Goldener Oktober im Allgäu

Anfang/Mitte Oktober verfärben sich die Allgäuer Alpen unterhalb der Vegetationsgrenze regelmäßig in goldgelbe Farbtöne. Besonders in  schwer zugänglichen, abgelegenen Talenden, wo wenig oder gar keine Forstwirtschaft betrieben wurde und der Bergmischwald seine natürliche Zusammensetzung behalten konnte. Der geologische Aufbau bestimmt im Bereich der Waldgrenze die Vegetation und somit das Landschaftsbild. Auf Hauptdolomit folgen auf den geschlossenen Wald mit zunehmender Höhe ausgedehnte, dunkelgrüne Latschenfelder, während auf den „sauren Sedimenten“ wie Mergel und Flysch Grünerlen und Heidelbeeren das Bild bestimmen. Letztere sorgen im Herbst für ein eindrucksvolles Farbenspiel. Nachstehend ein paar Eindrücke. Sämtliche Bilder wurden Ende September/Anfang Oktober 2019 im Ostrachtal aufgenommen.

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Ende September 2019: Langsam verfärben sich die Heidelbeersträucher im Bärgündletal

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Fuchskar 13.10.2019
Fuchskarspitze

bärgündle herbst

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Prinz-Luitpold-Haus

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Hochvogel

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Wiedemergrat
Wiedemer von Südwesten

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Die „Buntmacher“

Die Eberesche bzw. der Vogelbeerbaum. Er fällt im Herbst im Bereich der Baumgrenze und der Krummholzzone durch intensiv rote Färbung auf.Eberesche

Die Bergulme ist vor allem in naturbelassenen Bergwäldern heimisch. Meist dort, wo wenig oder kaum Forstwirtschaft betrieben wird.  Sonst eher selten. Ihre Blätter färben sich im Herbst  intensiv gelb.Ulme

Der Bergahorn ist in den Allgäuer Alpen zusammen mit der Rotbuche Hauptverantwortlicher für die Herbstfärbung. Die großen Blätter leuchten in einem intensivem gelb.Bergahorn.jpg

Die Rotbuche ist in den Allgäuer Alpen häufig anzutreffen. Ihre Blätter geben dem Bergwald erst eine grün-gelbe,, später eine satte rotbraune Färbung.046A3650Buche

Die Heidelbeere besiedelt weite Flächen oberhalb der Waldgrenze und bevorzugt dabei saure Böden. Die niedrigen Stauden verfärben sich im Herbst in ein kräftiges rot

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Die Zwergweide ist in der Krummholzzone heimisch und bevorzugt Dolomit und andere kalkhaltige Böden. Sie erscheint als kleiner Baum oder als kaum 5 cm hoher, bodenbedeckenden Teppich. Ihre Blätter verfärben sich gelb. Sie verbreiten im Spätsommer und Herbst einen markanten, süßlich-fauligen Geruch.

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Die Waldgrenze

Die alpine Waldgrenze liegt in etwa dort, wo die Durchschnittstemperatur des wärmsten Monats nicht mehr über +10 Grad Celsius steigt und/oder die Jahresdurchschnittstemperatur unter 0 Grad Celsius liegt. Wobei in den eher maritim geprägten Alpen eher Jahresdurchschnittstemperatur der limitierende Faktor ist, während in kontinentalen Gegenden, wie in Sibirien der wärmste Monat ausschlaggebend ist.Baumgrenze 1

In niederschlagsreichen und schneereichen Regionen gibt es weitere Faktoren. Die Dauer der Schneebedeckung und die ständige Rodung durch Lawinen.  Sehr gut zu sehen am Giebel in den Allgäuer Alpen. Buchen und Ahorn bilden hier die eigentliche Waldgrenze, während am exponierten Grat, an dem sich keine nennenswerte Schneemengen halten, die Fichten noch deutlich höher, bis 1700 m  vereinzelt auch bis über 1800 m hinauf steigen, was der Temperatur-klimatischen Waldgrenze entspricht.

 

Die Folgen der Sturmkatastrophe  „Wiebke“

Am 28.2.1990 fegte der Orkan Wiebke über das Allgäu hinweg. In einigen Täler wurde nahezu flächig ganze Wälder flachgelegt. Man sprach von einer Katastrophe. 30 Jahre später kann man von einem Glücksfall für den Wald sprechen. Denn betroffen waren fast ausschließlich Fichtenmonokulturen. 30 Jahre später ist an Stelle dieser Monokulturen ein standortgemäßer Bergmischwald herangewachsen. Der Sturm war somit nicht die Katastrophe, sondern in gewisser Weise eine Korrekturmaßnahme der Natur, sich den unnatürlichen Monokulturen zu entledigen. Wer heute über Baumsterben durch Hitzestress, Borkenkäfer, Schneebruch usw. lamentiert, der sollte in längeren Zeiträumen denken und hinterfragen, ob das nicht einfach nur  natürliche Korrektur hin zu einem standortangepasstem Mischwald ist.Mischwald.jpg

 

 

 

2 Kommentare zu „Goldener Oktober im Allgäu“

  1. Danke, super Artikel den man gleich mehrmals lesen kann – ich liebe die Alpen im Herbst, beste Jahreszeit ever. Also jedenfalls gleich nach dem Winter und etwa gleichauf mit dem Frühling 😉

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