Zu vieleTourengeher? Dichtestress in Baad

Baad, am Ende des Kleinwalsertales gelegen ist bekannt für seine Schneesicherheit und seine schöne Auswahl an nicht zu langen, leichten bis mittelschweren Skitouren. Gerade dann, wenn in den Allgäuer Vorbergen zu wenig Schnee liegt und mangels Schnee in den Oberbayrischen Alpen sogar die Münchner dieses Schneeloch stürmen, wird es in Baad ganz schnell mal eng. Nach zwei sehr schneereichen und daher entspannten Wintern, gibt es im Winter 2019/-20 in Baad wieder Dichtestress. Bereits im Juni 2016 hatte der Bürgermeister auf seiner Sitzung von „skibergsteigen umweltfreundlich“ zugesagt, was die Streuung des zweifachen Zuganges Baad – Bärgunt angeht, nach einer für alle akzeptablen Lösung zu suchen. Bezüglich der Parksituation verwies der Bürgermeister auf Parkplätze in Bödmen und den Linienbus. Seit dem hat sich nichts geändert. Es wird weiterhin über die bösen Tourengeher hergezogen und Lösungen, die einfach umzusetzen wären, unterbleiben.

Ausgangslage

Rund zehn eigentständige Skitouren kann man vom Dörfchen Baad, am Ende des Kleinwalsertals unternehmen. Die meisten Touren sind leicht oder mittelschwierig und mit 700 bis 1300 Höhenmeter relativ kurz. Auch in schlechten Wintern ist das Tourengebiet sehr schneesicher. Entsprechend beliebt sind die Touren, besonders dann, wenn in den Allgäuer Vorbergen zu wenig Schnee liegt. Von den vorhandenen Parkplätzen werden im Winter nur etwa die Hälfte geräumt, was zur Folge hat, dass diese schnell belegt sind und die Autofahrer dann am Straßenrand in Richtung Mittelberg parken. Im Bärgunttal gibt es eine, auch im Winter bewirtschaftete Hütte, die sowohl bei Wanderern als auch bei Tourengängern ein beliebter Einkehrstützpunkt ist. Zur Bärgunthütte führen zwei Wege, die zum Leidwesen der Tourengänger oft mit Splitt gestreut werden.

Zu wenig Parkplätze

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Auf diesem Parkplatz, der nie geräumt wird, hätten so viele Autos Platz, dass nur noch in ganz wenigen Ausnahmefällen jemand falsch parken müsste.

Eigentlich würden die vorhandenen Parkplätze in Baad reichen. Ich glaube fast niemand wünscht in der heutigen Zeit eine Ausweitung der Parkfläche. Es würde reichen, wenn man alle Parkplätze räumen würde und schon wäre die Situation deutlich entspannter. Darauf angesprochen hat  der Bürgermeister der Gemeinde Mittelberg A. Haid  auf einer Arbeitskreissitzung zum Thema Skibergsteigen zu verstehen gegeben, dass das massive Parkplatzproblem nur an vereinzelten Wochenenden auftritt und die Gemeinde nicht bereit ist, dafür viel Geld für die permanente Räumung weiterer Parkflächen in die Hand zu nehmen. Gleichzeitig hat er auf weitere, eigentlich immer freie Parkmöglichkeiten weiter vorn im Tal, am Ortsende von Mittelberg-Bödmen verwiesen, die über Winterwanderweg und Loipe direkt in wenigen Minuten mit Baad verbunden sind. Zudem empfahl der die Benutzung des Linienbus.

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Wenn die Autos eh bis nach Bödmen vor parken, dann hilft auch der Parkplatz dort nicht weiter.

 

Nun hat sich allerdings gezeigt, dass die Parkplätze in Bödmen auch, wenn auch selten überfüllt sind. Da die Parkplätze eh gebührenpflichtig sind, dürfte sich die Räumungskosten damit auch decken lassen.

Anreise mit dem Linienbus – gute Taktung- schlechte Tarife.

Die Taktung des Linienbusses zwischen Oberstdorf und Baad ist vorbildlich. Im Winter fährt zeitweise alle 10 min. ein Bus. Dann wird es aber kompliziert. Nur Bürger von Oberstdorf und dem Kleinwalsertal können mit Ihrer „Bürgercard, die für 206,– € zu erwerben ist, unter anderem ein Jahr lang Bus fahren. Übernachtungsgäste des Walsertals müssen für die Fahrt nach Oberstdorf bezahlen, Oberstdorfer Gäste müssen ab dem Söllereck bezahlen, Fahrgäste mit Skiausrüstung bezahlen auf Teilstrecken nichts, für andere müssen sie bezahlen. Ein wichtiger Punkt ist das fehlen von „Park&Ride“ Parkplätzen vor den Ortschaften. Selbst in den teuersten Großstädten sind diese gratis, damit ein Anreiz zum Umsteigen geschaffen wird. Nicht so in Riezlern und Oberstdorf. Zum Preis von 9,50 € für die  Fahrt von Oberstdorf nach Baad, kommt noch die Parkgebühr in Oberstdorf hinzu. Da kann es bei einem voll besetztem Auto schon billiger sein, den Strafzettel fürs  falsch parken zu kassieren, wenn kein regulärer Platz mehr zur Verfügung steht. Da einem der Linienbus nicht zu Hause abholt, sind es genau diese Parkplätze mit Busanbindung, die dringend nötig wären.

In Tirol hat man genau dieses Problem erkannt: https://www.tt.com/artikel/16561967/damit-der-oeffi-boom-nicht-den-anschluss-verpasst

Die Tourengeher nehmen den Gästen den Platz weg.

Welch ein beschränktes Weltbild muss man haben, um so einen Spruch vorzutragen. Leider kann ich nicht mehr mit Sicherheit sagen, von wem er kam. Sollen wir jetzt daraus schließen, dass man nur als Fußgänger mit Pelzmantel oder Bognerjacke Gast ist, sobald man aber Skier an den Füßen hat, nicht? Was ist überhaupt ein Gast und wer ist kein Gast. Ist ein Gast nur, wer bei mir gegen Entgeld übernachtet, oder darf er auch beim Nachbarn oder gar im nächsten Tal überachten oder sogar dort wohnen? Ist die Bezeichnung Gast an einen Mindestumsatz gekoppelt?

Die gestreuten Wege

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Braucht es das? Wo anders gehts ohne. Wenn man es als notwendig betrachtet, dann bitte nur einen Weg.

Es gibt in der Region viele Wege zu bewirtschafteten Hütten, die sich Fußgänger, Skifahrer, Rodler und ggf. sogar Mountainbiker teilen. Gestreut  werden sie in der Regel nicht.

Kranzegg-Grüntenhütte, Gunzesried-Alpe Rappergschwend, Hindelang-Hirschalpe, Immenstadt- Naturfreundehaus,  Elbigenalp-Bernhardseck und Auenhütte-Schwarzwasserhütte seinen als Beispiele genannt.

Warum das in Baad anders gehandhabt wird, ist für viele nicht nachvollziehbar. Aber gut. Das Gelände bietet Platz für zwei Wege, nur ein kurzes, ebenes Stück am Taleingang müssen sich die verschiedenen Nutzergruppen  teilen. Das Zauberwort lautet Nutzungsentflechtung. Also eine Talseite für Skifahrer, die andere Talseite für Fußgänger. Im Begegnungsbereich wird halt ein Randstreifen gestreut. Ein gewisses Maß an gegenseitiger Rücksichtnahme kann man von Jedem erwarten. Man bremst nicht schlagartig kurz vor einer Fußgängergruppe ab und von den Fußgängern kann man erwarten, dass sie eben hinter einander und nicht über die gesamte Wegbreite spaziert. Oder so, wie  am Ende der Steinbockloipe in Baad. Einer Spur talein, eine talauswärts.

Waldzone und Birkwild am Grünhorn

Das Grünhorn bietet schöne, südostseitig ausgerichtete Hänge, die allerdings in einer unschönen Waldstufe enden. Das führt dazu, dass jeder sich irgendwo durchwurschtelt, was gerade im Baumgrenzbereich für die dort lebenden Rauhfußhühner fatal ist. In einigen gut besuchten Tourengebieten in Tirol oder auch der Schweiz wurde eine Abfahrtsschneise durch die Waldzone freigehalten. Damit durchquerten die Skifahrer den Wald an einer einzigen Stelle und der Rest war beruhigt. Eine Win-win-Situation für Mensch und Natur.

 

„Wir gegen die“ oder „zämed duss“

Aussagen in sozialen Medien und die aktuelle Situation in Baad lassen eher eine Tendenz zu „wir gegen die“ erkennen. Ein paar Maßnahmen wären rasch umsetzbar und würden zu einer spürbaren Entspannung beitragen. Andere benötigen Zeit und eine überregionale Koordination.  Der Anspruch des Kleinwalsertals eine Spitzenferiendestination zu sein, wird auch daran messen lassen, dass solche Konfliktpotentiale zur Zufriedenheit aller gelöst werden. Hier ist noch viel Luft nach oben.

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Mit solcher „Wir gegen die-Mentalität“ kommt man nicht weiter. Mit dem selben Recht könnten die Bewohner des Illertals eine Maut für die B19 fordern oder eine Sperre, für allle die kein OA-Kennzeichen haben. Dann haben wir noch Platz. Übersehen wird dabei, dass die gesamte Region von Fremdenverkehr und dem Freizeitsport profitiert und dass es nur ein Miteinander geben kann.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

zämed duss
Wenige Kilometer weiter setzt man auf ein Miteinander. Das passt im Sommer und lässt sich auch für Skifahrer und Fußgänger umsetzen.

 

Rasch umsetzbar:

Alle! vorhandenen Parkplätze räumen.

Eine Talseite für Skifahrer, eine für Fußgänger

 

 

Längerfristig und/oder überörtlich umsetzbar:

Bereitstellung von „park&ride“ Plätzen an Bus- und Bahnlinien. Attraktive Preisgestaltung bei den Bussen. Hier ist vom normalen Fahrpreis auszugehen, nicht von einer Ermäßigung für was auch immer.

Dem potentiellen Urlauber aus alpenfernen Regionen um Weihnachten andere Ziele außerhalb der „dichtestressgeplagten“ Alpen schmackhaft machen. Nebensaison schmackhaft machen.

Am Grünhorn eine Schneise durch die Waldzone freihalten und markieren um benachbarte Waldflächen zu beruhigen.

Handlungsempfehlungen.

  • Keine Konfrontation suchen aber mit einem gesunden Selbstbewusstsein argumentieren. Wir Tourengeher sind keine Gäste 2. Oder 3. Klasse.
  • Eine Einkehr davon abhängig machen, dass zumindest eine Talseite nicht gestreut ist, vorhandene Parkplätze geräumt sind und in sozialen Medien und sonst wo niemand gegen uns Stimmung macht. ANSONSTEN KONSUMVERZICHT!
  • Missstände ansprechen zum Beispiel als Mail oder der Facebookseite der Bärgunthütte oder der Gemeinde Mittelberg. Nicht hinten rum maulen, wie suboptimal alles war.
  • In der Weihnachts- und Faschingszeit sowohl als Urlaubs- als auch Tagesgast besser ein anderes Ziel suchen. Unter der Woche im Januar ist es dort hinten völlig entspannt.

Weiterführende Links:

https://freieberge.wordpress.com/2019/06/28/naturschutz-gegen-naturschutz-und-dichtestress-fliegen-oder-bleiben/

https://freieberge.wordpress.com/2019/08/08/allgaeu-aussfern-wieviel-tourismus-vertraegt-unsere-region/

Hinweis: Einige Bilder sind nicht von mir. Weil dieses Thema doch emotionsgeladen sein könnte, habe ich die Namen bewusst weggelassen.

 

 

27 Kommentare zu „Zu vieleTourengeher? Dichtestress in Baad“

    1. Liebe Verfasser da Sie wie ich aus dem Bericht entnehmen haben Sie schlecht recherchiert da die restlichen Parkplätze in Baad im Winter als Loipe genutzt werden.

      Da auch die Übernachtungsgäste durch die Kurtaxe für die Räumung der Wanderwege sowie Loipen etc. aufkommen die Sie als Tagesgast „kostenlos“ nutzen wollen und auch können und sich noch beschweren dass die Parkplätze teuer sind finde ich Rücksichtslos. Hierzu kommt dass die Parksituation überall im Kleinwalsertal schlecht ist.

      Da das Kleinwalsertal sehr naturbelassen ist und auch die Einheimischen darauf sehr stolz sind sind Schneißen für den Tourengeher der auf fremden Boden entstehen soll nicht gerechtfertigt.

      Auch im Tirol sowie anderen Skigebieten in Österreich kommt es zu Sperrungen des Verkehrs weil der Tagestourismus zu viel ist!

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      1. Lieber Verfasser des Kommentars. Wo ist der Bericht schlecht recherchiert? Wenn die Parkplätze als Loipe genutzt werden, dann fehlen sie eben. Die Folgen sind falsch parkende Autos.
        Bitte den Bericht richtig lesen und über den Tellerrand hinausblicken.
        Nirgends steht etwas von zu teuren Parkplätzen.
        Wer es als rücksichtslos empfindet, dass Loipen und Wanderwege kostenlos benutzt werden, der sollte ebenfalls nicht so rücksichtslos sein, die B19 Oberstdorf-Kempten für sich, seine Hausgäste und seine Lieferanten kostenlos zu benutzen und dort zum Stau beizutragen.
        Bitte ebenfalls mal über den Tellerand hinausblicken und mal ein stark besuchtes Tourengebiet in Tirol, wie das Obernberger Tal besuchen, oder auch nur den Schönkahler bei Pfronten. Hier wurden Routen durch die Waldzonen vom Buschwerk befreit und die daneben liegende Waldzone beruhigt. Funktioniert bestens. Es funktioniert nur mit einem Miteinander.
        Als naturbelassen würde ich die Seitentäler des Lechtals bezeichnen.

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  1. Teilweise gebe ich ihnen Recht. Es sollte dringend eine geeignete Lösung gefunden werden. Aber was maßen sie sich an, den zahlenden Ubernachtungsgästen zu empfehlen, in der Weihnachts- oder Faschingszeit ihren Urlaub wo anders zu verbringen. Das ist nun mal Ferienzeit und viele Familien haben gar keine andere Möglichkeit ihren Urlaub zu einer anderen Zeit zu verbringen. Diese Gäste bezahlen sowieso schon Höchstpreise und sollten nun, ihnen Liebe Tourengeher den Platz räumen? Ich als Einheimischer weiß dass ich in der Zeit die Pisten so gut es geht meide, habe ja den ganzen Winter Zeit. Vielleicht sollten lieber sie in der Zeit zu Hause bleiben. Ihre Skitouren können sie auch außerhalb der Ferienzeit bestreiten. Hier leben die meisten Leute vom Übernachtungsgast und müssen damit ihr Geld verdienen. Da ist es eigentlich eine Frechheit denen zu sagen, geht wo anders hin. Auch der Tagesgast soll wo anders hinfahren? Sind sie kein Tagesgast oder vielleicht Halbtagesagast? Wie ist das gemeint?

    Also der Tagesgast der eine Liftkarte kauft oder vielleicht einen Skipass bezahlt hat, eventuell auch noch im Restaurant zu Mittag isst, sollte zu Hause bleiben und den Tourengehern, welche außer zusätzlichen Verkehr für die Wirtschaft nicht viel bringt, die Straße und die Parkplätze frei machen, damit ihr freie Bahn habt? Wo bleibt da Ihr Verständnis und Ihre Rücksicht?

    So wie ich ihren Kommentar lese, sollten also alle, die nicht im Alpenraum wohnen, nicht hier Urlaub machen und die Berge genießen. Ich fahre auch gerne ans Meer obwohl ich nicht am Wasser wohne.

    Die Berge gehören auch nicht den Tourengehern, da verstehe ich nicht, wieso sie ein Vorrecht dazu hätten.

    Ich habe grundsätzlich nichts gegen Tourengeher und jeder soll seinen Sport ausleben. Aber es muss auch Grenzen geben, sonst sieht es auf den Bergen bald so aus wie auf den Pisten. Vielleicht sind diese Grenzen ja mittlerweile auch erreicht und man möchte diese durch Errichten weiterer Parkmöglichkeiten ja auch gar nicht überschreiten. Und dürften dort auch nur die Tourengeher parken?

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    1. Lieber Martin,

      BITTE RICHTIG LESEN.
      Nirgends steht, dass die Gäste den Tourengehern den Platz räumen sollen. Sind Tourengeher keine Gäste?
      Nirgends steht, dass Tagesgäste die eine Liftkarte kaufen zu Hause bleiben sollen. (Wusste gar nicht, dass es in Baad einen Lift gibt)
      In der Weihnachts- und Faschingszeit macht es durchaus Sinn, sich ein Ziel zu suchen, wo sich die Leute nicht gegenseitig auf die Füße treten. Wenn voll ist, verkauft man auch kein Essen und keine Übernachtung zusätzlich.

      Wer den Artikel RICHTIG GELESEN hat, sieht, dass ich immer wieder für ein Miteinander und für Rücksichtnahme plädiere.

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      1. Lieber kristianrr
        Laut Bericht sollen diese Parkplätze in Baad geräumt werden. Da diese aber ausschließlich in „Privatbesitz“ stehen, was viele unserer geschätzten Tagestouristen nicht mehr wertschätzen, kann der Eigentümer selbst darüber entscheiden. Ich parke bei Ihnen auch nicht in die Hofeinfahrt.

        Und wenn halt keine Parkmöglichkeiten mehr frei sind dann muss man eben wieder gehen.
        Ist in der Stadt übrigens genau das gleiche…
        Diese Probleme sind aber leider nicht nur in Baad sondern im ganzen Tal!

        Dem Bericht ist außerdem zu entnehmen dass man 9,50€ für den Bus entrichten muss und zusätzlich noch ein Parkticket! Wenn man mit dem Auto anreist ist es ja nur logisch ein Ticket zahlen zu müssen oder nicht?

        Also bitte lesen Sie richtig!

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  2. Wir meiden in der Zwischenzeit das Kleinwalsertal. Es gibt genügend Gegenden, wo die Tourengeher gern gesehen sind. Außerdem sollte man nicht vergessen, dass auch Tourengeher Übernachtungsgäste sind. Das Kleinwalsertal wird uns als Urlauber nicht wiedersehen.

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  3. Kristian, ich bewundere deine Touren, deinen Blog und deine Art, sich nicht verbiegen zu lassen. Aber hier – lass es gut sein. Geldgierige Hinterwälder die ihre Touristen hofieren und sonst unter sich bleiben wollen, wirst du trotz gut gemeinter Ideen nicht ändern.
    Gruß Pert M. aus KE

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    1. … oh man, vielen Dank PM! Jetzt weis ich endlich, was ich seit Jahren falsch mache. Blauäugig wie ich bin habe ich unsere Gäste immer hofiert – dachte echt, das ist im Tourismus/der Gastronomie/der Dienstleistung so. Wie peinlich, tut mir echt leid. Das liegt aber wahrscheinlich daran, dass ich als geldgierige Hinterwäldlerin zu wenig Weitsicht habe.
      Gruss Sandra

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  4. BITTE!!! Sachlich bleiben. Dieser Artikel soll aufzeigen wo es klemmt und Lösungen darlegen und keine Streitgrundlage sein!!!!!! Ich kenne dieses Tal und weiß, dass die Bezeichnung „geldgierige Hinterwäldler“ auf ganz viele nette Menschen nicht zu trifft. Manchen würde es aber auch nicht schaden, malüber den Tellerand des Tales hinaus zu blicken und nicht nur den Verkehr zu sehen, der am Samstag in Baad ist, sondern auch den Verkehr, den der Übernachtungstourismus erzeugt. Es geht nur mit einem gegenseitigen akzeptieren.

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    1. Ich stimme Kristian zu, habe auch Freunde und ehemalige Studienkollgegen im Walsertal, die dies vieleicht ähnlich sehen.
      Zu Martin, wer lesen kann hat Vorteile ?
      Ich habe es übrigens so gelesen, besser an den Feiertagen nicht auf Skitour zu gehen, um das Tal zu entlasten…..um dem „Spielcasinotourist“ mehr Platz zu bieten.

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      1. „““Dem potentiellen Urlauber aus alpenfernen Regionen um Weihnachten andere Ziele außerhalb der „dichtestressgeplagten“ Alpen schmackhaft machen. Nebensaison schmackhaft machen.““““

        Ich glaube das schon richtig gelesen zu haben. Der alpenferne Urlauber soll um Weihnachten wo anders in Urlaub fahren? Viele sind auf die Weihnachtsferien angewiesen und müssen oder können nur zu der Zeit fahren. Und die möchten vielleicht auch gerne Schifahren oder ihren Kindern das Schifahren näher bringen.

        Ich weiß jetzt auch nicht was der „Spielcasinotourist“ damit zu tun hat?? Die kommen doch genau zur entgegengesetzten Tageszeit und kommen dem Tagesgast nicht in die Quere.

        Ich bin auch nicht gegen Tourengeher. Aber wenn die vorhandenen Parkplätze voll sind geht einfach nichts mehr. Ich verstehe auch nicht, warum der Übernachtungsgast mit dem Auto nach Baad fahren muss. Er fährt ja eh kostenlos mit dem Bus.

        Wenn ich in Kempten ins Forum zum Shoppen möchte und das Parkhaus voll ist, muss ich mir auch Alternativen suchen und kann das Auto nicht am Straßenrand abstellen. Da geht halt etwas Zeit drauf, nützt ja nix.

        Ich denke es geht ja auch nur um gewisse Tage bzw einen kurzen Zeitraum, wo es eng wird. Ich weiß, dass ich da spätnachmittags nicht ins Allgäu rausfahren muss. Der Tagesgast muss es halt in Kauf nehmen, oder er geht noch zum Essen und fährt 2 Stunden später stressfreier nach Hause.

        Die Wanderwege im Baad sind ja bekannterweise Wanderwege, vorwiegend für Fußgänger und werden von der Gemeinde präpariert und müssen teilweise auch gestreut werden. Heute ist es leider so, dass bei Unfällen oder Stürzen sofort zivilrechtlich geklagt wird und da kommt dann der Wegeerhalter zum Handkuss. Das ist leider so. Ich glaube es gibt aber genügend schöne Routen für Skitouren, wo ich nicht den gestreuten Wanderweg benutzen muss. Wir sind ja froh, wenn die Allgäuer zu uns ins schöne Tal kommen und der Einheimische hat sicher nichts gegen euch. Wir müssen ja auch raus zum Einkaufen.

        Man sollte sich einfach etwas für die Hauptzeiten überlegen und im schlimmsten Fall muss man eben wieder umdrehen oder sich ein anderes Ziel suchen wie zB Schwarzwassertal.

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  5. ……es ist jedesmal bei wichtigen Themen immer das selbe Spiel // keiner geht auf den anderen zu und beharrt auf seinen Standpunkt und dann wird es leider nicht mehr sachlich sondern persönlich …..
    Und jaaaaaa konstruktiv und Lösungsvorschläge ist der richtige Weg …….

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  6. Zitat Kristian“die Tourengeher nehmen den Gästen die Parkplätze weg“
    => Empfehlung „Wir“, die Skitourengeher sollen an Feiertagen die Skitouren besser in ein anderes Gebiet verlegen.
    Ich lese hier nichts von Emfehlungen das Walsertal in der Ulaubszeit zu meiden.
    Ich gönne den Walsern die Urlaubsgäste und würde mich an dieser Stelle gerne arangieren!!

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  7. Kristian, ich schätze deinen Blog sehr, aber Freie Berge bedeutet für mich, dass die Einheimischen zu entscheiden haben, ob sie uns auswärtigen Tagesgästen, die vor Ort i.d.R. kaum etwas ausgeben, den roten Teppich ausrollen oder eben nicht. Das verstehe ich unter Liberalität.
    P.S.: Als ich das letzte Mal mit dem Auto ins Kleinwalsertal gefahren bin, hab ich, bequem direkt an der Kanzelwandbahn, für wenig Geld geparkt und bin abends mit dem eng getakteten Bus wieder dort hin gefahren.

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    1. Roger, ich bin strickt gegen diese Art der Liberalität. Spielen wir den Gedanken mal durch. Wenn man den Einheimischen in Baad zugesteht, dass sie keine Tagesgäste wollen, denen man unterstellt, kaum etwas auszugeben, muss man Vergleichbares auch anderen zugestehen.
      Mit dem selben Recht, müsste man der Gemeinde Hindelang zugestehen, keine Motorradfahrer am Jochpass zu dulden, die Außerferner schließen den Fernpass für Transitreisende, die Einheimischen im bayerischen Inntal wollen keine Bahnlinie für den Tiroler Brennerbasistunnel und die Einheimischen aus Langenwang dürfen die B19 schließen, die Stuttgarter dürfen einen Bahnhof verhindern usw.
      Dann darf man nur noch die Infrastruktur eines Ortes benutzen, wenn man entsprechend viel Geld dort ausgibt. Das wäre einerseits Kapitalismus pur und gleichzeitig die Rückkehr zu mittelalterlichen Brücken- und Wegezoll in jedem Ort, was ein Ende der Reisefreiheit und jeglicher wirtschaftlichen Entwicklung bedeuten würde.

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  8. Schon schade, da startet jemand den freundlichen Versuch Möglichkeiten aufzuzeigen und stellt sogar Fragen wer wie was warum warum zum Beispiel sind die Parkgebühren der Tagesgäste so uninteressant, lassen Tagesgäste tatsächlich gar kein Geld liegen und wenn, wäre das soooo schlimm wenn man auch Leuten die nicht so viel Geld haben „erlaubt“ die Natur zu erleben und das im Vergleich zu Liftfahrer noch ein wenig umweltfreundlicher – und zack geht man aufeinander los.

    Sorry, ich für meinen Teil war dieses Jahr auch noch nicht im KWT und ich gehe dort bis auf ganz bestimmte Ecken leider auch nicht mehr gerne hin weil ich inzwischen neben wenigen guten etliche negative Erfahrungen dort gemacht habe. Wenn das also das Ziel ist, wird es durch die aktuelle Haltung jedenfalls nicht behindert.

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  9. Lieber Kristian, Danke für Deinen Artikel, sehr gut argumentiert und auch die Zielrichtung stimmt. Ich möchte gerne noch pointierter Folgendes fordern: kostenlose Tages-Parkplätze am Ortseingang von Oberstdorf und ein für alle kostenloser Busverkehr bis Baad und in die Nebentäler. Im Gegenzug mindestens 50,- EURO Tagesgebühr für einen (öffentlichen) Parkplatz im Tal, egal ob in Oberstdorf, Baad oder bei den Bergbahnen. Wer sich ein Auto leisten kann, kann sich auch die Parkgebühr leisten. Umweltbewusste oder Einkommensschwache werden durch das kostenlose Busangebot unterstützt. Und die Verkehrs- und Parksituation im ganzen Tal wird sich – sehr wahrscheinlich – entspannen.
    Der Vorschlag hat nichts mit den „100 EURO Parkgebühr für den Tagesgast“ zu tun, mit dem der Bund Naturschutz im September 2019 Übernachtungsgäste gegen Tagesgäste ausspielen wollte. Beide Gruppen sind willkommen, der Tagesgast wird auch und gerade durch das Angebot des kostenlosen Pendelbusses unterstützt.
    Und ja, der Vorschlag erfordert sehr große Investitionen in Parkraum vor Oberstdorf. Aber das ist eine grenzüberschreitende, EU-subventionsfähige Maßnahme von Oberstdorf und KWT gemeinsam und mit großem Zukunftspotential.
    Viele Grüße und Weiter so! Rüdi

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  10. Tourageher bruuched mir need. Dia chömmed, schiißed hindre de Bosche und gönd widr. Dia Parkplätz sind füür önschre Gäscht

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    1. „Marwin“
      Primtiver gehts nimmer; “ schiiß hin wo wuist………..“ ?
      Wer keine Tourengeher braucht, braucht auch keine Gäste.
      Der Gast entscheidet, welche Freizeitaktivität er durchführt.
      Und wie war das mit dem Seilbahnverbund zwischen Ifen und Walmedinger Horn, war wohl nichts !?
      Ein Glück ist die Mehrheit im KWT klug genug.

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    2. @ Marwin – jeder zweite Zeitschriftenartikel der zusammen mit Kleinwalsertal Tourismus für Winteraktivitäten verfasst wird, wirbt extra für Tourengeher als Nächtigungsgäste. Die Ansprechpartner sind da in Hirschegg für Dich

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  11. Ich gehöre zu den Walsern bei deren Horizont nicht bei der Walserschanze endet, sondern der zusammen mit meiner Frau desöftern die Naherholungsgebiete des Allgäus besucht (Alpsee, Sonthofner See, Fahrradstrecken Iller usw.). Die Parkplatzsuche gehört auch dazu, und wir wären daher genauso bereit 7-12 Euro für einen Tagesparkplatz zu bezahlen wenn das Geld dann nicht an einem privaten Parkplatzbetreiber fliessen würde, sondern an die jeweilige Gemeinde, die ja für den Erhalt der Fahrradwege und Seeanlagen zuständig ist.
    Ist der Parkplatz am Sonthofner See an einem traumhaften Sommertag voll belegt, dann machen wir was ?? Genau, wir suchen trotzdem einen Parkplatz in der Nähe. Und so sehe ich das auch im Kleinwalsertal. Die Idee mehr Parkraum zu schaffen, diese Besucher dann nach Baad oder zur Auenhütte mit dem Linienbus zu bringen, würde den Verkehr im Tal ab Riezlern verringern. 10 – 14 Euro Parkgebühr, dafür dann gratis Weiterfahrt mit dem Walserbus. Schaffung eines Parkplatzes in Unterwestegg, und oder Aufstockung der Kanzelwandparkplatzebenen.
    Die andere Frage und die darf natürlich gestellt werden lautet. Ab wann ist die kritische Masse an (Tages) – Besuchern im Naturraum Baad, Ifen oder sonstwo erreicht. Wann wandern unter Umständen Nächtigungsgäste ab, von denen die Einheimischen natürlich mehr Geld verdienen, als die 10-15 Euro die mit der Parkplatzbewirtschaftung verdient wird? Ganz schwer zu beantworten. Erst recht wenn man als Kleinwalsertal Tourismus Region ja Ausflugziele im Allgäu genauso bei schlechten Wetter bewirbt (Monatsheftle) und diese Ersatzangebote dann ebenso völlig überlaufen sind.

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  12. „Wann wandern unter Umständen Nächtigungsgäste ab, von denen die Einheimischen natürlich mehr Geld verdienen, als die 10-15 Euro die mit der Parkplatzbewirtschaftung verdient wird? “

    Ich glaube nicht dass es da einen Zusammenhang gibt. Eher bleiben Tagesgäste weg wegen zu vielen „Urlaubern“.
    Jedenfalls wenn ich auf mich und mein Umfeld schliesse.

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  13. Das Thema scheint zu bewegen. Es ist der meist kommentierte Artikel auf Freie Berge. Dabei verbeißen sich die meisten in das Thema Verkehr. Also genau dass, was, abgesehen von der Räumung aller Parkplätze, am schwierigsten kurzfristig zu lösen ist. Bei manchen Antworten scheint es mir allerdings, dass es nur darum geht, dass Leute, die tatsächlich oder vermeintlich zu wenig Geld liegen lassen eine Infrastruktur kostenlos in Anspruch nehmen. Wer in Baad so argumentiert, möge bitte bedenken, ob er und seine Hausgäste nicht auch die gut ausgebaute Zufahrt über die B19 in Anspruch nimmt und dafür nichts bezahlt. Wenn dann als Kontra nun die Bezeichnung „geldgierige Hinterwälder“ fällt, so ist das nicht verwunderlich.

    Ich möchte es aber nicht akzeptieren, dass die Bevölkerung eines ganzen Tales so bezeichnet werden. Das stimmt einfach nicht.

    Weil aber manchen meinen, Leute denen man unterstellt zu wenig Geld liegen zu lassen, nicht zu brauchen und anderseits die Bevölkerung eines ganzen Tales schlecht gemacht wird, habe ich mich entschlossen, die Kommentarfunktion für diesen Beitrag zu schließen.

    Wer etwas lösungsorientiertes beitragen möchte, der darf es an meine im Impressum aufgeführte Email Adresse schicken. Ich stelle es dann ein.

    Ich bitte um Verständnis.

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  14. Um zu verhindern, dass die Diskussion aus dem Ruder läuft, habe ich mich entschlossen, die Kommentarfunktion für diesen Beitrag zu deaktivieren. Der Kommentar von Bürgermeister Andi Haid hat mich per E-Mail erreicht und wird nachstehend veröffentlicht.

    Danke an Andi Haid für die Stellungnahme.

    Sehr geehrter Herr Rath,

    die Kommentarfunktion ist bereits geschlossen, dennoch möchte ich Ihnen meine Meinung zu diesem Thema übermitteln.

    „Freie Berge – Kristian Rath

    Die Gemeinde Mittelberg hat das Projekt „Natur bewusst erleben“ im September 2018 mit einer breiten Bürgerbeteiligung und der Einbindung aller Interessensgruppen (auch AV) gestartet. Begleitet durch die externe Unterstützung eines Büros für integrative Naturraumplanung, sowie dem Institut für Ökologie der Uni-Innsbruck. Das Projekt ist 3-stufig angelegt: 1. Analyse des Naturraums Kleinwalsertal, 2. Konzept für die Freizeitlenkung und Nutzung, 3. Erarbeitung von Maßnahmen zur innovativen Wissensvermittlung. Es wurde gemeinsam an Lösungen gearbeitet, der gemeinsame Dialog und das gegenseitige Verständnis gefördert. Im Projekt wurde deutlich, dass unser Natur- und Lebensraum sehr begrenzt ist und wir die Pflicht haben, diesen entsprechend zu schützen. Ergebnisse und Maßnahmen werden im Frühjahr präsentiert.

    Bei der von Ihnen angesprochenen Diskussion im Jahr 2016 „skibergsteigen umweltfreundlich“ im Gemeindeamt sagten sie zu mir: das Parken in Baad ist ein hausgemachtes Problem der Gemeinde, bauen sie mehr Parkplätze, dann ist das Problem erledigt. Meine Antwort darauf – wir werden keine neuen Parkplätze bauen, wir opfern kein weiteres Grünland für den Verkehr. Weiteres darf ich Sie informieren, dass die im Winter nicht geräumten Parkplätze Privatgrundstücke sind und nicht im Eigentum der Gemeinde stehen. Das Parken auf Gehwegen ist verboten, die einzige Zufahrt nach Baad ist für Rettungszwecke uneingeschränkt freizuhalten. Nach wie vor empfehle ich Möglichkeit mit dem ÖPNV oder in Fahrgemeinschaften anzureisen, die Kosten können doch wohl nicht der Grund sein, dass Empfehlungen für´s Falschparken vorgebracht werden.

    Noch zur gemeinsamen Wegbenutzung und zur Streuung im Bärgunttal. Bereits am 13.01.2020 gab es ein Gespräch im Gemeindeamt mit verschiedenen Interessensvertretern zu diesem Konflikt. Ergebnis: der direkte Weg zur Bärgunthütte (untere Weg) wird durchgängig gestreut. Der Brunnenweg wird nicht gestreut, verbunden mit entsprechenden Hinweisen und der Aufforderung an die Tourenskifahrer, entsprechend Rücksicht auf für die Wanderer zu nehmen. Die Beschilderung ist bereits angebracht.

    Bürgermeister Andi Haid

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