Archiv der Kategorie: Reisen

Naturschutz gegen Naturschutz und Dichtestress. Fliegen oder bleiben?

Der tatsächliche oder empfundene Dichtestress im Alpenraum steigt. Einerseits baut man die touristische Infrastruktur weiter aus, anderseits reicht es den Alpenbewohnern. Von Seiten der Jagd und Naturschutz, aber auch von genervten Anwohnern werden immer mehr Verbote und Lenkungen gefordert. Im Panorama 2/2019 fragt Autor Andi Dick ob man den in die Ferne fliegen muss, wenn die Alpen so nah sind. Die Antwort ist leider ja, denn im Stau am Fernpass stehen, zwischen lauter Besucherlenkungskonzepten noch eine individuelle Tour suchen, beim biwakieren von der Polizei geweckt werden, dass sind nicht die Dinge, die man in der Freizeit sucht. Somit haben wir es mit einem klassischem Interessenskonflikt „Naturschutz gegen Naturschutz“ zu tun. Naturschutz gegen Naturschutz und Dichtestress. Fliegen oder bleiben? weiterlesen

Werbeanzeigen

Eine Skitourenwoche in Bulgarien

Von den zahlreichen Tourenzielen in Südosteuropa dürfte Bulgarien das unkomplizierteste, am leichtesten zugänglichste sein.

Das fängt an, mit den geringen Entfernungen von der Hauptstadt Sofia, den guten Flugverbindungen dorthin und den günstigen Preisen. Wie fast überall außerhalb der dicht besiedelten Alpen lassen sich Skitouren mit vertretbarem Aufwand nur dort unternehmen, wo ein Pistenskigebiet oder eine Passstraße den Zugang zum Gebirge erleichtert. Beides findet man in Bulgarien genau dort, wo die höchsten Gipfel des Landes und damit des gesamten Balkans stehen.  Trotz guter touristischer Infrastruktur in den Randgebieten sind die Berge selbst ursprünglich und nicht überlaufen. Eine Skitourenwoche in Bulgarien weiterlesen

Seitenblicke in Peru

Die Spanier suchten hier das sagenumwobene „Goldreich“ Eldorado, eroberten das Inkareich und verübten einen Genozid an der einheimischen Bevölkerung. Im heutigen Peru sind die Spuren der Inkakultur noch vielerorts sichtbar. Trotz wirtschaftlichem Aufschwung leidet das Land unter sozialer Ungleichheit, Korruption, Rassismus und Kriminalität. Als ich 1996 zum ersten mal dort war, haben Vorurteile mein Perubild geprägt. Ein Europäer ist nur der Gringo, den es abzuzocken und zu bestehlen gilt.  Ich wurde in meinem ersten Peruurlaub nicht ausgeraubt oder bestohlen, lernte nette Menschen kennen, fand ich sogar in einer kurzen Beziehung zu einer Einheimischen wieder und konnte einige schöne Gipfel besteigen. Es sollten vier weitere Perureisen folgen.  1996, kurz nach den Terrorjahren waren Touristen dort noch selten. Heute ist das Land vom Massentourismus geprägt. Vieles ist professioneller, bequemer aber auch teurer aber nicht unbedingt besser geworden. Auch in den folgenden Perureisen wurde ich nicht bestohlen – abgezockt aber sehr wohl,  landete ich nochmal in einer Beziehung, konnte ich weitere 6000er besteigen, saß mit Durchfall am Klo und mit Kopfweh in der Kneipe und konnte meine Vorurteile, die dich zu Beginn hatte, nie ganz widerlegen. Seitenblicke in Peru weiterlesen

Skitour in Truthahn

Im Nahen Osten, zwischen Europa und Asien liegt ein Land, dass die Engländer in ihrer Truthahn nennen. Viele verbinden mit diesem Truthahn Cluburlaub, Billigflieger, Döner, Gastarbeiter und Kopftuchmädchen und einen osmanischen Möchtegern-Adolf. So jedenfalls die gängigen Vorurteile. Das dieser Truthahn ein Gebirgsland ist, mit einem schier unerschöpflichen Skitourenpotential das wissen nur die Wenigsten. Von diesen Wenigen zieht es die meisten auf den Ararat, der leider in einer politisch instabilen Region liegt. Die wahren Perlen des Truthahns findet man jedoch im Taurusgebirge, den Dolomiten des Orients.

Rassige 2000 Höhenmeterskitouren in einer Dolomitenlandschaft, daneben Vulkanberge und sanfte Skihügel. Einfache und freundliche Menschen und die Tatsache, dass es am Sockel der Berge komplett eingerichtete Sportklettergebiete gibt, werten das Reiseziel Taurus zusätzlich auf. Wir waren sicher nicht zum letzten mal dort. Skitour in Truthahn weiterlesen

Stürmische Tage in Norwegen

Meine dritte Skitourenreise nach Norwegen brachte uns in die „Sunnmörealpane“ Ein vielseitiges Gebirge an Norwegens stürmischer Westküste südlich von Alesund. Weltbekannt ist diese Landschaft vor allem bei den Sommertouristen wegen seiner Fjordlandschaften und den atemberaubenden Passstraßen wie dem Trollstiggen. Im Süden schließt der Jostedaslbreen an,  der größe Gletscher auf den europäischem Festland. Wie überall in Norwegen ist das Skibergsteigen  bei den Einheimsichen sehr beliebt. Organisierte Gruppen aus Mitteleuropa trifft man hier eher selten.  In Lyngen dagegen,  vor wenigen Jahren noch ein Geheimtipp geben sich heute die kommerziellen Anbieter aus dem Alpenraum die Klinke in die Hand. Stürmische Tage in Norwegen weiterlesen

Übernachtungsprobleme – Wir brauchen Hütten im Tal

Jeder kennt die Situation,  am Wochenende ist gutes Wetter angekündigt, die Lawinengefahr (Winter) oder das Gewitterrisiko (Sommer) sind gering. Sprich beste Verhältnisse, alles passt. Zeit ein Wochenende oder gar ein langes Wochenende abseits seiner Heimatregion im Gebirge zu verbringen um sich seine alpinen Träume zu erfüllen. Also nochmal Wetter und Verhältnisse checken uns los. Handelt es sich bei unserem Ziel um eine Hochtour wird man meist auf einer Hütte übernachten oder aber biwakieren, wenn diese voll ist. Geht man das Wunschziel vom Tal aus, wird’s schwierig. Gerade im Winter. Wohl dem der einen Campingbus oder ein gutes Zelt hat. Doch nicht überall gibt es einen passenden Campingplatz oder wird „wildes Campieren“ toleriert. Wer von Samstag auf Sonntag ein Zimmer sucht, wird damit oftmals keinen Erfolg haben womit wir wieder beim „wilden Campieren“ sind. Ähnlich die Situation für Pistenskifahrer aus alpenfernen Gegenden, die nur Samstag/Sonntag  zum Skifahren anreisen. Übernachtungsprobleme – Wir brauchen Hütten im Tal weiterlesen

Grüne Berge

Viele Berge  der  Allgäuer- und Lechtaler Alpen und des Bregenzer Waldes erstrahlen während des Sommers in einem einzigartigem grün. Nichts besonderes, ist ja jeden Sommer so – auf vielen Bergen. Mich faszinieren markante Kalkklötze,  Gletscherberge oder Wüstenlandschaften mehr. Das solche grüne Berge etwas besonders sind, wurde mir erst im Laufe meiner zahlreichen Reisen klar, aber auch durch den Austausch mit Menschen aus anderen Berggegenden.

Grüne Berge weiterlesen

Roadtrip Albanien und Montenegro

Kaum Tourenbeschreibungen, kein Lawinenwarnsystem, die Anfahrt im Geländewagen: Wer sich im Winter in die Gebirge von Montenegro  und Albanien wagt, erlebt einsame Abfahrten, freundliche Menschen, reichliches und gutes Essen und langwierige Grenzübertritte. Es hätte ein ambitionierter Skitourenurlaub werden sollen. Das launische Balkanwetter gestattete jedoch nur bescheide Ziele. Herausgekommen ist ein Roadtrip durch zwei Balkanstaaten mit einigen kleineren Ski- und Wandertouren. Roadtrip Albanien und Montenegro weiterlesen

Iran Teil 5: Isfahan und die Wüste

Auch wer als eingefleischter Bergsteiger in den Iran reist, sollte zumindest einen Teil der Reise mit einem Sightseeingprogramm verbringen. Nach der erfolgreichen Besteigung des Damavands führte unsere Reise nach Isfahan, das lt. einem iranischen Sprichwort die halbe Welt sein sollte. Etwa so: Wer Isfahan kennt, kennt schon die halbe Welt. Wer noch nie in der Wüste war, hat hier zudem die Chance, relativ einfach und preiswert eine Wüstentour zu unternehmen. Die Iraner selbst schwärmen meist vom grünen Norden des Landes. Aber saftig grüne Berge, Wolken und Regen haben wir im Allgäu genügend. So waren es die Kontraste, die uns in den zentralen Iran führten. Iran Teil 5: Isfahan und die Wüste weiterlesen

Iran Teil 4: ZOS- Zentralorientalisches Schwimmschneefundament

Die Muster sind sich überall auf der Welt ähnlich. Je weiter ein Gebirge in der Hauptzugrichtung der Wetterfronten vom nächsten Meer entfernt ist, je trocknener das Klima, desto häufiger ist man mit einem Altschneeproblem konfrontiert. Das ist in den Alpen so, in den Rocky Mountains, in Zentralasien und auch im Iran. In Gebieten, in denen kein Lawinenlagebricht zur Verfügung steht, hilft nur der Blick in die Schneedecke und das Verständnis der Prozesse darin. Doch selbst langjährige Erfahrung schützt nicht zwangsläufig davor sich am Ende der Reise, bei der es keine kritischen Situationen gab, durch Gruppendynamik und Finaldenken in genau so eine kritische Situation zu begeben. Iran Teil 4: ZOS- Zentralorientalisches Schwimmschneefundament weiterlesen