Bergsteigen in der Coronakrise

Bergsteigen ist auf den ersten Blick nur eine Freizeitbeschäftigung, eine eher sinnsole und bisweilen gefährlich noch dazu. Also nicht systemrelevant. Für manche ist es Broterwerb, für manche auch ein Ehrenamt. Für mich treffen alle drei Gründe zu, wobei der Freizeitspaß überwiegt. Während der Coronakrise habe ich einen pragmatischen Umgang mit dem Virus gelebt, das heißt Abstand zu den Mitmenschen halten und Menschenansammlungen vermeiden. Ansonsten habe ich bisher versucht mich nicht von der Panikmache anstecken zu lassen und so weit Normalität zu leben, wie es die staatlichen Repressalien zugelassen haben. Auch beim Bergsteigen. Einige Beobachtungen auf meinen Touren in den letzten Wochen.

In Bayern war Bergsteigen nie verboten. Es wurde davon abgeraten es zu tun. Genau so wie davon abgeraten wird zu Rauchen, AfD zu wählen oder einen SUV zu fahren.  Auf drei, der vier genannten Tätigkeiten konnte während des Lockdown gut verzichten. Auf eine nicht. Die Stimmung auf Tour war seltsam. Geprägt von Mißtrauen  und der Unsicherheit, wie der andere reagiert, wenn man sich begegnet.  Erst wenige, dann sehr viele Leute wagten sich hinaus. Mit der Zeit wurde die Stimmung entspannter. Trotzdem fehlt die Gemeinsamkeit und die Einkehr nach der Tour.

Die Grenzen schließen.

Bis zum 13. 3. 2020 hatte die Krise mit Ausnahme von Italien, wo alles eine Woche früher begann, keine Auswirkungen. An diesem Tag hatten wir eine geplante Tour von der Schweiz ins Lechtal verlegt, da angekündigt wurde, dass die Grenzen zwischen Österreich und der Schweiz geschlossen werden könnten. Beim letzten Tourenabend auf der Grüntenhütte am 11.3. habe ich mir erstmals Gedanken gemacht, ob so ein dicht gedrängtes zusammen Hocken noch angebracht wäre. Am 16.3. riegelte die deutsche Polizei die Grenze zu Österreich ab. Skurril war die Situation am 16.+17.3. im Kleinwalsertal. Die Bevölkerung war faktisch eingesperrt, während man von Deutschland noch problemlos hineinkam und mit Wohnsitz in Deutschland auch wieder hinaus. Das nutzten einige noch zum Tourengehen.

Diese Ungerechtigkeit führte neben verständlicher Verärgung auch dazu, dass sogar Kanzler Sebastian Kurz angeschrieben wurde, etwas gegen Tourengeher zu unternehmen.

Spätestens ab dem 18.3.2020 war der Aktionsradius auf das eigene Land beschränkt.

Touren bei Ausgangsbeschränkung

Der Lockdown im Bayern begann mit mit mit einer, entgegen demokratischen Gepflogenheiten, mit einer am Parlament vorbei geschleusten Allgmeinverfügung der Bayrischen Staatsregierung am Samstag, 21.3.2020 und somit zwei Tage früher als im Rest des Landes. Nur noch aus einem triftigem Grund durfte man das Haus verlassen. Sport im freien war in Bayern, ein „triftiger Grund“, wegen dem man seine Wohnung verlassen durfte.

Der bayrische Lockdown war strenger, als  im Rest von Deutschland,  in der Schweiz oder in Schweden, aber milder als in Tirol oder in Italien.

Zeitgleich mit den Lockdownterminen (Italien 9.3., Österreich, 16.3. ,Bayern 21.3.) veröffentlichten die jeweiligen Alpenvereine den dringlichen Aufruf, auf Outdooraktivitäten zu verzichten. Diesem Aufruf schloss sich die Bayr. Staatsregierung, bestimmte Berufsgruppen, die Bergwacht, die Polizei, und viele Gemeinden und Organisationen an. Der Aufruf war an die jeweilige Rechtslage des Landes angepasst.

Als Grund wurde angegeben, dass Gesundheitswesen nicht zusätzlich durch Freizeitunfälle zu belasten. Nur Spazieren gehen und Joggen im unmittelbaren Nahbereich des Wohnorts war o.k. und das wurde in Bayern sogar empfohlen. Auf keinen Fall sollte man Skitouren oder Bergtouren unternehmen. Ein kurzer Blick auf die Realität zeigte, dass das ein ziemlicher Schwachsinn war.

    • Im Allgäu werden pro Wintertag zwischen 10 und 100 Patienten nach Pistenskiunfällen eingeliefert. Nachdem die Skigebiete geschlossen wurden, standen jede Menge frei Kapazitäten für Coronapatienten zur Verfügung. Das Klinikpersonal hatte kaum noch Arbeit.
    • Nach den Stürmen im Winter waren die Spazierwege im häuslichen Nahbereich oft durch Windwurf beeinträchtigt. Das Überklettern umgestürzter Bäume auf den teilweise noch eisigen Wegen ist vom Verletzungsrisiko höher einzustufen, als eine Skitour im offenen Gelände, bei den Top-Verhältnissen, die über Wochen lang geherrscht haben.
    • Ab wie viel Kilometer oder Höhenmeter, die man direkt von zu Hause zurücklegt, endet der empfohlene Spaziergang und beginnt die nicht empfohlene Bergtour?

Trotzdem beschränkte ich mich auf risikoarme Touren. Da auch der Lawinenwarndienst noch aktiv war, gab meine Funktion als Beobachter dem ganzen noch eine offizielle Legitimation, wobei angesichts der undramatischen Situation auch weniger ausgedehnte Runden gereicht hätten. Fast immer war ich alleine unterwegs und wenn nicht, haben wir die Abstandregeln reichlich eingehalten.

Österreich hat den lockdown fast vollständig beendet. Beim Beginn gab es ca 1000 aktive Fälle. Outdoorsport wurde verboten, um im Fall eines Unfalls das Gesundheitssystem nicht zu belasten und um weitere Infektionen zu verhindern. Heute gibt es rund 2000 Fälle. Die Wahrscheinlichkeit einen Infizierten beim Sport zu begegnen oder selbst den Retter anzustecken ist also doppelt so hoch.

Wer sich über die Unfallhäufigkeit der alpinen Sportarten informieren
möchte, kann das hier tun. Es ist zwischen Pistenunfällen und
Unfällen im freien Gelände zu Unterscheiden.
https://www.alpinesicherheit.at/data/docs/2020/PA%202020_04-28%20Bericht_Winter%202019_20.pdf

Ganz gut: https://www.alpenverein.at/portal/news/aktuelle_news/2020/2020_03_13_coronavirus-alpenverein.php

Habe ich auch in Deutschland immer so gehandhabt, meist sogar noch Abstände und weitere Personen betrifft.

 

Ein Unfall, ein Shitstorm und die Folgen.

Unglücklich formuliert. Klingt so, als hätte die Bergwacht hier die Polizei informiert. Dabei waren es nur weiter gegebene Gesprächsfetzen nach der Unfallaufnahme. Der Shitstorm gings durchs ganze Land.

Ende März wurde ein verunglückter Skitourengänger von der Bergwacht Sonthofen am Riedberger Horn geborgen. Bei einer anschließenden Überfliegung des Berges mit dem Polizeithubschrauber wurden zahlreiche echte und vermeintliche Verstöße gegen die Allgemeinverfügung der Bayr. Staatsregierung festgestellt. Das Thema wurde bis Hamburg hinauf durch die Medien gepeitscht. Ein entsprechender Shitstorm war die Folge.

Auch in den Medien war immer wieder von Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz zu lesen, die die Polizei geahndet hat. Meist wurde die Polizei durch Hinweise aus der Bevölkerung aufmerksam. Sei es ein einsamer Rentner, der mit seinem Nachbaren zusammen ein Bier getrunken hat, ein Single, der mal wieder seine Eltern sehen wollte. Ein Paar Jugendliche, die draußen zusammen ein Bier getrunken haben, ein paar Kletterer, Radfahrer oder Wanderer. Das Misstrauen gegenüber seinen Mitmenschen und der Polizei wuchs.

Der an manchen Tagen ständig über die Allgäuer Alpen kreisende Polizeihubschrauber, der gemäß Pressemitteilung die Ausflugsziele überwachte, trug nicht gerade zu einem entspannten Klima bei.

Hühner aufgeschreckt

95175359_234810851069039_7277939318499311616_n
Birkhahn (Spielhahn) Balz Ende April 2020 im Allgäu. Egal ob Corona oder nicht, man geht hier möglichst in großemAbstand vorbei. Interesssant die Örtlichkeit auf 1900 m, weit über der Baumgrenze und die Uhrzeit 9.30 Uhr. Also eher untypisch
Spielhahn
Dieser Hahn ist mir trotz meiner Umgehung gefolgt und wollte mich vertreiben.

Von da her halte ich die Aussagen in diesem Zeitungsartikel für zutreffen. (Vollständig in der Printversion der Allgäuer Zeitung).

Was wollen die da? Tourengeher kontrollieren? Zurückschicken? Stress machen? Lieber unauffällig vorbei schleichen und den Kontakt vermeiden. Stellte sich jedoch als unnötig heraus.

Selber ging es mir bei einer Tour auf den Entschenkopf auch nicht anders, als ich das Polizeiauto im Talschluss des Retterschwanger Tals sah. Am besten keine Diskussion, Kontakt vermeiden und nicht gesehen werden. Ich schlich also auf einer unüblichen Route hinauf, habe dabei unbeabsichtigt einen Auerhahn aufgeschreckt und habe die übliche Route erst kurz vor dem Gipfel aufgesucht. Dort traf ich auch auf die beiden Polizisten. Entwarnung. Man kannte sich. Es war ein freundliches Gespräch. Die Beiden waren unterwegs um die Netzabdeckung in dem Gebiet zu erfassen, was für potentielle Rettungseinsätze durchaus sinnvoll erscheint.

Wie in einer Diktatur

Alle möglichen Organisationen, Berufsgruppen, Gemeinden, Vereine usw. teilten auf ihren Webseiten den Aufruf „stay at home“ und den Aufruf auf alpine Outdooraktivitäten zu verzichten. Interessant war es dann, wen man auf einer Skitour alles getroffen hat. DAV Funktionäre, Ärzte, Krankenpfleger, Mitglieder von Rettungsdiensten, Bergführer und Polizisten. Alle geeint in der Überzeugung, dass man auf einer Tour das Virus nicht verbreiten könne und das Verletzungsrisiko bei vernünftiger Tourenwahl gering ist. Mich hat das an Kindheitserinnerung meiner Eltern aus dem Dritten Reich, Erzählungen aus der DDR oder Beobachtungen aus dem Iran erinnert. Man plappert nach, was die Staatsdoktrin sind, sei es der Endsieg, der Sozialismus oder der Islam und in Wirklichkeit glaubt man den Schmarren längst nicht mehr und verhält sich ganz anders. Nur dazu stehen will niemand. Eine bedenkliche Entwicklung.

Unter der Woche mehr los, als am Wochenende

Sicher verursacht durch die Ankündigungen an den Ausflugszielen an den Wochenenden scharf zu kontrollieren und die Ankündigungen, dass in einigen Gemeinden alle Parkplätze gesperrt wären oder auch durch vereinzelte fremdenfeindliche Aktionen trauten sich viele Bergsteiger am Wochenende und über die Osterfeiertage nicht auf Tour. Ich selbst habe „Ski+Bike-Touren“ in meiner Heimatgemeinde unternommen und auf dem Weg zum Schnee Nebenstrecken benutzt um am Beginn der Tour nicht gesehen zu werden. Relativ wenig Leute waren unterwegs. Unter der Woche war bei optimalem Wetter und bestem Firn der Parkplatz in Hinterstein halb voll und am Giebelhaus zählte ich bald an die 50 Fahrräder. Ein Augsburger sagte mir, er habe sich am Wochenende nach den ganzen Medienberichten und den Shitstorms in sozialen Medien nicht her getraut.

Ende März am Giebelhaus. Auf Grund geschlossener Grenzen sind hier mehr Leute unterwegs, wie sonst an einem Werktag Ende März.

Weniger Kilometer, mehr Autos

Durch Homeoffice und den Abbau von Urlaub und die Einschränkung der Reisefreiheit haben sich meine Autokilometer drastisch verringert. Die meisten Strecken, auch die Anreise zur Skitour lege ich mit dem Fahrrad, selten mit dem Auto zurück. Interessant ist die Beobachtung, das manche Tourenpartner wegen der Kontaktbeschränkungen getrennt anreisen, getrennt starten und sich irgendwann zufällig 🙂 auf der Tour treffen. Da Fahrgemeinschaften meist nicht erlaubt sind, erhöhte sich so bei einigen die gefahrenen Kilometer.

Während sich manche abschotten, ermöglicht der geöffnete Parkplatz in Hinterstein vielen Menschen kleine Fluchten aus dem Alltag, die nicht so schön leben. Währe schön, wenn sich die Leute nach der Krise daran erinnern.

Verlust gesellschaftlicher Werte

Es ist, als hätte eine ultraorthodoxe Partei die Macht ergriffen. Sie ist absolut, humorlos, lustfeindlich und lässt keine Kritik zu. Alles wird ihr untergeordnet. Die Glaubenssätze sind Wachstumszahlen und flache Kurven. Der Erlöser ein Impfstoff, von dem niemand weiss, ob er jemals kommt. Bis dahin herrschen Fastenzeit und Selbstkasteiung.

Meinungsfreiheit?- War gestern. Coronapöbler akzeptieren keine anderen Gedankenansätze.

Da erkundigt sich ein Urlaubsgast  nach einer Loipe am Ifen, die es früher mal gegeben hat und eine ehrliche Antwort bringt Coronapöbler in Rage. Soweit ganz lustig: Da werden Weiber zu Hyänen. Wenn sie allerdings ihre schlechte Umgangsformen und ihre mangelnden Orts- und Rechtskenntnisse in einem Forum auslassen, in dem auch viele Gäste unterwegs sind, dann schaden die der ganzen Region.

Wer sich jemals gefragt, hat, wie es möglich war, dass Hitler in so kurzer Zeit die Massen mobilisiert hat, der lese sich diese Facebook Kommentare durch und betrachte die ganzen Hysteriker. Dann hat er die Antwort.

Da vergessen ganz normale Menschen jeden Anstand und jede Empathie gegenüber den Hinterbliebenen eines Bergunfalls. Es reicht ein abstrakter äußerer Feind und die brave biedere Hausfrau geifert und pöbelt. Der selbe Typ Mensch, der auch die Juden an die Gestapo verpfiffen hat, weil ohne zu hinterfragen einfach alles geglaubt hat.

Das bleibt mit erkennbaren Namen stehen! Vielleicht ergibt sich mal die Chance, dass ein Angehöriger diese Leute drauf anspricht.

Alle möglichen Berggruppen in Facebook wurden von Coronapöblern regelrecht zerschossen, wenn jemand nach den aktuellen Verhältnissen fragte oder ein Tourenbild postete.

Beispiel:

XY: Weiß jemand ob der Weg aufs Rubihorn schon schneefrei ist, und wie man an der Baustelle Seealpe vorbei kommt

Antwort vom Coronadepp:  Schon wieder so ein Volldepp, bleibt zu Hause, kapiert ihr das denn nicht.

Sorry, aber so etwas geht gar nicht. Aber wie wäre es den Spieß man umzudrehen und in einer Coronahilfsgruppe auf die Frage, ob man sich beim Zahnarzt anstecken kann, mit den Schneeverhältnissen am Hochvogel zu antworten.

 

Dümmer als die Polizei erlaubt

Tal (fast) ohne Corona abriegeln

Rund sechs Wochen lang riegelte die deutsche Polizei das Kleinwalertal ab, um Deutschland vor ausländischem Virenimport zu schützen. Ein Tal in den es zeitweise zwei Coronafälle gab, die aber längst genesen sind. Dafür konnte man vier Polizisten ohne Einhaltung von Abstandregeln dicht zusammensitzend in der Sonne beobachten. Wenn ein Auto kam, stand einer auf und konntrollierte.

Parkplätze sperren und über fehlende Parkeinnahmen jammern

Die Gemeinde Oberstdorf auf Grund fehlender Einnahmen wegen der Coronakrise eine Haushaltssperre verfügt. Gleichzeitig zählte Oberstdorf zu den Gemeinden, welche  die kommunalen Parkplätze sperrte, um Ausflügler fern zu halten. Aber über fehlende Parkeinnahmen jammern.

Überwachungsflüge

Bei einer Tour auf den Gr. Wilden flog mehrfach der Polizeihubschrauber über uns hinweg. Einmal mit sehr geringer Distanz. Ich glaube wir wurden fotografiert. In der Allgäuer Zeitung wurden die Flüge als notwendige Kontrollflüge wegen der Waldbrandgefahr beschrieben. Ok. Klingt logisch. Ein Funke genügt und die Gamswanne geht in Flammen auf. Falls ihr das nicht gemerkt habt. Bei dem weißen Zeug handelt es sich nicht um Schnee, sondern um leicht entzündlichen Kunststoff.

Kontrollflug wegen Waldbrandgefahr sinnvoll. Ein Funke reicht und die ganze Gamswanne geht in Flammen auf.

Begegnung mit der Maskenmuschi

Am Beginn einer Ski+Bike Tour in Oberstdorf blökte mich eine Maskenmuschi mittleren Alters an mit Dackel an.

Skitouren sind verboten“

„wieso“

„Schon die vielen Toten in Bergamo gesehen“

„schon die vielen Toten durch die Heuschreckenplage in Ostafrika oder in Flüchtlingsboten am Grund des Mittelmeer gesehen“

„ Es ist verboten und fertig. Steht überall im Internet“

Aua Aua! Bei aller Tragik, Flüchtlinge hätte man leichter aus Seenot retten können, als den Leuten in Bergamo zu helfen. Egal ob man sie nach der Rettung aufnimmt oder zurückschickt. Aber das hat niemanden interessiert. Ok- Skitouren sind verboten, steht im Internet. Es steht auch im Internet, dass bei Masturbation die Hand schwanger wird, und dass man sich durch den Konsum von Desinfektionsmittel vor Corona schützen kann. Dann wird’s wohl stimmen.

Sinnloser Aufwand und sinnlose Schikanen

Die Abriegelung von Jungholz und dem Kleinwalsertal (null Fälle, bzw, zwei Fälle) sowie die Hubschrauberflüge gegen Ausflügler in den Allgäuer Bergen haben Unsummen an Geld und Manpower verschlungen und waren mit aller höchster Sicherheit epedemisch wirkungslos.

Anstatt Leute zu schikanieren hätte man mit dem selben finanziellen und personellen Aufwand lieber ein paar Intensivpatienten aus Bergamo in eine unser fast leer stehenden Kliniken fliegen können und damit Leben retten.

Ein bisschen Normalität

Ab Ende April spürte man eine deutliche Entspannung, wenn man unterwegs jemand traf. Die Pöbeleien in sozialen Medien wurden weniger. Auch sah man den Polizeihubschrauber weniger oft kreisen. Die Bilder vom Grüntengipfel Anfang Mai 2020 zeigen, dass es eben nicht nur eine kleine, egoistische Minderheit in die Berge geht. Leben und leben lassen. Die Coronahysteriker mögen das respektieren. Wie auch wir es respektieren, wenn sie alleine in selbst gewählter Quarantäne hocken und  dort fett, träge und depressiv werden.

Grünten während des Lockdown

Ausblick

In der Schweiz öffnen am 11.5.2020 die SAC Hütten, die Alpenvereinshütten in Österreich können ab 29.5. für Übernachtungsgäste öffnen. Die bayrische Staatsregierung hingegen hält die Hüttenwirte weiterhin im Unklaren darüber, wann sie wieder Gäste bewirten können. Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden die verfügbaren Plätze reduziert um die Abstände zwischen den Gästen zu gewährleisten. Das bedeutet ständige Überfüllung, Reservierungspflicht und mangelnde Flexibilität. Besonders im schmalen, deutschen Alpenstreifen, sofern die Grenzen noch geschlossen sind.

Was ist mit den Grenzsperren

Über viele Gipfel der Allgäuer Alpen verläuft die Grenze zu Österreich. Aktuell darf diese nur bei Vorliegen genau definierter Gründe an bestimmten Grenzübergängen überschritten werden. Während geringfügige Grenzverletzungen auf Skitouren im Hochgebirge bisher kein Problem darstellten, weil sie vermutlich von der Corona SS gar nicht bemerkt wurden, hörte man aus dem Raum Pfronten-Vils-Füssen Pinswang üble Geschichten. Es war die Rede von vierstelligen Bußgeldern, wenn jemand z.B. von Pfronten durchs Vilstal nach Tannheim radelte oder beim Joggen um den Alatsee auf österreichisches Gebiet kam. Belege dazu liegen mir nicht vor.

https://www.sueddeutsche.de/bayern/verbotener-tourismus-patrouillen-an-gruener-grenze-1.4876057

Für die Allgäuer Hütten bedeutet das herbe Einschränkungen, wenn nicht kleine Grenzüberschreitungen, wie etwa beim Heilbronner Weg oder beim Jubiläumsweg geduldet werden.

In diesem Fall erscheinen auf Freie Berge ein paar Tourenvorschläge auf rein deutschem Gebiet.

Zelten und Biwakieren

Eingeschränkte Übernachtungsmöglichkeiten in Hotels oder Hütten und keine Möglichkeiten Europa und oder gar das eigene Land zu verlassen bedingt kreative Lösungen. Im Zelt oder im Biwak lassen sich im Gegensatz zu einer Hütte Abstände gut einhalten. Trotz reduzierter Übernachtungskapazitäten ist es somit für jeden möglich die Berge zu erleben. Aus Naturschutzsicht sind kreative Lösung und Toleranz gefragt. Es gibt Stellen, wo kein paar Zelte nicht stören, an anderen Stellen wäre das höchst schädlich. Denkbar wäre es, vorübergehende Zeltplätze gegen Gebühr in der Nähe der Hütten auszuweisen, wo man dann auch einkehren und die Toiletten benutzen kann. Ansonsten einfach mit gesunden Menschenverstand biwakieren und nachstehende Links beachten

https://freieberge.wordpress.com/2015/07/07/zelten-und-biwakieren-in-den-allgauer-hochalpen/?wref=tp&wref=tp

https://www.zeit.de/kultur/2020-04/zelten-coronavirus-krise-tourismus-umweltschutz-jedermannsrecht

Fazit:

Wir werden nach Corona für Freiheit, Rechtstaatlichkeit und Bürgerrechte kämpfen müssen. Durchaus auch mit zivilen Ungehorsam in der rechtlichen Grauzone. Die zahlreichen Demonstrationen  zeigen, dass sich das Stimmungsbild wandelt. Leerstand  könnte im Allgäu bald einer Überfüllung weichen mit den üblichen Diskussionen über Verkehr, Dichtestress, Mountainbiken, Biwakieren.

 

46 Kommentare zu „Bergsteigen in der Coronakrise“

  1. Danke für deine Beiträge!
    Mein Plädoyer: mehr Sachlichkeit und nicht in den Tonfall des unsachlichen, aggressiven, vermeintlichen Gegners einsteigen…
    Auch ich war während des Lockdowns fast täglich unterwegs. Tourenplanung mit Verstand hat sich bewährt und Gehen zu Zweit war trotz Kontrollen nie ein Problem. Der kreisende Polizeihubschrauber trägt nicht gerade zur Entspannung bei. Hat uns aber auch in Ruhe gelassen. Da bin ich ganz deiner Meinung: Diese Gelder hätte man sinnvoller investieren können!
    Was mich aber an deinen Einträgen in letzter Zeit stört, ist der polarisierende und z.T.unsachliche Tonfall. Woher weißt Du z.B., daß die Frau, die sich unsachlich äußerst eine „biedere Hausfrau“ ist? Warum rufst Du zum Boykott der Wirte und Gastgeber im ganzen OAL auf? Die können meiner Meinung nach gar nichts dafür, daß von den Gemeinden die Täler und Parkplätze gesperrt wurden. Auf der Ostlerhütte gab es z.B kreative Möglichkeiten der Verpflegung. Und die sollte man dann auch unterstützen.
    Ich bin gegen diese „Auge um Auge Mentalität“ und schon immer dafür, die lokalen Hüttenwirte und Gastgeber zu unterstützen.
    In diesem Sinne…
    Gaby

    Liken

    1. Hallo Gabi,

      danke für deinen Beitrag. Du fragst, woher ich weiß, dass es sich um die „biedere Hausfrau“ handelt, die mit Genugtuung den Tod eines abgestürzten Bergsteigers kommentiert?
      Der Blick auf ihr Facebookprofil führt zu diesem Schluss. Kein Monster, keine Extremistin, sondern Kochen, Katzen, Tiere, Haushalt usw. Genau das ist erschreckend.
      Welche Signale sendet man aus, wenn man dann, wenn am Besucher nichts zu verdienen ist, alle Parkplätze sperrt, Autos mit fremden Kennzeichen beschädigt oder die Fahrer als „Münchner Seuchengraddler“ beschimpft? Das sind sehr böse und fremdenfeindliche Signale.
      Warum soll man dort noch das Geld hintragen. Ist es da nicht gerechter, wenn man dann, wenn die Wirtshäuser wieder aufsperren, dort sein Geld lässt, wo man sich toleranter gezeigt hat, wo man leben und leben lassen praktiziert hat.
      Nicht jeder wohn so schön wie ich. Ich habe vollstes Verständnis, wenn Menschen aus der Stadt geflohen sind um bei einer Bergtour mal auf andere Gedanken zu kommen, als den ganzen Coronawahnsinn. Besser auf raus in die Natur, als sich im Netz radikalisieren und Verschwörern hinterher rennen.

      Liken

  2. Für Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Bürgerrechte muss man immer einstehen, nicht nur nach der Krise. Dass der Rechtsstaat funktioniert, zeigen diverse Gerichtsurteile, durch die überzogene Maßnahmen zurecht gestutzt und Grenzen staatlicher Eingriffe gezogen wurden. Selbst wenn es keine Einschränkungen gäbe, würde schon der gesunde Menschenverstand sagen, dass man Ansammlungen vermeiden, Hygiene – und Abstandsregelungen einhalten sollte, um die Pandemie einzudämmen. Abgesehen davon dass kein Recht besteht, andere anzustecken oder durch Leichtsinn zu gefährden, sollte man nicht alles glauben, was von Verschwörungstheoretikern, Pegida oder bestimmten Kreisen auf verschiedenen Plattformen oder Demonstrationen verbreitet wird.

    Liken

    1. Die viele Zeit, die man plötzlich hat, nutzt man besser auf einer Tour, anstatt sich auf RT, Sputnik, PI, und wie der Käs auch immer heißt so lange zu radikalisieren, biss man wirklich glaubt, dass die Chinesen das Virus im Auftrag von Bil Gates gezüchtet haben.

      Gefällt 1 Person

  3. Hm, ich hab mir den Beitrag sicher dreimal durchgelesen, da kommen so viele verschiedene Aspekte zusammen…

    Zu Facebook: darauf geb ich nix, da sieht man eh nur, wie stark der Herdentrieb ausgeprägt ist, indem viele Schreiber ihren Vorschreibern zustimmen oder sich gar noch (hinein-)steigern. Oder, im speziellen Fall von Corona, mit ihrer Selbstkasteiung hadern, diese öffentlich kundtun und dann Abweichler medial an den Pranger stellen und mit irgendwas bewerfen – nur um sich selbst in ein gutes (Staatsbürger-)Licht rücken zu können. Schadenfroh, selbstgerecht, über andere richtend, das sind wir gerne und schnell. Da kann man nur sagen: „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein.“

    Meine Beobachtung (nicht nur in den sozialen Medien) ist, dass eher die jüngere Generation (15-25) die Mehrheit an der „Ach scheiß drauf, mir kann eh nix passieren“-Fraktion stellt, die gekonnt ignoriert, dass sie im Falle einer symptomlos oder milde verlaufenden Erkrankung möglicherweise auch ihre Eltern oder Großeltern anstecken, bei denen dann die Krankheit heftiger zuschlagen könnte. Ich habe selbst auf einem Grasberg im südlichen Oberallgäu eine 15er-Gruppe junger Erwachsener beobachten können, keine Abstände, Spirituosen… vermutlich lauter Geschwister 😉 Andererseits scheinen mir eher die 30- bis 50-jährigen mehrheitlich der lauten und selbstgerechten Fraktion anzugehören. Bei den „Rentnern“ scheint es aber auch viele sorglose Kandidaten zu geben, obwohl die ja eher zu einer der Risikogruppen gehören. Zumindest rein theoretisch/hypothetisch würde ich es mich schon interessieren, wie das Verhalten aller wäre, hätten wir Verhältnisse wie in der Lombardei (was natürlich niemand ernsthaft wollen kann).

    Dass Politik, Polizei, Bergwacht, DAV etc. zu einem (freiwilligen) Verzicht auf Freizeitaktivitäten mit hohem Risiko aufrufen, hat ja durchaus seine Berechtigung. Es ist schon richtig, dass es in einer Wintersaison durch die diversen Sportarten sicher zu hunderten Verletzten und vielen Toten kommt, diese nun mehr oder weniger wegfallen und nicht in den Krankenhäusern liegen. Allein darum geht es aber nicht – es geht auch darum, dass sich die Rettungskräfte bei einem größeren Einsatz der potentiellen Gefahr einer Ansteckung aussetzen, und die Ansteckung eben auch von Rettern und Geretteten unbemerkt passieren kann. Dieses Risiko gilt es zu minimieren, und wenn sich Tourengänger, Wanderer, Bergsteiger etc. dran halten, ist das doch in Ordnung. Wenn es dann halt schiefgeht und trotzdem was passiert, dann muss man sich je nach Ursache (aufgrund der Verhältnisse: Tour doch risikoreicher als gedacht, falsche Ausrüstung (weiße Hallenturnschuhe, sag ich da bloß…) usw.) halt den Konsequenzen stellen. Andererseits: auch bei einer einfachen Wanderung durch den Wald kann man stolpern und sich das Handgelenk brechen. Ist halt immer eine Abwägung zwischen Freiheitsdrang und Verantwortungsgefühl.

    Der „Glaube“ an die Wissenschaft, also Zahlen, Fakten, Wissen etc. ist doch gut? Jedenfalls weit besser als Globulisten, Homöopathiker, Impfgegner, Flacherdler etc. 😉

    Liken

    1. Naja dass sind unsere Interssensvertreter und kümmern sich drum das wir überhaupt da hoch dürfen, kümmern sich m die Wege und die Hütten. Sie verhandeln mit Behörden in unserem Namen wenn mal wieder was gesperrt werden soll. Der DAV ermöglicht dir in die Berge zu gehen, insoweit kann er dir auch empfehlen es den ein doer anderen tag sein zu lassen.

      Liken

      1. Nein, der DAV ist gerade nicht unser „Interessenvertreter“. Das ist leider ein weit verbreiteter Irrtum, dem der Präsident selbst unterliegt. In der aktuellen Satzung des DAV ist neben vielen Zwecken nicht die Vertretung der Interessen der Mitglieder gegenüber dem Staat oder die Beteiligung bei der öffentlichen Meinungsbildung aufgezählt. Meinungsäußerungen wie jetzt in der Corona Krise („Bleibt’s dahoam“ etc.) sind schlicht satzungswidrig.
        Außerdem: Wir „dürfen da hoch“, weil es (u.a.) in der Bay. Verfassung steht, nicht wegen des DAV. Wäre ja auch noch schöner…

        Liken

  4. Die größte Frechheit waren die „Appelle“ von Bergwachten und DAV mit dem Slogan: „Bleibt’s daheim, die Berge laufen nicht weg!“ Wer hat denn diese Funktionäre ermächtigt, solche Appelle in die Welt zu setzen? Sind das die neuen alpinen Moralapostel? Woher kommt die Legitimation, Bergfreundinnen und Bergfreunden sagen zu wollen, was richtig und was falsch ist? Die jüngste Geschichtsaufarbeitung des Alpenvereins zu seiner braunen Vergangenheit ist wohl nicht bis ins Bewusstsein der Funktionäre vorgedrungen, anders ist nicht zu erklären, wie man sich hier zum Werkzeug der Exekutive gemacht hat, die sich – zu Recht!- nicht getraut hat, die Grundrechte noch weiter einzuschränken und – leider- stattdessen auf völlig irrationale Panikmache gesetzt hatte. Es hat dann nicht verwundert, dass auf die übergriffigen und anmaßenden Appelle hin sich plötzlich viele Zeitgenossinnen und Zeitgenossen (schöne Beispiele in Deinem Blog!) berufen gefühlt haben, anderen zu erklären, welches Verhalten in den Bergen richtig oder falsch ist. Auch das ist eine Erkenntnis aus dieser Pandemie: der Ungeist der Zeit vor 1945 ist ganz schnell wieder gesellschaftsfähig, er hat sich über die Generationen gehalten: die Volksgemeinschaft fordert “Solidarität” im Kampf gegen einen gemeinsamen Feind und schon gehen Verhältnismäßigkeit, Toleranz und Respekt vor dem Andersdenkenden verloren.
    Das Virus ist nun immer noch da, Bergführer und Hütten möchten wieder Geld verdienen und siehe da: jetzt kann man laut DAV doch wieder in die Berge und die “Rettungskräfte” können sich – oh Wunder – plötzlich ausreichend selbst schützten und ihren gesetzlichen Aufgaben nachkommen. Was für eine Verdummung der Menschen waren die Appelle!
    Die Bergwachtsfunktionäre in Sonthofen und anderswo haben ihren Ehrenamtlichen einen Bärendienst erwiesen, als sie sich mit falschen Behauptungen vor den Panikwagen haben spannen lassen. Denn jetzt geht die Diskussion los, ob man sich auf eine Bergwacht verlassen kann, die schon bei diesem Virus zu erkennen gibt, eigentlich nicht mehr ausrücken zu wollen. Was ist erst los, wenn die Mortalität eines Virus bei 20% oder mehr liegt? In der Stadt haben die – hauptamtlichen- Rettungsdienste keine Appelle und die Welt gesetzt, nicht mehr auf Leitern zu steigen, das Heimwerken zu unterlassen oder die Radelwege zu meiden. Warum wohl?
    Im Jahr 2012/13 hatte das RKI in einer BT-Drucksache eine Pandemie durchgespielt und dabei einen modifizierten Coronavirus („SARS-Modi“) unterstellt. In dem Planspiel, das die damalige Bundesregierung zu präventiven Maßnahmen ermutigen sollte (die unterlassen wurden) geht das RKI davon aus, dass es bei den ehrenamtlichen Rettungskräften zu „Interessenkonflikten“ kommen wird. Leider haben genau das die Bergwachten mit ihren Appellen bestätigt.

    Gefällt 1 Person

  5. Lieber Kristian,

    Danke für Deine Beiträge. Es ist sehr viel wahres daran.
    Leider gleitest Du manchmal auf das Nivea derer hinunter die du – meiner Meinung nach zurecht – kritisierst.
    Und: „Maskenmuschi“ geht gar nicht!
    Erich Haid

    Liken

  6. Alpines Bergsteigen ist meine Antriebsfeder und mein Lebenselexier.
    Immer aufrecht und nie überheblich.
    Corona ist keine Invasion von Außerirdischen sondern ein von Menschen gemachtes Problem.
    Der Umgang damit war und ist was das Bergsteigen betrifft sehr emotional und übersteigert.
    Abstand halten zur Entschleunigung hilft nicht nur in Corona Zeiten.

    Liken

  7. Der Appell von Alpenverein und Bergwacht an Solidarität und Verantwortungsgefühl der Bergsteiger, vorübergehend auf Bergtouren zu verzichten, war angesichts der Pandemie, ihrer Gefährlichkeit und steigender Infektionen hierzulande berechtigt und keine Volksverdummung. Wir Bergsteiger leben nicht in einer Blase, in der uns – was drumrum passiert – nichts angehen würde. Wenn weltweite Reisebeschränkungen gelten und Grenzen geschlossen sind, wenn man sich überall zurücknimmt, im Sport, in Verbänden und Vereinen, Schulen und Unis, Wirtschaft, Gastronomie, Tourismus, Kirchen usw., können wir nicht darauf beharren, dass unsere bergsteigerischen Interessen allem anderen vorgehen, dass unsere Gemeinschaftstouren, Kurse und Ausbildung durchgeführt werden müssten und dergleichen mehr – selbst wenn man die Meinung vertritt, die Infektionsgefahr sei doch gar nicht so schlimm und die Folgen der Pandemie übertrieben.

    Dass der Alpenverein angesichts sinkender Zahlen und Lockerungen in anderen Bereichen nicht stur an seiner Empfehlung festgehalten sondern sie abgemildert hat, ist eigentlich selbstverständlich.

    Nicht verständlich ist, was die unbestritten braune Vergangenheit des Alpenvereins mit der Corona-Krise zu tun hat. Es ist richtig, dass es dem Alpenverein lange – viel zu lange – schwer gefallen ist, diese dunkle Seite seiner Geschichte aufzuarbeiten (wozu ich stolz bin, einen Betrag geleistet zu haben). Soll der Alpenverein deswegen keine alpinen Empfehlungen mehr abgeben? Oder soll er vielleicht vor jeder Empfehlung eine Mitgliederbefragung durchführen, um „legitimiert“ zu sein?

    Das ist ja das Schöne an der Demokratie, dass man (fast) alles behaupten kann, dass man die wildesten Verschwörungstheorien in die Welt setzen kann, zum Beispiel dass die Krise nur herbeigeredet wird, um das Volk zu verdummen und zu kontrollieren, dass Bill Gates dahintersteckt, dass wir auf dem Weg in eine Diktatur sind und neuerdings sogar – wie ein Kardinal behauptet hat – dass man die Religion und die Gottesdienste abschaffen will und was an abenteuerlichen Theorien sonst noch im Netz und auf Demos verbreitet wird. Auch dass man sich für klüger halten und andere Ratschläge geben kann als führende Virologen und Epidemologen, die Regierungen und Gesundheitsbehörden beraten. Jeder hat das Recht auf seine Meinung. Ob diese Meinung begründet ist, ist eine andere Frage und man sollte sich angesichts von Zahlen und Verlauf der Pandemie ernsthaft fragen, ob nicht die Kritik an den Maßnahmen übertrieben ist und nicht Warnungen.

    Liken

  8. Teil 2:
    ………………
    In Italien und Spanien duften Kinder für sechs/sieben Wochen nicht aus dem Haus und wir versuchen mit Rechtfertigungen über Demokratie und fehlende rechtsstaatliche Prozesse eine
    Argumentationskette zu fabulieren, um vor uns selbst zu rechtfertigen, warum wir uns nicht verbieten lassen in die Berge und zum Klettern zu gehen. Das ist „nur“ ein Virus, man bat uns für einige Wochen nicht in die Berge und an die Felsen zu gehen, und daraus macht mancher, aus persönlichem Egoismus, eine Krise der Demokratie! Natürlich muss darüber gesprochen wie funktioniert in solchen Zeiten Gesetzgebung und Überwachung. Aber eine Krise der Demokratie? Ich bitte dich.
    Unsere Krankenhäuser waren nicht überfüllt, weil die Regierungen und Verwaltungen enge Grenzen gesetzt haben. Ihr daraus jetzt einen Strick zu drehen, dass es doch noch genug freie Betten gab, ist populistisch verdreht die Tatsachen. Weshalb macht man das? Wo liegt das Interesse derjenigen die diese Verleumdung aufstellen?
    Unsere Interessenvertretungen wie DAV, Bergwacht, die IG-Klettern und Weitere, stehen für unserer Interessen ein, wenn wir Sie brauchen. Uns nicht an deren Appelle und Empfehlung zu halten, weil wir Sie für überflüssig halten, finde ich völlig falsch. Wenn sie das nächste Mal mit Behörden verhandeln, wird Ihnen vorgehalten, dass bei Bergwanderern und Kletterern Apelle nicht helfen, sondern nur Verbote, und schon ist der nächste Felsen gesperrt.
    Und diese Apelle mit „AFD wählen“ zu vergleichen verharmlost völlig die wirkliche Gefahr die von dieser rechtsradikalen Partei ausgeht. Das ist unmoralisch und unerträglich für diejenigen die Opfer dieses aktuellen Rechtsradikalismus geworden sind (an den NSU, Hamm und Leipzig muss ich wohl nicht erinnern). Es ging darum ein wenig still zu halten und nicht um den Kampf gegen Autokraten. Ich würde dich verstehen, wenn wir in Ungarn oder einer anderen „kranken“ Demokratie leben würden.

    Wir müssen diskutieren was uns das Leben Wert ist, wir sollten diskutieren wieviel Tote wir in welchen Ländern bereit sind in Kauf zu nehmen (Boris Palmer), auch die wirtschaftlichen Folgen und wer unterstützt werden soll, muss eine wichtige Diskussion werden. Wir können auch über Sinn und Unsinn von Abstandsregeln und ähnlichem diskutieren, gerne auch konträr und wenn es sein muss auch etwas lauter. Es ist auch dringend notwendig unsere rechtsstaatlichen Prozesse während einer Pandemie oder ähnlichen Situation zu klären. Wie und wann wird man aus der derzeitigen rechtsstaatlichen Grauzone wieder in den „Normalbetrieb“ zurückfahren. Hierzu wird es in naher Zukunft sicher sehr wichtige Entscheidungen des Bundesverfassungsgerichtes geben.
    Es geht mir auf keinen Fall darum Kritiker mundtot zu machen. Unsere pluralistische Gesellschaft in der jeder seine Meinung sagen kann ist unser wichtigstes Gut. Aber einfache Regelungen, die von demokratischen Institutionen ausgegeben werden und die uns, vorhersehbar, nur einige Wochen in dieser Strenge einschränken würden, nicht einzuhalten, nur weil man glaubt es besser zu wissen IST IMMER FALSCH!
    Wir leben weder in Ungarn oder einem anderen pseudodemokratischen Land. Es geht nicht um den Widerstand der zur Pflicht wird, wenn demokratische Strukturen versagen. Wer versagt hat sind wir Bergsteiger und Kletterer die unglaublich stark, unglaublich gesund, meist unsagbar männlich und unglaublich besserwisserisch sind.
    Und sich dann hinstellen und schreiben: „Naja ich hab’s besser gewusst und bin schön in den Bergen unterwegs gewesen, so wie andere, die genauso schlau waren wir ich, dass auch getan haben“, das Kristian, das ist wirklich sehr überheblich und hilft in der Situation niemandem. Es erschwert das Miteinander und Mitgefühl gegenüber meinem Nächsten.

    Grüße Uli

    PS.: Gerne komme ich mal aus Ulm ins Allgäu und diskutiere das mit dir auf einer netten Wanderung oder Skitour.

    Gefällt 2 Personen

    1. Ein wirklich sympathischer Beitrag, ich stimme Dir in sehr vielem zu. Manchmal denke ich, es wäre besser gewesen, Bergtouren wie in Österreich zu verbieten und man hätte gerichtlich klären können, weshalb es epidemiologisch und juristisch richtig ist, einen Spielplatz für Kinder zu sperren aber nicht die Berge für mündige Bergsportlerinnen und Bergsportler. Stattdessen wurde versucht, das gleiche „Ergebnis“ mit Appellen zu erreichen. Unterlegt mit den Argumenten „Schutz des Gesundheitswesens“ und „Schutz der Ehrenamtlichen in der Bergwacht“ wurden die Appelle in eine moralische Dimension von Leben und Tod gehoben, die den Nährboden bildeten für die Auswüchse, die Kristian in seinem Blog so anschaulich belegt hat. Jetzt wird man sagen, dass es doch auch um Leben oder Tod ging – natürlich! Aber doch nicht bei der Frage, ob man der Bergwacht zumuten darf, in Corona -Zeiten auszurücken. Vorschnell mit „Leben oder Tod“ (und übrigens auch mit „Solidarität“) zu argumentieren ist eine Methode, die tatsächlich in faschistischen Systemen charakteristisch ist, vor allem wenn Institutionen sie inszenieren (daher mein Vorwurf an den DAV). Sie mobilisiert in die Breite, emotionalisiert und grenzt klar ab, zwischen „gut und böse“. Das hat es vor Corona in Deutschland nicht gegeben, jedenfalls erinnere ich mich an nichts Vergleichbares.

      Gefällt 1 Person

      1. Hallo Rüdi, Danke für deine Antwort, daraus ergibt sich eine Dskussion, die ich gerne führe.
        Leider fehlt bei meinem Kommentar der „erste Teil“ den ich nicht online bekomme. (Eventuel zu lang oder so) Vielicht kann Kristian da noch was dran machen.

        Liken

    2. „Aber einfache Regelungen, die von demokratischen Institutionen ausgegeben werden und die uns, vorhersehbar, nur einige Wochen in dieser Strenge einschränken würden, nicht einzuhalten, nur weil man glaubt es besser zu wissen IST IMMER FALSCH!“

      Eine weinerliche Bitte oder ein Apell sind keine Regelung an die man sich zu halten hat, sondern allenfalls Blabla. Deswegen ist es immer richtig, diese zu ignorieren.

      Liken

      1. „Eine weinerliche Bitte oder ein Apell sind keine Regelung an die man sich zu halten hat, sondern allenfalls Blabla. Deswegen ist es immer richtig, diese zu ignorieren“.

        Die Empfehlung des Alpenvereins, sich für kurze Zeit zurück zu nehmen, war weder eine weinerliche Bitte, noch blabla, sondern ein Appell an das Verantwortungsbewusstsein und die Solidarität der Bergsteiger. Wenn es die überwiegende Meinung unter den Bergsteigern wäre, derartige Aufrufe immer zu ignorieren, dann ist es bald vorbei mit Kletter- und Skiroutenkonzepten, die auf Empfehlungen und Freiwilligkeit beruhen. Dann könnte man sich die Mühe sparen und die Behörden würden eher zu Verboten und Sanktionen greifen, als gemeinsame Lösungen zu finden, wie es mancherorts schon der Fall ist . Man sollte auch nicht ignorieren, dass Freiheit immer auch mit Verantwortung zu tun hat.

        Liken

      2. Der Erfolg hat viele Väter, der Misserfolg ist Waisenkind. Dass Deutschland die erste Viruswelle so gut überstanden hat, ist das Ergebnis von – erzwungener – Kontaktvermeidung und einem gut aufgestellten Gesundheitssystem. Der Alpenverein hat nun rein gar nichts dazu beigetragen, und die “Solidarität” der Bergsportler/innen gleich zweimal nicht. Daheimbleiben war nutz- und sinnlos. Die Argumentation mit dem Schutz der Bergwachtler vor Ansteckung war erkennbar falsch.
        Jetzt wird man argumentieren, dass man es Mitte März eben nicht besser wusste. Stimmt. Aber wie kann man auf so ungewisser Faktenlage einen solchen “Appell “ raushauen? Wenn man schon unbedingt nicht Schweigen wollte, warum hat man nicht gesagt: „wir wissen es auch nicht besser, aber wir raten zu Vorsicht und Zurückhaltung, im Zweifel erscheint es uns vernünftiger, die Berge wieder in Angriff zu nehmen, wenn sich die Sachlage geklärt hat”? Der DAV hätte seinem Nichtwissen Rechnung getragen. So wurde aus einer Empfehlung ein Appell, und weil man die „Solidarität“ der Bergsportler-/innen einforderte, auch noch ein moralischer. Das war der Nährboden für maßlose Anfeindungen, Emotionalisierung und Entrüstungsentgleisungen, von denen Kristian berichtet hat. Der DAV hat die Bergcommunity in “Gute“ und “Böse“ gespalten. Das war das einzige, was er mit seinem Appell erreicht hat.
        Ich stelle die Frage, was den DAV zu einem solchen moralisch unterlegten Appell legitimiert. Die Satzung ist es nicht.

        Liken

  9. Leider ist dein beitrag außerordentlich beleidend, oft unsachlich und du überteibst ebenfalls. Genau so wie du es den anderen vorwirfst. Und von einer nazizeit sind wir zum Glück weit entfernt. Schade, das macht es mir zunehmend unmöglich deinen block zu lesen. Besserwisserei und überheblichkeit gepaart mit sexistischen beleidigungen idt nicht mein niveau.

    Liken

  10. Tja, meine Kommentar von gestern Abend ist wohl der Zensur zum Opfer gefallen.
    Kristian: Deine Worte sind eine Ungeheuerlichkeit.
    Ziehe Dich mit diesen verqueren Äusserungen zurück.
    Recht ist Recht für UNS ALLE.
    Diffamiere nicht die die sich an die Vernunft und Regeln halten.
    Auch Du und andere können zum Wohle der Gemeinschaft auch mal auf was VERZICHTEN!
    Ich frage mich sehr, wie Du das mit Deiner Funktion bei der Bergwacht vereinbaren kannst!
    „Ehrenamt ist Ehrensache. Besonders bei der Bergwacht Bayern. Bergrettung ist nicht nur Patientenwohl. Zusammenhalt und soziale Verbundenheit, sondern auch gesellschaftliches Fundament und alpine Kultur.“
    Ich hoffe nicht dass die Überorganisation „Rotes Kreuz Bayern“ Deine Einstellung in den Zeitend von SARS-CoV-2/CoVID-19 unterstützt

    Liken

    1. Die diffammierten Münchner legen hier an dieser Stelle großen Wert
      auf „Bergwacht Bayern“…..seit Ihr außerhalb eigentlich davon betroffen.
      Übrigens die Zeit des Verzichtens ist mittlerweile vorbei, der DAV rät von keinen Touren in Bergen mehr ab.

      Liken

      1. @AndreasMM: „Übrigens die Zeit des Verzichtens ist mittlerweile vorbei, der DAV rät von keinen Touren in Bergen mehr ab“
        –> also sofort raus: nachholen, .. Trailrunning, etc.

        Liken

    2. Hallo Wolfgang, dem kann ich nur zustimmen.
      Nur weil etwas nicht verboten ist, bedeutet es noch nicht, dass es bei aktueller Lage richtig ist. Letztlich ist es doch die Frage ob uns unsere individuelle Freiheit wichtiger ist, oder ob es möglich ist diese Freiheit selbst einzuschränken, und sich einige Wochen an Appelle und Gebote zu halten, um es der Gemeinschaft zu erleichtern durch diese Zeit zu kommen, auch wenn es uns persönlich dadurch vieleicht etwas schwerer fällt.
      „Wir sollten dem Anderen mit Mitgefühl begegnen und uns an die Regelungen halten, auch wenn man sie persönlich für unvernünftig hält, umso leichter fällt es dem Anderen ebenfalls die Regeln zu befolgen, die eventuell vernünftiger aber schwerer einzuhalten sind“. Das sagte sinngemäß die neuseeländische Premierministerin, und in Neuseeland waren die Regeln strenger und wurden befolgt.

      Liken

      1. Die aktuelle Lage hat sich mittlerweile geändert und wurde aufgrund Zahlen und Fakten abgemildert !

        Liken

      2. Oben weisst Du noch darauf hin, „es sei dringend notwendig unsere rechtsstaatlichen Prozesse während einer Pandemie oder ähnlichen Situation zu klären. Wie und wann wird man aus der derzeitigen rechtsstaatlichen Grauzone wieder in den „Normalbetrieb“ zurückfahren“
        Jetzt ist es soweit und Du stellst es in Frage. Ich glaub, dann wirst Du noch länger in Ulm bleiben müssen, um Deinen Prinzipien treu zu bleiben.

        Liken

    3. Die Penetranz, mit der du wirklich JEDEN Beitrag von Kristian zu dem leidigen Seuchen-Thema (und teilweise auch zu ganz anderen Sachverhalten) kommentieren MUSST, zeigt mir v.a., wie langweilig dir in deinem selbst auferlegten Hausarrest doch sein muss…

      Liken

      1. Das tust Du ja auch, indem Du nachzählst und alles durchliest wie oft von meiner Seite Kommentierungen verfasst wurden.
        Wenn es Dir nicht passt, kannst Du Dich ja an den Moderator wenden.

        Liken

    4. „Diffamiere nicht die die sich an die Vernunft und Regeln halten.“

      Welche Regeln sollen das sein? Es gab schlicht keine.

      „Auch Du und andere können zum Wohle der Gemeinschaft auch mal auf was VERZICHTEN!“

      Süß. Soll ich mal aufzählen was mir vorgehalten wird wenn ich sage dass Schiffs- oder Flugreisen asozial sind?

      Liken

  11. Wenn man fast zwei Monate lang in der Corona-Soforthilfe gearbeitet und die Sorgen von Selbstständigen und Kleinunternehmern hautnah mitgekriegt hat, überkommt einen bei diesem von Kleingeistigkeit und Egoismus triefenden Beitrag nur noch das Kotzen. Dass ich mit dieser Meinung nicht ganz allein stehe, zeigen wohltuend viele der Kommentare hier. Die anderen finden wahrscheinlich auch Gründe dafür mit 80 durch 30er-Zonen blasen zu dürfen.
    Tut mir leid Kristian – Deinen (ehemals anregenden) Berg-Blog werde ich mir in Zukunft schenken.

    Liken

    1. Ich glaube es ist keine gute Idee mit den am mesten Betroffenen von den Ausgangsbeschränkungen an dieser Stelle zu argumentieren.
      Völlig humorlos.

      Liken

      1. @Wini: bei Aufruf zum zivilen Ungehorsam, Missachtung von Empfehlungen, Missachtung von Regeln, Ablehnung von Bitten von NGOs, Verwendung von Begriffen aus den Jahren 1930-45 (leider wieder aufflamend), etc.
        ist HUMOR einfach nicht angebracht. Es ist mehr als zynisch.
        Wo und was möchtest denn argumentieren?
        Gibt ja zusehends tolle Ebents mit tollen Plakat ….. aber: dann bist halt von den Bergen ferngehalten … dumme Sache, gell

        Liken

      2. Zu Wolfang:
        Ich lasse mir nicht das Wort im Mund umdrehen.
        Humorlos im Sinne Kleinunternehmer wie Einzelhändler zu erklären, warum der Baumarkt offen ist und er seine Kleidung nicht verkaufen darf.

        Liken

  12. Wini: was findest Du als humorlos?
    Hab ich was in den falschen Hals bekommen?
    Was haben hier plötzlich Kleinunternehmer wie Einzelhändler und Baumärkte zu tun?
    Stehst Du hinrer Kristian Raths Aussagen/Meinung?
    Wenn nein, so war es eine Überreaktion von meiner Seite – wobei immer noch das Wort „humorlos“ fraglich bleibt.

    Liken

    1. Der Begriff humorlos, war von meiner Seite unglücklich gewählt und ein Missverständnis. Ich habe mich über die vulgäre Ausdrucksform von Thomas geärgert, die sich der harten zitierten und verwendten Wortwahl von Facebook, die ich nicht teilen kann, anpasst.
      Gleichzeit ist von Problemen der Kleinunternehmer die Rede, dessen Ursache den Ausgangsbeschränkungen zuzuordnen ist, die kritisiert wurde.
      Zur freien Meinungsäußerung gehört aber auch die Möglichkeit zur Kritik an Corona Maßnahmen.
      Vieleicht hätte die eine oder andere Insolvenz verhindert werden können. Wenn der Einzelhandel nicht hätte schließen müssen, indem die gleichen Sicherheitmaßnahmen wie in der Lebenmittelbranche gegolten hätte……
      möchte mich aber nicht über die Entscheidungsträger hinwegsetzen, da das abwägen nicht einfach ist.

      Liken

      1. @Wini: danke für Erläuterungen.
        Kritik ist und muss erlaubt sein. Aber das hat seine Grenzen.
        Ich sehe die eben schon bei den sehr tendziellen Ausdrücken von Kristian und manch anderen hier. Das geht zu weit.
        Freie Meinunsgsäußerung ja, aber nicht mit Aufruf zum zivilen Ungehorsam, Beschreibungen wie toll es ist sich um Kontrollen zu drücken, sexistische Aussagen, Verwendung von Worten die eindeutig aus dem Zeitraum 1930-45 kommen, Generalkritik an unserem Rechtsstaat, etc.
        Thema Einzelhandel: ich habe vollstes Verständnis für die große Sorgen vieler (nicht ALLER!) Einzelhändler, doch gibt es auch folgendes zu beachten
        a) es ist UNMÖGLich FÜR JEDEN EINZELNEN ZWeig jeweils Sonderregeln zu erlassen. Es wird Gewinner, aber leider auch Verlierer geben
        b) Geschäfte, die keinerlei Puffer/Rücklagen für schlechte Zeiten haben, kein Geschäftsmodell haben gehen ein Risiko ein. Das ist Geschäftsrisiko, dessen sich jede/r Selbstständige bewusst sein MUSS!
        c) Unterstützungsleistungen sind angeboten. Ich kann mir vorstellen, dass das für viele ein Spießrutenlauf ist. Die Situation in der WIR jetzt stecken ist nun aber mal so wie sie ist. Wenn ich z. B. üble kritik in einem Interview höre (war glaub auf der Stuttgarter Demo) dass es eine Unverschämtheit ist, dass man (Selbstständiger) nachweisen muss, dass kein Kredit von der Bank möglich ist; je weshalb man überhaupt einen Antrag stellen muss. Diese Personen haben keinen Verstand, überhaupt kein Geschäftsmodell und sind meines Erachtens auch nicht in der Position Unterstützung zu erhalten.

        Liken

      2. „zum zivilen Ungehorsam, Beschreibungen wie toll es ist sich um Kontrollen zu drücken“

        Das ist doch Blödsinn und an den Haaren herbei gezogen! Nirgedwo wurde zum zivilen Ungehorsam aufgerufen. Im Gegenteil: Jeder soll sich an die CoVid-19-VO halten. Aber eben nur daran. Vorausseilender Gehorsam muss abgelehnt werden, denn der ist immer Faschismus.

        Nur dumme und zu Untertanen erzogene Menschen halten sich an lapidare Bitten einer Regierung oder NGO. Und nur dumme zu Untertanen erzogene Menschen lassen freiwillig durch Kontrollen in ihre Grundrechte eingreifen, wenn sie dies vollkommen legal umgehen können.

        Liken

  13. Kristian, falls Du jemkls in DEINEN EIGENEN Blog schaust, so bitte ich Dich um Klärung von 2 technischen Dingen:
    a) weshalb ist KEIN chronologische Darstellung mehr vohanden –> nun ein grausliges Durcheinander
    b) weshalb ist Antwort nicht mehr auf jeden Kommentar möglich? Ich erkenne keine Struktur dahinter

    Liken

    1. Hallo Wolfgang. Normal ist es so eingestellt, dass jeder Kommentar von einem neuen Nutzer freigeschaltet werden muss. Weitere Kommentare benötigen keine Freischaltung. Keine Ahnung, warum nicht jeder Kommentar angekommen ist. Ich habe nichts zensiert.Das war aber bei ein oder zwei anderen Personen auch so.

      Anfang Mai, als die Empfehlung gelockert wurden, gab es mehr AKTIVE Fälle als zu Beginn des Lockdown. Somit ist jetzt die Wahrscheinlichkeit mit einem Infizierten zusammen zu treffen nicht geringer. Ab 16.3.2020 fehlten 10-100! (sic) Patienten aus Pistenunfällen im Allgäu täglich. Wie sollte da das System überlastet werden?

      Noch ein Tipp: Einfach leben und leben lassen. Wenn du dich in deiner selbst gewählt Quarantäne wohl fühlst und dort dick und depressiv wirst, dann respektiere ich das. Von dir erwarte ich, dass du die vielen respektierst, die trotz alle dem in der Natur unterwegs waren. Leben und leben lassen. Oder versuche alternativ mal auf einer Anti Corona Demo ein paar Verschwörer von deiner Staatsgläubigkeit zu überzeugen.

      Liken

      1. Zu irgendwelchen Zahlen oder Wirkung ja/nein des lockdowns zu diskutieren ist mir zu müßig. Du hast eien Einstellung und Wortwahl, die recht wenig mit Vernunft zu tun habe. Alle Deine Aufrufe zu zivilem Ungehorsam und Blockwart, Diktatur und viels mehr sind so was von daneben.
        Zudem die Unterstellungen, jetzt auch mir ggü. – „deiner Staatsgläubigkeit“ – sind einfach nur dumm und unverschämt.
        Ich werde keine Verstöße gegen Recht und Empfehlungen akzeptieren/respektieren.
        „selbst gewählt Quarantäne wohl fühlst und dort dick und depressiv wirst“, darfst auch unterlassen und mit dem Wort depressiv spielt man nicht .
        Doch was sag ich, was soll ich von Dir erwarten?
        Mach die Augen auf, schau was in Italien, Spanien, Frankreich und den USA, nun Brasilien, Russland abläuft …..

        Dein Fazit, Zitat: „Fazit: Wir werden nach Corona für Freiheit, Rechtstaatlichkeit und Bürgerrechte kämpfen müssen. Durchaus auch mit zivilen Ungehorsam in der rechtlichen Grauzone.“

        Das passt alles nicht zusammen:
        – Rechtstaatlichkeit ziviler Ungehoirsam
        – Bürgerrechte rechtlichen Grauzone

        Bleib gesund; werd gesund!

        Liken

  14. zu titusvonunhold – 14. Mai 2020 um 19:20: was schreibst Du da für wirres Zeugs. Untertanen, willige, zu dummen Untertanen erzogen, Faschismus, Regeln/Empfehlungen sind nur für Dumme …..
    Meinst Du liegst da auch nur irgendwie in einer Linie, dass Dur Dich in ein gesellschaftliches Leben eingliedern kannst?
    Bei läuft irgendwas schief ….

    Liken

  15. noch was azu titusvonunhold – 14. Mai 2020 um 19:20:
    Zitat von Dir: „Nirgedwo wurde zum zivilen Ungehorsam aufgerufen.“

    dann lies mal den letzten Satz von Kristian R. seines Blogs!
    Zitat von Kristain: „Wir werden nach Corona für Freiheit, Rechtstaatlichkeit und Bürgerrechte kämpfen müssen. Durchaus auch mit zivilen Ungehorsam in der rechtlichen Grauzone.“

    Im anderen blog, der mit den Blockwarten, war ebenfalls davon die Rede und die Aufforderung dazu.

    So viel zu Deiner Auffassungsgabe und Deiner falschen Aussage.

    Jetzt ist doch alles wieder OK! Jetzt sind die Bösen die Österreicher, Schweizer, Franzosen, die Dich nicht reinlassen …. was nun?

    Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s