Mediale Hetzjagd gegen Skitourengeher

Auf den ersten Blick könnte man könnte man es als innertiroler Angelegenheit sehen, den Grabenkrieg zwischen einem Touristiker aus dem Zillertal und dem ÖAV. Dank der Reichweite von sozialen Netzwerken gelangte die unsachliche Hetze gegen Skitourengänger in  den gesamten deutschen Sprachraum. Was war geschehen?

Nach der „Schneekatastrophe“ zu Jahresbeginn folgte eine Darstellung, die den Skifahrer, der sich abseits der Piste bewegt, als potentiellen Selbstmörder darstellte. (Freie Berge berichtete). Kaum war dieser Hype verstummt, folgten zahlreiche Meldungen, die Tourengeher und Variantenfahrer als egoistische Freizeitsportler darstellten, die das Wild in den Tod treiben. Die Ausfälligkeiten gegen den Alpenverein und Skitourengänger, die sich Franz Hörl, Touristiker, Windschaftsbundobmann, Jäger und ÖVP-Politker geleistet hat gehen  jedoch über das übliche Maß  weit hinaus.

 

Das hatte sich der Donald Trump von Tirol sicherlich anders vorgestellt, als er Video von einer versuchten Gamsrettung in Spanien ohne Ton gepostet hat um es als Stimmungsmache gegen die von ihm gehassten Tourengeher und den Alpenverein zu darzustellen.

Das Video wurde in sozialen Medien fleißig geteilt und die von Hörl gewünschten Kommentare blieben nicht aus. Zumindest so lange bis der ÖAV den Sachverhalt aufgedeckt hat. Hier der Link zum ÖAV: http://www.alpenverein.at/portal/news/aktuelle_news/2019/2019_02_12_video_gaemsen.php

Tourengeherhetze von Franz Hörl

Und noch ein Link zur Tiroler Zeitung: https://www.tt.com/politik/landespolitik/15326687/ermarcora-ueber-hoerls-video-fake-empoert-unterste-schublade

Der Konflikt zwischen Tourengehern und Jagd ist keineswegs neu. Schon der Ausnahmealpinist Paul Preuß berichtete schon 1910 in erfrischender Weise darüber. Mag es durchaus sein, dass es gelegentlich zu massiven Störungen von Wildtieren von Tourengehern gibt. Die Regel ist das nicht. Das ergibt sich schon daraus, dass ein Wildeinstand kein bevorzugtes Skigelände darstellt. Seine Sorge um die Wildtiere kann man Franz Hörl allerdings nicht abnehmen. Gegen Geld verpachtet er Abschüsse an zahlungskräftige Kunden und macht ansonsten Stimmung gegen jegliche Naturschutzmaßnahme.Screenshot_2019-02-12 Detail - www bundesforste at Franz Hörl

Sowohl der Wirtschaftsbund Tirol als auch die österreichischen Seilbahnen, deren Interessenvertreter Franz Hörl ist, haben durch seine  Falschinformationen Schaden genommen, da er das Fake-Video auch über den Wirtschaftsbund verschickt hat.

Screenshot_2019-02-21 Wirtschaftsbund Tirol-1
Was für eine Lachnummer. Der Wirtschaftsbund Tirol versendet Fake-news über Tourengeher mit einem Newsletter und beklagt sich, dass irgend jemand Märchen über ein Arbeitszeitmodel verbreitet. 🙂

Mit seinen Hetztiraden gehen Tourengeher und den Alpenverein verprellt er ca. 1,5 Millionen potentielle Kunden, die eben auch mal auf die Piste gehen oder sich einen Aufstieg mit Seilbahnhilfe verkürzen.

Ein Stück weit kann ich die Kritik von Hörl an den Alpenvereinen durchaus nachvollziehen. Da wird in schöner Regelmäßigkeit gegen Kunstschnee Stimmung gemacht, während Abend für Abend, gerade in schneearmen Wintern tausende Tourengeher die Kunstschneepisten zum Training nutzen. Das zeigt auch, wie weit  die Alpenvereinsoberen von der alpinen Realität entfernt sind.

Seilbahnwirtschaft und Alpenverein würden besser auf einander zugehen. Mit etwas gutem Willen wäre da einiges möglich, was man als „win-win-Situation“ bezeichnet.

Mit großstadtgrünen Ideologen auf der einen Seite und Haßpostern, wie Franz Hörl, sehe ich hier allerdings wenig Chancen.

Screenshot_2019-02-13 Deutscher Alpenverein e V (DAV) - Startseite
Aus der Facebookseite des Deutschen Alpenvereins. Mit seiner ideologisch motivierten Stimmungsmache ist der DAV Dachverband weit weg von einer seriösen Berichterstattung und unterscheidet sich nur noch wenig von manchen Leuten wie Hörl

 

 

Lügenpresse aus Südtirol

Zu den Stimmungsmachern gegen Tourengeher gehört auch das Portal „Unser Tirol“ aus Neumarkt in Südtirol. Mag man für die Volk- und Heimat-Berichterstattung vor dem Hintergrund der Geschichte Südtirols Verständnis aufbringen, so ist dessen Berichterstattung gegenüber Minderheiten, Randgruppen und Sportlern, wie eben den Skibergsteigern oft von Falschinformationen geprägt, die seinerseits zu Negativstimmung und Hasspostings führen.

Screenshot_2019-02-05 Dem Tod auf der Spur unser Tirol

 

Am Tag als diese Aufnahme entstand, wurde die Gefahrenstufe in der entsprechenden Region auf Stufe 2 herabgestuft. Gefahrenmuster: Gleitschnee in tiefen Lagen und Triebschnee in den Hochlagen. In der Draufsicht ist weder die exakte Steilheit, noch das vorhanden sein von Triebschnee erkennbar. Die Spurwahl lässt darauf schließen, dass die Skibergsteiger wohl überlegt unterwegs waren. Sicher bin ich mir mit letzterem Satz allerdings nicht, genau so wenig wie die Hetzpresse aus Südtirol behaupten kann, dass die Skibergsteiger hier dem Tod auf der Spur sind.

So richtig ab geht es dann im Kommentarbereich und auf der Facebookseite von Unser Tirol. Möge sich der Leser selbst eine Meinung bilden.

 

Screenshot_2019-02-07 (1) Unsertirol24 - Startseite-1
Auszug aus dem Kommentaren zum Artikel „Dem Tod auf der Spur“ von Unser Tirol.

 

Unser Tirol Ahrntal
Es mag durchaus sein, dass sich im Ahrntal eine Skitourengeherin verletzt hat. Doch ist Sylvia Reichardt hier unterwegs zum Siplingerkopf im Allgäu und sieht noch recht unverletzt aus.

 

Handlungsempfehlungen

 

Die grundsätzliche Frage, die sich hier stellt, ist diese, ob man auf solche Meldungen eingehen sollte, oder ein sachliches Kontra geben sollte, wie es dankenswerter Weise Rudi Mair vom Lawinenwarndienst Tirol gemacht hat.

Sollen wir es ignorieren und damit akzeptieren, dass wir im Freundeskreis, in der Familie und am Arbeitsplatz, als egoistische Naturschänder und potentielle Selbstmörder da stehen?

Oder sollen wir solche Postings ebenfalls mal in der medialen Öffentlichkeit zerpflücken?

Je nach Situation sind alle drei Möglichkeiten angebracht.

Was ich ganz klar empfehle, sowohl für Pistenskifahrer als auch für (Ski)bergsteiger. Keine Einkehr, keinen Umsatz dort, wo man  gegen uns Stimmung macht, wie es ein Franz Hörl tut. Es gibt in den Alpen genügend schöne Touren- und Pistengebiete. Da muss es nicht  die Zillertalarena sein. Hier findet ihr eine Liste von Unternehmen, bei denen ein anständiger Bergsteiger keinen Cent ausgibt: https://www.parlament.gv.at/WWER/PAD_35489/index.shtml#tab-Transparenz

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3 Kommentare zu „Mediale Hetzjagd gegen Skitourengeher“

  1. Es ist so wie es immer gewesen ist. In den Meeren fressen die Robben den Fischern die Fischschwärme weg… So auch hier. Mag sein das es punktuell wirklich Probleme gibt, Schwarze Schafe gibts immer, da so einen Elefanten draus zu machen ist halt typisch für die heutige Zeit. Geld & Klicks…

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  2. Sauber auf den Punkt gebracht! Kein Ruhmesblatt für uns Tiroler, dass es dazu einen Allgäuer braucht. Hörl raus aus allen Ämtern und die grünen Ideologen aus dem Alpenverein. Dann find ma a wieder zam!

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