Archiv der Kategorie: Freie Berge

Schilderwahn – Ma sott amol wiedr schwende!

Ma sott amol wiedr schwende!

Man sollte mal wieder schwenden.

Das Allgäu wird landschaftlich zum großen Teil durch den Wechsel von offenen Weideflächen und Wald  geprägt. Diese freien Weideflächen machen den Reiz unserer Landschaft aus. Genau jene Weideflächen müssen von Zeit zu Zeit „geschwendet“ *1) werden, damit sie frei bleiben! Sonst wachsen sie zu. Anstatt freier Sicht und Blumenwiesen würde ein dichtes, einengendes Fichtengestrüpp das Landschaftsbild bestimmen.  Nicht schön anzuschauen und ökologisch fast tot. Doch nicht nur der Fichtenwald sollte hin und wieder zurechtgestutzt werden, wenn wir unser freies, offenes Landschaftsbild erhalten wollten. Auch im Schilderwald sollte man von Zeit zu Zeit mal Hand und Säge anlegen.
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Freies Zelten – Kommt das „Jedermannsrecht“?

Bei manchen Pressemeldungen traut man seinen Augen nicht. Ausgerechnet die Grünen fordern lt. dem „Merkur“ eine Art Jedermannsrecht  in ihrem Wahlprogramm. Diese skandinavische Rechtsform besagt im Groben, dass man überall, außerhalb von privaten Gärten und landwirtschaftlichen Nutzflächen zelten, feuermachen, biwakieren und vieles mehr darf. Waren es nicht grüne Lokalpolitiker aus dem Allgäu, die in den letzten Jahren immer wieder das Thema Wildcampen hochkochen ließen und höhere Strafen und mehr Kontrollen gefordert haben?

Auch die FDP hat fordert in ihrem Wahlprogramm ein Jedermannsrecht. Das verwundert weniger, haben doch die Jungen Liberalen aus dem Allgäu zu diesem Thema bereits in der Vergangenheit recht konstruktive Vorschläge eingebracht.

Ein völlig freies Jedermannsrecht nach schwedischem Vorbild ist im stark touristisch genutzten Alpenraum schwer vorstellbar. Ein reduziertes, an naturverträglichen Stellen, wäre hingegen erstrebenswert—> Freies Zelten – Kommt das „Jedermannsrecht“? weiterlesen

Reisefreiheitsermangelungstouren

Zu den Kernkompetenzen der Unionsparteien gehört es, der Bevölkerung etwas zu versprechen, um wenig später wortbrüchig zu werden. Auch zu den Themen Grenzsperren und zweiter Lockdown. So kommt es, dass wir im Frühjahr 2021 unsere alpinen Aktivitäten auf den näheren Umkreis des Wohnortes, aber zumindest meist auf das eigene Land beschränken müssen. Das mag auf die Dauer langweilig sein, inspiriert aber auch dazu, die Heimat auf ungewöhnlichen Wegen neu zu entdecken.

Wenn man kreativ ist finden sich schon Möglichkeiten, ohne seinen inzwischen zur Modetour mutierten Ex-Geheimtipp zum zwanzigsten Mal aufzusuchen. Nachstehend ein paar Erlebnisse, Tipps und Beobachtungen.

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Vor einem Jahr – Der letzte Tourenabend – die letzte Lechtalskitour

Vor einem Jahr saßen wir zum letzten mal in gemütlicher Runde bei einem Tourenabend auf der Grüntenhütte. Drei Tage später konnten wir zur letzten, gemeinsamen Lechtalskitour aufbrechen. Die Stimmung war bereits etwas bedrückend. Dort die deutsche Bundesregierung beruhigte. Man solle keinen Gerüchten glauben schenken, dass eine Einschränkung des öffentlichen Lebens bevorstehen würde, log der Gesundheitsminister Spahn die Bevölkerung an. Wenige Tage später folgte der erste Lockdown, Grundrechte wurden außer Kraft gesetzt, die Gesellschaft gespalten und die Grenzen geschlossen. Wie hat sich der Alpinismus seit dem verändert? Was ist eingetreten und was nicht? Vor einem Jahr – Der letzte Tourenabend – die letzte Lechtalskitour weiterlesen

Anti- Tourismusmaßnahmen – Schaden wir Allgäuer uns selbst am Meisten?

Es war absehbar und doch hat die Tourismuslawine Ende Mai 2020 die Gemeinden im südlichen Allgäu unvorbereitet erwischt. Nachdem die coronabedingten Beschränkungen zum  Teil gelockert wurden, Bergtouren wieder zu den empfohlenen Beschäftigungen gehörten und die Grenzen zu den Nachbarländern noch geschlossen waren, erlebte das südliche Allgäu einen Touristenansturm, wie es ihn noch nie zuvor*1) gegeben hat.

Die Gemeinden haben auf die Situation vielfach hilflos, mit eher dümmlichen Kurzschlussaktionen reagiert, anstatt, wie bei Großveranstaltungen angemessen auf einen kurzfristigen Besucheransturm zu reagieren. Letztlich werden wir Allgäuer uns mit diesen Anti-Tourismus-Maßnahmen in erster Linie selber schaden. In zweifacher Hinsicht. Anti- Tourismusmaßnahmen – Schaden wir Allgäuer uns selbst am Meisten? weiterlesen

Das Virus, der Bergsteiger und der Blockwart

Es kam schleichend, lautlos und hat es innerhalb von vier Wochen das Europa, so wie wir es kennen hinweggefegt. Zuerst weit weg, dann plötzlich da. In Stein gehauen geglaubte Grundrechte, Reisefreiheit, Arbeitsplätze – weg. Dafür ist er wieder da. Der 1945 begrabene Blockwart. Freiwillig, im Dienst der plötzlich diktatorisch gewordenen Staatsmacht meldet er kleinste Verstöße gegen die Ausgangsbeschränkungen. Statt einem europäischem Miteinander gilt nur wieder nationale Abgrenzung. In sozialen Medien stehen sich die „ich geh raus Fraktion“ und die „stay at home Fraktion“ zunehmend unversöhnlich gegenüber. Die Gesellschaft ist gespalten. Trotzdem gelingen noch kleine Fluchten in die Berge, weit weg von einem sorgenvollen Alltag. Das Virus, der Bergsteiger und der Blockwart weiterlesen

Skitourengänger in der Wahrnehmungsverzerrung

Wenn sich Tourengeher daneben benehmen oder gar eine Lawine auslösen, dann wird der Fall gewöhnlich durch die Medien geprügelt, selbst wenn es sich um Bagatellen handelt. Fußballspieler und deren Fans dürfen dagegen auch mal die Sau rauslassen. Warum wir nicht. Ein bewußt etwas überspitzer Vergleich.

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Winterraum 2.0

Die Gesellschaft, die menschlichen Werte und vieles ändert sich im Laufe der Zeit. So auch die alpine Ausrüstung, die Bergsteiger, deren Unterkünfte und damit auch die Winterräume. Vielfach hat der technische Fortschritt das Leben besser und leichter gemacht. Doch nicht alles, was neu ist, ist auch gut. Winterraum 2.0 ist in der real existierenden Form eher ein Rückschritt und eigentlich ein rechter Schmarren. Winterraum 2.0 weiterlesen

Jägerkrimi im Val d´Alpina

Folgende Geschichte hat sich im Winter 2019 irgendwo im Alpenraum zugetragen. Eine alpine Realsatire, die es Wert ist, aufgeschrieben zu werden. Wer versucht, alle Gipfel einer Gebirgsgruppe zu besteigen, kommt  fast zwangsläufig auch mal dort hin, wo man nicht sein sollte.

Eines Abends, es war fast schon dunkel, klingelt bei mir das Handy:

„Wir stehen da im Val Alpina. Unten an der Brücke warten drei Jäger auf uns, denen wollen wir auf keinen Fall begegnen. Was können wir machen? Wie ist die Rechtslage?“ Jägerkrimi im Val d´Alpina weiterlesen

Zu vieleTourengeher? Dichtestress in Baad

Baad, am Ende des Kleinwalsertales gelegen ist bekannt für seine Schneesicherheit und seine schöne Auswahl an nicht zu langen, leichten bis mittelschweren Skitouren. Gerade dann, wenn in den Allgäuer Vorbergen zu wenig Schnee liegt und mangels Schnee in den Oberbayrischen Alpen sogar die Münchner dieses Schneeloch stürmen, wird es in Baad ganz schnell mal eng. Nach zwei sehr schneereichen und daher entspannten Wintern, gibt es im Winter 2019/-20 in Baad wieder Dichtestress. Bereits im Juni 2016 hatte der Bürgermeister auf seiner Sitzung von „skibergsteigen umweltfreundlich“ zugesagt, was die Streuung des zweifachen Zuganges Baad – Bärgunt angeht, nach einer für alle akzeptablen Lösung zu suchen. Bezüglich der Parksituation verwies der Bürgermeister auf Parkplätze in Bödmen und den Linienbus. Seit dem hat sich nichts geändert. Es wird weiterhin über die bösen Tourengeher hergezogen und Lösungen, die einfach umzusetzen wären, unterbleiben. Zu vieleTourengeher? Dichtestress in Baad weiterlesen