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Klettern am Hohen Ifen – Wie der Naturschutz missbraucht wird

Klettern am Hohen Ifen

Wie der Naturschutz missbraucht wird

So manch einer hat sich schon kopfschüttelnd über den Sinn der seltsamen Regelungen und Verbote auf der Südseite des Hohen Ifens gefragt. Grundsätzlich halte ich kleinräumige, zeitlich begrenzte Lenkungen um ein wertvolles Biotop, ein Brut- oder Überwinterungsgebiet herum für sinnvoll, sofern diese tatsächlich dem Natur- und Artenschutz dienen. In Fällen wie am Ifen, wo der Naturschutz nur vorgeschoben wurde um Jagdinteressen zu schützen, die Jagd sogar den größten Störfaktor darstellt, darf man auch über zivilen Ungehorsam nachdenken. So lange in Vorarlberg solcher Unsinn im Namen des Naturschutz Bestand hat,  kann man Kampagnen von dort, die auch ins Allgäu importiert werden keinen Glauben schenken.

Es sollte die moralische Pflicht eines jeden aufrichtigen Bergsteigers sein, sich solchen Regelungen destruktiv gegenüber zu verhalten.

Nachstehend habe ich die Historie und aktuelle Fakten zu den Ifen Südwänden zusammengestellt, die eines der besten Sportklettergebiete der Alpen darstellen könnten. Klettern am Hohen Ifen – Wie der Naturschutz missbraucht wird weiterlesen

Krottenspitzen – Der längste Allgäuer Grat

Der markante Krottenspitzengrat mit seinen gegenläufig ausgerichteten Hörnern der Krottenspitze und des Krummen Turms  erstreckt sich landschaftsprägend über dem Oberstdorfer Talkessel. Die Überschreitung des gesamten Grates stellt eine der eindrucksvollsten und längsten Grattouren des Allgäus dar. Trotzdem erhalten die zahlreichen Zacken dieses Grates nur selten Besuch. Zu schwierig für den Wanderer und den normalen Bergsteiger, zu kurz die richtigen Kletterstellen, zu lang der Zustieg, zu viele Schrofenpassagen für den alpinen Kletterer. Der stete Wechsel zwischen leichtem und schwerem Gelände kostet Zeit und fordert eine angepasste Seiltechnik. Krottenspitzen – Der längste Allgäuer Grat weiterlesen

Überschreitung von Höllhörnern und Kleinem Wilden

Die Überschreitung der beiden Höllhörner und des Kleinen Wilden gehört zu den großen Gratüberschreitungen des Allgäus. Häufig wird wird nur der als alpine Genußkletterei bekannte Südgrat des Südlichen Höllhorn gegangen. Die Betonung liegt hier auf alpin, denn neben einigen wirklich schönen Kletterstellen gibt es auch brüchige Passagen. Daran ändert auch die gute Absicherung nichts. Vor einigen Jahren fiel zudem die erste Seillänge samt guten Kleilstellen einem Blitzschlag zum Opfer. Verblieben ist eine gefährlich, brüchiger Einstieg an labilen Blöcken. Am 30.7.2016 haben wir rechts davon einen alternativen Einstieg eingerichtet, der zwar deutlich schwieriger ist, aber eben auch fester. Überschreitung von Höllhörnern und Kleinem Wilden weiterlesen

Neuer Gipfel in den Allgäuer Alpen sucht einen Namen

367 Gipfel  über 1000 m zählt die Liste der Gipfel der Allgäuer Alpen in der Wikipedia.(Okt. 2015) Laut UIAA handelt es sich um einen Gipfel, wenn die Schartenhöhe, also die Prominenz mehr als 30 Meter beträgt.

In den Alpen gilt nach einer von der UIAA getroffenen Festlegung eine Erhebung als Gipfel, wenn ihre Schartenhöhe mindestens 30 Meter beträgt.Um bei einem Gipfel auch von einem eigenständigen Berg zu sprechen, werden für die Alpen ein Mindestmaß von ca. 100[ bis 300 Metern Schartenhöhe genannt. Im Himalaya sind sogar 500 Meter als Wert zu finden

Manche markanten  Berge wie der Giebel oder der Breitenberg fehlen, da ihnen mangels Schartenüberhöhung die Gipfeleigenschaft fehlt. Ein nach seiner Schartenüberhöhung gemessener sehr eigenständiger Gipfel fehlt ebenfalls, obwohl er an Prominenz so manchen bekannten Gipfel der Allgäuer Alpen übertrifft. Wohl nur deshalb, weil er keinen Namen trägt. Die Rede ist von dem markanten Felskopf im Ostgrat des Hochvogels.

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Neuer Klettergarten am Neunerköpfle (Tannheimer Tal)

Wohl schon sehr lange, was einige alte Schlaghaken belegen existiert an der sog. Kanzel am Neunerköpfle  ein schöner Klettergarten. Im Zuge des tiroler Marketingprojektes „climbers paradise“ wurde der Klettergarten saniert und neue Touren erschlossen. Teilweise ist der Fels von exzellenter Qualität. Die Art der Kletterei ähnelt dem Alpinen: (Quergänge, Verschneidungen, Risse).  Der Zustieg ist kurz und die Absicherung überwiegend gut. Trotzdem wird dort so gut wie nie geklettert, was an den nicht vorhandenen Trittspuren am Wandfuß und am Zustieg zu erkennen ist. Wir haben diesen Klettergarten getestet. Neuer Klettergarten am Neunerköpfle (Tannheimer Tal) weiterlesen

Trettachspitze, das Allgäuer Matterhorn

Immer wieder wird dieser Berg als „Allgäuer Matterhorn“ bezeichnet. Je nach Perspektive ist dieser Vergleich nicht mal an den Haaren herbei gezogen. Ausgangspunkt ist in der Regel das Dörfchen Einödsbach, dass  von nächsten Parkplatz aus in knapp vier Kilometern auf einer für den KFZ-Verkehr gesperrten Straße zu Fuß oder mit dem Mountainbike zu erreichen ist. Einödsbach selbst mit seinen sonnenverbrannten Holzhäusern und der kleinen Kapelle vor der Kulisse von Trettach, Mädelegabel und Hochfrottspitze ist wohl das Fotomotiv Nummer 1 des Allgäus.Einödsbach Kitschig schön anzusehen und doch immer wieder eindrucksvoll. Genau so eindrucksvoll ist die Besteigung der Trettachspitze, die irgendwo zwischen Wandern und Klettern einzustufen ist. Der typische Wanderer ist an den beiden Normalwegen bereits hoffnungslos überfordert, für den Kletterer stellt sich hingegen die Frage, in wie weit es sich lohnt, die Kletterausrüstung wegen wenigen Metern im unteren III. Grad fast 1700 Höhenmeter hinauf zu schleppen. Klassisches Bergsteigen also. Trettachspitze, das Allgäuer Matterhorn weiterlesen