Herbstblüte- Ein zweiter Frühling

Die ungewöhnlichen Wetterkapriolen der letzten Wochen führten im Oktober 2018 zu ungewöhnlichen Reaktionen der Natur.  Auf eine kurze, aber extrem kalte Phase mit Frost und Schnee Ende September 2018 folgte ein deutlich zu warmer Oktober.

So kommt es, dass im Oktober im Sparkettkar, in den Lechtaler Alpen zum zweiten mal die Alpenrosen blühen. Auf einer Wiese bei Oberstdorf blühen die Trollblumen. Auch der Enzian entfaltet im Herbst 2018 nochmals seine Pracht.

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Alpenrosenblüte in der nähe des Hahntenjoch, Oktober 2018

Nach dem heißen Sommer und dem Kälteschock Ende September „dachten“ viele Pflanzen, nachdem es im Oktober wieder mild wurde, der Winter wäre vorbei.

https://www.zamg.ac.at/cms/de/klima/news/ungewoehnlich-kalte-septembernacht

Nach dem heißen Sommer und dem Kälteschock Ende September „dachten“ viele Pflanzen, nachdem es im Oktober wieder mild wurde, der Winter wäre vorbei.

reollblume Oktober Oberstdorf
Trollblumenblüte am 24.10.2018 in Oberstdorf

Enzianblühte Kleiner Daumen 18.11.2018

Nachtrag am 20.11.2018. Enzianblühte unterhalb des Kleinen Daumen am 18.11.2018

Mag sein, dass die Blüten noch bestäubt werden; zur Fruchtreife werden sie jedoch nicht mehr gelangen.

Zur Herbstblühte von Bäumen schreibt der Münchner Merkur

Warum die Bäume während der Hitze Laub abwarfen, erklärt Annette Menzel, Professorin für Klimaökologie an der TU München. „Durch die lange Phase der reduzierten Aktivität im Sommer ist der Baum durcheinander gekommen.“ Wie nach einem Winter, greifen nun plötzlich Mechanismen, die auch im Frühjahr das Austreiben steuern. Die Temperaturen sind noch recht mild und es ist lange genug hell. Die Knospen für das nächste Frühjahr waren ohnehin schon angelegt. Und sie sind jetzt, als der Baum die neuen Blätter austrieb, gleich mit aufgegangen.

Auch in Emmering, im Garten der Dialyse-Station, ist dieses Phänomen zu beobachten. „Ein Apfelbaum blüht wie blöd“, sagt Beatrix König. Als eine Kollegin die Bruckerin darauf aufmerksam machte, zückte diese gleich ihr Handy. „Ich habe sowas in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen“, erklärt die 50-Jährige. Ihr 84-jähriger Schwiegervater, ein passionierter Gartler, habe eine solche Nachblüte einmal erlebt.

So schön diese ist, gut ist sie nicht für die Pflanzen. Und auch wenn es der alte Apfelbaum von Hans Wölfel damit bis in die Zeitung geschafft hat – einen Gefallen hat er sich nicht getan. Denn er hat seine Reservestoffe vorzeitig verpulvert, statt sie für das nächste Frühjahr aufzuheben. „Das Blühen jetzt bringt ihm nichts“, sagt Menzel. „Das ist suboptimal.“ Es könne nun sein, dass der alte Apfelbaum im nächsten Jahr schwächer dasteht.

 

Wollen wir hoffen, dass im nächsten Sommer unsere Natur genau so erblüht wie jedes Jahr und dass die Natur durch den Hitzesommer und den plötzlichen Kälteeinbruch keinen nennenswerten Schaden genommen hat.

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