Über den Dachfirst der bunten Berge – Teil 2

Mit diesem Beitrag habe ich eine eindrucksvolle Tour über den Dachfirst der „bunten Berge“ vorgestellt. Im Juli 2017 habe ich mir zwei Tage Zeit genommen, für eine noch größere Runde mit möglichst vielen Gipfeln im Herzen der Lechtaler Alpen. Die Tour führte von Madau über die Oberlahmsspitze zur Memminger Hütte und weiter über die Parseier, die Feuerköpfe und die Eisenspitze zum Roland-Ritter Biwak. Anderntags über den Grießmuttekopf, den Augsburger Weg zur Rotspitze und von dieser über den Freispitzkamm nach Madau. Eine lange Tour, die in Erinnerung bleiben wird. Man kann die Tour auch als „Augsburger Weg Plus“ bezeichnen.

Parseierrunde 1
Der Klassiker: 1000fach fotografiert. Der Untere Seewisee mit der Freispitzgruppe
Parseierrunde 2
Noch mal ein Klassiker: der Obere Seewisee
Parseiersee
Dort wo noch vor wenigen Jahren der Grinner Ferner glänzte, liegt nun der höchstgelegene See der Lechtaler Alpen in ca. 2750 m. Höhe.
Parseierrunde 4
Im oberen Teil des Parseier-Ostgrat. Blick zu Gatschkopf, Blankahorn, Silberspitze usw.
Parseierrunde 5 Schwarzer Kopf
Der Südliche Schwarze Kopf. 2947 m.  hoch und damit 3. höchster Gipfel der Lechtaler Alpen. Im Jahr 1990 habe ich diesen Gipfel über seinen Nordgrat (rote Linie) im Zuge einer Skitour bestiegen. Der Abstieg erfolgte durch eine schräge Verschneidung (II). Die blaue Linie zeigt den Eisstand von 1990. Am Ende des roten Pfeiles haben wir damals, im Mai 1990, die Skier wieder angezogen.
Parseierrunde 5
Die Parseierspitze von Westen, vom Augsburger Höhenweg aus
Parseierrunde 6
Der Unterhalt des Augsburger Wegs erfordert ständiges Improvisieren und Nachbessern. Querung einer Eisrinne unterhalb der Gelben Scharte. Danke an alle, die diesen Steig begehbar halten.
Feuerköpfe
Moralisch fordernd ist die Überkletterung der Türme auf dem Gipfelgrat der Feuerköpfe
Eisenspitze
Blick von den Feuerköpfen zur Eisenspitze
Parseierrunde 8
Roland-Ritter-Biwak
Parseierrunde 111
Blick zum Grießmuttekopf. Über dessen Ostgrat wird die Tour am nächsten morgen fortgesetzt

Parseierrunde 7

Parseierrunde 9

Parseierrunde 10
Am Ostgrat des Grießmuttekopf
Parseierrunde 11
Blick vom Grießmuttekopf ins Stanzer Tal
Wetterspitze
Blick in Richtung Feuer- und Wetterspitze
Rote Platte
Der schönste Teil der Runde beginnt. Blick von der Rotspitze über die Rote Platte zur Freispitze

 

Parseierrunde 12

Freispitze
Die Freispitze. DER typische Lechtalgipfel schlechthin, rückt näher
Gipfel von nord
Der Gipfelbau der Freispitze von Norden
Trapez
Blick vom Dreischartelabstieg an der Freispitze zum Trapez
Saxeralp
Lang, aber aussichtsreich, der Rückweg vom Dreischartel über die Saxeralp zum Parkplatz Memminger Hütte

 

Rainbowmontains
Was es in den Lechtaler Alpen umsonst gibt, dafür muss man in Peru bezahlen. Die Rainbowmountains sind auch nicht bunter als der Freispitzkamm. Allerdings wird in Peru fleißig mit dem Photoshop nachbearbeitet.

Die Tour in Stichpunkten

Überschreitung Oberlahms-Parseier-Eisenspitze, Grießmuttekopf und Freispitzkamm

Ausgangspunkt:  Parkplatz in Bach ca. 1050 m.

Karte: Alpenvereinskarte Lechtaler Alpen Parseierspitze 3/3

Führer: In keinem aktuellen Werk  aufgeführt. Im alten Alpenvereinsführer „ Lechtaler  Alpen, Groth   4. Auflage  1989“ halbwegs zutreffend beschrieben.

Hütten:  Roland-Ritter Biwak. Kleine Biwakschachtel mit sechs Plätzen. Wenn kein Schnee mehr liegt, so sollte man rechtzeitig seine Wasservorräte auffüllen.  Augsburger- und Ansbacher Hütte bieten sich an um die Tour in drei oder vier Tagesetappen aufzuteilen. Auf der Memminger Hütte herrscht die alpine Dekadenz des E-5 Publikums. Hier ist der Bergsteiger eh fehl am Platz.

Ausrüstung:  Normale Bergwanderausrüstung. Zusätzlich Helm und einen Kocher für das Roland-Ritter-Biwak. Wichtig sind Schuhe, mit denen man sowohl im Steilgras als auch im Fels „gut steht“. Ein Mountainbike ist für für die Strecke Bach-Parkplatz-Memminger Hütte sehr zu empfehlen. Wer über die gezackten Grate klettert, sollte alte Kleidung wählen. Das Gestein ist dermaßen scharfkantig, dass es kaum ohne Schäden und Risse geht.

Höhenunterschied: ab Bach  in Summe um die 3.000 Höhenmeter bis zum Roland-Ritter Biwak. (Ohne Gipfelsammeln würde man rund 1.000 Höhenmeter sparen).  Am nächsten Tag deutlich weniger. Im Aufstieg wohl weniger als 1.000 m.

Schwierigkeit: III (Einzelstellen am Parseier Ostgrat, an den Feuerköpfen und am Südaufstieg zur Rotspitze. Ansonsten anhaltendes und exponiertes, vielfach auch brüchiges II-er Gelände. Wer auf den Wegen bleibt und außer Dawinekopf und Gatschkopf keine Gipfel mitnimmt, der kommt mit einem alpin anspruchsvollen Wanderweg davon, der  im trockenen Zustand nur Trittsicherheit verlangt. In Summe überwiegt extremes Gehgelände. Am Nordwestgrat der Oberlahmsspitze auch moderates Steilgras. Bei Nässe, Neuschnee, Vereisung ist auch der Augsburger Weg heikel und schwierig zu begehen!

Geeignet für wen? Routinierte,  konditionsstarke Bergsteiger.

Bilder: Die meisten Bilder stammen von den beiden Tagen, an denen ich die Tour durchgeführt habe. Einige, wenige sind an anderen Tagen entstanden und wurden hinzugefügt, da sie zum Verlauf der Tour passen.

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