Dürfen wir im Allgäu künftig noch bergsteigen?

Liebe Leser, eigentlich sollte jetzt, Anfang Dezember ein Bericht über Skibergsteigen in den Seealpen erscheinen, sozusagen als Einstimmung für den kommenden Winter. Mehr zufällig habe ich von einem Managementplan für das Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen erfahren, der es in sich hat. Sollten die 65 Punkte umgesetzt werden, wird es für die Bergsteiger eng. Der Plan stellt nicht weniger als ein Rundumschlag gegen alle Bergsportarten dar, darüber hinaus gegen den Tourismus, die Alpwirtschaft und die Jagd. Die Brisanz, die dahinter steckt, hat mich veranlasst, das Thema Seealpen erst einmal zurück zu stellen und mich mit dem besagtem Dokument zu befassen und gleichzeitig die alpine Öffentlichkeit darüber zu informieren und entsprechende Lobbyarbeit für uns Bergsteiger zu machen. Das wären eigentlich die Aufgaben des Alpenvereins, der allerdings Diskussionen zu solchen Themen gerne schweigt.

Um was geht es?

Die nachstehenden Sätze in diesem Absatz wurden mir so berichtet und sind aus dem Gedächtnis nach bestem Wissen wiedergegeben. Sollten sich deshalb inhaltliche Fehler eingeschlichen haben, bitte ich um Rückmeldung.

Die EU hat Deutschland angewiesen die FFH Richtlinien zum Vogelschutz umzusetzen. Von oben nach unten durchgereicht ist das bei der Bezirksregierung in Augsburg gelandet, genauer gesagt bei der Oberen Naturschutzbehörde. Diese hat einen Gebietsbetreuer eines Naturschutzgebiets im Oberallgäu, LBV-Mitarbeiter und Stadtrat der Grünen in einer Oberallgäuer Stadt damit beauftragt einen Maßnahmenkatalog zu erstellen. Sollte dieser Maßnahmenkatalog unwidersprochen bleiben, so wird er Gesetz und die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Oberallgäu muss ihn umsetzen.

In erster Linie geht es um den Schutz der Birkhühner. Im Alpenraum ist  dafür auch der Begriff Spielhahn/Spielhenne gebräuchlich. Dieser Vogel aus der Gattung der Rauhfußhühner kommt in Deutschland auf die gesamte Landesfläche bezogen sehr selten vor und gilt als bedrohte Art. Im Alpenraum (ca. 3% des deutschen Staatsgebietes) ist er  häufig anzutreffen.

Vielfach ist die Rede von abstellen, lenken, kontrollieren verbieten.

Welche Maßnahmen sind angedacht?

 

Managementplan, Maßnahmen FFH-Gebiet „Allgäuer Hochalpen“ / SPA-Gebiet „NSG Allgäuer Hochalpen“ : Ergänzende Hinweise Birkhuhn – Besucherlenkung

Nr. Maßnahme

1 Variantenabfahrer / Skitourennutzung Iseler – Kühgund lenken

2 Skitourennutzung lenken (Zirleseck)

3 Übernachtungsmöglichkeiten auf der Willersalpe während Balzzeit prüfen und ggf. reglementieren

4 Mountainbikenutzung am Strausberg abstellen

5 Lenkung Aufstieg / Abfahrt Skitouren und Schneeschuh an den Sonnenköpfen (Ob. Kohlersberg)

6 Lenkung Aufstieg / Abfahrt Skitouren und Schneeschuh an den Sonnenköpfen (Ob. Kohlersberg)

7 Befahrung kontrollieren; ggf. Lenkung Abfahrt Skitouren (Häbelesgund)

8 Frequenz Aufstieg- / Abfahrt Skitouren kontrollieren; ggf. Lenkung Abfahrt Skitouren (Im Grieß, Alpe Elpen)

9 Frequenz Aufstieg- / Abfahrt Skitouren kontrollieren; ggf. Lenkung Abfahrt Skitouren (Im Grieß, Alpe Elpen)

10 Lenkung Abfahrt Skitouren (Retterschwanger Tal, Mentenebene, Sonnenkopf)

11 Mountainbikenutzung abstellen (Forstwege Retterschwanger Tal, Mentenebene, Sonnenkopf)

12 Frequenz Abfahrt / Aufstieg prüfen; ggf. Lenkung (Alpe Egg)

13 Mountainbikenutzung abstellen (Heidelbeerkopf)

14 Befahrung kontrollieren; ggf. Lenkung Abfahrt Skitouren (Alpe Hasenegg)

15 Lenkung Aufstieg / Abfahrt Skitouren (Falken Alpe)

16 Mountainbikenutzung abstellen (Retterschwanger Tal, Kohlplatz)

17 Lenkung Aufstieg / Abfahrt Skitouren (Hintere Alpe Entschen)

18 Fahrplan Giebelhausbus beibehalten, im Winter nicht tageszeitlich ausweiten (keine frühe Ankunft am Giebelhaus);

Fahrgenehmigungen Alpweg reglementieren / prüfen

19 Mountainbikenutzung abstellen (Gaisalpsee)

20 generell Fahrtzeiten des Giebelhausbusses beibehalten, keine frühe winterliche Ankunft am Giebelhaus

21 Winternutzungen prüfen; ggf. Nutzungsentflechtung (Schreckenhald)

22 Lenkung Eisklettern (Zustieg), Vollzug NSG Verordnung (kein Zelten) (Gaisalpsee)

23 Winternutzungen prüfen; Radnutzung Sommer verhindern (Roßkopf)

24 Nutzungsentflechtung Variantenskifahrer Doismen – Tannenhof – Laufbichlkirche notwendig

25 Störungen am Balzplatz verhindern (Alpe Doismen)

26 Frequenz Aufstieg- / Abfahrt Skitouren kontrollieren; ggf. Lenkung Abfahrt Skitouren (Unt. Bärgündele)

27 Frequentierung Varianten-, Schneeschuh- und Skitourennutzung prüfen: ggf. Lenkungsmaßnahmen (Seealpsee)

28 Winterbegehungen prüfen; ggf. Entflechtung (Schattenberg)

29 Winterbegehungen prüfen; ggf. Entflechtung (Schattenberg)

30 Frequenz Aufstieg- / Abfahrt Skitouren kontrollieren; ggf. Lenkung Abfahrt Skitouren (Pointhütte)

31 Frequenz Aufstieg- / Abfahrt Skitouren kontrollieren; ggf. Lenkung Abfahrt Skitouren (Stierbach)

33 keine Veröffentlichung des Jagdsteiges in Karten, keine Markierungen (Oytal)

34 Frequentierung Balzbeobachtung prüfen; ggf. Betretungsverbote erlassen (Hahnenkopf)

35 keine Veröffentlichung des Steiges in Karten, keine Markierung (Himmelsschrofen)

36 Frequenz Aufstieg- / Abfahrt Skitouren kontrollieren; ggf. Lenkung Abfahrt Skitouren, kein Taxi- und Busbetrieb

während der Balzzeit in frühen Morgenstunden zum Oytalhaus zulassen. (Wildenfeld, Käser-Alpe)

37 Wegemarkierung auf den Kegelkopf entfernen; keine Veröffentlichung in Karten

38 Mountainbikenutzung abstellen (Käser-Alpe)

39 Mountainbikenutzung abstellen (Käser-Alpe)

40 keine Nutzung der Hütte während Balzzeit vom 1.4. bis 31.5. (Gibelmähder)

41 keine Veröffentlichung des Jagdsteiges in Karten, keine Markierung (Hint. Ringersgund)

43 Nutzung durch Moutainbike prüfen; ggf. Lenkung v.a. während Balz (Schlappolt)

44 keine Übernachtungsmöglichkeiten während Überwinterung und Balz zulassen (Schlappolt)

45 Variantenabfahrt von der Fellhorn Gipfel- und Mittelstation verhindern (Vollzug Betretungsverbot)

46 keine Nutzung der Hütte während Balzzeit (Scheidtobel)

47 Mountainbikenutzung abstellen (Scheidtobel)

48 Mountainbikenutzung abstellen (Roßgund)

49 Variantenabfahrt von der Kanzelwand lenken (Roßgund)

50 Mountainbikenutzung abstellen (Warmatsgund)

51 Variantenabfahrt von der Kanzelwand lenken (Roßgund)

52 Keine Nutzung der Hirtenhütte während Balzzeit (Einödsberg-Alpe)

53 keine Veröffentlichung des Steiges in Karten, keine Markierung (Einödsberg, Stützel)

54 keine Nutzung der Hütte während Überwinterung, Balz, Brut und Aufzucht (Kühgund)

55 winterliche Nutzung durch Skitouren- und Schneeschuhgänger prüfen, ggf. Lenkung (Scheidbühel)

56 Frequentierung Skitour Wildengundkopf und Winterbegehung Trettachspitze prüfen; ggf. Nutzungsentflechtung

57 keine Veröffentlichung des Steiges in Karten, keine Markierung (Einödsberg)

58 winterliche Nutzung durch Skitouren- und Schneeschuhgänger prüfen, ggf. Lenkung (Guggersee)

59 keine Nutzung der Hütte während Balzzeit (Vord. Taufersberg)

60 winterliche Nutzung durch Skitouren- und Schneeschuhgänger prüfen, ggf. Lenkung (Taufersberg-Alpe, Im Löffler)

61 Mountainbikenutzung abstellen (Vorderberghöfle)

62 keine Nutzung der Hütte während Balzzeit (Enzianhütte)

63 winterliche Nutzung durch Skitouren- und Schneeschuhgänger prüfen, ggf. Lenkung (Untere Angererhütte)

64 Mountainbikenutzung abstellen (Biber-Alpe)

65 keine Nutzung der Hütte während Balzzeit (Biber-Alpe)

Grundsätzliches

Eine Besucherlenkung muss nicht grundsätzlich etwas Negatives und Einschränkendes sein. Es gibt im Skitourenbereich Beispiele, dass man eine attraktive Abfahrt in Form einer  Schneise in der Krummholz- oder Waldzone freigehalten hat, um die Lebensräume daneben freizuhalten. Oft aber gehen Besucherlenkungsmaßnahmen mit Vorboten und einem Schilderwald einher.

Birkwild hält sich gerne in lückigen Wälder im Baumgrenzbereich und in der Krummholzzone auf. Den Tag verbringen sie als Energiesparer oft regungslos im schneebedeckten Gebüsch. Kommt man ihnen zu nahe, flüchten Sie und verbrauchen dadurch viel Energie. Im Fall häufiger Wiederholungen kann das den Tod durch Erschöpfung bedeuten. Mit einer angepassten Spuranlage, so wie hier beschrieben, können solche Störungen vermieden werden.

 

Zur Situation des Birkwilds

In Tirol und Vorarlberg nimmt der Bestand an Birkhühnern zu. Das Allgäu ragt gleich einem spitzwinkligen Dreieck weit nach Süden, zwischen Vorarlberg und Tirol in den Alpenraum hinein. Durch seine Lage zwischen den genannten Regionen und der vergleichbaren Topographie können wir von ähnlichen Bedingungen ausgehen, was die Bestandentwicklung bei den Rauhfußhühnern betrifft. Auch wenn keine Zahlen zur Bestandentwicklung vorliegen, so ist davon auszugehen, dass hier der Anstieg noch deutlicher ausfällt, da das Birkwild hier ganzjährig unter Schutz steht und somit der Verlust durch die Jagd fehlt.  Eine ausführliche Betrachtung mit belegten Quellen findet sich hier:

https://freieberge.wordpress.com/2015/02/18/rauhfushuhner-gar-nicht-so-selten/

 

Was wurde bisher in Sachen Besucherlenkung und zum Birkwildschutz unternommen?

Die gesamten Bayrischen Alpen, somit auch die Allgäuer Hochalpen wurden im Zuge des Projektes „skibergsteigen umweltfreundlich“  vor wenigen Jahren flächendeckend Untersucht und entsprechende Maßnahmen wie der Ausweis von Wild-Wald-Schongebieten, Beschilderung sowie Anpassung von Routenbeschreibungen in der alpinen Literatur. Auch ich habe in meinem Skitourenführer die entsprechenden Empfehlungen übernommen.

 

Was sollte man zum Birkwildschutz noch unternehmen?

Diese Gattung ist an manchen Stellen nicht wegen ein paar Skibergsteigern, Mountainbikern oder Kletterern bedroht, sondern durch den Verlust der Lebensräume, nämlich halboffene, lückige Wälder, Krummholzzonen, lückige Grünerlenbestände. Diese Lebensräume gilt es zu erhalten bzw. wieder her zu stellen. Im Zuständigkeitsbereich der Bayrischen Staatsforsten Sonthofen wird genau das praktiziert. Durchaus mit Erfolg. In dem oben dargestellten 65 Punkte-Plan fehlt das Thema Lebensraumschaffung und -erhaltung  völlig. Warum?

Zu den Einzelpunkten

1, 2, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12,14,15,17,21,24 26, 27, 30, 31, 36, 49, 51, 55, 56, 58, 60, 63

Wurde alles schon im Zuge von „skibergsteigen umweltfreundlich“ behandelt.  Es gab Empfehlungen oder auch nicht. Schilder und Schongebiete oder aber auch keine Maßnahme. Es spricht nichts gegen einzelne Verbesserungen, aber hier großflächig alles nochmal aufrollen, stellt die Jahrelange Arbeit, die langen, vom Alpenverein organisierten,   Diskussionsabende in Frage. Es wurden Karten gedruckt, Führerbeschreibungen angepasst usw. Wenn sich der DAV hier auf Diskussionen einlässt, dann war alles für die Katz und der DAV verliert jedwede Glaubwürdigkeit.

4,

Wenn Bad Hindelang, wie großspurig in der Presse angekündigt eine Modellregion für das Mountainbiken werden soll, so die Route über den Straußbergsattel gerade zu zwingend  frei zu geben und an neuralgischen Stellen zu verbessern, um den Konflikt mit Wanderern zu entschärfen.

11, 16

Es handelt sich um breite, teils asphaltierte Forststraßen. Zum größten Teil mit öffentlichen Mitteln finanziert oder bezuschusst. Diese mit dem Bike zu nutzen stellt keinen Eingriff in die Natur dar. So etwas dürfte eigentlich gar nicht diskutiert werden in einer zuküftigen Modellregion für das Mountainbiken.

19, 36

Anstatt es zu fördern, dass die alpinen Möglichkeiten vor Ort genutzt werden, fordert der Verfasser des 65-Punkte Pamphlet, den Zugang zu erschweren und fördert damit mehr Verkehr und somit mehr CO² Ausstoß, da in leichter zugängliche Gebiete im Lechtal oder noch weiter entfernt ausgewichen wird. Ob das im Sinne der Partei ist, für die er im Stadtrat einer Allgäuer Kreisstadt sitzt?

28, 29

Der Schattenberg ist für die Oberstdorfer so etwas, wie der Grünten für die Sonthofer, der Mittag für die Immenstädter oder der Hirschberg für die Hindelanger. Keine Skitour, aber umweltfreundlich von zu Hause aus ohne Auto machbar. Das lassen die sich niemals nehmen.

33, 35, 37, 41, 53, 57

Das ist schlichtweg Zensur. Eine Alpenvereinskarte Karte muss  ein Qualitätsprodukt für Bergsteiger bleiben, dass den IST-Zustand völlig frei von egal wie auch immer motivierten Lenkungsgedanken, darstellt. https://freieberge.wordpress.com/2015/09/27/rettet-unsere-schwarzen-wege/

Sollte sich der DAV darauf einlassen, wäre auf Basis von Open-Topo-Map ein unabhängiges, freies Kartenwerk als Konkurrenzprodukt zu erstellen.

3, 44, 46, 52, 59, 62, 65

Ob die, in mancher Hinsicht erzkonservativen und eigensinnigen oberallgäuer Hirten und Wirte sich von einem Zugezogenen reinschwätzen lassen, wann sie ihre Hütten benützen dürfen, kann man schon mal anzweifeln.

34,

Balz beobachten ist im weiteren Sinne wie spannen. Der Spanner verhält sich denkbar leise und unauffällig damit ihn die bespannten (hier die Birkhühner) nicht bemerken. Um festzustellen, dass das dort oben jemand macht, muss der Verfasser ja selbst vor Ort gewesen sein und hat was gemacht? Richtig, Birkwild bei der Balz beobachtet. Verbote fordern, von denen man sich selbst eine Ausnahme gönnt, das diskreditiert ihn völlig als Gesprächs- und Diskussionspartner in solchen Dingen. Bleibt festzustellen, dass diese Art der Balzbeobachtungen von einheimischen oberstdorfer „Gschtrickte-Kittel-Typen“ praktiziert wird, die sich das kaum von einem Nichtoberstdorfer verbieten lassen.

56,

Die Trettachspitze ist ein klassisches Bergsteiger- und Kletterziel. Abgesehen das der Verfasser dort gar nicht hinauf kommt, muss man feststellen, dass es dort oben auch gar keine Rauhfußhühner gibt. Die Trettach als Tourenziel darf nicht in Frage gestellt werden.

 

38, 39

 Mountainbiker Käseralpe einstellen. Hier fehlen mir einfach die Worte.

45,

Hier wurden schon Skitourengänger angezeigt

 

Alles schon mal da gewesen

Im Jahr 1938 wurden aus Jagd- und Naturschutzgründen umfangreiche Sperrungen  im Hintersteiner Tal durch die Kreisleitung (NSDAP) in Sonthofen veranlasst. Die Argumente ähneln jenen, die auch heute zu hören sind, wobei es damals  wohl eher um Rotwild ging. Mit Ablösung des Reichsgesetzt durch die Bayr. Verfassung waren die Einschränkungen hinfällig. Lest selber:   Wildschutz 1938

Fazit

Wir, Bergsteiger, Wanderer, Kletterer, Hüttenwirte Skibergsteiger, Mountainbiker und sonstige Naturfreunde müssen zusammenstehen,  über Organisationen auf die Entscheidungsträger in den Behörden einwirken, damit das nicht umgesetzt wird. Wir wollen die Berge vor Ort nutzen und nicht jedes Wochenende ins Lechtal, über den Fernpass oder gar über den Brenner fahren. Wir müssen zusammen halten.

Ich begrüße ausdrücklich das Engagement für die Erhaltung der Arten (hier vor allem Raufußhühner). Mit diesem 65-Punkte Plan ist der Verfassser allerdings deutlich übers Ziel hinaus und vorbei geschossen.

 

„Wir brauchen dringend wieder einen besseren Zugang zur Natur, und keineswegs noch mehr Einschränkungen.“

Josef H. Reichholf Mitbegründer des Bund Naturschutz.

#WirSindMehr

 

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7 Kommentare zu „Dürfen wir im Allgäu künftig noch bergsteigen?“

  1. Ein lesenswerter Beitrag, der uns alle angeht. Danke. Das Thema sollte eigentlich den Alpenverein beschäftigen. Wer sonst als der Alpenverein soll die Interessen der Bergsteiger wahrnehmen und mit den Zielen des Natur- und Landschaftsschutzes in Einklang bringen. Habe ihn an Präsidiumsmitglieder, ehemalige Kollegen im Hauptverein und die Bundesgeschäftsstelle weitergeleitet. Von den örtlichen Sektionen ist in dieser Hinsicht kaum etwas zu erwarten. Bin gespannt auf Reaktionen.
    Gruß
    Ingo Buchelt

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  2. Gut dass wir hier im Allgäu noch einen haben, der diese Dinge scharf beobachtet und auch beim Namen nennt. Dafür bin ich dir sehr dankbar. Bin durchaus auch für den Schutz von bedrohten Arten, aber alle Maßnahmen sollten im Einklang aller sein, die die Natur nutzen, ob zu Freizeit Zwecken oder auch zu wirtschaftlilchen Zwecken (Bauern, Alpwirtschaft usw). Hier besteht auf jeden Fall noch heftiger Diskussionsbedarf. Als Alpenvereinsmitglied werde ich hier gleich mal
    Nachfragen wie meine Sektion dazu steht. Gegebenenfalls muss man dann auch mit Austritt drohen vielleicht hilft sowas auch. Als Einzelner sicher nicht viel aber in Masse könnt man da sicher was bewegen.

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    1. Dann brauchst aber eine Alternative. Entweder Lenkung oder Begrenzung. Wie will man dem Ansturm sonst Herr werden? „Klettern“ wird olympisch, was wenn der Hype erst richtig los geht?

      Nicht dass ich es nicht schei$$e finde was da abgeht nur eben: eine Lösng wird gesucht.

      Ich tät Infrastruktur zurückbauen (so wie für die Kegeklöpfe angedacht, nur viel krasser) und keine Betretungsverbote umsetzen. Wenn das nicht reicht andere Maßnahmen die den Zugang begrenzen.

      Die Alpen haben aber ihr Armageddon noch vor sich: wenn der europäische (und Söder’sche) Alpenplan umgesetzt wird, gilt ein Stuttgarter als Anrainer. Und dann zählt der, der sich heute zu den „Einheimischen“ zählt gar nichts mehr…

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  3. Seit vielen Jahrzehnten wird gewandert und geklettert und geskitourt. Geschadet hats der Natur nicht im geringsten. Das Argument es würden mehr Leute in die Berge gehen zählt nicht, diese gehen vor allem Modetoren. Mich wundert, wie sowohl dieses Vorhaben, als auch das in diesem Umfang völlig unnötige DAV-Projekt Skibergsteigen umweltfreundlich mit dem in der Verfassung verankerten freien Betretungsrecht in der Natur vereinbar ist.

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  4. „Mich wundert, wie sowohl dieses Vorhaben, als auch das in diesem Umfang völlig unnötige DAV-Projekt Skibergsteigen umweltfreundlich mit dem in der Verfassung verankerten freien Betretungsrecht in der Natur vereinbar ist“.

    Mit dem „freien Betretungsrecht“ der Natur in der Bayerischen Verfassung ist es so eine Sache. Es hat zwar Verfassungsrang, gilt aber nicht schrankenlos, sondern muss gegen andere Rechtsgüter wie Natur- und Artenschutz, Lebensräume bedrohter Tiere und Pflanzen, Eigentümer- und weitere Nutzungsrechte, Forst und Jagd usw. abgewogen werden. Trotzdem müssen drohende Einschränkungen auf Umfang und Grund, Sinnhaftigkeit und Verhältnismäßigkeit usw. abgeklopft werden, wie Kristian richtig schreibt, und dürfen nicht einfach hingenommen werden. Der Einzelne wird seine Interessen als Bergsteiger, Kletterer und Skitourenläufer gegen Behörden, wirtschaftliche und touristische Interessen, Naturschutzverbände usw. kaum durchsetzen können. Deshalb sind die alpinen Verbände gefragt, vor allen die örtlichen Alpenvereinssektionen, die Ortskenntnisse und Fachkompetenz haben. Sie waren an den Gesprächen bisher nicht beteiligt, aus welchen Gründen auch immer. Hier muss man Druck machen. Ich habe die Vorsitzenden angeschrieben und bin gespannt auf die Reaktion.

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  5. Ich kenne viele Wälder im Allgäu, die als reine Reißbrett – Fichtenmonokultur den ökologischen Wert eines Maisfeldes haben. Dort könnte man durch Neustrukturierung viel mehr ökologisches Potenzial nutzen und Artenvielfalt fördern, wie wenn man nicht mehr auf dem Fahrweg ins Oytal radeln darf.
    Was ist mit jagdrechtlichen Einschränkungen für den Vogelschutz? Warum wird nicht gefordert, dass deutlich mehr Aas liegen bleiben muss, weil Aas die wichtigste Nahrungsgrundlage für einige große Greifvogelarten darstellt?
    Ich bin für Besucherlenkungsmaßnahmen, wenn diese wirklich ökologisch sinnvoll sind, aber was nutzt es der Natur, wenn der Allgäuer Bergsteiger den Schwerpunkt seiner Aktivitäten in weiter entfernte Gebiete verlegt und diese mit den Auto ansteuert.

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    1. Ich kene den Verfasser dieses Maßnahmenkataloges von Früher in jungen Jahren und bin entsetzt, wie sich Personen, die selbst gerne im Gebrige unterwegs waren, plötzich so verhalten können.
      Ideologisch motoviert, Parteipolitisch ?

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