Klimawandel pragmatisch: 3. Warum die Energiewende nötig ist

Man kann dem Menschen die alleinige Schuld am Klimawandel geben oder seinen Einfluss aufs Klima verleugnen. Man kann das Thema ideologisch oder pragmatisch sehen, globale oder regionale Lösungen anstreben. Egal wie man das sieht. Eine Energiewende, weg von fossilen Brennstoffen ist nötig? Warum?

Man braucht weder Mathematik, noch Physik oder Klimatologie studiert zu haben, nicht mal ein Hauptschulabschluss ist nötig um zu begreifen, dass wenn man in einem Zeitraum von Etwas mehr verbraucht, als sich im selben Zeitraum neu bildet oder nachwächst, dass dieses Etwas irgendwann zu Neige geht.

Die Ölpreiskrise von 1973, an die ich mich noch schwach erinnern kann, zeigte den westlichen Industrieländern ihre Verwundbarkeit durch die Abhängigkeit der Öllieferungen aus einer politisch instabilen Region auf.

 In der Folge der Ölkrise entstanden auch Initiativen, die die Abhängigkeit vom Öl reduzieren sollten. So rückten alternative Treibstoffe wie Pflanzenöl, Biodiesel und Müllverbrennung in das öffentliche Interesse. Es wurde vermehrt in Kernenergie, regenerative Energiequellen, die Wärmedämmung von Gebäuden und in die Effizienzsteigerung von Motoren und Heizgeräten investiert. Auch mit dem Abklingen der Ölkrise blieb ein gestiegenes Bewusstsein zum energiesparenden Verhalten in der Bevölkerung erhalten. Zudem wurde der Anteil des aus OPEC-Staaten bezogenen Öls durch Erschließung unterseeischer Ölfelder in der Nordsee sowie eine Diversifikation der Handelspartner gesenkt. Diese Entwicklung ist inzwischen zugunsten der OPEC rückläufig, da das Nordseeöl seinen Fördermaximumspunkt inzwischen erreicht hat und die Förderraten wieder kontinuierlich abnehmen. (Wikipedia)

Gleichzeitig wurde bis in die mittigen 80er Jahre stets vor einem Ende der Ölvorräte gewarnt.  Regenerative Energien und Atomkraft wurden als Lösungen forciert. Das zu einer Zeit, als uns die Medien noch mit einer neuen Eiszeit drohten und der Klimawandel im kollektiven Bewusstsein noch gar nicht vorhanden war. Ausgerechnet die frisch gegründeten Grünen waren es, die bis zum äußersten bereit, gegen die Kernenergie vorgingen. Zuerst belächelt, nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl gesellschaftsfähig.  1980 wurde für 2020 das Ende der Erdölvorräte prognostiziert. Letztlich wurde mit verbesserter Fördertechnik neue Ölquellen erschlossen und die Grünen haben mit dem erzwungenen Atomausstieg in Deutschland nicht unerheblich zum Überleben der Braunkohleverfeuerung beigetragen. Irgendwann gehen die Vorräte aber tatsächlich zu Neige. Was dann?

Es ist schlichtweg ein Irrsinn, den Atomausstieg zu forcieren, so lange mit regenerativen Energien keine 100% Versorgungssicherheit erreicht ist. Die Braunkohleförderung hingegen würde ich sofort einstellen. Die Kohle ist unsere eiserne Reserve, falls wir im Kriegs- oder Krisenfall weder auf Erdöl noch auf Solarstrom aus der Sahara zurückgreifen können.  In guten Zeiten die eiserne Reserve zu verfeuern ist schlichtweg dumm und zu kurzfristig gedacht.

Gundremmingen
Blick von den Allgäuer Alpen nach Norden. Im Mittelgrund Windräder im Alpenvorland. Am Horizont die Wasserdampfwolke der Kühltürme des Kernkraftwerk Gundremmingen

Unterstützung von menschenfeindlichen Regimen

Durch den Kauf von Erdöl unterstützen wir antidemokratische Regime, wie das Saudische Königshaus und anderen und damit eine radikale, mit den Menschrechten nicht vereinbare Lesart des Islams leben und exportieren. Wollen wir von solchen Ländern abhängig sein und seinen Despoten in den Hintern kriechen?

 

Forschung bedeutet ausprobieren und Rückschläge

Wer an der Erschließung von neuen Energiequellen forscht, wird schmerzliche Rückschläge erleben, wird hohe Geldbeträge in den Sand setzten und kritisiert werden. Die ersten Menschen in Mitteleuropa wussten auch nicht, welcher Pilz essbar ist, sie haben es probiert und leidvolle Erfahrungen mit Giftpilzen gemacht, aber auch den schmackhaften Steinpilz entdeckt.  In so fern, ist es durchaus gerechtfertigt, hier in die Forschung zu investieren.

Teuer bedeutet nicht automatisch gut

Reflexartig ertönt regelmäßig der Aufschrei nach Steuererhöhungen für Flugkerosin, CO²-Steuer, City-Maut, Landstraßenmaut wenn das Thema Klima oder Verkehr mal wieder durch die Medien gepeitscht wird. Als ob ein Flug  oder eine Autofahrt über Brenner und Fernpass nur deshalb klimafreundlicher und sozialverträglicher würde, wenn er teurer wird. Aus Gründen der Gerechtigkeit und Sozialverträglichkeit darf weder ein Flug, noch eine Fahrt in eine Stadt oder über den Brenner unerschwinglich werden. Viel mehr wäre es sinnvoll die Flugmeilen und die gefahrenen Kilometer pro Jahr und Person zu begrenzen, was wiederum nur funktioniert wenn zumindest ganz Europa mitmacht.

Kernfusion, CO² einlagern, Rückstrahlung ins All, Bäume pflanzen???

All das sind Ansätze, die es Wert sind weiter verfolgt zu werden. Ob sie  zeitnah in einem Ausmaß betrieben werden können, um die Temperatur auf das vorindustrielle Niveau zu senken, ist fraglich. Solche Projekte und auch die Gewinnung von regenerativen Energien benötigen riesige Flächen und kollidieren daher wieder mit Artenschutz, Biotopenschutz und Landschaftsschutz.

Dazu einige Links:

https://www.zdf.de/nachrichten/heute/in-norwegen-wird-co2-im-meeresboden-gelagert-100.html

https://www.sueddeutsche.de/wissen/aethiopien-baeume-pflanzen-1.4548723

https://www.tagesspiegel.de/wissen/energie-der-zukunft-der-lange-weg-zur-kernfusion/21253190.html

https://www.handelsblatt.com/technik/energie-umwelt/kampf-gegen-den-klimawandel-ein-kuehlender-schirm-fuer-die-erde-wuerde-zwei-milliarden-kosten/23750734.html?ticket=ST-59023402-qT0atvXQ0wdDTBw6alAa-ap4

https://www.innovations-report.de/html/berichte/architektur-bauwesen/weisse-klimaschutz-daecher-reflektieren-waerme-199221.html

 

Fragen an Physiker und andere Wissenschaftler ?????

Trägt Solarenergie nicht auch zur Erwärmung der Erde bei? Wenn man mittels schwarzer Flächen Strahlungsenergie speichert und auf der Erde zurückhält, müsste das doch auch auf die Strahlungsbilanz einen Einfluss haben?

Wenn man CO² in größeren Mengen in den Weltraum transportieren könnte und würde, würde das nicht die Masse der Erde verändern, was erst kaum messbar wäre, später aber zu einer abweichenden Umlaufbahn mit fatalen Folgen führen könnte?

Meine Vision für die sich ein keiner interessiert:

  • Atomkraftwerke am Netz lassen
  • Forschung zu regenerativen Energiequellen intensivieren
  • kurzfristiger Ausstieg aus der Kohleverfeuerung
  • demographische Lücke in Mitteleuropa nicht durch Zuwanderung auffüllen
  • Steuerliche Anreize für die Einkindehe
  • Steuerliche Sanktionen für drei und mehr Kinder
  • Vorsteuerabzug für die Einfuhrumsatzsteuer streichen*

 

Fazit:

Auch mit neuen Fördertechniken wird es irgendwann kein Erdöl mehr geben, sofern wir mehr fördern als sich im selben Zeitraum neu bildet. Nach mehrheitlicher Ansicht ist der CO² Ausstoß maßgeblich für den menschgemachten Anteil am aktuellen Temperaturanstieg verantwortlich. Somit muss es erklärtes, gemeinsames Ziel sein, diesen zu reduzieren.

Diese Erkenntnis ändert nichts daran, dass der Klimawandel nur ein Sekundärproblem und zumindest teilweise eine Folge der Überbevölkerung der Erde ist. Genau hier gilt es anzusetzen.

*Mit dieser Maßnahme, die übrigens kein Strafzoll ist, stellt man dem Unternehmer den Endverbraucher bei der Wareneinfuhr von außerhalb der Eurozone gleich. Einfuhren von Waren würden teuer, es würde sich im Grenzkostenbereich eher lohnen in Europa zu produzieren, was wiederum den Verkehr reduziert.

 

7 Kommentare zu „Klimawandel pragmatisch: 3. Warum die Energiewende nötig ist“

  1. „Aus Gründen der Gerechtigkeit und Sozialverträglichkeit darf weder ein Flug, noch eine Fahrt in eine Stadt oder über den Brenner unerschwinglich werden.“

    Das ist ein Ferengiargument. Der Sinn der CO2-Bepreisung ist es das Verbrennen von Fossilien so teuer zu machen, dass es sich nur noch die Superreichen leisten können. Es gibt nämlich keinen rationalen Grund das eine oder das andere zu tun.

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  2. Es ist eigenlich relativ einfach: für die Beurteilung jedes Sachverhaltes in Bezug auf seine klimabezogenene Auswirkung wird eine benchmark benötigt.

    In unserem System bietet sich an die monetär auszudrücken. Betrachtet wird jeweils die vollständige Systembilanz. Dann gibts ein Preisschild.

    Je teurer desto eher wird eine Alternative entwickelt mit entsprechend geringeren Auswirkungen.

    Beispiel Kernenergie: Gewinnung, Herstellung soweit kostenmässig konkurrenzfähig. Risiko und Entsorgung unbezahlbar im Wortsinn. Damit ist Kernenergie raus und zwar unter rein rationalen Gesichtspunkten.

    Diese Art Bilanz lässt sich für fast alles aufstellen, beispielsweise wird das auch bei Bauprojekten so gemacht und wie der Seitenbetreiber in anderem Zusammenhang schon bemerkt hat auch wenn neue Gebiete in den Alpen erschlossen werden, indem beispielsweise Ausgleichmaßnahmen vereinbart werden um die Bilanz des Eingriffs wieder auszugleichen.

    Das ist bislang der erste und einzige erfolgversprechende, wissenschaftlich, d.h. tatsächlich rational jederzeit nachvollziehbare Versuch und Weg der begangen wird und werden muss um nicht nur die Folgen des unumkehrbaren Klimawandels abzumildern weil es bislang keine Alternative gibt.

    Leider ist nur ein vergleichsweise geringer Anteil der Bevölkerung in der Lage diese Sachverhaltung vor ihrem jewieligen Bildungshorizont zu erfassen weshalb andere Wege gefunden werden müssen um das Thema anzugehen. Leider bedeutet der Verzicht darauf diese Zusammenhänge immer wieder zu erläutern auch, dass Verschwörungstheorien und populärintelektuelle Denkversuchen Vorschub geleistet wird.

    Mit fatalen Folgen wie bspw. dem Ausstieg aus dem Klimaschutzabkommen. Am Ende wird es der Mensch vielleicht lösen wie immer wenn er nicht weiter weiß: mit Krieg.

    Das sollten sich Klimaskeptiker, Leugner und Verbreiter solcher Texte vielleicht mal überlegen bevor unreflektiert und unbeleckt von Bildung aus dem Bauch heraus gezündelt wird.

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  3. Hallo Christian,
    mit Ausnahme der Kernenergiethematik und der Rationierung von Gütern und Dienstleistungen stimme ich dir in deiner Bewertung der Lage zu und bin froh, zu lesen, dass ich nicht der Einzige bin, der die Klima- und Rohstoffkrise von der anderen Seite her denkt, nämlich der viel zu hohen Bevölkerungsdichte in vielen Ländern der Erde sowie der Erde als Ganzes. Danke für deine Mutigen Thesen, die leider in der aktuellen Diskussion, auch von Seiten der NGOs, viel zu wenig Beachtung finden oder sogar aus einer falsch interpretierten Form der Menschenfreudlichkeit heraus bewusst negiert werden. Ohne einen Stadt-Land-Konflikt befeuern zu wollen, ist mir schon öfter aufgefallen, dass sich urban sozialisierte Menschen dem Thema Überbevölkerung und Dichtestress reflexartig verschließen. Es verwundert auch nicht weiter: Wenn ich kaum je aus meiner Großstadt herauskomme und sich 5km in die eine – und 5km in die andere Richtung nur Beton und Asphalt erstrecken, entwickle ich kein Gefühl für den enormen Flächenverbrauch unserer Siedlungs- und Verkehrsflächen, der eine direkte Folge der hohen Bevölkerungsdichte ist. Wir im Allgäu hingegen sehen täglich, was es zu bewahren gilt, und was nunmal nur eine beschränkte Zahl von Menschen erträgt.
    Andreas aus Kempten

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