Gefahrenmuster Graupel

Als Graupel bezeichnet man runde, harte Schneekristalle, bei dem Schneekristalle durch angefrorene Wassertröpfchen zu kleinen, bis zu 5 mm großen Kügelchen verklumpen. Liegen diese  als dünne Schicht auf der Schneeoberfläche, so können sie im Fall von weiteren Niederschlägen eine tückische Schwachschicht bilden. Trotzdem kommt eine Graupelschicht als Ursache für Schneebrettlawinen sehr selten vor. Die Gefahr durch dieses „Kugellager“ wird meist überschätzt. Warum?

Mit einer Graupelschicht bedeckte Schneedecke am Toreck

Aus aktuellem Anlass: Am 12. und 13. März 2021 kam es im Allgäu und im benachbarten Tannheimer Tal zu graupelartigem Niederschlag. Vielfach bildete sich eine dünne Graupelschicht auf der verharschten Altschneedecke. Ein klassisches Kugellager also.

Blick in den „Windkanal Tannheimer Tal“ Vielfach war dort am 13.3. die Schneeoberfläche hart und windgepresst und von einer dünnen Graupelschicht bedeckt. Hier schneite es in der Nacht zum 12.3. nur wenige cm.
Der Bschießer am 12.3.2021. Ein typisch windexponierter Berg. Graupel sammelt sich vor allem dort, wo die Rinnen flacher werden. Im steilen findet man ihn kaum. Das Problem ist somit, im Gegensatz zu Oberflächenreif selten flächig vorhanden.

Die hohe Gefahrenstufe der letzten Tage ist aber dem Triebschnee, Schichtgrenzen im Neuschneepaket und den enormen Neuschneemengen zuzuschreiben.

Graupel – brisant aber selten großflächig

Aus aktuellem Anlass: Am 12. und 13. März 2021 kam es im Allgäu und im benachbarten Tannheimer Tal zu graupelartigem Niederschlag. Vielfach bildete sich eine dünne Graupelschicht auf der verharschten Altschneedecke. Ein klassisches Kugellager also.

17.3.2021 Schneebrett am Kratzer. Die Kleinräumigkeit des Anriss im Bereich des Wandfuß und die Tatsache, dass nicht der ganze Hang gekommen ist, deutet auf Graupel als Schwachschicht hin. Bei einem „Altschneeproblem“ wäre vermutlich der ganze Hang ein Stück weiter unten gekommen. Danke an Alban Glaser für das Foto

Trotzdem ist zu erwarten, dass diese Graupelschicht nicht die Ursache von zahlreichen Lawinen werden wird.

Ist die Schneedecke hart und kompakt, so rollen die Graupelkügelchen auf der harten Schneedecke einfach den Hang herunter und sammeln sich in flachen Rinnen und Mulden. Somit ist der Bereich, wo Graupel als Schwachsicht, als Kugellager dient, meist relativ klein und zudem oftmals zu flach für ein Schneebrett.

Ist die Schneedecke weich, so bomben die dichten und schweren Graupelkugeln einfach in die Schneedecke ein und versinken dort. Somit bildet sich auch kein Kugellager.

Das Gefahrenmuster Graupel ist somit meist nur kleinräumig und kurzfristig vorhanden. Allerdings ist es, einmal eingeschneit schwer und eigentlich nur durch graben erkennbar. Wenige Meter weiter, kann es nicht mehr feststellbar sein.

Unter den von Mair/Nairz  ausgewerteten Lawinenunfällen in Tirol  steht Graupel als Ursache an letzter Stelle (Lawinen die 10 Gefahrenmuster Seite 24/25)

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