Erdbeerenwahnsinn

Es darf auch mal ein nicht alpines Thema sein. Welche Erdbeeren soll ich nun kaufen? Die aus Italien, schön verpackt und günstig (rechts) oder die aus Deutschland. Etwas teurer im Pappkarton? (links) Soll ich mit meinem Einkommen die heimische Wirtschaft unterstützen oder soll ich nur auf den Preis schauen. Ein paar Gedanken dazu.

Ich gehöre nicht zu denen, die Verbote von Plastikverpackungen fordern oder eine Lenkung über den Preis, auch nicht bei Transportkosten anstreben. Das passt nicht in mein Weltbild.

Aber irgendetwas läuft hier schief. Für das selbe Produkt aus dem eigenen Land 25% mehr zu bezahlen als für jene Ware, die aufwendig verpackt aus Italien über die ganzen Alpen transportiert werden.

Gefunden habe ich diese Erdbeeren am 15.5.2018  in einem Verbrauchermarkt mit Sitz im Ostallgäu in Fischen-Langenwang.

Ich höre immer das Geplärre über den Alpentransit am Brenner und am Fernpass *, über Müllberge, Plastikmüll im Meer**, begrenzte Ressourcen, CO² -Begrenzung usw.

Wer jemals von Süddeutschland  nach Norditalien gefahren wird, der weiß, wie einem dort auf der Autobahn mit verschiedenen Mautsystemen das Geld aus der Tasche gezogen wird.

Wie kann es also sein, dass eine identische Ware, die vom nur vom nur 70 Kilometer entfernten Bodensee oder aus Lechfeld bei Augsburg kommt um rund 25%  teurer ist, als diese, die aufwendig verpackt über die Alpen transportiert wird?

 

Liegt es vielleicht an Arbeits- uns Sozialvorschriften, Lebensmittelverordnungen, Umweltauflagen? Ein weiterer Preistreiber sind die damit verbunden Nachweis- und Aufzeichnungspflichten.

Vermutlich ja, anders lässt sich die Preisdifferenz trotz höherer Verpackungs- und Transportkosten nicht erklären. Wenn es uns nicht gelingt, diese Aufwendungen zu reduzieren, wird der Verbraucher im Zweifel die billigeren Erdbeeren wieder und mit Betroffenheitsmine vor der Fernseher hocken, wenn mal wieder Horrorvisionen über den Klimawandel, Alpentransit, Bienensterben  usw. über die Mattscheibe flimmern.  Logisch ist das nicht.

Ganz klar. Reduziert Auflagen und Vorschriften und heimische Produkte werden wieder konkurrenzfähig! Dann lässt sich auch Verkehr und Müll reduzieren!

Was habe ich nun gekauft?

Die italienischen. Nach der Kasse habe ich die Plastikverpackung entfernt und im Auffangfach nach der Kasse liegen lassen.  So bleibt die Last der Entsorgung wenigstens beim Händler und regt vielleicht dort auch zum Nachdenken an.

 

*Unternehmer mit Sitz im Ostallgäu, Ausserfern usw.  sind von der 7,5 Tonnen-Begrenzung ausgenommen.

**Der Plastikmüll im Meer stammt überwiegend aus Asien, Afrika und Südamerika, wo es immer noch üblich ist, jeglichen Müll einfach am Straßenrand, aus dem Fester oder im nächsten Fluss zu entsorgen.

 

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8 Kommentare zu „Erdbeerenwahnsinn“

  1. „Der Agrarverband warnt, die Agro-Mafia habe die Landwirtschaft als Geschäft entdeckt: Bauern würden unter Druck gesetzt und müssten zu Billigpreisen verkaufen, die Herkunftsangaben würden massenhaft gefälscht“

    Ich kaufe seit Jahren kein Gemüse aus Italien mehr.

    http://www.fr.de/panorama/italien-gemuese-vom-giftmuellberg-a-641301

    Bei uns dürften es die Lohnnebenkosten und Steuern sein die sich negativ auf die Produktionskosten auswirken. Aber das ist nur geraten.

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  2. Ich hoffe du hast die 5 medikamentenrüstandsbelasteten Bockwürstle für 0,89 € nebenan aus der abgefucktesten Massentierhaltung nicht ausgelassen. Denn ein guter Deutscher bist du nur, wenn du beim Essen jeden Cent umdrehst, um danach auf der Heimfahrt deinen PS – Bullide mit 200 über die Autobahn zu drücken, um 15 l/100 km an Sprit zu verbrauchen anstatt 3.

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  3. Beim Geld hört halt nicht nur die Freundschaft sondern auch jegliche Vernunft auf, offensichtlich auch bei Menschen, die ich bislang als relativ abgeklärt hielt. Ich denke, wir werden zukünftig noch viel viel mehr bezahlen müssen – nicht nur für Erdbeern, sondern für alles, was wir so treiben!
    Der Gipfel dieses Beitrags ist seine Schlussfolgerung.

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    1. Wer schon mal in Italien war, weiß, wie gut man dort isst. Daher würde ich italienischen Produkten nicht eine mindere Qualität unterstellen. Wer unnötige Verpackungen gleich im Supermarkt zurücklässt, gibt das Problem an den Verursacher zurück

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  4. Moment heißt der Blog freie Berge oder Freie Liberale?
    Wieso wird hier denn das eine gegen das andere ausgespielt? Die Schlussfolgerung ist also dass die Erdbeeren in Deutschland von schlechter bezahlten (also dann illegalen Immigranten) Arbeiitnehmern und Einsatz von mehr Pestizid und Kunstdünger (zur Erhöhung des Ertrags) angebaut werden sollen. Die Denke hat in den USA jetzt irgendwie nicht zum besonders schonenden Umgang mit der Umwelt geführt.
    Gerade uns Berg- und Draußensportler müsste die Vereinbarung von Nutzung bei gleichzeitiger Bewahrung (also eben Nachhaltigkeit) nahe liegen!

    Vielleicht muss man auch einfach 50 Cent mehr für seine Erdbeeren ausgeben, dann kann man hohe Sozial- und Umweltstandards und niedrige CO2.Emissionen und wenig Müll haben.

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  5. Wer unnötige Verpackungen gleich im Supermarkt zurücklässt, gibt das Problem an den Verursacher zurück. Mit Verboten von Plastikverpackungen in Europa rettet man keine Weltmeere, da bei uns nur ein verschwindend kleiner Teil des Mülls einfach in die Landschaft geschmissen wird. Das ist vor allem in Afrika ein Thema. https://www.facebook.com/fatihland/videos/10157397725788242/UzpfSTEwMDAwOTk3ODI1MDc2ODo2MzgyMjE5Mzk4NTM3NDI/
    Ein bisschen Liberalität im Sinne von Leben und Leben lassen würde uns allen nicht schaden. Ein guter Bericht auch in der Zeit zum Thema Erdbeeren. Ich denke es sind weniger die Lohnnebenkosten und die Steuern sondern die vielen bürokratischen Hürden, die bei uns vieles unnötig verteuern. Warum nicht einfach Asylbewerber für 8,50 die Stunde arbeiten lassen, so lange Arbeitskraft benötigt wird. https://www.zeit.de/wirtschaft/2018-05/erntehelfer-mangel-erdbeer-ernte-bauern-alar

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