Über den Dachfirst der „bunten Berge“

Neben der Überschreitung von Heiterwand und Freispitzgruppe zählt der Grat vom Blankahorn zur Parseierspitze zu den ganz großen Grattouren der Lechtaler Alpen. Das sozusagen als Finale nicht nur der höchste Punkt dieser Gebirgsgruppe sondern auch der einzige Dreitausender der nördlichen Kalkalpen bestiegen wird, wertet die Tour zusätzlich auf. Das klingt nach Massenbetrieb. Ist es aber nicht. Selbst die Parseierspitze wird vergleichsweise selten besteigen, da sie manchen Wanderern bereits zu schwierig ist. Im Gegensatz zu den vorgenannten Touren, lässt sich diese Überschreitung an einigen Punkten gefahrlos abbrechen, was gerade bei unsicheren Verhältnissen ein zusätzliches Sicherheitsplus darstellt. Überwiegend im exponierten Gehgelände, gewürzt mit Kletterstellen bis zum  dritten Grad, bewegt man sich im klassischen Bergsteigergelände.

Für den weiteren Verlauf der Tour über das Dach der „bunten Berge“ lassen wir nun die Bilder sprechen. Diese Stammen aus dem Juli 2014 und dem November 2011

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Auf der Ochsenalm. Von links: Dawinkopf, Parseierspitze, Gatschkopf, Simeleskopf und Blankahorn
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Eindrucksvoll: Blankahorn vom Aufstieg zum Simeleskopf (November 2011)

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Simeleskopf mit Route
Die Route durch die Ostwand des Simeleskopf inkl. der beiden Abseilstellen a´30 m.

Mittig ca. 30 m durch die Wand hinauf, bis man unschwierig nach links in eine kleine Scharte queren kann. Wenige Meter oberhalb Stand an einer Drahtseilschlinge mit Abseilring. Ein kurzes Fixseil, an zwei alten Schlaghaken befestigt, leitet über eine kleine abdrängende Stufe zur Südostkante empor. Über diese zum breiten Gipfelgrat. Dort Drahtseilschlinge (falls gesichert wird)

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Übergang Simelsskopf-Gatschkopf- Umgehung der lt. AV Führer „Rücklen“ genannten Zacken

Die Beschreibung im AV Führer ist lückenhaft und erwähnt nur harte Kletterarbeit im Bereich der „Rücklen“ genannten Grattürme. Wir hatten das Glück zwei „Locals“ zu beobachten, die diese „Rücklen“ südseitig umgingen, was mühsames Suchen ersparte.

Diese Zacken werden auf dem anderen Normalweg absteigend deutlich unter der Grathöhe südseitig umgangen. Das Gelände dort ist nicht wirklich schwierig, jedoch stets heikel mit abwärtsgeschichteten geröllbedeckten Kalkplatten

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Unterhalb des Simelskopf
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Am Ostgrat des Gatschkopf

Über gutartige Steilgrasschrofen wird die Grathöhe nach den Zacken wieder reicht. Der Ostgrat zum Gatschkopf bietet im Anschluss eine nette nicht besonders schwierige Mergelkletterei.

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Die Schlussetappe: Der Ostgrat der Parseierspitze. Zu Beginn kurz III (Andi danke für´s Foto)
Parseier
Die Parseierspitze von Süden. Rechts der Ostgrat (III). Der Abstieg erfolgt durch die Südflanke (Bildmitte – II).  Danke Lukas für’s Foto

 

Die Tour in Stichpunkten

Überschreitung Blankahorn-Parseierspitze

Ausgangspunkt:  Parkplatz kurz nach dem Schwimmbad in Grins (1.070 m)

Karte: Alpenvereinskarte Lechtaler Alpen Parseierspitze 3/3

Führer: In keinem aktuellen Werk  aufgeführt. Im alten Alpenvereinsführer „ Lechtaler  Alpen, Groth   4. Auflage  1989“ halbwegs zutreffend beschrieben.

Hütten:  Die Augsburger Hütte liegt günstig  und bietet sich an, die strenge Tagesetappe aufzuteilen.

Zugang: Man steuert den Lärchikopf, P. 2368 m. an. Entweder über den Hüttenweg zur Augsburger Hütte, den man bei der Muesmannsruhe verlässt oder über den Ochsenlieger, Gampenboden, Äußerer Ochsenberg. Auf markierten Steigspuren aufs Blankahorn.

Ausrüstung:  Seil oder kein Seil? Normalerweise sollte es ohne gehen. Wenn gesichert wird, dann  eine „reduzierte Kletterausrüstung“ , bestehend aus einem Strang eines Halbseiles, so dass sich 30 m. Kletterlänge ergibt, ein paar Bandschlingen und Karbiner.

Höhenunterschied: ab Grins in Summe um die 2.500 Höhenmter.

Schwierigkeit: III/A0 an altem Fixseil ca. 5 m, (Ostwand Simeleskopf)  sonst wenige Stellen bis III,  häufig II und exponiertes Gehgelände. 

Geeignet für wen? Routinierte,  konditionsstarke Bergsteiger.

 

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