Archiv der Kategorie: Kletter

Wettersteingrate

Für einen Allgäuer liegt das Wettersteingebirge irgendwie im toten Winkel. Verlässt man die Heimatregion so zieht es einem meist in die Dolomiten oder in die klassischen Hochtourenregionen.

Zu unrecht, denn Deutschlands höchstes Gebirge hat mehr zu bieten, als die grausig überlaufene Zugspitze. Abseits der touristischen Brennpunkte herrscht trotz der Nähe zu München angenehme Ruhe, was sicher daran liegt, dass die langen Gratüberschreitungen, sozusagen die Spezialität des Wettersteins, von den Gesamtanforderungen durchaus selektiv wirken. Wettersteingrate weiterlesen

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Zeit um Danke zu sagen – Klettern am Grünten

Es sind manchmal Kleinigkeiten, manchmal eine tage- wochen- oder jahrelange Arbeit, die hinter etwas steckt, dass wir allzu gerne als selbstverständliche ansehen. An dieser Stelle möchte ich zweimal Danke sagen. Zum einen für das Entgegenkommen der Bauern und Alphirten, zum anderen für die unermüdliche Arbeit ein vergessenes Klettergebiet wieder zum Leben zu erwecken und den allgäuer Kletterern einen besonders schönen Klettergarten zu schenken.  Es geht um ein Klettergebiet auf der Ostseite des Grüntens. Zeit um Danke zu sagen – Klettern am Grünten weiterlesen

35 Jahre Klettern an der Fuchskarspitze – 20 Jahre sanierte Klettertouren

Ich stehe am sturmumtosten Gipfel der Fuchskarspitze, Immer wieder reißt der Sturm Löcher in die Wolkendecke und die Abendsonne taucht die kahle Felslandschaft in ein unwirkliches Licht. Mein Blick fällt hinab zum Prinz-Luitpold-Haus, wo bereits die Feier zum Saisonabschluß in die Gänge kommt. Im Windschatten eines Felsblocks genieße ich noch eine Weile Ruhe, bevor ich mich dieser Feier auch anschließen werde und betrachte nachdenklich die diese Gegend, rund um Hochvogel, Wiedemer und Fuchskar , in der ich mit dem Bergsteigen begonnen habe.  Vor fast  20 Jahren  habe ich diese Zeilen nach Beendigung der Sanierungsarbeiten der Kletterrouten verfasst.  20 Jahre später, saß ich zusammen mit Carmen  an meinem Geburtstag nach der Durchsteigung der Wiederholungsaufgabe am selben Ort. Bei Sturm! Zeit für einen Rückblick. 35 Jahre Klettern an der Fuchskarspitze – 20 Jahre sanierte Klettertouren weiterlesen

Aktuelle Verhältnisse Allgäu, Außerfern, Kleinwalsertal – Machen Pistentouren wirklich Sinn?

Die heutigen (19.12.2016) Schneefälle haben Teile des Allgäus leicht angezuckert. Für die Weihnachtstouristen erwarten wir nun tatsächlich so etwas wie eine „weiße Weihnacht“. Der Raum Oberstdorf ging jedoch leer aus. Skifahren ist  nach wie vor nur auf technisch beschneiten Pisten möglich. Angesichts dem zu erwartenden Ansturm von Urlaubern auf die Pisten, muss man sich fragen, ob und in wie weit Pistentouren sinnvoll sind. Gibt es Alternativen? Aktuelle Verhältnisse Allgäu, Außerfern, Kleinwalsertal – Machen Pistentouren wirklich Sinn? weiterlesen

Das Rote Schrofenmonster

Geißeln, hier Gaisl genannt, gibt es in den Pragser Dolomiten vermutlich mehr als in einem Sado-Maso-Shop. Eine Kleine, eine Niedere, eine Pragser, eine Schlechte, ein Gaisele und schließlich noch die Hohe Gaisl.

Ein bisschen Masochismus gehört schließlich auch dazu, sich ausgerechnet mit diesem roten Schrofenmonster anzulegen, dass die Italiener Croda Rossa nennen.

Dolomitenpapst Richard Goedeke schreibt in seinen „3000er der Dolomiten“

Wohl der alpinste unter allen 3000er der Dolomiten. Selten angegangen und noch viel seltener erfolgreich bestiegen. Das liegt weniger an den technischen Schwierigkeiten, – diese gehen bei richtiger Routenfindung über Stellen IV nicht hinaus- als an den Dimensionen des Berges und der Tatsache das der Berg weithin nicht nur nicht abgekletterten sondern auch in der Substanz brüchigen Fels aufweist.

Das klingt wie Musik, flößt aber auch eine ganze Menge Respekt ein. Das Rote Schrofenmonster weiterlesen

Krottenspitzen – Der längste Allgäuer Grat

Der markante Krottenspitzengrat mit seinen gegenläufig ausgerichteten Hörnern der Krottenspitze und des Krummen Turms  erstreckt sich landschaftsprägend über dem Oberstdorfer Talkessel. Die Überschreitung des gesamten Grates stellt eine der eindrucksvollsten und längsten Grattouren des Allgäus dar. Trotzdem erhalten die zahlreichen Zacken dieses Grates nur selten Besuch. Zu schwierig für den Wanderer und den normalen Bergsteiger, zu kurz die richtigen Kletterstellen, zu lang der Zustieg, zu viele Schrofenpassagen für den alpinen Kletterer. Der stete Wechsel zwischen leichtem und schwerem Gelände kostet Zeit und fordert eine angepasste Seiltechnik. Krottenspitzen – Der längste Allgäuer Grat weiterlesen

Überschreitung von Höllhörnern und Kleinem Wilden

Die Überschreitung der beiden Höllhörner und des Kleinen Wilden gehört zu den großen Gratüberschreitungen des Allgäus. Häufig wird wird nur der als alpine Genußkletterei bekannte Südgrat des Südlichen Höllhorn gegangen. Die Betonung liegt hier auf alpin, denn neben einigen wirklich schönen Kletterstellen gibt es auch brüchige Passagen. Daran ändert auch die gute Absicherung nichts. Vor einigen Jahren fiel zudem die erste Seillänge samt guten Kleilstellen einem Blitzschlag zum Opfer. Verblieben ist eine gefährlich, brüchiger Einstieg an labilen Blöcken. Am 30.7.2016 haben wir rechts davon einen alternativen Einstieg eingerichtet, der zwar deutlich schwieriger ist, aber eben auch fester. Überschreitung von Höllhörnern und Kleinem Wilden weiterlesen

Neuer Gipfel in den Allgäuer Alpen sucht einen Namen

367 Gipfel  über 1000 m zählt die Liste der Gipfel der Allgäuer Alpen in der Wikipedia.(Okt. 2015) Laut UIAA handelt es sich um einen Gipfel, wenn die Schartenhöhe, also die Prominenz mehr als 30 Meter beträgt.

In den Alpen gilt nach einer von der UIAA getroffenen Festlegung eine Erhebung als Gipfel, wenn ihre Schartenhöhe mindestens 30 Meter beträgt.Um bei einem Gipfel auch von einem eigenständigen Berg zu sprechen, werden für die Alpen ein Mindestmaß von ca. 100[ bis 300 Metern Schartenhöhe genannt. Im Himalaya sind sogar 500 Meter als Wert zu finden

Manche markanten  Berge wie der Giebel oder der Breitenberg fehlen, da ihnen mangels Schartenüberhöhung die Gipfeleigenschaft fehlt. Ein nach seiner Schartenüberhöhung gemessener sehr eigenständiger Gipfel fehlt ebenfalls, obwohl er an Prominenz so manchen bekannten Gipfel der Allgäuer Alpen übertrifft. Wohl nur deshalb, weil er keinen Namen trägt. Die Rede ist von dem markanten Felskopf im Ostgrat des Hochvogels.

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Hochvogel Ostgrat

Nachdem ich mich als Jugendlicher an diesem Grat schon mal versucht hatte, geriet diese Tour bei mir über Jahre hinweg in Vergessenheit. Zu brüchig, zu schwierig als Solotour, zu leicht als Klettertour, zu entlegen usw. In Erinnerung geblieben sind mir  haarsträubende Abseilmanöver und ein Abbruch der Tour  nach Süden. Doch immer wieder sticht dieser Grat mit seinen markanten Scharten von der Fuchskarspitze oder dem Jubiläumsweg ins Auge. Ein Eintrag bei http://www.gipfelbuch.ch/ rief die Tour wieder in Erinnerung. Es wurden weitere Begehungen bekannt und schließlich wurde das Anforderungsprofil schärfer und die nötige Ausrüstung deutlich. Im Oktober 2015 war es dann so weit. Hochvogel Ostgrat weiterlesen