Über die/den Nordwestgrat*In auf die Große Daumen – Neusprech für Alpinist*Innen.

Mit politkorrekter Sprache, Gender und ähnlichen gesellschaftlichen Trends des Zeitgeistes hat man als Bergsteiger eher selten zu tun. Dieser Themenkomplex hat eher das Potential zur Belustigung an einem   feucht-fröhlichen Hüttenabend, als alpine Relevanz. Da gibt es eine Uni, bei der Lehrkräfte mit „Herr Professorin“ anzusprechen sind (ernst gemeint!!), eine Partei stellt einen Antrag, mit Formulierungen , wie „der/die ComputerIn“ die Gendergerechtigkeit herzustellen. Der Alpenverein hatte in seiner Geschichte nicht selten die Vorreiterrolle, die politkorrekten Dämlichkeiten des jeweiligen Zeitgeistes in den Alpinismus einzuführen. So werden  inzwischen in der Knotenpunkt genannten Kolumne des DAV Panorama fleißig mit * Sternchen und großem I Worte auseinander gerissen um die Gendergerechtigkeit herzustellen.  Na dann wollten wir mal nicht so sein und liefern daher eine 100% gendergerechte und politkorrekte Tourenbeschreibung.

Der/die im Zentrum der Allgäuer Alpen  gelegene Große Daumen entsendet eine/n steile(n) felsige(n) Grat*In nach Nordwesten hinab ins Retterschwanger Tal. Geübten Bergsteiger*Innen , die kurze Kletterstellen bis hin zum unteren Dritten Grad bewältigen können, ermöglicht diese(r) Grat*In einen kurzweiligen Anstieg. Meist bewegt man sich im ersten und zweiten Grad. Die Route bekommt erst am Nachmittag Sonne und ist dann am schönsten. Dank dem leichten Abstieg auf einem markiertem Wanderweg, reicht es bei sicherem Wetter, wenn mensch  erst gegen Mittag aufbricht.Wir erreichen den Beginn des(r) Grat*In in dem wir aus dem Retterschwanger Tal über einen grausig verunstalteten und viel zu steilen Alpweg  zur Haseneckhütte aufsteigen. Bei der Oberen Haseneckhütte in 1690 m Höhe verlassen wir die/den Wanderweg*In um über einen breiten Grasrücken den  Einstieg bei Punkt 1911 m (Auf dem Falken) zu erreichen. Hier beginnt die Zone des Hauptdolomits, einem harten, und spröden Gestein, dass im Zuge der Alpenfaltung in dem Tertiär genannten Zeitalter von Afrika kommend die heimischen Gesteine überlagert hat und das uns nun diese schöne Kletterei ermöglicht.

Der/die Große Daumen ist also ein Berg mit Migrationshintergrund, der sich hervorragend in die Allgäuer Alpen integriert hat.

Für den/die weitere(n) Verlauf*In  der Tour lassen wir nun die Bilder sprechen.

Daumen NW Grat 1
Bergsteiger*Innen nähern sich dem/der Nordwestgrät*In

Daumen NW Grat 2

Daumen NW Grat Mitte
Stetig wechseln Gehgelände und leichte Kletterstellen

NW Grat

1IMG_7979

Daumen NW

Nebelhorn vom Daumen

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Der Gipfel ist erreicht. Blick zum Nebelhorn

1IMG_7994

Blick zum Hochvogel

Kleiner Daumen und Pfannenhölzer
Blick zum Kleinen Daumen und den Pfannenhölzern
Abstieg Daumen
Abendlicher Abstieg

 

Die Tour in Kürze

Ausgangspunkt: Parkplatz „Grüebplätze“ bei Bad Oberdorf

Karte: Alpenvereinskarte BY 4 Allgäuer Hochalpen

Führer: Alpine Bergtouren Allgäu, Bruckmann Verlag

Hütten:  keine

Ausrüstung:  Normale Wanderausrüstung und Helm,  sofern ohne Seil gegangen wird. Fahrrad um den Zugang ins Retterschwanger Tal abzukürzen.

Höhenunterschied: ca. 1500 m bis zum Gipfel.

Zugang: Mit dem Fahrrad ins Retterschwanger Tal (8km). Von dort dem markierten Normalweg bis zur Oberen Haseneckalpe folgen. Hier einem Grasrücken nach Südwesten folgend, bis zum Einstíeg bei P. 1911 m (Auf dem Falken).

Route: Stets auf der Grathöhe bis unter die Gipfelwand, die( III- )direkt erklettert werden kann, oder sich rechts umgehen lässt.

Schwierigkeit: im Fels ganz kurze Stellen knapp III,  sonst I-II und Gehgelände

Geeignet für wen? Routinierte Bergsteiger*Innen die den angegebenen Schwierigkeitsgrat ohne Seil bewältigen können.

Daumen NW Grat Karte.jpg

 

 

Links zur Tour und zum Thema „Genderschmarrn“

Die Neue Zürcher Zeitung:  Sehr Lesenswert! Neusprech für Fortgeschrittene

Festivaltour:  http://festivaltour.de/forum/thema/gro%C3%9Fer-daumen-2-280m-nordwestgrat-und-kleiner-daumen-2-197m.1613/

Schlussbetrachtung:

Bei unserem Luxushobby, dem Bergsteigen gibt es genügend Probleme, die es zu lösen gilt. An vielen Stellen muss der individuelle Bergsteiger seinen Platz zwischen Kommerzialisierung auf der einen Seite, Lenkungs- und Sperrforderungen auf der anderen  immer neu behaupten. Gletscherrückgang und die Aufgabe von landwirtschaftlichen Nutzflächen, machen es nötig, hier und da einen Weg neu anzulegen, alte Haken sind durch neue zu ersetzten usw. Es gäbe viel sinnvollere Tätigkeiten für die Alpenvereinsjugend! Stattdessen wird diese  mit  solchen Positionspapieren politkorrekt dressiert.

Vor einem Menschen habe ich Achtung (oder Verachtung) auf Grund seines Charakters, seiner Lebensleistung, seiner Fähigkeiten und seiner Talente und nicht, weil es sich um einen Mann oder eine Frau, einen Neger oder einen Weißen, einen Christen oder einen Moslem, einen Hetero oder einen Schwulen handelt.

Ein sprachliches Tugenddiktat, Denk- und Sprechverbote,  die Schöpfung von immer skurrileren Begriffen, Wortvergewaltigungen mit * I führen letztlich zum Gegenteil dessen, was man erreichen wollte.

Hier noch eine Stilblüte aus dem Tourenprogramm einer süddeutschen Alpenvereinssektion:

Kletterwochenende in den Tannheimer Bergen mit Übernachtung (alternativ).

Von Neusprech ins Deutsche übersetzt heißt das:

.. mit Biwak. 

Letzteres fiel  der Zensur zum Opfer, da die Sektion die Diskussion mit Jägern und Ökos scheut.

 

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2 Kommentare zu „Über die/den Nordwestgrat*In auf die Große Daumen – Neusprech für Alpinist*Innen.“

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