Tourenstöcke

An dieser Stelle möchte ich zwei Tourenstöcke vorstellen, die allerdings nur bedingt miteinander vergleichbar sind. Daher beschränke ich  mich auf einige  wichtige Details.  Es handelt sich um Traverse  von Black Diamond und um Ultra pro von Dynafit. Im einem Fall gibt es Lob für ein rundum hochwertiges Produkt, im anderen Fall Kritik für grobe Mängel zu einem hohen Preis.

Black Diamond Traverse

Der Black Diamond Traverse ist ein rundum hochwertiges Produkt. Es handelt sich um einen Tourenskistock für den Winter. Sommereinsatz auch möglich.  Ich habe ein Paar Stöcke von diesem Typ vor rund zehn Jahren erworben und war und bin damit rundum zufrieden.

Black Diamond Griffe
Die Griffe von Black Diamond: Solide Wertarbeit, nach zehn Jahren Einsatz.

Es handelt sich um einen zweiteiligen Stock, deren Einzelteile mit dem Flick-lock System verbunden werden. Nach zehn Jahren Gebrauch (rund 1000 Skitouren und zahlreiche  Sommertouren) sind lediglich die Spitzen abgenutzt und die Rohrstangen so oxidiert, dass sie sich nicht mehr zusammenschieben lassen. Letzteres liegt wohl eher an mangelnder Pflege. Die Griffe weisen deutliche Gebrauchsspuren auf, aber keine Schäden. Auch nicht an den Schlaufen.

Black Diamand Verschluss
Das Verschlusssystem von Black Diamond. Das Metall ist oxidiert, so dass sich der Stock nicht mehr zusammenschieben lässt. Wie gesagt: Nach zehn Jahren intensiven Gebrauch

Wer einen Tourenstock braucht, dem ist dieses Produkt zu empfehlen.

Produktbeschreibung

Der Black Diamond Traverse ist ein klassischer und gleichzeitig extrem vielseitiger Ski- und Tourenstock für den Einsatz im Backcountry. Mit seiner robusten Konstruktion aus Aluminium, der FlickLock-Verstellbarkeit und dem überarbeiteten Giff mit verbesserter Ergonomie hält der Traverse dem jahrelangen Einsatz im Gelände problemlos stand. Für Tourenfunktionalität verfügt der Stock über eine integrierte Griffverlängerung aus Gummi.

Zitat aus der Webseite von Black Diamond: Ich kann die Eigendarstellung bestätigen.

Weitere Details: Siehe hier: http://eu.blackdiamondequipment.com/de_AT/ski-stoecke/traverse-BD11154900001451.html

 

Dynafit Ultra pro

Der Ultra Pro von Dynafit ist ein leichter, faltbarer Stock für den Sommereinsatz. Er besticht durch das geringe Gewicht und  das geringe Packmaß. Drei Carbon-Rohre sind mit einer Schnur verbunden und können somit nicht auseinander fallen. Fixiert wird der Stock mit einem Schnappverschluss direkt unter dem Griff. Genau mit diesem Knopf lässt er sich auch wieder zusammenfalten. Die drei Teile sind im fixierten Zustand sehr gut miteinander verbunden, beim Stockeinsatz klappern sie nicht. Man hat nie das Gefühl, dass der  Stock zusammenrutschen könnte. Der Stock ist mit einem sehr kleinen Teller versehen, also nicht für den Einsatz bei weichem Schnee geeignet. Ideal hingegen kann man den Stock auch auf längeren Klettertouren für den Abstieg mitnehmen.

Verschluss dynafit
Dynafirt: Gut und praktisch zu bedienen:

Kommen wir nun zum großen Schwachpunkt. Im Juli 2016 habe ich ein Paar in einem Sportfachgeschäft im Allgäu erworben. Schon nach kurzer Zeit zeigte der  Griff erste Risse und nach rund einem Monat bei einer Frequenz von zwei bis drei Bergtouren pro Woche, löste sich der Knauf vom Metallrohr.

Stöcke Dynafit
Leider Pfusch: Nach kurzer Zeit  intensivem Gebrauch sehen sie Griffe so aus.

Der Händler schickte das schadhafte Produkt zurück und übergab mir ein neues Paar. Wieder  zeigten sich nach wenigen Wochen im Griff erste Risse. Dann kam der Winter und ich stieg auf den bewährten Tourenskistock von Black Diamond um. Nach wenigen  Einsätzen brach abermals der  Kunststoff vom Griff ab. Ein praktikables Handling war nicht mehr möglich.

Fazit:

 

Liegst an mir?

Liegt es an mir, an meiner Art zu Greifen bzw. den Stock zu verwenden? Wohl kaum. Denn sonst hätte ich den Griff des Black Diamond Traverse auch nach ein bis zwei Monaten „geschrottet“.  Dessen Griff  widersteht aber meinem Händedruck seit über zehn Jahren.

Mir ist klar, dass die beiden Produkte nur bedingt vergleichbar sind, da sie für verschiedene Einsatzbereiche geschaffen wurden. Jedoch ein Griff bleibt ein Griff.

Trotz vieler guter Eigenschaften ist „Selbstauflösung “ des Griffes nach wenigen Einsätzen  ein schwerer Mangel. Für so einen Pfusch zu einem Preis von rund 150,–€ kann man leider keine Empfehlung aussprechen.  Dynafit hat hier gewaltigen Verbesserungsbedarf.

Moralische Aspekte:

Grundsätzlich befürworte ich es, wenn Europäer auch europäische Produkte kaufen und nicht ausgerechnet Ware von einem Hersteller mit Sitz in den USA. Doch in diesem Fall tendiere ich eindeutig zu Black Diamond. Immerhin hat Black Diamond seine  europäische Zentrale nach Innsbruck verlegt und schafft dort  Arbeitsplätze. Es fließt also nicht jeder Cent ins „Trumps Irrenhaus“.  Auch an anderer Stelle überzeugt Black Diamond mit Qualität.

 

 

 

 

 

 

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3 Kommentare zu „Tourenstöcke“

  1. Yo, es ist ein Drama und wir reden hier von Spezial-Herstellern. Kein Kram vom Discounter. Ich habe bspw. Alu von Komperdell. Politisch korrekt. Leider. Klasse Stöcke, nur leider sind die Locks aus Kunststoff schon zweimal gebrochen. Ersatzteil kostet jeweils 7,-

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  2. Hallo Christian,
    Ich möchte kurz meine Erfahrungen mit dem Micro Vario Carbon von Leki zum Besten geben.
    Ich hab sie gekauft, da sie gut in den Rucksack passen um nicht an Latschen hängen zu bleiben. Das Paar hart 160 € gekostet. Schon bei der dritten Bergtour ist ein Mittelteil abgebrochen. Selbst Schuld! Die Reparatur wohlgemerkt eines Stockes hätte 60€ gekostet. Hab mir dann gleich ein neues Paar gekauft um Ersatz zu haben. Nach ca. 5 Touren hat sich der Schnappmechanismus (der Selbe wie im Bild vom Dynafit) von selbst gelöst, so im Schnitt 2-3 mal pro Tour. Da ich gerne beim Runterlaufen Stufen bis 1m Höhe auf den Stock gestützt runterspringe absolut tödlich! Reklamiert – > neue bekommen -> diesmal hielten sie ca. 30 Touren dann Schnappmechanismus wieder ausgeleiert.
    Fazit: Der Mechanismus ist einfach Schrott! Kann vom Kauf nur abraten.
    Hab nun den Tipp bekommen mit ner Säge oder Feile ne Kerbe in den Knopf zu machen. Das kanns aber doch nicht sein, bei 160€ selbst rumzusägen!
    VG Michael

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