Alpine Neuigkeiten 10/2018

Neuer Pächter am Prinz-Luitpold-Haus, Alternativanstieg auf den Hochvogel, Akutelles zu einigen Winterräumen, Permit für den Mont Blanc, Fremdenhass im Ausserfern, Neuschnee in den Alpen.

Prinz-Luitpold-Haus

Fangen wir mit etwas Erfreulichem an. Das bisherige Wirtspaar vom Staufner Haus übernimmt ab dem nächsten Sommer das Prinz-Luitpold-Haus. Die Wirtsleute haben sich auf dem Staufner Haus einen guten Ruf erarbeitet. Grund genug im nächsten Sommer das Luitpoldhaus in der Tourenplanung zu berücksichtigen.  Wen die bergsteigerfeindliche Park- und Zugangssituation in Hinterstein abschreckt, dem sei der Zugang von Hinterhornbach empfohlen. Eine wunderschöne Rundtour bietet sich von dort über das Hornbachjoch und das Himmeleck an. Weiter über das Luitpoldhaus und den Fuchsensattel nach Hinterhornbach.

Freie Berge wünscht Ulli und Christoph einen guten Start!

 

Hochvogel

Das der Berg auseinander zu brechen droht und der Bäumenheimer Weg gesperrt ist, das ist hinreichend bekannt. Als Alternativaufstieg von Hinterhornbach bietet sich neben dem Umweg über den Kalten Winkel der Ostgrat an. Steuert man den Grad oberhalb der tiefen Gratscharte an, reduzieren sich die Schwierigkeiten auf III, steigt von Süden zur „Mute“ auf, so kommt man mit einem scharfen IIer davon. Trotzdem bleibt dieser Anstieg bruchgewohnten Bergsteigern vorbehalten. Die Tour ist auch in der leichtesten Variante noch anspruchsvoller als die gegenüberliegende Urbeleskarspitze.  https://freieberge.wordpress.com/2015/10/18/hochvogel-ostgrat/

 

Winterraum Kärlinger Haus

Für einen Allgäuer fast schon in Fernost. Trotzdem zählt die Große Reibn zu den Skitourenklassikern, die man gemacht haben muss. Leider ist der Winterraum am Kärlinger Haus nicht mehr mit dem AV Schlüssel zugänglich. Er ist mit einem Schlüssel versperrt, den man bei der Sektionsgeschäftsstelle in Berchtesgaden abholen muss. Kein Problem, wenn man dort wohnt. Reist man am Samstag früh von weit her an, ist es praktisch unmöglich an den Schlüssel zu gelangen. So bleiben die Berchtesgadener auf der Hütte eben unter sich. Passt schön zu den überall zu beobachteten Ausgrenzungstendenzen in der Gesellschaft. Hier sollte der DAV Dachverband ein Machtwort sprechen, damit der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt wird.

https://blog.berchtesgadener-land.com/2018/09/24/die-winterraeume-entlang-der-grossen-reibn/

Winterraum Hermann-von-Barth-Hütte

Der Winterraum ist nach Angaben des Wirtes im Oktober NICHT GEÖFFNET. Es hängt ein entsprechender Zettel an der Talstation der Materialbahn. An den anderen Zugängen, Höhenwegen  usw. hängt kein Ausgang. Die Hütte selbst ist ab sofort geschlossen. Somit bleibt ein Biwak die einzige Übernachtungsmöglichkeit in diesem Bereich.

Hütten und Winterräume

Anfang Oktober schließen die meisten Alpenvereinshütten. Das bedeutet, sofern Wetter und Tourenbedingungen passen, Chaos und Gedränge in überfüllten Winterräumen. Eine Wochenendbewirtschaftung wäre wünschenswert. Das dies möglich ist, beweisen viele Hüttenwirte in der Schweiz.

Näheres zu diesem Thema: https://freieberge.wordpress.com/2015/11/05/huette-geschlossen-winterraum-ueberfuellt-wann-sollte-eine-huette-bewirtschaftet-werden/

Mountainbiken

Bad Hindelang und Bad Tölz sollen Modellregionen für das Mountainbiken werden. Das Umweltministerium hat dafür 250.000,– bereitgestellt. Ob der Betrag vernünftig verwendet wird, oder ob damit nur Kampagnen und Besucherlenkungsschilder finanziert wird, muss sich noch zeigen. Beispielweise könnte man damit den Weg vom Straußbergsattel zum Mitterhaus in einer Weise verbessern, dass Biker und Wanderer an Engstellen gut aneinander vorbei kommen. Ebenso könnte man den Weg Klank-Hütte-Hirschalpe etwas bikefreundlicher herrichten. An der Umsetzung von solchen Dingen wird sich das Projekt in Zukunft bewerten lassen.

https://www.dav-kempten.de/aktuelles/details/startschuss-fuer-dav-mountainbike-projekt-oberallgaeu-als-pilotregion/

 Montblanc:  Das Ende der „Freiheit“ in den Bergen der Alpen!

Ausgerechnet die Franzosen, denen wir Bürgerrechte, Freiheit und den modernen Staat verdanken führen als erste in den Alpen ein Permit für eine Gipfelbesteigung ein. Die Anzahl der Bergsteiger soll limitiert werden und sich nach den Kapazitäten der Hütten richten.  Das Biwakieren soll verboten werden. Spontanes, eigenständiges Bergsteigen- sprich dann zu gehen, wenn Wetter und Verhältnisse passen, wird so kaum noch möglich sein. Künftig muss man zu der Zeit unterwegs sein für die ein Permit verfügbar ist und hoffen, dass an diesem Tag das Wetter passt. Die Bergführer vor Ort werden davon sicher profitieren. Für den eigenständigen Bergsteiger schwinden die Gipfelchancen, da auch ein Biwak nicht mehr möglich ist, wenn die Hütten voll sind. Eine Art Permit durch die Hintertüre gibt es bereits am Matterhorn: https://www.bergsteigen.com/news/neuigkeiten/permitpflicht-fuer-den-mont-blanc-ab-2019/

https://freieberge.wordpress.com/2015/09/30/matterhorn-ein-permit-durch-die-hintertuer/

 

Außerfern: Zwischen professioneller Gastfreundschaft und Fremdenhass

Das ebenso wie das Allgäu am Alpenrand gelegene Außerfern wird zum einen als Naherholungsgebiet,  wie auch als klassische Urlaubsregion für den Fremdenverkehr genutzt. Die fremdenfeindlichen Flugblätter zeigen, dass dadurch ein gewisser Dichtestress entsteht, der sich dann in erster Linie am Nachbarn auslässt, der in seiner Region mit den selben Überlastungsproblemen durch „Overtourism“ zu kämpfen hat. Über die Flugblätter kann man noch lachen. Sachbeschädigungen sind jedoch ein Fall für den Staatsanwalt! Gerade Menschen, die nicht von der Wertschöpfung des Tourismus profitieren neigen dann zu Fremdenhass, wenn der Alltagsablauf durch Stau, fehlende Parkplätze, Lenkungsmaßnahmen gestört ist. Die Ausserferner Touristiker sind derzeit um Schadensbegrenzung bemüht.

Um so unverständlicher ist es, dass auch auf Allgäuer Seite, in Bad Hindelang immer mehr Übernachtungen angestrebt werden und auch ein neues Hotel in Tallage gebaut werden sollt, wie die neue Bürgermeisterin vor ihrer Wahl betonte. Mehr Gästeübernachtungen führen letztlich zu mehr Verkehr, Stau und Dichtestress und letztlich zu Aktionen wie den Weißenbacher Flugblättern. Genau so etwas wünsche ich mit im Allgäu nicht. Eines sei allerdings dem Verfasser des Flugblattes als auch den lokalen Entscheidungsträgern gesagt. Wir Einheimischen und Naherholungssuchenden sind schon hier. Wir werden unsere Regionen weiterhin nutzen und uns das nicht durch Zettelschreiber, Besucherlenker usw. vermiesen lassen.

https://www.all-in.de/kempten-allgaeu/c-rundschau/immer-mehr-allgaeuer-berichten-von-den-tiroler-schmaehbriefen_a5015274

Auf keinen Fall sollte man davon ausgehen, dass sämtliche Ausserferner so denken. Sonst gäbe es keine grenzüberschreitenden Freundschaften, Beziehungen, Ehen, Tourenpartnerschaften und Geschäftsbeziehungen.

Mehr dazu in Kürze auf Freie Berge

Neuschnee

In weiten Teilen der Alpen hat es am 1.10.2018 bis weit herunter geschneit. Das zieht die üblichen Folgen nach sich, nämlich, dass viele nordseitige Anstieg vereist sind und das vermutlich, auch bleiben werden.

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