Tourenplanung – Wo liegt noch Schnee

Im Frühjahr aber auch im Spätherbst stellt sich oft die Frage, wo noch bzw. schon Schnee liegt.

Die Einen wollen schon wandern oder klettern, die Anderen noch möglichst lange auf Skitour gehen. Snowgrid ist dabei ein wertvolles Tool zu Tourenplanung. Hält es das, was verspricht?

Die selbe Frage habe ich schon vor ca. drei Jahren gestellt. Die Erkenntnisse siehe hier. https://freieberge.wordpress.com/2016/04/29/schneehoehenmessung-der-zamg/#more-2066

 

Nun habe ich erneut die Probe aufs Exempel gemacht.

Lt. Angaben der ZAMG verwendet das Programm die aktuellsten Daten spezieller Analyse- und Vorhersagemodelle der ZAMG, um die zeitliche Änderung der Schneedecke in 15-Minuten-Intervallen mit einer räumlichen Auflösung von 100 Meter zu berechnen – für ganz Österreich und der angrenzenden Regionen.

Oftmals sind auch Webcam eine wertvolle Entscheidungshilfe. Aber nicht aus jedem Talschluss gibt es Online-Bilder.

Mysnowmap kommt in der Qualität nicht an Snowgrid heran. Der Vorteil ist, dass es für die gesamten Alpen verfügbar ist.

Völlig unbrauchbar ist die Schneehöhenmessung des Hochwassernachrichtendienstes Bayern.

Facebook und andere soziale Medien sind mit Vorsicht zu genießen. Sehr oft muss man zwischen den Zeilen und den Bildern lesen. Bei einem Skitourenbeitrag ohne einem einzigen Spur- oder Abfahrtsbild besteht eine gewissen Wahrscheinlichkeit, dass der Schnee nicht wirklich gut war. Denn wer postet schon Bilder von ungleichmäßigen Spuren und Skifahrern mit schlechter Haltung?

 

Zu den Bildern:

Alle Bilder wurden am Wochenende 18+19.5.2019 gemacht. Die Bilder 1 und 2 sind vom identischen Standort zu selben Zeit  aufgenommen. Die Pfeile auf den Karten von Snowgrid und Mysnowmap markieren die Blickrichtung. Das Bild mit der Person vor der Hütte ist auf den Karten mit der Nr. 3 markiert. Einzig hier auf einer großen, ebenen Fläche stimmen die Karten annähernd.

Die Fragezeichen markieren die Südseite des Schochens. Auf der steilen Grasflanke ist der Schnee schon abgerutscht. Es liegt dort kaum noch Schnee, obwohl die Karten deutlich über einen Meter angeben. Dagegen liegt im Schattigen Talboden des Oytals (ebenfalls mit einem Fragezeichen markiert) noch eine geschlossene Schneedecke, teils durch Lawinenschnee ergänzt. Hier zeigen beide Karten „keinen Schnee“ an.

Fazit:

Snowgrid ist das Beste, was es in dieser Art gibt, aber nicht perfekt. Snowgrid taugt als grobe Planungshilfe gerade im Frühwinter, wenn die Entscheidung ansteht, ob man einen kurzen Skitourenurlaub im Allgäu, im Safiental in den Kitzbühler Alpen oder den Kärntner Nockbergen verbringen möchte. Also zur Entscheidung, welches der grundsätzlich geeigneten Frühwinterziele von Frau Holle schon ausreichend beschneit wurde.

Es taugt nicht, um festzustellen, ob der Zustieg zu einer bestimmten Hütte, oder zu einem Einstieg schon schneefrei ist, oder ob die Abfahrt von einem bestimmten Gipfel noch bis ins Tal möglich ist.

 

Weiterführende Links:

https://freieberge.wordpress.com/2016/02/17/messstationen/

http://www.zamg.ac.at/incaanalyse/

https://www.mysnowmaps.com/de/

https://www.powderguide.com/magazin/news/snowgrid-bei-powderguide/seite/4.html

 

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