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Wann wird mal wieder richtig Sommer?

So lautete ein Schlager, der in meiner Kindheit auf und ab gespielt wurde, bis man ihn nicht mehr hören konnte.

Die Eltern erzählten, dass es soviel Regen und Kälte früher im Sommer nicht gab. Tatsächlich  kann ich mich gut daran erinnern, dass Mitte der 70ger bis Anfang der 80er Jahre es auch im Juli und August immer mal wieder bis unter 2000 m geschneit hat. Die seit etwa 100 Jahren schrumpfenden Alpengletscher stießen kurzzeitig nochmal vor. Die Tage, an denen man abends noch draußen sitzen konnte, waren gezählt.Obst wurde, wenn überhaupt nur an der Hauswand reif.   Es war völlig normal, dass man, bei einer Hochvogelbesteigung entweder über die Kreuzspitze ging, oder Steigeisen und Pickel für den Kalten Winkel dabei hatte.  So auch bei meiner ersten Hochvogelbesteigung im Alter von 11 Jahren mit meinem Vater. Heute hört man die Leute schon jammern, dass am Hochvogel immer noch soviel Schnee liegt.

 

Jetzt ist er da, der Sommer wie ihn sich mit Rudi Carrell Millionen gewünscht haben und was machen wir? Wir jammern über die Hitze und zeigen düster-heiße Zukunftsprognosen auf. So wie in meiner Kindheit auch, nur mit umgekehrtem Vorzeichen. Denn damals drohte uns eine neue Eiszeit. Wissenschaftlich begründet waren die Zukunftsprognosen damals wie heute.

Ein Freund sagte mir mal. Es ist Segen und Fluch zugleich, dass du dich an jeden Scheißdreck, jede Schlagzeile und jede Aussage in den Nachrichten von früher erinnern kannst.  Das ist natürlich übertrieben, aber trotzdem erinnere ich mich noch an die Fotomontage in der Bild mit einem vorrückenden Gletscher am Stadtrand von München irgendwann um 1980 rum.

Vergangenheit verklärt? Stimmen die Erinnerungen?

Stimmt den die subjektive Erinnerung an nasskalte Sommer, einen alten Schlager, ein paar Zukunftsprognosen und Politikeraussagen eines Kindes/Jugendlichen mit der damaligen Wirklichkeit überein, oder neigen wir alle dazu die Vergangenheit als heile Welt zu verklären?

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Vergleicht man meine Erinnerungen an die wissenschaftlich belegte Gletscherentwicklung, so sieht man, dass  es tatsächlich von 1975 bis 1980 nochmal eine Phase von wachsenden Gletschern gab. Ausgelöst vor allem durch nasskalte Sommer. Somit passt auch der Schlager von Rudi Carrell zum damaligen Zeitgeist.

 

Wie geht es weiter?

Da möchte ich seriös bleiben und mich nicht mit Spekulationen hingeben.

Es gab in den letzten 40 Jahren genug Katastrophenszenarien, Prognosen von Politikern und Wissenschaftlern, die so wie angekündigt nicht eingetreten sind. Gut oder blöd, dass ich mich meist dafür interessiert habe und mich erinnern kann. Das macht mich skeptisch gegenüber aktuellen Prognosen.

Fakt ist nur: Nichts ist beständiger als der Wandel.

Dazu noch zwei Links. Welchem sollen wir glauben?

https://www.focus.de/wissen/klima/klimaerwaermung/neue-eiszeit-neue-eiszeit_id_8487796.html

https://www.sueddeutsche.de/bayern/bayern-klimawandel-umwelt-vorhersagen-1.4539824?fbclid=IwAR1QW_34MIH46C8d2unIClbzwe9B6EOuNx8hbT1NqKCwuwlRjh6_TAaRLaE

Herbstblüte- Ein zweiter Frühling

Die ungewöhnlichen Wetterkapriolen der letzten Wochen führten im Oktober 2018 zu ungewöhnlichen Reaktionen der Natur.  Auf eine kurze, aber extrem kalte Phase mit Frost und Schnee Ende September 2018 folgte ein deutlich zu warmer Oktober.

So kommt es, dass im Oktober im Sparkettkar, in den Lechtaler Alpen zum zweiten mal die Alpenrosen blühen. Auf einer Wiese bei Oberstdorf blühen die Trollblumen. Auch der Enzian entfaltet im Herbst 2018 nochmals seine Pracht. Herbstblüte- Ein zweiter Frühling weiterlesen