Xenic, Fritschi´s neue Ultra-Leichtbindung

Fritschi steigt auf den Markt der Ultra Leicht-Bindungen ein. Ab dem Winter 2019/20 ist die nur 280 Gramm leichte „Xenic 10“ erhältlich. Im Frühjahr 2019 durfte ich bereits einen Prototyp dieser Bindung testen und habe diesen in gewohnter Weise nicht geschont. Meine ersten Eindrücke nach rund 10.000 Höhenmeter möchte ich nachstehend beschreiben.

Aus vergangenen Fehlern gelernt

Bei der Einführung der Vipec hatte Fritschi den Fehler gemacht, das Produkt zu schnell auf den Markt zu bringen, mit der Folge, dass die Kinderkrankheiten, dieser Bindung erst zu Tage getreten sind, als diese schon auf dem Markt war. Mit den nächsten Serien wurden die Fehler behoben und herausgekommen ist ein wirklich empfehlenswertes Produkt. Siehe hier:

Zurück zur Xenic.

Fritschi hat im Winter 2018/-19 einen Prototyp entwickelt und diesen einigen Probanden zur Verfügung gestellt.  Die XENIC 10 wurde in einer ausführlichen Testphase von den Probanden getestet.  Die Testergebnisse wurden ausgewertet und flossen in die endgültige Konstruktion ein.

Die Bindung

Die Bindung besteht aus einer Fronteinheit mit zwei beweglichen Pin Armen und einem Fersenteil. Das Gewicht beträgt 280 Gramm pro Bindung. Dass man bei diesem Gewicht Kompromisse in Punkto Sicherheit und Komfort in Kauf nehmen muss, liegt auf der Hand. Im Gegensatz zur Vipec löst die Fronteinheit in „Walk-Stellung“, also im Aufstieg nicht aus, was bei einem Sturz oder Lawinenabgang sinnvoll wäre. Das tun andere Pin Bindungen, mit Ausnahme der Vipec allerdings auch nicht. Um die Bindung auf Abfahrt umzustellen, muss man Aussteigen und das Fersenteil drehen. So wie bei fast allen anderen Leichtbindungen auch. Allerdings lässt sich das Fersenteil in jede Richtung drehen.Xenic

Begeistert hat der leichte Einstieg in die Bindung. Der Schuh wird durch einen fixen Anschlag fixen Anschlag eindeutig positioniert. Schon bei leichtem Druck auf das Step-In-Pedal verschieben sich die Pin-Hebel horizontal und rasten in die Inserts der Schuhe ein. Die beiden Pin-Backen verschieben sich bei der XENIC 10 horizontal und nicht, wie bei anderen Pinbindungen, als Kipphebel. Dadurch verhindert Fritschi unangenehme Auslösungen durch Schläge von unten, die Bindung muss also nicht mehr manuell verriegelt werden; diese horizontale Bewegung der Pin-Hebel ist eine der Innovationen dieser Bindung.
Die Fronteinheit verfügt im Abfahrtsmodus auch noch über eine Art Notauslösung; bei einem Frontalsturz mit Auslösung an der Ferse öffnen die Pin-Hebel durch Druck der Stiefelnase.

Das Fersenteil

Das Fersenteil stabil montierbar, verfügt über ein Drehgelenk mit großem Durchmesser und bietet im Abfahrtsmodus eine Längenelastizität von 10 mm. Die DIN-Werte für Seitwärts- und Frontalauslösung sind separat und stufenlos einstellbar, die beiden Zapfen sind voneinander unabhängig gelagert und sind drehbar – also keine U-förmige Konstruktion.

Zwei Einstellungsmöglichkeiten für den Z-Wert

Der Einstellbereich reicht vom Z-Wert 4 bis 10; insgesamt ein hohes Sicherheitsniveau.

Wichtig dabei, dass es für das Fersenteil zwei Einstellungsmöglichkeiten gibt. Einen für die seitliche und einen für die vertikale Belastung.

Der Einstieg hinten funktioniert leicht. Als zweite Innovation nennt Fritschi den Bedienkomfort des Fersenbackens. Mit der Steighilfe als Hebel lässt die sich die Xenic 10 ganz leicht mit einer nur halben Drehung der Ferse von der Abfahrts- in die Aufstiegsposition umstellen.

Die Steighilfe lässt sich sehr gut mit dem Stock bedienen. Es gibt nur eine Stellung, die sich gut für „mittelsteile“ Spuranlage eignet.

Harscheisen

funktioniert und ist selbsterklärend.

Hände weg vom Stopper!

Der Stopper wird seinem Namen gerecht und ist stabil und tief greifend. Er wird beim Einstieg in die Bindung automatisch nach oben geklappt, was Gefummel erspart und die Gefahr des Skiverlustes verringert.

Hier noch ein klarer Hinweis. Um das Fersenteil von Aufstieg auf Abfahrt zu verstellen, ist es nicht nötig den Stopper nach unten zu drücken. Wenn man das zu oft und zu gewalttätig tut, so kann es passieren, dass die Plastikplatte bricht, die den Stopper während des Aufstiegs flach hält. Ich habe das jedenfalls geschafft und musste dann den Stopper während des Aufstiegs mit einem Stück Holz blockieren.

Wo bestand/besteht Verbesserungsbedarf.

Das Schneckengewinde, mit dem das Fersenteil an die Schuhlänge angepasst wird, hatte beim Prototyp die Eigenschaft, sich nach ein paar hundert Höhenmeter Aufstieg zu verstellen. Um den Schuh für die Abfahrt passend zu arretieren musste manchmal die Länge mit einem Kreuzschraubenzieher neu justiert werden. Das war nervig, jedoch kein echtes Problem, sofern man einen Schraubenzieher dabei hatte.

Dieses Problem ist beim Serienmodel behoben. Ich habe es bereits im Dezember 2019 getestet.

 

Fazit

Empfehlenswert:  Fritschi ist der Einstieg in den Bereich der Ultra-Leicht-Bindungen gelungen. Die Xenic10 ist eine einfach zu bedienende Pin-Bindung mit geringem Gewicht. Das Ganze bei einem hohen Sicherheitsniveau. Die Arbeitsweise, einen Prototyp herzustellen, diesen testen zu lassen um das Modell anschließend zu verbessern, hat sich bewährt. Nach einem oder zwei Wintern wird an dieser Stelle ein Langzeittestbericht erscheinen.

Kaufempfehlung für wen?

Für den ambitionierten Skibergsteiger, der einerseits auf das Gewicht achtet, jedoch den Sicherheitsaspekt nicht vollständig außer acht lassen möchte.

3 Kommentare zu „Xenic, Fritschi´s neue Ultra-Leichtbindung“

  1. Der Einstieg ist wirklich super leicht.
    Das Verriegeln der Vorderbackens zum Aufstieg ist sehr schwergängig. Ein Paar Vorderbacken wurde mir schon getauscht. Jetzt funktioniert es zumindest im Keller. Beim zweiten Aufstieg am Tag, wenn nur geringe Schnee am Schuh ist, ist es teilweise unmöglich den Fronthebel hoch zu ziehen. Nicht lustig wenn einem bei jeder Spitzkehre der Ski davon fliegt. Nachbesserung von Fritschi zwingend erforderlich.!!
    Wenn man die Kommentare im Netz anschaut gib es das wohl häufiger.

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  2. Hallo Kristian,
    Was heißt denn abhängig von der „Breite der Inserts“? Ist nicht die Breite des Frontteils eines Schuhs (ich nenne es mal die Frontlippe), mit dem man in die Bindung einsteigt nicht bei den allermeisten Skischuhen standardmäßig gleich? Gibt es da wirklich Unterschiede? Ich habe einen Dynafit Neo Tourenschuh. Danke für eine Aufklärung; ich wäre nämlich auch sehr an der Xenic 10 Bindung interessiert.

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