Das Einhorn

Das Einhorn (lat. unicornis, griech. monókeros) ist ein Fabelwesen von Pferde– oder Ziegengestalt mit einem geraden Horn auf der Stirnmitte. Es wurde im Mittelalter besonders durch den Physiologus bekannt, gilt als das edelste aller Fabeltiere und steht als Symbol für das Gute.

Ein solches Fabelwesen ist mir in den Lechtaler Alpen erschienen. Ob wirklich etwas Gutes hinter seiner Geschichte steckt?

Möglicherweise ist ein Horn während der letzten Brunftzeit abgebrochen. Die Kämpfe unter den alten Böcken werden oft mit unerbittlicher Härte geführt. Nicht selten führen diese Kämpfe auch zum Absturz. Bemerkenswert ist, dass diese Kämpfe in die ungemütlichste Zeit des Jahres fällt. Nämlich in den Dezember und den Januar.

Fakt ist,  dass dieses Einhorn kaum Chancen  hat, den nächsten Winter zu überleben. Bei Revierkämpfen ist er mit einem Horn chancenlos. Wird im Winter der Kampf um die wenigen Futterplätze ausgetragen, wird er auch den Kürzeren ziehen.

Im Leben eines Steinbocks dreht sich, wie bei den meisten Tieren nahezu alles ums Fressen und um die Fortpflanzung. Nur die stärksten Böcke haben eine Chance ihre Gene weiter zu vererben. Für menschliche Gefühle wie Empathie, Fürsorge und Mitleid gibt es in der Natur keinen Platz.

Nachstehend ein Link zu einem Youtube-Video

Erfreulich, die Tatsache, dass man in den letzten Jahren immer öfters diese schönen Tiere beobachten kann. In den Allgäuer und Lechtaler Alpen sind Steinbockbegegnungen inzwischen fast alltäglich. Nur den Raum Hindelang und die Tannheimer Berge haben sie noch nicht besiedelt. Aber ich denke, dass ist auch nur noch eine Frage der Zeit.

Da Steinböcke in Deutschland so gut wie gar nicht und in Österreich kaum bejagt werden, haben sie gelernt, dass vom Menschen keine Gefahr ausgeht. Gerade an viel begangenen Höhenwegen zeigen sie kaum noch Fluchtverhalten. Teilweise beträgt die Fluchtdistanz nur noch eine Armlänge. sic.

Steinbock
Gesunder Steinbock am Heilbronner Weg. Keine Teleaufnahme!

Allerdings werden vermehrt schon Klagen laut, dass der stärkere Steinbock die Gams nach unten in den Wald verdrängt, wo diese schwere Verbissschäden anrichtet.

Könnte das dann der Wolf richten? Da bin ich mir ehrlich nicht ganz sicher. Allerdings wäre unser Lechtaler Einhorn auch eine potentielle Beute für den Wolf, wenn dieser sich nicht grad irgendwo an einer Schafherde bedient, was natürlich zu weiteren Diskussionen führt.

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2 Kommentare zu „Das Einhorn“

  1. Interessant wäre das Fluchtverhalten der Gams, wenn sie ebenso wenig bejagt würde, vielleicht sind Skifahrer und Kletterer ja gar nicht der Auslöser der kräftezehrenden Flucht.

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