßig eure Zelte aufschlagt und wir gönnen Euch das, aber haltet Euch auch an gewisse Spielregeln“ Mission: AbgeSCHRECKt am See 😉

    Grüße Flo

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  2. wenn man bedenkt das teilweise bis zu 20!!!! zelte(selbst gesehen) an den Wochenenden um den see verteilt stehen,davon noch mindestens jeder dritte ein Feuerchen an seinem platz brennen hat,dann wundere ich mich schon das nicht viel früher hier schon rechtliche schritte eingeleitet wurden.
    wer die Natur schätzt der sollte sich auch an gewisse regeln halten,wenns um ein Wasserkraftwerk geht schreit alles nach Naturschutz ,wenns ums eigene vergnügen geht will man plötzlich nichts mehr von all den dazu gehörenden Vorschriften wissen.redet mal mit dem Älpler dort oben,der kann ein lied davon singen,was hier teilweise für ein saustall hinterlassen wird,abgesehen davon das zaunmaterial und Brennholz gestohlen und verbrannt wird.
    immer beide seiten betrachten bevor geurteilt wird!

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    1. Da schließ ich mich dem bergfreund an – es bleibt immer noch ein Naturschutzgebiet, in dem man sich dementsprechend verhalten muss. Wenn die Camper sich dann über den Älpler lustig machen, der sie auf die gestohlenen und verbrannten Zaunpfähle anspricht, dann würde ich an seiner Stelle auch die Polizei rufen.

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  3. Ein naturbewusster Wanderer, der auch im Gebirge zelten möchte, würde nie seinen Abfall liegen lassen, geschweige denn Zaunpfähle der Hirten zum Feuer machen benutzen. Diese Personen haben überhaupt keinen Respekt vor der Natur. Mit den liegengelassenen Dosen verletzen sich die Kühe, so dass der Hirte jedes Wochenende einen ganzen Sack voll Abfälle einsammeln muss.
    Man kann sich auch ausrechnen, wenn 20 bis 40 Zelte am Wochenende um den Schrecksee stehen, was das auch mit der Weide der Kühe macht, zumal hier alles plattgetrampelt wird.
    Die Notdurft der ganzen Leute muss ja auch irgendwie und irgendwo geschehen, man riecht das ja auch.
    Hier muss auf jeden Fall das Landratsamt tätig werden und in erster Linie Verbotsschilder aufstellen. Ebenso sollten schon im Bus die Leute darauf aufmerksam gemacht werden, dass das Zelten und Feuermachen im Naturschutzgebiet verboten ist.

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