Wasserrillen und Gleitschnee – Nach dem großen Regen

Der Winter 2015/-16 war bisher gekennzeichnet von einer Reihe außergewöhnlicher Wetterkapriolen. So auch der Zeitraum vom 30.1. bis zum 1.2.2016. Nach einen kurzem Zwischenhoch folgte unmittelbar nach einer kräftigen Kaltfront subtropische Warmluft mit einer west- bis nordwestlichen Anströmung, was zu intensiven Niederschlägen in den typischen Nord- und Weststaulagen der Alpen führte.

Tschachaun und Namloser
30.1.2016. Am Nachmittag künden dünne Schleierwolken üben den Lechtaler Alpen von der herannahenden Schlechtwetterfront

In der Nacht zum 31.1. 2016 setzte dann Niederschlag ein. Die Schneefallgrenze lag zu Beginn bei rund 1500 m, sank dann rasch bis in die Niederungen, um im Laufe des Tages über 2500 m anzusteigen. Die Niederschlagsmengen lagen zwischen 50 und 100 ltr. pro m²

Messtation Fellhorn 31.1. bis 2.2. 2016
Die Messstation Fellhorn zeigt deutlich den Anstieg der Schneehöhe und das anschließende Zusammensacken nachdem die Schneefallgrenze angestiegen war
IMG_0229
31.1.2016: Am Vormittag versanken die Allgäuer Berge im Tiefschnee. Doch das Winterwunder war nur von kurzer Dauer

Nach einer regnerischen Nacht setzte sich am 1. 2. rasch die Sonne durch. Die Nullgradgrenze lag deutlich über 3000 m.  Nach diesen turbulenten Tagen präsentierte sich die allgäuer Schneelandschaft mit faszinierenden Mustern.

 

 

Regenschnee 3
1.2.2016. Nach dem großen Regen

Regenschnee 2

Wie entsteht dieses Rillenmuster?

Zunächst mal brauchen wir frischen Neuschnee auf einer harten, harschigen Unterlage oder einer Eisschicht  Diese Schicht  verhindert, dass bei aufkommender Durchfeuchtung  von oben, also durch Regen, das Regenwasser durch den Schnee bis auf den Boden durchdringt und dort versickert. Das Wasser fließt also auf der harten Schicht, ab, wie ein dünner Wasserstrahl, der über eine Glasscheibe herabfließt.  Der Wasserstrahl fließt zwar nach unten, aber selten gerade aus, sondern in Bögen und Schleifen. Dort wo nun mehr oder weniger zufällig dass Wasser in der Schneedecke abfließt, schmilzt ein bisschen mehr Schnee. Es bilden sich Kanäle, in denen sich das Wasser sammelt und genau dort, wiederum mehr Schnee schmelzen lässt, als daneben. So werden diese Kanäle immer tiefer. Nach Beendigung des Niederschlags können wir im schrägen Licht der Wintersonne diese eindrucksvollen Muster bewundern.

Regenschnee

Hoellhoerner 1.2.2016
Auch große Lawinenabgänge sind die Folge dieser Wetterlage.
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