Klimawandel pragmatisch: 2. Das Geschäft mit der Angst

Von den überregionalen Krisen, von den Themen die die Menschen in den letzten Jahren bewegten, haben in Deutschland zwei Parteien profitiert. Die AfD und die Grünen. Bei aller Verschiedenheit, sind sich die Parteien ähnlicher als man glaubt und als es vor allem deren Anhänger glauben. Sie sind wie Nord- und Südpol, wie Yin und Yang. Beide Parteien entstanden, da die etablierte Politik gewisse Themen und Sorgen nicht ausreichend berücksichtigt hat. Beide Parteien wurden und werden in ihrer Anfangsphase ausgegrenzt und verteufelt. Was für die einen der Klimawandel ist für die anderen die Zuwanderung und der Islam. Eine schwer greifbare Bedrohung! Der besorgte Bürger wählt die AfD oder die Grünen. In Verbindung mit soziale Medien tragen diese Parteien mehr zur Polarisierung bei anstatt pragmatische Lösungsansätze zu präsentieren.

Was dem Grünen sein Klimawandel ist dem AfDler sein Islam

Gemäß den Copernicus Programm  ist die globale Temperatur seit 1880 um 1,3 Grad gestiegen. Mit einem einfachen Dreisatz wäre zu berechnen, wann die Erhöhung 5 Grad erreicht ist und damit große Teile der Welt unbewohnbar wären. Von 1945 bis 2015 stieg der Anteil der Muslime in Deutschland  von 0% auf 5,7%.  Wann ist Deutschland ein Islamischer Staat?

Die Frage bleibt aber, ob man so vereinfacht rechnen kann, ob und wie man von einem Temperaturanstieg profieren kann, ob der Islam, ähnlich wie das Christentum früher oder später aus dem Alltag verdrängt wird. Sind Weinberge und Obstplantagen im Allgäu oder eine europäisch-orientalische Mischbevölkerung in westdeutschen Großstädten im Jahr 2050 Horrorvorstellungen oder können wir damit leben? Die Wähler von AfD und Grünen haben darauf eine klare Antwort. Der Rest kann pragmatisch überlegen ob man sich damit arrangieren kann oder ob und wie man es verhindern kann, soll oder muss.

Der Klimawandel in den sozialen Medien

Die Algorithmen von Google, Facebook & Co. bringen es mit sich, dass sich die Meinungen der User verfestigen, ggf. auch radikalisieren. Wenn Max Mustermann an der Existenz des Klimawandels zweifelt, ein paar Artikel dazu liest, dann wird er von Facebook mit immer mehr gesponsorten Beiträgen in diesem Stil versorgt. Das festigt seine Meinung und trägt zur Radikalisierung bei.

Wenn Lieschen Müller sich um die Zukunft der Menschheit sorgt, den Klimawandel als Bedrohung wahrnimmt und sich entsprechend informiert, versorgt sie Facebook & Co ebenfalls mit Beiträgen, die ihre Meinung festigen, dass der Weltuntergang unmittelbar bevorsteht, was ebenfalls zur Radikalisierung beiträgt.

Ein ergebnisoffener Diskurs ist somit kaum noch möglich, Fakten werden nur noch akzeptiert, wenn sie dem eigenen Weltbild entsprechen.

Beispiele:

https://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/radikaler-professor-todesstrafe-fuer-leugner-des-klimawandels-a-875802.html

https://adpunktum.de/ard-reportage-klimaschwindel-ein-sozialistisches-machtprojekt/

Ähnliches ist auch beim Thema „Flüchtlingskrise“ zu beobachten. Der zulässige Meinungskorridor ist eng, will man weder als Rechter oder Nazi auf der einen Seite noch als „linksversiffter Gutmensch“ auf der anderen Seite gelten.

Für mich bleiben Fakten Fakten und ein guter Gedanke ist ein guter Gedanke, selbst wenn er vom jeweils „falschen politischen Lager“ vorgetragen wird.

Eine bewusst zugepitzte Betrachtung – wir brauchen das personifizierte Böse!

Jahrhunderte lang, war der Teufel und die Hölle ein adäquates Mittel der herrschenden, das Volk gefügig zu machen. Wer sich nicht an die Regeln hielt, der galt vom Teufel besessen, seine Seele kam im Jenseits in die Hölle. Mit der Aufklärung hat der Teufel ausgedient. Es folgten nationale Minderheiten oder der politische Gegner als Verantwortliche für alles Schlechte und für Phänomene, die wir nicht im Griff hatten. Nun ist auch Rassismus nicht mehr schick, die Welt nicht mehr in Kapitalisten und Kommunisten geteilt, also brauchen wir eine neue abstrakte Bedrohung, auf die wir alles schieben können, was wir nicht im Griff haben – den Klimawandel -.

Hochvogel FAZ
Screenshot der Onlineausgabe der FAZ. Selbst als seriös geltende Zeitungen schieben dem Klimawandel die Schuld für etwas zu, das damit nichts zu tun hat. Ich bin übrigens ein Bewohner der umliegenden Täler.

Der Hochvogel droht auseinander zu brechen, weil er sich im Zuge der Alpenfaltung , wie eine Welle auf dem Meer zu schnell und zu hoch aufgetürmt hat. Auftauender Permafrostboden und damit der Klimawandel kommt hier als Ursache nicht in Frage.

Wenn ein Berg auseinander zu brechen droht, oder etwas anderes geschieht, dass wir nicht im Griff haben. Wer ist schuldig?

2019      der Klimawandel

1969      der Klassenfeind (Kommunist oder Kapitalist, je nachdem auf welcher Seite man wohnte)

1939      die Juden

1639      Hexen

1539      Ketzer

1439      der Teufel

In so fern ist der Klimahype gar nicht so schlecht, da er keine sozialen Randgruppen als schuldig definiert.

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/energiewende-in-deutschland-klimareligion-mit-ablasshandel-16041851.

Die Heilige Greta

Wenn wir das Böse definiert haben, brauchen wir natürlich auch eine Heilige, ein Symbol für das Gute.  Das haben wir in der Heiligen Greta gefunden. Für die Anderen ein Hassobjekt. Karikaturen und überspitzte Darstellungen sind normal, über Leute die so in der Öffentlichkeit stehen. Hassbotschaften und Morddrohungen gegenüber einem 16 jährigen Mädchen sind  einfach unterste Schublade.   Sie ist nichts weiter als eine Jugendliche, die für ihre Ideale einsteht. Soll sie es tun.  Eine weitere Überhöhung ihrer Person schadet in erster Linie ihr selbst. Von daher ist es gut, dass sie den Nobelpreis nicht bekommen hat.

Nicht endgültig erforscht.

Wie sich Wetter und Klima in der Vergangenheit entwickelt hat, können wir „ex-post“ sehr genau nachvollziehen. Auch Ursachen für Veränderungen können meist sehr transparent dargestellt werden. Schwieriger, wenn nicht gar unmöglich ist der Blick in die Zukunft. Das bei zukünftigen Klimaprognosen immer noch große Unschärfen bestehen, dass zeigen viele sich zum Teil erheblich widersprechende Prognosen, die Google bei einer entsprechenden Anfrage ausspuckt. Hier gilt es natürlich sich umfassend zu informieren und nicht zur Seiten anklicken, die dem jeweiligem Weltbild entsprechen. Die meisten Temperaturprognosen gleichen einem liegenden Golfschläger, der rechts nach oben zeigt.

Beispiele:

htmlhttps://www.focus.de/wissen/klima/klimaerwaermung/neue-eiszeit-neue-eiszeit_id_8487796.html

https://www.nzz.ch/wissenschaft/schweiz-2050-die-sommer-in-der-schweiz-werden-mediterraner-ld.1298878

https://www.scinexx.de/news/geowissen/menschheit-dreht-klima-uhr-zurueck/

 

Welcher der verlinkten Prognosen soll man nun Glauben schenken? Was ist mit dem „Ende des Golfstroms“?

Doch was passiert, wenn der Golfstrom tatsächlich schwächer wird? Müssen wir dann in Europa tatsächlich mit niedrigeren Temperaturen rechnen? In dieser Frage gibt es in der Wissenschaft noch keine Einigkeit.

(Die Welt 18.7.2018)

Wechselwirkungen nicht ausreichend berücksichtigt.

Nehmen wir an, durch die Erwärmung werden künftig Wälder in Südgrönland wachsen. Diese binden CO² was die Erwärmung wieder bremst, anderseits schwindet das Eis und somit die Rückstrahlung von Sonnenenergie in den Weltraum, somit erwärmt dich die Umgebung schneller und weiteres Eis schmilzt.  Wir haben es also mit sich gegenseitig aufhebenden und sich selbst verstärkenden Effekten zu tun.

Im Rahmen einer ausgewogenen Berichterstattung noch Links zu Dramatisierern und Verharmlosern.

https://www.ingenieur.de/technik/fachbereiche/umwelt/wettersatelliten-widerlegen-treibhaus-these/

https://www.zeit.de/video/2019-07/6060945328001/klimawandel-es-ist-schlimmer-als-bisher-befuerchtet

 

 

Weiter zu Teil 3. Klimawandel: Warum die Energiewende nötig ist

 

 

 

 

 

 

 

 

4 Kommentare zu „Klimawandel pragmatisch: 2. Das Geschäft mit der Angst“

  1. Sehr gut geschrieben! Was mich weiterhin fuchsig macht, ist die „Einstellung“ und Kommunikation zum Wetter. Seien es die offiziellen oder selbst ernannten Meteorologen: warmes, sonniges Wetter wird meistens positiv dargestellt. Regen als „schlechtes“ Wetter. Man schaue oder höre nur Wetterberichte!
    Auch unter uns Berglern sind warme Tage im November/Dezember tolle Kletter- und Wandertage.
    Als ich kürzlich im Café nach einer Tour bei über 20 Grad mal aussprach: „So ein Klimawandel hat doch was…“ erntete ich neben Kopfschütteln auch schuldbewusste Blicke…

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  2. Oh mann, nach sowas hab ich immer „gesucht“. Endlich mal was ebenso all umfängliches wie neutrales zu dem leidigen Thema. Sehe mich in diesen Gedanken komplett wieder. Hut ab und bleib bitte dran; allen, die dagegen schießen, zum Trotz. Hab auch grad Teil1 gelesen und freue mich auf Teil3. 😉

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  3. Kristian! Ich schätze deine Seite wirklich sehr! Aber den Versuch, Grüne und AFD hier wegen „diffuser Ängste“ und „getriebenen Ideologien“ in einem Topf zu werfen, halte ich für völlig daneben. Als Bergsteiger müsstest du wissen, dass es ganz viele verschiedene Ausprägungen von Angst gibt und dass es allein am Menschen selber ist, seine Angst richtig einzusetzen. Wenn ich an der Freispitze in eine Kletterroute im 8.Grad einsteige, habe ich „Angst“, aber gleichzeitig bin ich auch in der Lage, meine Angst zu kontrollieren und sie so zu lenken, dass sie meine Sinne schärft und einen besseren Kletterer aus mir macht.

    Was will ich damit sagen? Zwischen den Sorgen/Ängsten der AFD und den der Grünen bestehen in ihrer Ursachen, Wirkungen und Ausprägungen meilenweite Unterschiede! Mit deinen Weinbergen im Allgäu im Jahr 2050 zeichnest du ein viel zu verniedlichendes Bild vom Klimawandel! Das mag zwar ein witziger Nebeneffekt sein, aber die wissenschaftlichen Fakten sprechen eine ganze andere Sprache (Stichwörter: Artensterben, Wetterextreme, Dürreperioden, Wassermangel, Absaufen von Megametropolen, riesige Migrationsbewegungen, …). Dieser Klimawandel ist anders, als die in den letzten Millionen Jahren bisher dagewesenen – global, nicht regional, menschengemacht, nicht natürlich schwankend und viel irreversibler. Ja ich habe Angst vor dem Klimawandel und den damit verbundenen Folgen. Ich kann meine Angst aber sehr wissenschaftlich belegen – völlig losgelöst von irgendwelchen diffusen Emoitionen und mit rationalen Argumenten die entsprechende Schlussfolgerungen ziehen. Und da liegt ein wesentlicher Unterschied zu den Ideologien der AFD, wo es hauptsächlich um Angst vor anderen Religionen, Hautfarben, Ethnien in Deutschland geht. Übrigens könntest du jeder politischen Bewegung „Angst“ als Triebkraft unterstellen, denn wovor hat denn der CDU/CSU – Wähler Angst? Richtig, davor, dass er sich seinen SUV nicht mehr leisten kann und das Billigweißwürste aus Massentierhaltung mit 0,75 m^2 Lebensfläche pro Sau irgendwann verboten werden könnten.

    P.S.: Auf den Klimawandel mathematische Methoden wie z.B. den Dreisatz anzuwenden – davon kann ich dir nur unbedingt abraten. Der globale CO2-Ausstoß und der Abbau der CO2-Senken (Stichwörter: Regenwald, Todeszonen im Meer), also die Veränderungen im Kohlenstoffkreislauf der Erde, auch Strahlungsprozesse und sonstige Einflüsse (z.B. der Methankreislauf) verlaufen nichtlinear. Rückkopplungseffekte, Klimakipppunkte und deren Wirkungen kennen wir teilweise nur begrenzt und auch diese führen zu einem nichtlinearen Verhalten. Viele wissenschaftliche Datensammlungen und zugehörige Modellrechnungen schließen leider auf einen eher sich – global betrachtet – beschleuigenden Klimawandel. Regional mag das durchaus ganz anders aussehen (Stichwort: Golfstrom)

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