Skitourenstatus Nr. 7. Saisonverlängerung und Reisefreiheit

Die Skitourensaison geht in die Verlängerung. Zwei deutlich zu kalte Monate haben die Schmelzverluste gering gehalten und in den Hochlagen kam regelmäßig Neuschneenachschub hinzu. Das Einzige was gefehlt hat, waren mehrere sonnige Tage und kalte, klare Nächte hintereinander. War mein Skitourenbetrachtungshorizont dank Söders und Kurz´ Grenzschließungen während des Winters meist auf das Oberallgäu beschränkt, so ermöglichen die zum Teil zurückgegeben Grundrechte wieder eine alpenweite Betrachtungsweise.

Wer jetzt die Ski im Keller einlagert und die guten Bedingungen nicht nutzt, macht sich der „Verhältnisverschwendung“ schuldig.

Nachstehend ein paar Hinweise, wo noch was geht.

Allgäuer Alpen.

Der Schneck am 28.5.21. Vom Gesamteindruck eher noch winterlich

In erster Linie natürlich Schneck und Großer Wilder als „Bike und Ski-Tour“  Mit dem Bike geht’s bis zum Schneebeginn in ca. 1.350 m Höhe. Etwas mehr tragen muss man für Kratzer, Linkerskopf und den Heilbronner Weg. Auch der Ifen geht noch mit geringer Tragestrecke, sofern mit am Parkplatz startet. Fährt man mit der Seilbahn oder dem Bike bis zur Ifenhütte, geht’s ohne tragen. Ich schätze man kann noch ca. drei Wochen auf Skitouren gehen. Der Blick auf den Kratzer zeigt an, wenn die Saison zu Ende geht.

Der Kratzer zeigt aktuell (31.5.21) noch keine Rippen:-)

Warum heißen diese Blumen eigentlich Märzenbächer. Blühen tun sie im April oder Mai, heuer Mai oder Juni.
Ein Hinweis für unverbesserliche Fußgänger und Instagramtouris.

Der Schrecksee ist noch zugefroren. Ihr seht eine Schneefläche mit Wasserlöcher ohne besonderen Reiz. Der Zustieg ist weitgehend schneebedeckt, bei starker Tageserwärmung lawinengefährdet und erfordert entsprechende Ausrüstung und Erfahrung. Außerdem es gibt andere, schönere Bergeseen, die jetzt schon ohne alpine Herausforderungen besuchbar sind.

https://freieberge.wordpress.com/2015/05/16/groser-wilder-die-allgauer-abschlussskitour/

Arlberg

Zürs am Flexenpass Ende Mai

Im Gegensatz zum Allgäu kann man hier bequem mit dem Auto bis an den Schnee fahren. Zudem parkt man in Zürs gratis. Gründe, dem Hintersteiner Tal nach dem Besucherdruck im Winter mal etwas Ruhe zu gönnen und die Möglichkeiten hier zu genießen.

Ideale Tourenbedingungen in Zürs, St. Christof, der Alpe Rauz aber auch am Mehlsack. Die Tragestrecken sind überschaubar und beschränken sich meist auf wenige Meter am Parkplatz.  Von Zürs geht’s noch in allen Richtungen und das sicher noch mindestens zwei Wochen. Richtung Stuttgarter Hütte ist eine kurze Unterbrechung zu akzeptieren.

Trittkopf, Grubenspitze, Valluga, Warther Horn sind nur einige Bespiele der vielen Möglichkeiten.

Lechtaler Alpen.

 

Reichlich Schnee ab Alpe Kaisers. Die Steilstufe in ca. 2200 m Höhe beim Aufstieg zu Feuer- und Wetterspitze apert bald aus. Aber das dürfte angesichts der hochwertigen Gipfelziele verschmerzbar sein.

Im Gegensatz zur SöDDR (vormals Freistaat Bayern) darf man hier bei einer Einkehr auch in der Gaststube  sitzen, was im eher kalten Frühjahr 2021  ganz angenehm sein kann.

 

Ötztaler und Stubaier Alpen.

23.5.21. Mit Lukas am Zischgeles in lockeren Pulver und im schweren Pappschnee. Skitragestrecke an diesem Tag gut 10 Min.

Reichlich Auswahl dort wo Straßen weit hinauf führen. Insbesondere im Kaunertal, im Raum Obergurgel und im Kühtai. Lukas weiß Bescheid. (sehr lesenswert)

Schweiz

In den meisten Regionen gibt es in der Schweiz reichlich Schnee, bewirtschaftete Hütten und im Gegensatz zu D, A und I nachvollziehbare und pragmatische Coronaregeln. Das schon den ganzen Winter über.

Möglichkeiten gibt es von hoch gelegenen Pässen ohne Ende. Die staatlich verordnete Coronaspinnerei hält sich im Gegensatz zu Deutschland, Italien  und Österreich in gut hinnehmbaren Grenzen. Im Wallis hat es allerdings schon recht wenig Schnee.

https://freieberge.wordpress.com/2017/06/09/fruehsommerskitouren/

Italien

Tagesanbruch in Montespluga. Skitour zum Pizzo Ferre

Im Bereich des Splügenpass, in der Ortlergruppe und am Stilfser Joch reicht der Schnee noch eine Weile. Allerdings gibt es in Italien noch staatlich aufgezwungene Coronaspinnereien, die beim nächtlichen Start zu einer Skitour zum Problem werden könnten.

Wie das bei einer Übernachtung im oder neben dem Auto gesehen wird, entzieht sich meiner Kenntnis.

 

Grundsätzlich:

Bei Frühsommerskitouren liegen Lust und Frust eng nebeneinander. Sommerschnee lässt sich tageszeitunabhängig befahren, junger Firn bietet nur ein kurzes tägliches Zeitfenster mit gutem Schnee. Bei ostseitigen Touren verliert man nicht selten den Wettlauf gegen die tageszeitliche Erwärmung.  Wetterbeobachtungen und kurzfristige, spontane Tourenplanung sind entscheidend für das Tourenglück. Auch wenn die Lawinenwarndienste keine täglichen Lageberichte mehr erstellen. Lawinengefahr bleit ein Thema. Aber da mache ich mir eher um die Wandertouristen Sorgen. Genießt die Saisonverlängerung!

Die besten Frühsommerskitouren.

Reisen durch die Alpen.

Wer mit so einem alten, nicht internetfähigen Handy die technischen Voraussetzungen nicht erfüllt, kann Einreiseanmeldungen auch in Papierform abgeben und erschwert damit die digitale Überwachung.

Immer noch sind  beim Reisen einige Regeln zu beachten, die sich zudem ständig ändern. Erforderliche Einreiseanmeldungen sind nicht erforderlich, oder können in Papierform ausgefüllt, wenn sie technischen Voraussetzungen nicht gegeben sind. Das hat den Vorteil, dass die Behörden nur dann von der Reise erfahren, wenn man ihnen im Fall einer seltenen Kontrolle den Zettel in die Hand drückt und sich jemand die Mühe macht, die Daten in ein System einzupflegen. Früh, vor 6.00 Uhr  habe ich noch nie eine Kontrolle gesehen in Richtung Österreich gesehen.

Hier gibst die österreichische Anmeldung auf Papier  und hier die italienische.

 

Reisebespiel:

Wenn Max Mustermann aus einem Hochinzidenzgebiet in Södolfs Idiotokratie (Beispiel Memmingen im Mai 21) verreisen will, darf er erst um 5. 00 Uhr das Haus verlassen. Unter Umständen zu spät für eine ausgedehnte Tour.

Gut das Södolfs Bürokraten an alles denken. Ein weißer Hai oder ein Tiger in der Wohnung, kann ja auch in Covid-Zeiten mal vorkommen.

Es sei denn, ein Weißer Hai oder ein Tiger versucht in seine Wohnung einzudringen (Quelle: Bayr. Infektionsschutzgesetz und Münchner Merkur).

Für einen Bergsteiger ist es nicht möglich, die digitale Einreiseanmeldung nach Österreich richtig auszufüllen.

Wenn er in die Kurz´sche Idiotokratie einreist, so stellt er fest, dass die digitale Einreiseanmeldung einen Berg oder eine Hütte als Ziel gar nicht akzeptiert.

Reist Mustermann weiter in Draghis Idiotokratie, so stellt er fest, dass er nicht über den Brenner fahren darf, weil es den Brenner gar nicht gibt.

Wie dem auch sei, genießt die Zeit. Die aktuellen Verhältnisse sind ein Geschenk der Natur. Wenn im September gewählt wurde, droht mit der vierten Welle der nächste versaute Winter.

7 Kommentare zu „Skitourenstatus Nr. 7. Saisonverlängerung und Reisefreiheit“

  1. Tja, der Tourengeher freut sich, der Alphirte eher nicht. Viel Schnee und das anhaltend kältere Wetterin Mai+April dürfte deren Saison leider hinauszögern.

    Des einen Freud…

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  2. Großer Wilder ging heute noch richtig gut. Schnee beginnt ab Ende des Schotterweges nach der Pointhütte. Keine Tragepassagen. Aber vorsicht mit dem Bach auf den ersten 500 Metern, die Schneedecke darauf ist teilweise recht dünn und ein Einbrechen könnte böse Folgen haben.

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  3. Naja, alle anderen Landwirte freuen sich. Nach vielen Jahren endlich mal wieder ein kühler und feuchter April und Mai. Das hat die Vegetation im durch Dauerhitze und Dauertrockenheit geplagten Mitteleuropa bitter nötig. Und davon abgesehen geht die Dauerwärme nach der Frühjahrunterbrechung jetzt ja auch schon wieder weiter.

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  4. Keine Frage, der Niederschlag war gut so – wenn er nur an insgesamt weniger Tagen gefallen wäre 😉 Die Bauern, die ich kenne, standen schon in den Startlöchern, und die letzten 4-5 Tage gings ja entsprechend rund. Unisono wurde der Regen begrüßt, aber der verspätete „Mähstart“ eher nicht. Naja, man kanns nicht allen recht machen.

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  5. Ich denke auch, dass es für die meisten Landwirte ebenfalls sehr positiv ist. Manche Alphirten hatten in den letzten Jahren zum Spätsommer hin, ein Wasserproblem, weil der Schnee weiter oben zu früh weg war. Wird heuer eher nicht passieren.Ich denke die positiven Auswirkungen dieser Wetterlage überwiegen deutlich.

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