Vipec Evo 12 – Erfahrungen nach einem Winter.

Vor drei Jahren habe ich einen Testbericht über die Fritschi Vipec veröffentlich. Meiner anfänglichen Euphorie folgte bald eine gewisse Ernüchterung. Inzwischen hat sich Fritschi mächtig ins Zeug gelegt und die Kinderkrankheiten der ersten Vipec-Serien beseitigt. Bewusst habe ich mit diesem Artikel das Ende eines tourenreichen Winters abgewartet um nicht über einen ersten Eindruck zu berichten, sondern um einen Eindruck nach intensivem Gebrauch. Kurz und knapp: Ich bin rundum zu frieden!

Im Gegensatz zum hier verlinkten Testbericht habe ich bei dem Nachfolgemodel Vipec Evo 12 bewusst das Ende des Winters abgewartet und die Bindung einem Stresstest unterzogen. Ich habe mit hoher Querbelastung Lawinenkegel und harte Firnhänge gequert, die Bindung nass und schmutzig eingepackt, mit schon stark abgelaufenen Schuhen benutzt und dabei viele Höhenmeter zurück gelegt. Nein, geschont habe ich sie wirklich nicht.

 

Zunächst mal zum Grundsätzlichen.

Eine Pin-Bindung bietet vor allem wesentliche Gewichtsersparnis. Um diese zu erreichen, wurde  systembedingt beim Einstiegskomfort und bei der Sicherheit gespart. Mit der Vipec kam nun die erste Pin-Bindung auf den Markt, die gleichzeitig auch eine voll funktionsfähige Sicherheitsbindung ist. Das heißt Frontauslösung, Seitwärtsauslösung mit DIN-Wert Einstellung vorne. Ein großes Sicherheitsplus ist die Notauslösung im Aufstieg, bei verriegelter Bindung, was beispielsweise bei einem Sturz oder einem Lawinenabgang lebensrettend sein kann.

Der Einstiegskomfort lässt sich nicht mit dem einer Step-in Bindung vergleichen. Er erfordert bei jeder Pin Bindung genaues Zielen.

 

Wo gab es mit dem Vorgängermodel Probleme und wurden diese gelöst?

1. Der Einstieg

Dieser war mit der Vipec (Baujahr 2014) besser als mit meiner uralten Pin-Bindung der ersten Generation, doch so richtig gut funktionierte das nur bei kaltem, trockenem Schnee.

Ansonsten konnte man schon mal fluchen, wenn die Kollegen mit anderen Pin-Bindungen schon längst abfahrtsbereit waren und man selbst noch versuchte zu treffen. Bei der Vipec EVO 12 leitet nun eine Einstiegshilfe zielgenau zum Einrasten

–>Problem gelöst

2.    Stopper löste nicht aus.

Es kam vor, dass beim Ausstieg aus der Bindung der Stopper nicht aufsprang, was, sofern es ungeplant passiert (Sturz) auch zu einem Materialverlust führen könnte. Bei der Vipec Evo 12 trat das nicht mehr auf.

–>Problem gelöst

3. Vereistes Harscheisen lässt sich nicht mehr lösen

Bei einem Wechsel von Pulver-und Hartschnee kann es vorkommen, dass sich das Harscheisen nicht mehr lösen lässt. Man muss also mühsam das Eis herauskratzen um die Pin’s der Harscheisenbefestigung zu säubern. Daran hat sich nichts geändert. Ein Messer oder ein Schraubenzieher leisten gute Dienste

Vipec Harscheisen
Das Harscheisen zur Vipec. Befindet sich Schnee oder Eis zwischen den Krallen und dem schwarzen Hebel, lässt es sich nur noch schwer vom Ski lösen.

4. Fersenteil verstellt sich.

Nach einigen Touren kam es vor, dass sich das Fersenteil verstellt. Sprich die Bindung wurde weiter. Mit einem Schaubenzieher konnte man rasch die Bindung wieder auf die ursprüngliche Schuhgröße einstellen. Bei der Vipec EVO 12 kam dies nicht mehr vor

–>Problem gelöst

 

Vipec Scarpa
Die Einstiegshilfe (aus schwarzem Kunststoff) ermöglicht bequemes, zielgenaues Einsteigen. Eine deutliche Verbesserung zu den ersten Vipec Serien.
Vipec Harscheisen
Aufstieg mit Harscheisen. Diese greifen auch noch bei gleichzeitiger Verwendung der Steighilfe
Vipec fernsenteil
Das Fersenteil inkl. Stopper

Kaufempfehlung für wen?

Rennläufer, die auf jedes Gramm schauen, wählen besser eine ultraleichte Pin-Bindung, von denen es einige auf dem Markt gibt.

Der gemütliche bis durchschnittliche Skitourengeher, der eine einfach zu bedienende, grundsolide Bindung sucht, kann man die Scout 11 von Fritschi empfehlen, die nur mehr wenig schwerer ist, als manche Pin-Bindung.

Für den durchschnittlichen Skitourengänger bis hin zum Profi kann man die Vipec EVO 12, nachdem nun die Kinderkrankheiten beseitigt wurden, sehr empfehlen.

Weiterführende Links

Beschreibung des Herstellers

Ein weiterer Testbericht

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3 Kommentare zu „Vipec Evo 12 – Erfahrungen nach einem Winter.“

  1. Danke für den Bericht. Kannst du auch die Fritschi vivec 12 diamir (anstatt Evo) empfehlen?…. könnte sie gebraucht günstig bekommen. Vielen Dank

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