Archiv der Kategorie: Freie Berge

Übernachtungsprobleme – Wir brauchen Hütten im Tal

Jeder kennt die Situation,  am Wochenende ist gutes Wetter angekündigt, die Lawinengefahr (Winter) oder das Gewitterrisiko (Sommer) sind gering. Sprich beste Verhältnisse, alles passt. Zeit ein Wochenende oder gar ein langes Wochenende abseits seiner Heimatregion im Gebirge zu verbringen um sich seine alpinen Träume zu erfüllen. Also nochmal Wetter und Verhältnisse checken uns los. Handelt es sich bei unserem Ziel um eine Hochtour wird man meist auf einer Hütte übernachten oder aber biwakieren, wenn diese voll ist. Geht man das Wunschziel vom Tal aus, wird’s schwierig. Gerade im Winter. Wohl dem der einen Campingbus oder ein gutes Zelt hat. Doch nicht überall gibt es einen passenden Campingplatz oder wird „wildes Campieren“ toleriert. Wer von Samstag auf Sonntag ein Zimmer sucht, wird damit oftmals keinen Erfolg haben womit wir wieder beim „wilden Campieren“ sind. Ähnlich die Situation für Pistenskifahrer aus alpenfernen Gegenden, die nur Samstag/Sonntag  zum Skifahren anreisen. Übernachtungsprobleme – Wir brauchen Hütten im Tal weiterlesen

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Zeit um Danke zu sagen – Klettern am Grünten

Es sind manchmal Kleinigkeiten, manchmal eine tage- wochen- oder jahrelange Arbeit, die hinter etwas steckt, dass wir allzu gerne als selbstverständliche ansehen. An dieser Stelle möchte ich zweimal Danke sagen. Zum einen für das Entgegenkommen der Bauern und Alphirten, zum anderen für die unermüdliche Arbeit ein vergessenes Klettergebiet wieder zum Leben zu erwecken und den allgäuer Kletterern einen besonders schönen Klettergarten zu schenken.  Es geht um ein Klettergebiet auf der Ostseite des Grüntens.

Die Kleinigkeit

Der Zugang zu unserem Kletterfelsen für über den Grund der Kranzegger Bauern. Möglicherweise auch einer Alpgenossenschaft. So genau weiß ich das nicht.

Dieser Zugang folgt alten Pfaden, die vermutlich schon längst zugewachsen wären, würden sie nicht regelmäßig von Kletterern begangen. Extra für uns Kletterer haben die Bauern dort den Elektrozaun absenkt um den Zugang zu erleichtern. Nur eine Kleinigkeit, aber dennoch eine nette Geste, für die ich einfach mal Danke sagen möchte.

Zaun
Nur eine Kleinigkeit, aber eine schöne Geste der Kranzegger Bauern und Hirten. Nur für uns Kletterer wurde der Zaun abgesenkt. Danke!

Die Riesenarbeit

Der nächste Dank geht an die Erschließer, allen voran Pat Schwarzmann, die diesen alten Klettergarten  in den späten 90ger Jahren wieder zum Leben erweckt haben. Vereinzelt zeugen alte Schlaghaken noch von früheren, lange zurückliegenden Aktivitäten. Mit einem kaum vorstellbaren Fleiß und auch mit viel finanziellem Einsatz wurden rund 100 Sportklettertouren zwischen zehn Metern und fünf Seillängen erschlossen. Der Schwierigkeiten liegen zwischen IV und IX, wobei der VI und der VII. Grad überwiegt.

Alte Verbotsforderungen

Das Allgäu liegt nicht in Frankreich oder in Tirols „climbers ‚Paradise“ und so ist es nicht verwunderlich, dass die Erschließung dieses Felsen nicht die übliche Empörung von Seiten der Jagd und des Naturschutz ausgelöst hat. Besonders perfide der Inhalt des von einem oberallgäuer Wildbiologen erstellten Gutachten, der die Naturverträglichkeit des Kletterbetriebes vom Bau oder „Nichtbau“ des ATA (Alpines Trainingszentrum Allgäu) im benachbarten Skigebiet abhängig machte.

Gutachten Gigglstein Text (002)
Auszug aus einem Gutachten eines oberallgäuer Wildbiologen, der u.a. auch das Projekt „Skibergsteigen umweltfreundlich“ begleitet. Im Prinzip wird hier eine „Entweder-Oder-Situation“ geschaffen. Den Kletterfelsen als Ausgleich für neue Pisten zu sperren und damit Leute gegeneinander aufbringen, die friedlich nebeneinander ihren Sport betreiben könnten, dass war schon ein starkes Stück.

Gut: Der Bau des ATA´s am Grünten scheiterte am Geld und an internen Streitereien und somit war auch das Gutachten hinfällig. Stress machte lediglich noch der Leiter der Bayrischen Staatsforsten in Sonthofen in deren Besitz die Südseite der Felsen ist.

Zusammenarbeit im Konsens

Da nach den bitteren Erfahrungen am Hohen Ifen  um das Jahr 2002 ein weiterer schöner Felsen gesperrt werden sollte, wurde die IG Klettern Allgäu gegründet. Gemeinsam mit dem LBV, dem Landratsamt und den örtlichen DAV Sektionen wurde ein guter Kompromiss gefunden, um dass Klettern dort weiterhin zu ermöglichen.

Schild Gigglstein

Dieser sieht unter anderem vor:

Reguläre Einschränkungen:

  • In der Zeit vom 1. Januar bis 15. April ist grundsätzlich ein freiwilliger Kletterverzicht vereinbart
  • Nistet innerhalb dieser Zeit keine der gefährdeten Felsbrüterarten am XXXXX, ist ab dem 15.4. das Klettern uneingeschränkt möglich.
  • Haben gefährdete Felsbrüter am XXXX bis zum 15. April mit der Eiablage begonnen, wird die IG Klettern zusammen mit dem Landratsamt, DAV und dem LBV regeln, auf welchen Routen zu welchen Zeiten geklettert werden kann oder nicht.
    Diese Bereiche werden dann entsprechend markiert. In bestimmten Fällen kann ein Verzicht auf Klettern am gesamten XXXXX bis August notwendig werden. Es kann auch zu Einschränkungen kommen, wenn eine Eiablage nach dem 15. April entdeckt wird. Dies wird je nach Situation entschieden.
  • Skizzen, Topos und Routenbeschreibungen werden weder in Führern noch in Alpinzeitschriften o. a. veröffentlicht
  • Es dürfen keine weiteren Routen am XXXX incl. Nebenfelsen erschlossen werden. Zu den Nebenfelsen zählen auch die xxxx und der xxxxxx
  • Der Zugang zu den Felsen darf ausschließlich von Norden („Jörg-Alpe“) erfolgen.
  • Biwakieren, Feuer machen etc. an den Felsen ist nicht gestattet.
  • Es ist hoffentlich allen interessierten Kletterern/innen klar, dass nur bei Einhaltung dieser Regelung eine komplette Sperrung dieser Felsen verhindert wird! Insofern bitten wir dringend um Beachtung.

 

 

Aufruf zur Beachtung der getroffenen Vereinbarungen.

Im Gegensatz zu anderen Brennpunkten mit Zielkonflikt wurden hier im Konsens gute Lösungen gefunden. Daher ein klarer Aufruf das Regelment einzuhalten und auch alles zu unterlassen, was die Grundbesitzer beim nordseitigen Zustieg verärgern könnte.

Ausblick

Die Grüntenlifte sollen modernisiert werden. Hoffen wir, dass nicht wieder ein Gutachter daher kommt und als Ausgleich für die Baumaßnahme vorschlägt, den Fels zu sperren. Bestehen wir auf den gefundenen Kompromiß. Umso wichtiger ist es, dass wir Kletterer uns daran halten.

Um welches Klettergebiet geht es jetzt?

Da für dieses Gebiet ein Veröffentlichungsverzicht vereinbart wurde, werde ich weder den Namen, die Lage noch Daten zu irgend welchen Touren veröffentlichen. Im Allgäu ist es allgemein bekannt, so dass die Masse der Leser eh weiß, worum es geht.

Erwischt – gesperrte Felsen-Verbotene Abfahrten- Was dann?

Ihr wollt die Firnabfahrt unter der Ifen Südwand genießen, wollt an einem Samstag am Ifen klettern, ihr wollt die „Grünen Köpfe“ bei Schönenbach besteigen, ihr seid irgendwo von oben kommend in ein unbeschildertes Wildschutzgebiet eingefahren, habt illegal biwakiert,  oder  habt euch an der Klimmspitze verfahren.

Dann gilt es das 11. Gebot zu beachten, welches da lautet: Du sollst dich nicht erwischen lassen.

Was aber, wenn man beim „Schwarzklettern“ plötzlich  der Jäger am Wandfuß steht oder wenn man  nach einer verbotenen Abfahrt von der Polizei gestellt wird?

Grundsätzlich gilt es die Betretungsregeln einzuhalten, sofern diese sinnvoll sind und tatsächlich und nicht nur vordergründig dem Naturschutz dienen Nicht immer ist dies der Fall und zudem ist nicht jede verbotene Zone im Gelände eindeutig beschildert.

Bei den oben genannten Beispielen haben wir es mit drei Ländern zu tun, deren Rechtsordnungen sehr ähnlich, jedoch nicht völlig identisch sind.

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Klettern am Hohen Ifen – Wie der Naturschutz missbraucht wird

Klettern am Hohen Ifen

Wie der Naturschutz missbraucht wird

So manch einer hat sich schon kopfschüttelnd über den Sinn der seltsamen Regelungen und Verbote auf der Südseite des Hohen Ifens gefragt. Grundsätzlich halte ich kleinräumige, zeitlich begrenzte Lenkungen um ein wertvolles Biotop, ein Brut- oder Überwinterungsgebiet herum für sinnvoll, sofern diese tatsächlich dem Natur- und Artenschutz dienen. In Fällen wie am Ifen, wo der Naturschutz nur vorgeschoben wurde um Jagdinteressen zu schützen, die Jagd sogar den größten Störfaktor darstellt, darf man auch über zivilen Ungehorsam nachdenken. So lange in Vorarlberg solcher Unsinn im Namen des Naturschutz Bestand hat,  kann man Kampagnen von dort, die auch ins Allgäu importiert werden keinen Glauben schenken.

Es sollte die moralische Pflicht eines jeden aufrichtigen Bergsteigers sein, sich solchen Regelungen destruktiv gegenüber zu verhalten.

Nachstehend habe ich die Historie und aktuelle Fakten zu den Ifen Südwänden zusammengestellt, die eines der besten Sportklettergebiete der Alpen darstellen könnten. Klettern am Hohen Ifen – Wie der Naturschutz missbraucht wird weiterlesen

Das Zerrbild vom rücksichtslosen Freerider und Tourengeher

Lügenpresse ist ein Begriff, der im Normalfall vom rechtsorientierten Pegida-Ossi verwendet wird. Man darf, soll und muss diesen Begriff aber auch verwenden, wenn die Mainstreampresse subtil ein Zerrbild vom verantwortungslosen, rücksichtslosen Tourengeher und Freerider zeichnet, dass so nicht der Realität entspricht. Das Zerrbild vom rücksichtslosen Freerider und Tourengeher weiterlesen

Schnippenkopf- Lawine und Besucherlenkung

Eine Lawine, ein Altschneeproblem und eine missglückte Besucherlenkung.

Gleich vorab: Die schlechte Bildqualität ist den Sichtverhältnissen, genauer gesagt Nebel, Schneefall und dem  bedeckten Himmel geschuldet. Am 15.1.2017 haben wir eine Skitour von Reichenbach auf den Schnippenkopf unternommen. Tiefer Powder von oben bis unten. An diesem Tag eine super schöne, an die Verhältnisse angepasste Tour, die überwiegend zwischen den Bäumen verläuft. Es überwiegt der positive Eindruck. Dennoch gab es einige weniger positive Beobachtungen, die es Wert sind, weiter gegeben zu werden. Schnippenkopf- Lawine und Besucherlenkung weiterlesen

Bergsteiger zwischen Naturschutz und Kommerz am Beispiel Riedberger Horn

Es soll nicht Thema dieses Artikels sein, die schon vielfach vorgetragen Argumente für und gegen die Skigebietsverbindung Balderschwang-Grasgehren vorzutragen. Vielmehr möchte ich am Beispiel Riedberger Horn  aufzeigen, wie das eigenständige, individuelle Bergsteigen zwischen Kommerz und Naturschutz zerrieben wird. Die eine Seite erschließt den Berg, die andere fordert dafür Ausgleichsflächen.  Genau diese Forderung nach Ausgleichsflächen säht Zwietracht zwischen der Bergsteigerseite und den Einheimischen rund um Balderschwang, weil sie dazu zwingt, dagegen zu sein. Bergsteiger zwischen Naturschutz und Kommerz am Beispiel Riedberger Horn weiterlesen

Helft dem Schrecksee

Helft dem Schrecksee ist ein Aufruf den die Gemeinde Bad Hindelang  derzeit über soziale Netzwerke verbreitet. Einem Aufruf, dem ich mich anschließen möchte. Zwar setzte ich mich immer wieder für einen freien, eigenverantwortlichen Alpinismus ein, der das naturverträgliche biwakieren mit und ohne Zelt einschließt, doch hier ist leider etwas gewaltig auf dem Ruder gelaufen. Wegen einiger Vollidioten, die anstatt dezent zu biwakieren ein Zeltlager aufgeschlagen haben, mangels natürlichem Holzvorkommen die Zaunpfähle der Alphirten für´s Lagerfeuer verwendet sowie  Müll und Fäkalien  zurückgelassen  haben, hat die Belastung für die Natur am Schrecksee die Grenze des Verträglichen überschritten, den Unmut der Alphirten und den Aktionismus der Bürokraten auf dem Landratsamt ausgelöst.  Doch es sind nicht nur die Zelte, es ist die Summe der Belastungen vom Trittschaden durch Menschen, Kühe, Umweltbelastung durch Sonnenöl, Seifen, Shampoo´s, Fäkalien  die vor allem der Vegetation im Uferbereich und der Wasserqualität schaden. Helft dem Schrecksee weiterlesen

Zelten in den Allgäuer Alpen – Teil 2

Das Thema „Zelten in den Allgäuer Alpen“ geht in die nächste Runde. Am 20.8.2016 erschien in der Allgäuer Zeitung ein Artikel zu diesem Thema. Besonders in Verbindung mit einem wohl zufällig daneben stehenden Artikel „Engagiert für den Bergwald“ tauchen einige Fragen und Widersprüche auf. Ob das Zelten und Biwakieren erlaubt oder verboten ist, lässt sich nicht mit einem schlichten JA oder NEIN beantworten. Deshalb habe ich im letzten Sommer dazu einen Bericht verfasst, der darüber Auskunft gibt. Das nun, lt. der Allgäuer Zeitung mehrere Bußgeldbescheide zwischen 100 und 500 Euro verhängt wurden zeigt, dass Aufklärung Not tut. Eigentlich wäre das ja Aufgabe des Alpenvereins hier aufzuklären und Lobbyarbeit für die Bergsteiger zu machen, aber der schweigt sich zu diesem Thema lieber aus. Zelten in den Allgäuer Alpen – Teil 2 weiterlesen