Fahrradsperre im Wildental

Wieder ein neues Verbot, wieder eine Ausgrenzung einer Nutzergruppe aus den heimischen Bergen, die es nicht zu akzeptieren gilt.

Der Betreiber der Inneren Wiesalpe  hat auf seiner Facebookseite angekündigt, dass im Wildental künftig keine Fahrräder mehr erlaubt seien.  Von dem Shitstorm und der Diskussion, die er damit ausgelöst hatte, glaubte er sich entziehen zu können, in dem er seine Facebookseite gelöscht hat. Doch so einfach geht das nicht. Die Screenshots sind gemacht und wir lassen nicht locker, bis das Bikeverbot wieder aufgehoben ist.

 

Gerne bin ich abends nach der Arbeit mal ins Wildental geradelt um insbesondere die Rückwege einigen, von mir bevorzugten „Feierabendtouren“ wie  das Mittagspitzle  oder die Hammerspitzen abzukürzen. Für andere gehört der Abstecher ins Wildental zu den schönsten Abschnitten der Biketour rund am das Kleinwalsertal.

 

Nun war es Jahrzehnte lang gelebte Praxis, dass Wanderer und Radler den Weg ins Wildental gemeinsam nutzen. Kein Problem, der Weg ist breit genug. Ein Problem wird es höchstens, wenn drei oder vier Fußgänger meinen, nebeneinander anstatt hintereinander gehen zu müssen, oder einzelne Radler genau an solchen Fußgängern rücksichtslos durchbrettern.  Solche wird es immer geben, sie werden aber nicht die Mehrheit darstellen. Die Allgemeinheit darf sich davon nicht beeinflussen lassen.

In Führerwerken, Online-Karten und auch in der Werbung auf der Webseite der Gemeinde Mittelberg ist die Bikeroute ins Wildental bereits eingezeichnet bzw. beschrieben. Die Akzeptanz wird also gering sein, wenn man plötzlich und unerwartet vor einem Verbotsschild steht.

Karte Wildental
Tourenvorschlag von Alpenverein Aktiv
Kartenausschnitt gemeinde Mittelberg biken
Auf ihrer Webseite hat die Gemeinde Mittelberg ebenfalls die Bikeroute ins Wildental eingezeichnet

In einem Gemeinderatsprotokoll vom 19.4.2019  der Gemeinde Mittelberg steht:

In der Positionierung sei festgelegt: Das Kleinwalsertal ist eine der führenden Destinationen im europäischen Alpenraum für aktive Erholung!

Eine Sperrung passt aber genau so wenig zu dieser Positionierung, wie auch der Vorschlag eines Anwohners, auf einer Arbeitskreissitzung von „skibergsteigen umweltfreundlich“ als es um Skitouren eben auch im Wildental ging: „Alles sperren! Verunglückte Bergsteiger einfach liegen lassen und nicht holen“

Boykottaufruf und weitere Handlungsempfehlungen

Intoleranz und Ausgrenzung einer Nutzergruppe ist nicht hinzunehmen. Aus diesem Grund ergeht die Empfehlung im Wildental, insbesondere bei der Inneren Wiesalpe NICHT einzukehren und auch nichts in ihrem Onlineshop zu bestellen. Egal mit was ihr dort unterwegs seid. Wir müssen die Macht des Verbrauchers nutzen um entsprechenden Druck auszuüben.

Screenshot innere Wildenalpe Biken
So gehts nicht. Das Verbot relativ dezent ankündigen und wenn sich Widerstand regt oder ein Shitstorm losbricht, einfach die Facebookseite löschen. Wir haben Screenshots gemacht.

https://www.wiesalpe.de/

Für Leute die im Kleinwalsertal wohnen oder arbeiten empfehle ich, das Bikeverbot einfach zu ignorieren und ggf. nicht unbedingt so zu parken, dass man beim einladen des Bikes ins Auto gesehen wird. Eventuell über Zwerenwald hineinradeln und nicht beim Bergheim Moser parken. Selbiges gilt für „greater locals“ also Einheimische im weiteren Sinne, die bis zu einer Autostunde entfernt wohnen. Wer weiter entfernt wohnt, fährt halt gleich wo anders hin.

Kleinwalsertaltourismus sei dringend empfohlen, sich der Sache anzunehmen. Sperrungen und das Dummgeschwätz einiger weniger schaden der ganzen Region. Genau das muss aber nicht sein.

 

Gemeinsam Biken
Ein Blick in die Schweiz zeigt, wie es funktioniert
zämed duss
Wenige Kilometer weiter in Oberstdorf setzt man auf ein Miteinander

Schlussbemerkung

Mir ist klar, dass ich für diesen Beitrag von der Wiesalpe kein „gefällt mir“ bekomme :-). Wenn das Bikeverbot aufgehoben wird, wird dieser Atikel sofort gelöscht. 

 

 

 

 

 

 

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8 Kommentare zu „Fahrradsperre im Wildental“

    1. Nein, das ist nicht bekannt. Aber es schadet nicht, wenn auch der Pächter der Fluchtalpe von einem Konsumverzicht betroffen ist. Nur so erhöht sich der Druck auf die Entscheidungsträger im Kleinwalsertal.

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      1. Naja, sehr schade jedenfalls einerseits – ich war selbst schon einige male mit dem bike dahinten und hatte noch ein paar Pläne bike & hike dort.
        Auf der anderen Seite sind die biker, vor allem dem die mit „E“, um O’dorf herum inzwischen eine wahre Pest.

        Wenn ich mit meiner bald 80 Jahre alten Mutter Wandern bin fürchte ich inzwischen laufend um ihr Leben. Noch schlimmer wenn sie allein ist, sie hört die Idioten nicht die dann mit nur wenigen Zentimetern Abstand vorbeiheizen oder am Abend einfach davon ausgehen dass da hinter der Kurve niemand sein wird …

        Ansonsten kehre ich im Wildental halt nur auf der Fluchtalpe ein, wenn überhaupt.

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  1. Gutes Statement. In AT läuft diesbezüglich auch eine große Diskussion – Stichwort „Vermarktung als Fahrraddestination“…

    In CH und IT funktioniert das Nebeneinander von Wanderern und Bikern erstaunlicherweise seit Jahren ausgezeichnet. Dann wird das in unseren Breiten wohl ebenfalls zu schaffen sein.

    Manchmal denke ich mir, dass Ansätze im Kommunismus teilweise gar nicht so schlecht hat waren – das Wohl der Allgemeinheit über dem Wohl des einzelnen. Auch wenn das in diesen Systemen leider auch sehr negative Auswüchse hatte…

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    1. In jeder auf Dauer funktionierenden Gemeinschaft geht Gemeinwohl vor Eigennutz. Das ist eine grundlegende Gesetzmäßigkeit und hat nichts mit unzulässiger Einschränkung, Fremdbestimmung oder gar Kommunismus zu tun.

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  2. GELÖSCHT??!!
    Die Wiesälper um Burkhard Köll stecken den Kopf in den Sand, oder liegt dort noch Schnee? Der könnte immerhin kühlen und die Rückkehr zur Vernunft beschleunigen.

    Gefällt 2 Personen

    1. Ihr habt ALLE einen an der Möhre!!!
      Wenn ihr Sport machen wollt, nutzt gefälligst die Stäbchen, die an Eurem Hintern angewachsen sind, zum Laufen!!
      Es nervt total, wenn auf einem Weg, der gerade mal 1m breit ist, sich diese Vollidioten mit ihren Bikes an einem von hinten vorbei quetschen – natürlich OHNE sich vorher bemerkbar zu machen.
      Ich bin jedes Mal froh, auf meinen Wanderungen meinen Rottweiler dabei zu haben – da ist man dann doch etwas vorsichtiger…
      Allerdings, wenn er nicht dabei ist: ich habe viel von ihm gelernt – dann werde ICH zum Rottweiler…

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