Iran Teil 5: Isfahan und die Wüste

Auch wer als eingefleischter Bergsteiger in den Iran reist, sollte zumindest einen Teil der Reise mit einem Sightseeingprogramm verbringen. Nach der erfolgreichen Besteigung des Damavands führte unsere Reise nach Isfahan, das lt. einem iranischen Sprichwort die halbe Welt sein sollte. Etwa so: Wer Isfahan kennt, kennt schon die halbe Welt. Wer noch nie in der Wüste war, hat hier zudem die Chance, relativ einfach und preiswert eine Wüstentour zu unternehmen. Die Iraner selbst schwärmen meist vom grünen Norden des Landes. Aber saftig grüne Berge, Wolken und Regen haben wir im Allgäu genügend. So waren es die Kontraste, die uns in den zentralen Iran führten.

Die Fahrt rund 450 Kilometer lange fahrt von Teheran nach Isfahan klappte reibungslos und zügig, nachdem unser Fernbus den Stadtverkehr von Teheran hinter sich gelassen hatte. Etwa sechs Euro pro Person waren dafür in einem komfortablen Reisebus inkl. Verpflegung zu bezahlen.

Dank Bardia, dem jungen Iraner der uns auf dieser Runde begleitete, hatten wir keine sprachlichen und organisatorischen Probleme. Wir übernachteten jeweils in guten Hotels, für die inkl. Frühstück rund 25,–$ zu bezahlen waren.

Das erste Ziel unserer Stadtbesichtigung  war die 33 Bogen Brücke (Si-o-se Pol) über den ausgetrockneten Zayandeh.  Anschließend besuchten wir im armenischen Viertel die armenische Vank-Kathedrale und das Völkermordmuseum der Armenier. Entgegen dem Bild, dass gerne in westlichen Medien gezeichnet wird, wird den iranischen Christen zumindest eine eingeschränkte Religionsfreiheit und staatlicher Schutz gewährt. Das, oder gar ein armenisches Genozidmuseum, wäre bei unseren türkischen Freunden, Natopartner und EU-Beitrittskandidat absolut undenkbar.

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Die armenische Kirche in Isfahan

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Die 33 Bogen Brücke

In den Rang eines Welt Kulturerbes hat der der Platz mit dem Namen Abbild der Welt gebracht. Entsprechend viele Touristen aus aller Herren Länder sind hier unterwegs. Auf jeden Fall sehenswert, wie nachfolgende Fotos zeigen.

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Safran, Iran ist weltweit der Produzent Nummer 1

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Nachdem wir alle Outdoormenschen sind, waren zwei Tage Stadt dann doch genug. Mit einem Wüstentrip wollten wir  unseren Iran Urlaub beenden. Dazu begaben wir uns nach Kashan. Von der Stadt am Rande der Wüste haben wir nicht viel gesehen. Lediglich die schlechteste Pizza die ich je gegessen habe ist in Erinnerung geblieben. Bardia hatte für uns den Wüstentrip bereits  organisiert und so fuhren wurden wir am nächsten Morgen von zwei jungen Iranern mit einem Jeep abgeholt.  Nach einer gut einstündigen Autofahrt kamen wir in der Wüste Maranjab an.  Auch dazu lassen wir wieder die Bilder sprechen.

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Atemberaubend waren die Off-road Fahrten über die Sanddünen. Die Jungs hatten ihre Sache wirklich in Griff und auch Spass dabei. Die Monate März und April erscheinen mir für einen Wüstentrip ideal. Die morgendliche Kälte und die Hitze unter Tags halten sich in erträglichen Grenzen. Selbiges gilt für eine Stadtbesichtigung in Isfahan. Besonders für Frauen dürfte es im Sommer mit Kopftuch und Umhang unerträglich werden.

Am nächsten Morgen ging es zurück nach Teheran, wo es nochmal ein reichhaltiges Abendessen gab und wir uns von Bardia verabschiedeten.2014_0407_182046_ro

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Die Heimreise verlief problemlos. Geblieben sind Eindrücke von einem interessanten, überraschend einfach zu bereisenden Land, die Erinnerung an überwiegend sehr freundliche Menschen, eindrucksvolle Skitouren und faszinierende Landschaften. Geblieben ist auch ein versauter Reisepass, mit dem man nicht mehr problemlos in die USA reisen kann. Umgekehrt, mit US-Stempel in den IRAN, war es problemlos. Wer zählt nochmal zur „Achse des Bösen“?

 

 

 

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2 Kommentare zu „Iran Teil 5: Isfahan und die Wüste“

  1. Jetzt ist es um mich geschehen und ich muss da auch mal hin.
    wie seid Ihr an Euren Reiseleiter gekommen? Habt Ihr ihn von Deutschland aus gebucht, seid Ihr über informelle Wege an ihn geraten (facebook etc.) oder habt Ihr einfach im ersten Hotel in Teheran gefragt?
    Aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse (wer spricht schon Farsi?) ist das für mich unabdingbar.

    Ich wollte weiter auch noch mal klettern gehen. Nicht unbedingt hochalpin, sondern eher gemütlich – und kein Kalk. (das gibt es bei uns genügend)

    Mir wurde da die Provinz Hamadan empfohlen. Ist das zutreffend? Zudem ist auf einer Höhe von knapp 2000 Meter die Hitze nicht so schlimm. Mit Hitze kann ich nämlich sehr schlecht umgehen.

    Besten Dank schon mal

    Rainer

    (eifriger Leser Deines Blogs)

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