Über den den Nordostgrat auf dem Imster Muttekopf

Die Spezialität der Lechtaler Alpen sind lange, mehr oder weniger anspruchsvolle Gratüberschreitungen in wilder und landschaftlich reizvoller Umgebung. Besonders auffällig ist dabei die geologische Buntheit, die das Landschaftsbild maßgebend prägt. Aber auch die Felsqualität wird stark von der Gesteinsart und dessen Schichtung beeinflusst. Meist sind die Grate einsam, da sie nicht dem Zeitgeist entsprechen. Dem Kletterer zu leicht, dem Wanderer zu schwierig und zudem noch einen mehr oder weniger langen Zustieg erfordernd.  Nicht so der Nordostgrat des Muttekopfes. Er ist dank der Hahntenjochstraße rasch erreichbar und wird, wie deutliche Trittspuren und vereinzelte Markierungen belegen hin und wieder begangen. Früher standen diese ganzen Grate noch im Alpenvereinsführer von Heinz Groth. Heute gibt  dazu keine aktuelle Führerliteratur. Gut es muss auch nicht jede stille Route beschrieben werden. Bei einem leicht erreichbaren, teilweise markierten Grat  sehe ich das jedoch unproblematisch.

Ausblick
Morgenstimmung im Scharnitzsattel
Der NO-Grat des Muttekopf.
Der NO-Grat des Muttekopf.
Muttekopf Schluesselstelle 1
Schaut wilder aus, als es ist: Die Schlüsselstelle
1IMG_2335
Da geht es hinauf
markierung Nordgrat
Die markierte Schlüsselstelle (III). Ein abdrängender Riß
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Auch oben am Grat muss man noch mal kräftig zupacken. Selten trifft man  in den Lechtalern in dieser Schwierigkeit auf so guten Fels.

Wer den III. Grad seilfrei beherrscht, für den ist der Nordostgrat der schnellste und direkteste Anstieg zum Muttekopf. Dank der Hahntenjochstraße kann diese Route als bequeme Halbtagestour bezeichnet werden, vorausgesetzt man ist den typischen Schwierigkeiten eines Lechtaler Hauptdolomitgrates gewachsen. Der Fels ist über weite Strecken angenehm fest. Trotz einiger Trittspuren und verblassten, roten Markierungen ist das Auffinden der optimalen Route nicht immer ganz einfach. Die Schlüsselstelle  ist eine kurze, senkrechte Verschneidung und der anschließende Zackengrat. Nach dem Punkt 2564 m. lassen die Schwierigkeiten rasch nach. Bis zum Gipfel folgt  nur noch exponierstes Gehgelände, das von einzelnen meist umgehbaren IIer Stellen gewürzt ist. In ca. 2600 passiert man einem interessanten Gesteinswechsel von grauem spröden Hauptdolomit zu den braunen, erdigen Gosauschichten und diversen Konglomeraten.

Rückweg:

So kurz und direkt der Aufstieg, so umständlich der Rückweg zum Hahntenjoch. Keine der zahlreichen Möglichkeiten ist  ideal.

Als Rückweg zum Hahntenjoch habe ich folgende Route gewählt: Auf dem Normalweg nach Süden bis ca. 2300 m hinab. Hier den Weg verlassend auf dürftigen Pfadspuren  unter den Blauen Köpfen hindurch in etwa  der 2300 m Höhenlinie folgend nach Osten. Dort den Ostgrat des Muttekopf überschreiten ins Muttekar. Den nächsten Seitengrat überschreitet man in ca 2200 m.  Von dort auf dem Wanderweg hinauf zum Scharnitzsattel.

Eine Alternative wäre auf dem Nordostgrat zurück bis kurz vor dem Punkt 2564 m. Von dort weglos, steil aber unschwierig hinab zum Wanderweg, der zum Scharnitzsattel führt.

karte

Karte: Alpenvereinskarte Lechtaler Alpen Heiterwand und Muttekopfgebiet  3/4

Führer: In keinem aktuellem aufgeführt. Im alten Alpenvereinsführer „Lechtaler Alpen“ halbwegs zutreffend beschrieben.

Hütten:  keine

Ausrüstung:  Normale Wanderausrüstung sofern ohne Seil gegangen wird.

Höhenunterschied: ca. 900 m bis zum Gipfel. Variabler Gegenanstieg ist im Abstieg zu berücksichtigen.

Schwierigkeit: im Fels mehrere Stellen III,   bis P. 2564m. anhaltend II, danach nur mehr Gehgelände mit kurzen, umgehbaren Kletterstellen

Geeignet für wen? Routinierte Bergsteiger die den angegebenen Schwierigkeitsgrat ohne Seil bewältigen können. Falls man jemanden ans Seil nehmen möchte, so finden sich gute natürliche Sicherungsmöglichkeiten. Vereinzelt  sind Bohrhakenstände vorhanden, die meist den Ausstieg der nordseitigen Kletterrouten markieren.

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