Archiv der Kategorie: Reisen

Grüne Berge

Viele Berge  der  Allgäuer- und Lechtaler Alpen und des Bregenzer Waldes erstrahlen während des Sommers in einem einzigartigem grün. Nichts besonderes, ist ja jeden Sommer so – auf vielen Bergen. Mich faszinieren markante Kalkklötze,  Gletscherberge oder Wüstenlandschaften mehr. Das solche grüne Berge etwas besonders sind, wurde mir erst im Laufe meiner zahlreichen Reisen klar, aber auch durch den Austausch mit Menschen aus anderen Berggegenden.

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Roadtrip Albanien und Montenegro

Kaum Tourenbeschreibungen, kein Lawinenwarnsystem, die Anfahrt im Geländewagen: Wer sich im Winter in die Gebirge von Montenegro  und Albanien wagt, erlebt einsame Abfahrten, freundliche Menschen, reichliches und gutes Essen und langwierige Grenzübertritte. Es hätte ein ambitionierter Skitourenurlaub werden sollen. Das launische Balkanwetter gestattete jedoch nur bescheide Ziele. Herausgekommen ist ein Roadtrip durch zwei Balkanstaaten mit einigen kleineren Ski- und Wandertouren. Roadtrip Albanien und Montenegro weiterlesen

Iran Teil 5: Isfahan und die Wüste

Auch wer als eingefleischter Bergsteiger in den Iran reist, sollte zumindest einen Teil der Reise mit einem Sightseeingprogramm verbringen. Nach der erfolgreichen Besteigung des Damavands führte unsere Reise nach Isfahan, das lt. einem iranischen Sprichwort die halbe Welt sein sollte. Etwa so: Wer Isfahan kennt, kennt schon die halbe Welt. Wer noch nie in der Wüste war, hat hier zudem die Chance, relativ einfach und preiswert eine Wüstentour zu unternehmen. Die Iraner selbst schwärmen meist vom grünen Norden des Landes. Aber saftig grüne Berge, Wolken und Regen haben wir im Allgäu genügend. So waren es die Kontraste, die uns in den zentralen Iran führten. Iran Teil 5: Isfahan und die Wüste weiterlesen

Iran Teil 4: ZOS- Zentralorientalisches Schwimmschneefundament

Die Muster sind sich überall auf der Welt ähnlich. Je weiter ein Gebirge in der Hauptzugrichtung der Wetterfronten vom nächsten Meer entfernt ist, je trocknener das Klima, desto häufiger ist man mit einem Altschneeproblem konfrontiert. Das ist in den Alpen so, in den Rocky Mountains, in Zentralasien und auch im Iran. In Gebieten, in denen kein Lawinenlagebricht zur Verfügung steht, hilft nur der Blick in die Schneedecke und das Verständnis der Prozesse darin. Doch selbst langjährige Erfahrung schützt nicht zwangsläufig davor sich am Ende der Reise, bei der es keine kritischen Situationen gab, durch Gruppendynamik und Finaldenken in genau so eine kritische Situation zu begeben. Iran Teil 4: ZOS- Zentralorientalisches Schwimmschneefundament weiterlesen

Chachany, einer der leichtesten 6000er

Im trockenen Südwesten Perus stehen eine Reihe 6000er, die meist ohne besondere technische Schwierigkeiten zu besteigen sind. Auf Grund des trockenen Klimas und des Wassermangels können Tragtiere für die Zustiege kaum eingesetzt werden. Der logistische Aufwand um überhaupt an den Sockel des erstrebten Berges zu gelangen ist mit unter enorm.  Am Chachany halten sich die logistischen Hürden in Grenzen. Damit ist dieser mächtige Vulkan wohl einer der leichtesten 6000er Amerikas.

Trotzdem haben wir uns dafür entschieden ausgerechnet diesen leichten Gipfel in einer organisierten Gruppe, mit einem Bergführer zu besteigen.

 Zwei Fragen tauchten darauf hin auf:

  1. Welches ist überhaupt der leichteste 6000er?
  2. Gilt ein Gipfel, für dessen Besteigung man einen Bergführer bucht, als bestiegen?

Fragen, auf die es keine eindeutigen Antworten gibt. Chachany, einer der leichtesten 6000er weiterlesen

Ausangate – Ein zäher 6000er

Unter den zahlreichen 6000er der Anden gibt es leichte und schwierige, selten und häufig bestiegene. Der Ausangate zählt zu den selten besuchten Bergen. Von der Schwierigkeit würde ich ihn in die „gehobene Mittelklasse“ einordnen.

 Wer Einsamkeit sucht und das Fehlen jeglicher Infrastruktur nichts ausmacht, der findet hier in der Cordilliera Vilcanota sein Paradis.  Die meisten Touristen geben sich damit zufrieden, die Sechstausender von unten zu betrachten. Abgesehen vom abgelegenen Yayamari bietet keiner einen leichten Zugang.

(Hermann Kiedler- Die Anden)

Doch nicht nur die technischen Schwierigkeiten sind bei einer Andenexpedition zu berücksichtigen. Es sind auch die logistischen Hindernisse, die über Erfolg oder Misserfolg entscheiden können. Ausangate – Ein zäher 6000er weiterlesen

Wegen einer Orange

Wegen einer Orange im Handgepäck musste ich vor dem Rückflug von einer Skitourenreise  am Flughafen Alesund /Vigra  (Norwegen) den gesamten Rucksack auspacken, meine Schuhe ausziehen und mich einer Befragung stellen. Die Nervosität des Sicherheitspersonals war wenige Tage nach den Anschlägen von Brüssel verständlich! Die Sicherheitskontrollen sind lästig aber notwendig. Während sich zusehe, wie ein Beamter die Orange mehrfach durchleuchtet, schüttelt und mit einer dünnen Nadel hineinsticht, frage ich mich: Wenn es keinen Islam gäbe, könnte man dann in ein Flugzeug so einsteigen, wie in einen Linienbus? Wegen einer Orange weiterlesen

Iran Teil 3: Damavand

Er ist der Höchste im Land und auch der Höchste   westlich des Karakorum, je nach Höhenangabe auch höher als der Elbrus. Als solcher ist er weithin bekannt und entsprechend hoch begehrt.  Er überragt alle umliegend Gipfel um gut 1500  und ist mit einer Schartenhöhe von 4.660 m  einer der höchsten freistehenden Berge der Welt. Einzig die Zuordnung des Iran in die „Achse des Bösen“ hat den technisch einfachen Berg vor dem Massenansturm ausländischer Bergtouristen bewahrt.  Seine Skibesteigung sollte das große Ziel unserer Iranreise sein; wohl wissend, das solch hohe, freistehende Berge skifahrerisch selten einen Hochgenuß bieten. Iran Teil 3: Damavand weiterlesen

Iran: Teil 2; Piste, Tour und Apres Ski – Dizin und Shemshak –

Man was für ein Chaos. Der Fahrer von lets go iran brachte den Rest unserer Truppe. Bereits auf dem Rückweg zu Masoud nach Rineh trafen wir uns auf der Landstraße am Fuße des Damavand. Es folgten unzählige Telefonate, Palaver uns. Wo wir gewesen seinen? Unser Fahrer hätte vorgestern am Flughafen nicht gefunden.  Wir haben ihn nicht gesehen usw. Lange rede kurzer Sinn. Wir beschlossen bei Masoud auszuchecken und hier zuvor noch das schon vorbereitete Essen zu genießen um uns anschließend nach Dizin bringen zu lassen. Rund drei Stunden sollte die Fahrt dorthin dauern inkl. der Durchquerung der 15 Millionenmetropole Teheran. Also alle neun rein in den Kleinbus und zurück nach Teheran. Dort Fahrerwechsel und weiter nach Dizin. Bald auch verstanden wir, warum es immer hieß, die Straße nach Dizin sei geschlossen. Jetzt Ende März wird das persische Neujahr, das Nouruz gefeiert. Es ist Urlaubszeit und ganz Teheran macht sich auf dem Weg in die Berge oder ans Kaspische Meer. Wer über den allsamstäglichen Stau am Fernpass oder vor München lametiert, der sollte sich das mal ansehen.  Spät in der Nacht kamen wir in Dizin an und bezogen das bereits von zu Hause aus gebuchte Hotel, in das man uns schon zwei Tage zuvor hätte bringen sollen. Hier sollten wir drei Nächte bleiben. Iran: Teil 2; Piste, Tour und Apres Ski – Dizin und Shemshak – weiterlesen

Iran: Skitouren unterm Halbmond. Teil 1 – Ankunft und Dobarar-Berge

Schau mal wie schön es bei uns ist und da fahrt ihr zu diesen Sichelbrüdern sagte mir ein allgäuer Skibergsteiger, als ich ihm unser Ziel für den nächsten Skitourenurlaub nannte. Erstaunen und Kopfschütteln war die häufigste Reaktion. Skitouren im Iran. Das geht ja wohl wirklich nicht. Selten auch ein wenig Neid und Begeisterung und zwar von denen, die schon einmal dieses faszinierende Land besucht hatten. Die wussten, dass die Realität in diesem Land anders ist, wie es das Zerrbild, dass unsere Medien verbreiten. Wir erlebten ein freundliches und sichereres Reiseland mit unendlichen Möglichkeiten, dass problemlos individuell zu bereisen ist. Einen erheblich Beitrag zum Gelingen dieser Skitourenreise hat auch die freundliche Art der Iraner beigetragen. Doch zunächst kam alles anders als geplant.

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