Die deutsche PWK-Maut

Die Pläne zur deutschen PWK Maut nehmen langsam Gestalt an- leider-.Die Maut in der Form einer (elektronischen) Vignette ist immer ein Zeichen von Neid und ein Schritt zurück ins Mittealter, als der Wegezoll an jedem Stadttor zu entrichten war.

Ja ja, die bösen Ausländer, vor allem die Ösis, die zocken uns ab und fahren bei uns umsonst. Die ganzen Holländer, Belgier, Skandinavier durchqueren unser Land ohne dafür zu bezahlen. Denen zeigen´s wir jetzt.

Das die CSU und hier besonders der Verkehrsminister „Doofbrindt“ dieses Thema aufgreift und sich dabei auf niedere Instinkte wie Neid, Fremdenfeindlichkeit und Geldgier von  einem Teil ihrer Stammwählerschaft stützt, dass zeigt welchen Geistes Kind der Vorschlag des Verkehrsministers ist.

Kritik aus Österreich unangebracht

Wohl war: Die Schweiz und Österreich haben es vor gemacht. Da waren es die bösen Deutschen, die man abkassieren musste. Während in der Schweiz wenigsten noch das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, (man fährt lange Strecken und die wichtigen Alpenpässe sind mit der Vignette abdeckt), bietet Österreich ein Flickwerk und unvollständigen Autobahnen, die kaum irgendwo mit dem Autobahnnetz des Nachbarlandes verbunden sind. Für die Pässe und Tunnels ist dann zusätzlich noch eine Sondermaut vor Ort fällig. Wer vom Ende der A7 über den Fernpass zum Brenner fährt, oder vom Ende der A96 in Richtung Schweiz, der weiß was ich meine.

Dank CSU schlagen wir jetzt aber zurück und zwar richtig. PKW Maut nur für Ausländer. Ja das ist doch prima.

Richtig: Verkehrswege kosten Geld und müssen irgendwie finanziert werden. Die Vignette ist aber der falsche Weg. Sie ist ungerecht, da sie weder die tatsächliche Fahrstrecke, noch die Belastung der Straßen und der Umwelt durch die Größe, Gewicht und Schadstoffausstoß berücksichtigt.

Für die 100 Kilometer lange Strecke von Kempten nach St.Gallen benötigen wir künftig drei Vignetten und stehen zudem im Stau, da die Politik unfähig war, die österreichische mit der schweizer Autobahn zu verbinden.

Verkehr ist ein europäisches Problem, das einer europäischen Lösung bedarf und keine Spielwiese  für nationale Neidkomplexe.

Wie aber sähe eine gerechte Umlage der Straßenerhaltungskosten auf die Verkehrsteilnehmer aus?

 

 1. Möglichkeit: Europaweite Streckenmaut

In jedem Fahrzeug befindet sich ein GPS Empfänger der die Bewegungen des Fahrzeuges verfolgt. Abgerechnet wird 1 Cent pro Kilometer, was bei 10.000 km jährlich dem Preis von 100,–€   entspricht.Gutgeschrieben wird der Betrag anteilsmäßig dem Staat, Land, Gemeinde auf dessen Gebiet sich das Fahrzeug bewegt.

Im Gegenzeug entfällt jede Art von KFZ-Steuer, Maut, Parkgebühr. Dieses Modell böte die größtmöglichste Gerechtigkeit, ist aber datenschutzrechtlich bedenklich.

 2. Möglichkeit: Über die Mineralölsteuer:

Maut, KFZ-Steuer usw. werden europaweit abgeschafft, dafür wird der Benzinpreis erhöht. Es gibt künftig nur mehr eine Abgabe. Wer viel fährt, zahlt viel, wer wenig fährt zahlt wenig. Die Aufteilung  der Mineralölsteuer auf diejeweiligen Länder müsste über Verkehrszählung an ausgewählten Stellen erfolgen.

 3. Möglichkeit Die Eurovignette

Wie gesagt, eine Vignette ist eine schlechte Lösung, da die den Wenigfahrer in Grenzregionen  bestraft. Wenn schon eine, dann eine Eurovignette die vom Nordkap bis Sizilien gültig ist. Auch hier wäre die Aufteilung mittels Verkehrszählung und Straßenkilometer vorzunehmen.

Die Aussage, dass es für den Bürger zu keinen Mehrkosten kommt, wird sich als Lüge herausstellen. Sie trifft möglicherweise nur für Bürger zu, die ausschließlich in ihrem Heimatland bleiben. Österreich und die Benelux-Staaten denken bereits über Gegenmaßnahmen nach. Die Folge wird sein, dass es für die Meisten auf jeden Fall teurer wird.

Totalversagen Europas in dieser Hinsicht?

Mindestens drei teure Vignetten an der Schreiben, dazu jede Menge Parkausweise, Berechtigungskarten usw. im Handschuhfach. Selbst wenn die Maut anstatt mit einer Vignette elektronisch erhoben wird, bleibt es ein Rückschritt und ein ausgemachter Unsinn.

Sieht so Europa aus?

Nein das ist die Folge der „Neidspirale“ die von der Schweiz begonnen wurde, von Österreich nachgemacht wurde und auf die Deutschland jetzt noch gewaltig eins drauf setzt.

 

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