Winter 2020 – besser als sein Ruf

Sturm, Schneemangel, Regen und wieder mal Sturm. Der Winter 2019/20 genießt bei den Nordalpenbewohnern keinen guten Ruf. Zu Unrecht, denn die Möglichkeiten, die der Winter 2020 bisher geboten hat, stellen jene des Winters 2019 qualitativ und quantitativ weit in den Schatten. Allerdings musste man ein bisschen kreativ sein. Nicht jede Tour war machbar, aber das war 2019 auch so, wenn auch aus anderen Gründen.

Diese Betrachtung bezieht sich auf die Allgäuer und Lechtaler Alpen!

Der Winter startete in den Ostalpen nördlich der Linie Montafon-Arlberg-Inntal- Pinzgau schleppend und zögerlich. Schneebringende Nordweststaulagen waren selten und noch seltener intensiv. Dafür gab es um so mehr Föhn und stürmisches Westwindwetter. Währenddessen versanken die Südalpen im Neuschnee und – relativ ungewöhnlich- reichte der Südstau bis zum Inn, so dass auch die Zentralalpen im Frühwinter gut eingeschneit wurden.

Immerhin, über die Weihnachstage kam dann endlich der ersehnte Pulverschnee, der dank des vorangegangen Auf- und ab der Schneefallgrenze auf eine feste, teils eisige Unterlage gefallen ist. Im Januar überwiegten dann sonniges Hochdruckwetter, geringe Lawinengefahr und fast durchwegs gute Verhältnisse. Zeit für ausgedehnte Touren.

Januar 2020 und 2019 in Hindelang/Allgäu

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Das Jahr startet perfekt. Geringe Lawinengefahr, Pulverschnee auf gesetzter Unterlage und stabilem Hochdruckwetter. Prinz-luitpold-Haus am 1.1.2020

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Spitzkehrenballett im Aufstieg zur Kaltwinkelscharte

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1.1.2020. Aufstieg zum Hochvogel
Abfahrt Kreuzkopf
1.1.2020 Kreuzkopf
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1.1.2020. Abendstimmung am Prinz-Luitpold-Haus
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2.1.2020. Morgendlicher Aufstieg zum Glasfelderkopf

 

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Zuerst galt es, die Ski 400 Höhenmeter schneelos durch steilen Wald zu tragen, bevor wir dieses einsame Gelände, praktisch vor der Haustüre genießen konnten.
Parken Baad 2
Dichtestress in Baad: Wenn die Autos eh bis nach Bödmen vor parken, dann hilft auch der Parkplatz dort nicht weiter.

In den leicht erreichbaren Schneelöchern herrschte dagegen Dichtestress mit den üblichen Begleiterscheinungen. Parkplatzmangel, unfreundliche, genervte Anwohner, Schuldzuweisungen usw. Baad/Kleinwalsertal im Jan. 2020

Aufstieg Heubat
Dann doch lieber alpine Einsamkeit vor der Haustüre. Erkauft mit 400 Höhenmeter Ski tragen.
Gleitschnee Kleiner Daumen
5.1.2020. Aufstieg zum Kleinen Daumen
Aufstieg Kleiner Daumen
Kleiner Daumen. Jenseits wartet eine Pulverabfahrt bis ganz hinunter zum Giebelhaus.
Aufstieg Seebleskar
Zu einer ehrlichen Berichterstattung gehört es auch, die weniger schönen Seiten zu zeigen. Die Schneehöhen sind unterdurchschnittlich. Latschenzonen und felsiges Gelände bereitet keine Freude. Aufstieg zum Großstein in den Lechtaler Alpen. 6.1.2020
Aussicht Grossstein
6.1.2020 Blick vom Großstein in das Herz der Lechtaler Alpen.

Mitte Januar hat es dann doch ein paar kurze, schwache Nordweststaulagen gegeben, die den Schnee brachten, der für die kurzen unkomplizierten Touren in den Vorbergen nötig ist.  Der Andrang in die Dichtestress geplagten Schneelöcher war vorbei.

Alpe Wilhelmine Balderschwang
Alpe Wilhelmine oberhalb von Balderschwang
Abfahrt Rangiswanger 2
Abfahrt bei Sonnenaufgang vom Rangiswanger Horn
Abfahrt Rangiswanger 1
Erste Spuren am Rangiswanger Horn.

Nachdem sich  die nur kurz angepannte Lawinenlage beruhigt hatte, waren wieder anspruchsvolle Traumtouren möglich.

Schneck Sonnenaufgang Mond

Schneck 17.1.2020

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Aufstieg Laufbachereck

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Abfahrt Schneck 17.01.2020

Abfahrt Salober

Abfahrt Salober1

Heiterwand
Nicht immer war der Himmel wolkenlos. Blick zur Heiterwand bei der Abfahrt zur Tarrenton Alm 25.1.2020
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Tagesanbruch am Hohen Ifen

 

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Sonnenaufgang auf dem Hohen Ifen. Bei sicheren Verhältnissen und zunehmend schlechteren Schnee oder verspurten Modetouren immer ein dankbares Ziel, da der Großteil der Abfahrt im Pistengelände erfolgt.

Die besten Tourentage des Jahres?

 

Diese stellen sich in den Allgäuer Alpen meist ab Ende Januar bis Anfang März für zwei bis drei Wochen ein. Dann wenn es ausreichend geschneit hat, die Lawinengefahr gering ist und die Tageserwärmung noch nicht relevant ist. Vielleicht kamen sie heuer schon ab Sylvester? Gedanken dazu: https://freieberge.wordpress.com/2019/01/30/die-besten-tourentage-des-jahres/

Fazit

Der Januar 2020 hat viel, viel mehr geboten als erwartet. Vielleicht waren das auch schon die besten Tage des Jahres, die meist erst etwas später kommen. Zu Beginn des Winters deutete alles auf ein tückisches Altschneeproblem in den Allgäuer und Lechtaler Alpen hin. Nach und nach stellte sich heraus, dass sich dieses Problem auf die zentralen Lechtaler Alpen beschränkt. Also nach wie vor: Vorsicht dort.  Ein bisschen vermisse ich die Touren, die ich direkt von der Haustüre beginnen kann, so wie 2019. Aber egal. Lieber anspruchsvolle Runden in den Allgäuer Hochalpen bei Sonne, als Wald- und Wiesentouren bei Dauerschneefall in den Vorbergen.

Unter 1.000 m geht im Allgäu und im Lechtal  nach wie vor kaum etwas. Bei der Auswahl sollte man Latschenzonen und felsige Bereiche meiden.

Was bringt der Febuar?

FridaysFor Powder

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Die Gunst der Stunde genutzt: Friday for Powder 7.2.2020 am Schochen.

 

Zunächst mal sehr turbulentes Wetter und dazwischen perfekte Bedingungen. Allerdings unter den selben Voraussetzungen wie der Januar: Man muss das Gelände kennen und die Gunst der Stunde nutzen. Ein stabiles Hoch wäre mal wieder schön.

 

 

 

2 Kommentare zu „Winter 2020 – besser als sein Ruf“

  1. Griaß di,

    Wollten morgen die Samspitze im Lechtal übers Alperschon machen. Wart ihr mal in der Gegend, lassen die Bedingungen im Moment die Tour zu?

    LG Marvin

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    1. Hallo Marvin,
      ich kenne die Gegend, aber die Frage, ob man das aktuelle verwantworten kann, dann ich dir nicht abnehmen, da ich auch nicht vor Ort bin. Außerdem ist die Tour skifahrerisch nicht lohnend.

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