Skidurchquerung Oberstdorf-Tannheim

Wenn die Tage schon wieder ein bisschen länger werden, die tageszeitliche Erwärmung aber noch keine entscheidende Rolle spielt,  dann ist die Zeit der großen Skidurchquerungen in den Allgäuer- und Lechtaler Alpen gekommen. Vorausgesetzt es hat zuvor geschneit und die Lawinengefahr beschränkt sich nur noch auf wenige, umgehbare Stellen. Die Allgäuer Alpen eignen sich nur bedingt für klassische Winterdurchquerungen. Die leichten Vorberge bieten vor allem leichte Tagestouren auch bei kritischen Verhältnissen. Die Allgäuer Hochalpen hingegen sind ein anspruchsvolles und ernstes Tourenrevier, das ausgedehnte Durchquerungen nur an wenigen Tagen im Winter zulässt. Den im Sommer so beliebten Höhenwegen zu folgen, macht auf Grund der Geländestruktur meist wenig Sinn. Die Durchquerung von Oberstdorf nach Tannheim zählt  zu den Highlight in den Allgäuer Alpen. Leichter als der Heilbronner Weg oder die Überschreitung der Hochbachkette, aber dennoch lang und anstrengend. Nicht überall kann man die Tour einfach abbrechen.

Ich habe die Tour mehrfach auf verschiedenen Varianten übernommen. Am besten gefällt mir, die Überschreitung des Laufbacher Ecks einzubauen. Dafür sind häufig Steigeisen nötig. Wesentlich leichter ist es vom Nebelhorn kommend direkt zum Giebelhaus abzufahren, wobei man auch diese Variante mit einigen schönen Gipfelbesteigungen wie Großer Daumen, Seeköpfe und Schochen aufwerten kann. Bei unserer Tour am 21. Und 22.1. 2017 haben wir wegen einer noch möglichen Altschneeproblematik auf die Überschreitung des Laufbacher Ecks verzichtet und dafür die beiden Seeköpfe und den Schochen bestiegen.

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Ausgangspunkt: Die Nebelhornbahn in Obersdorf
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Aufstieg zum Großen Seekopf üder dessen Nordgrat
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Die erste Abfahrt vom Großen Seekopf nach Osten ins Obertal. (2017)

Nach der Abfahrt vom Großen Seekopf stellt sich die Frage nach dem Weiterweg. Es steht sie Überschreitung des Laufbacher Ecks zur Wahl oder man könnte auch einfach zum Giebelhaus abfahren. 2011 haben wir das Laufbacher Eck überschritten, 2017 haben wir noch den Kleinen Seekopf und den Schochen bestiegen und sind dann zum Giebelhaus abgefahren.

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Die Abfahrt vom Kleinen Seekopf war ein Traum im Pulver (2017)
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Am Gipfel des Schochen (2017)
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Zu Beginn der Tour allgegenwärtig. Die Höfats
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In der Lacherscharte. Gut zu erkennen der Aufstieg zum Laufbacher Eck, für den manchmal Steigeisen nötig sind. (2011)
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Am Laufbacher Eck
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Der Schneck von seiner schönsten Seite
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Abfahrt vom Laufbacher Eck nach Osten vor der Kulisse des Schnecks (2011)
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Abfahrt durchs Obertal zum Giebelhaus (2017)
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Die letzten Meter zum Laufbacher Eck (2017)
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Aufstieg zum Prinz-Luitpold-Haus
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Ankunft am Prinz-Luitpold-Haus
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Sonnenuntergang auf dem Kreuzkopf oberhalb des Prinz-Luitpold-Haus. Am Horizont sind schon die Tannheimer Berge zu erkennen.
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Der gut eingerichtete Winterraum des Prinz-Luitpold-Haus
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Aufstieg zur Bockkarscharte- Rückblick zum Prinz-Luitpold-Haus
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Morgendlicher Aufstieg zur Bockkarscharte.
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Rückblick zum Laufbacher Eck. Die Abfahrt erfolgt über die steile Ostflanke
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Die Kesselspitze oberhalb der Bockkarscharte
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Auf dem Glasfelderkopf
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Die Abfahrt ins Schwarzwassertal gehört zu dem besten, was die winerlichen Allgäuer Alpen zu bieten haben. Der Hacken folgt. Es folgt ein Talhatscher von 15 Kilometer länge oder ein Gegenanstieg mit mindestens 1000 Höhenmetern.
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Über eine Serie von Traumhängen geht´s hinab ins Schwarzwassertal

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Angekommen im kalten und schattigen Schwarzwassertal. Untere Lichtalpe

 

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Rückblick auf Glasfelderkopf und Kesselspitze
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Aufstieg von Süden zur Lachenspitze
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Die Lailachspitze von der Lachenspitze (2017)
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Einfahrt in die Ostrinne der Lachenspitze (2017)

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Landsberger Hütte (2011)
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Die Steinkarspitze von der Landsberger Hütte (2011)
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Ankunft in Tannheim, Bushaltestelle am Kreisel

Logistik und allgemeine Hinweise:

Man parkt sein Auto am besten kostenlos am Busbahnhof in Bad Hindelang. So entgeht man schon mal den hungrigen Schlünden der Oberstdorfer und Tannheimer Parkautomaten. Mit dem Linienbus erreicht man  von dort   Oberstdorf. Erster Bus leider nur unter der Woche um  6.30 Uhr. Von Tannheim fährt in der Regel stündlich ein Bus nach Oberjoch. Von dort kann man sich noch eine kurze Abfahrt auf der alten Jochstraße nach Hindelang gönnen. Die Route lässt zahlreiche Varianten zu. Die Abfahrt von der Gappenfeldscharte nach Tannheim ist ohne genaue Ortskenntnis im unverspurten Zustand schwer zu finden. In diesem Fall fährt man besser über die Strindenscharte nach Haldensee ab. Über lange Strecken hinweg ist keine Handynetz verfügbar. Die Überschreitung des Laufbacher Ecks erfordert wirklich sehr sichere Schneeverhältnisse. Bei Zweifeln lieber direkt vom Nebelhorn zum Giebelhaus abfahren.

Karte: Alpenvereinskarte Allgäuer-Lechtaler Alpen Ost 2/2, Alpenvereinskarte Tannheimer Berge BY 5

Führer: http://www.panico.de/buecher/skitourenfuehrer-snowboardfuehrer/skitourenfuehrer-allgaeu.html

Hütten: Prinz-Luitpold-Haus, Edmund-Probst-Haus, Schwarzenberghütte und Landsberger Hütte . In erster Linie wird eine Nacht im Winterraum des Prinz-Luitpold-Haus in Frage kommen. Die anderen Hütten liegen  mehr oder weniger am Weg und bieten sich an, wenn man sich für die Tour mehr als zwei Tage Zeit lassen möchte. . Prinz- Luitpold-Haus und Landsberger Hütte  verfügen über einen gut eingerichteten Winterraum.  Ausgestattet jeweils mit Ofen, Geschirr, Besteck, Töpfen uws. Für den Winterraum der Landsberger Hütte benötigt man einen AV-Schlüssel  Das Bezahlen der Übernachtungsgebühr erfolgt per Überweisungsträger, die in den Winterräumen ausliegen oder in bar.  Bitte nicht vergessen!

Ausrüstung: Normale Skitourenausrüstung. Zusätzlich können Steigeisen und Pickel bei  der Überschreitung des Laufbacher Ecks  hilfreich sein. Besonders dann, wenn man die Gipfel am Wegesrand sammelt. Je nach Belieben persönliche Komfortausrüstung für die Nacht im Winterraum.

Geeignet für wen? Erfahrene Skibergsteiger, die ich auch im unverspurten Hochgebirge zurechtfinden und Hänge bis zu 40 Grad Neigung sicher befahren können. Die Route lässt zahlreiche Varianten zu. Persönliche, farblich abgestufte Risikoeinschätzung bei Lawinenwarnstufe:              1             2             3             4             5

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2 Kommentare zu “Skidurchquerung Oberstdorf-Tannheim”

  1. Aus dem Zeigersattel über die Seeköpfe zum Schochen ist ein guter Test gleich zu Anfang. MIt Softboots sollte man da unter Umständen auch schon Steigeisen dran haben.

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