Auf und um den Hochvogel

Der Hochvogel gehört zu den markantesten Gipfeln der Allgäuer Alpen. Seine Besteigung kann als straffe Tagestour von Hinterstein oder Hinterhornbach durchgeführt werden. Schöner ist es allerdings, die Gipfelbesteigung in eine zweitätige  Rundtour einzugliedern und dabei den Berg zu überschreiten.  Die Runde von Hinterhornbach über den Fuchsensattel, den Hochvogel zum Prinz-Luitpold-Haus und anderntags über das Himmeleck, das Hornbachjoch und den Kanzberg zurück nach Hinterhornbach offenbart wie kaum eine andere Runde die ganze Vielfalt und Schönheit der Allgäuer Alpen.

Am Ende dieses Artikels gibt es Hinweise zur aktuellen Situation zu Felssturzgefahren, Hüttenübernachtungen, Parken und Biwakieren, die je nach Situation angepasst werden.

Ausgangspunkt Hinterhornbach

Es sprechen mehrere Gründe für den Ausgangspunkt Hinterhornbach. Der wichtigste ist, dass man hier direkt wieder am Ausgangspunkt ankommt.

Ein weiterer Punkt ist die Entlastung des Hintersteiner Tals. Seit den Lockerungen der Anti-Coronamaßnahmen wurde das Tal derart vom Bergsteigern, Wanderern und Ausflüglern überrannt, dass die Gemeinde mit drastischen Maßnahmen versucht, die Touristenmassen,  die Markus Söder zum Urlaub in Bayern gerufen hat, nun wieder los zu werden. Eine etwas gleichmäßigere und gerechtere Verteilung der Besucherströme ist  wünschenswert.

Die günstige Parksituation und ein paar nette Wirtschaften für die Einkehr nach der Tour sprechen ebenfalls für diesen Ausgangspunkt

parken Hinterhornbach
10,–€ in Hinterstein, 2,–€ in Hinterhornbach. Hier kan man direkt zum Sockel des Berges fahren. Hinzu kommt nach das günstigere Benzin.

Dagegen spricht, dass er mit ÖPNV nicht erreichbar ist.  (Quelle Google,  Routenplaner, vvt.at 11.6.2020 Feiertag)

Die Tour

Die Tour startet an den Parkplätzen bei der „Guferbrücke“ in am Ortsende von Hinterhornbach. Gegen eine geringe Gebühr können wir dort unser Fahrzeug stehen lassen. Nun ist es gleichgültig in welcher Richtung wir unsere Runde drehen. In beiden Richtungen erwarten uns, mit Gegenanstiegen rund 1700 Höhenmeter bis zum Prinz-Luitpold-Haus. Persönlich würde ich links herum gehen, also zuerst über das Hornbachjoch und am anderen Tag den Hochvogel überschreiten. Dabei sollte man unbedingt die aussichtsreiche Route über den Kanzberg dem schattigen Jochbachtal vorziehen.

Da man bei derartigen Wanderungen eh nur den markierten Wegen folgen muss, sollten die in der Zusammenfassung empfohlene Karte und ggf. noch der entsprechende Wanderführer zur Planung reichen. Daher gibt es nachstehend nur ein paar Eindrücke

Hinterhornbach Sommer
Hinterhornbach ist Ausgangs- und Endpunkt für die beschriebene Tour.
Jochbachtal
Blick ins Jochbachtal. In der Bildmitte das Hornbachjoch, dass es zu überschreiten gilt. Ganz rechts der Kanzberg, die schönere Variante in das Hornbachjoch zu steigen.
Enzian Kanzberg
Enzianwiese zwischen Kanzberg und Jochspitze
Kanzberg
Auf dem Kanzberg. Der Weg schlängelt sich weiter bis zur Jochspitze und quert kurz vor deren Gipfel nach rechts hinunter ins Hornbachjoch. Rechts am Rand die beiden Höllhörner
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Der Mittelteil des ersten Tages. Der Weg führt vom Hornbachjoch (rechts) unter der Wildengruppe hindurch zum Himmeleck (links)
Höfats Enzian 12.5.2018
Enzianblühte oberhalb des Himmelecksattels. Blick zur Höfats
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Unter den Westwänden des Wiedemerkopfes führt der Weg hinauf zum Prinz-Luitpold-Haus.
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Die letzte halbe Stunde der ersten Etappe bietet besonders schöne Eindrücke.
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ca. 20 min vor der Hütte. Blick ins Hintersteiner Tal.
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Rückblick zum Gr. Wilden und zum Himmeleck
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Die Fuchskarspitze kommt in Sicht
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Fuchskarspitze
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Die letzten Meter zur Hütte
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Abendstimmung oberhalb des Prinz-Luitpold Haus. Blick zum Schneck
Hochvogel
Blick zum Hochvogel
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Blick am frühen Morgen vom Luitpold-Haus ins Hintersteiner Tal
Hochvogel Schnur
Das markante Band der Schnur in ca. 2350 m Höhe
Hochvogel Gipfel
Die letzten Meter zum Gipfel bei winterlichen Verhältnissen
Hochvogel Goipfel Jonathan Besler
Der Gipfel des Hochvogels droht auseinander zu brechen. Danke Jonathan Besler für das Foto
Hochvogel gesamt
Der Hochvogel von Norden. Gut erkennabar die Kaltwinkelscharte rechts und der Fuchsensattel links.
Hochvogel vom Fuchsensattel
Der Hochvogel vom Fuchsensattel. Gut sichtbar die schneebedeckte Kaltwinkelscharte.
Hornbachkette Hochvogelrunde
Beim Abstieg nach Hinterhornbach. Blick auf die Hornbachkette
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Zurück in Hinterhornbach

 

Die Tour in Stichpunkten

Hochvogelumrundung und Besteigung von Hinterhornbach

Karte Hochvogelrunde

Ausgangspunkt:  Parkplatz Guferbrücke in Hinterhornbach. Gebühr 2,–€ am Tag.

Karte: Alpenvereinskarte Allgäuer/Lechtaler Alpen Ost 2/2

Führer: Erika Spengler: Grenzgängerweg, Rother Verlag https://www.rother.de/rother%20wanderf%FChrer-grenzg%E4nger-weg-4531.htm

Hütten: Prinz-Luitpold-Haus der DAV Sektion Allgäu Immenstadt, Biwakhütte  (ohne Einrichtung auf dem Kanzberg)

Ausrüstung:  Normale Bergwanderausrüstung. Im Frühsommer können Steigeisen und Pickel manchmal hilfreich sein.

Höhenunterschied: von Hinterhornbach in der vorgeschlagenen Richtung rund 1.700 Höhenmeter (ohne Zugaben) Vom Prinz-Luitpoldhaus auf den Hochvogel rund 800 Höhenmeter. Hinzu kommen rund 150 m Gegenanstieg zum Fuchsensattel.

Schwierigkeit: T3 bis T4 nach der Trekkingskala

Geeignet für wen? alpin erfahrene Bergwanderer, für konditionsstrarke Trailrunner herausfordende Tagesrunde.

Bilder: Die Bilder stammen von verschiedenen Tagen und wurden auf der beschriebenen Runde, sowie von gegenüberliegenden Bergen aufgenommen.

 

Aktuelle (Risiko)-hinweise zur Bergsturzgefahr und Coronaeinschränkungen. Stand 30.6.2020

Dieser Teil des Berichtes wird je nach Entwicklung an die aktuelle Situation angepasst

Bergsturz

Der Gipfelbau des Hochvogels wird von einem Riß durchzogen. Der südliche Teil des Berges droht in sich zusammen zu stürzen. Aus diesem Grund ist der Bäumenheimer Weg, seit einigen Jahren gesperrt. Daher können Wanderer von Hinterhornbach aus, nur noch über den Fuchsensattel und den Kalten Winkel  zum Gipfel aufsteigen. Der Nordostgrat ab dem Fuchsensattel ist KEINE Tour für Bergwanderer!

In wie weit der auch dieser Anstieg vom drohenden Bergsturz betroffen ist, entnehme man aktuellen Pressemeldungen.

Die hier vorgestellte Runde gilt aktuell als sicher!

https://www.faz.net/aktuell/wissen/erde-klima/soll-er-doch-endlich-stuerzen-16408207.html

https://www.merkur.de/bayern/allgaeu-hochvogel-berg-bricht-auseinander-bevoelkerung-in-gefahr-10359762.html

Eingeschränkte Übernachtungsmöglichkeiten wegen Corona

Auf Grund der Coronapandemie sind die Möglichkeiten für eine Hüttenübernachtung stark eingeschränkt. Die Vorschriften dazu haben sich in den letzten Wochen oft geändert.  Aktuell  (Ende Juni 2020) ist eine Übernachtung mit eigener Bettwäsche und eigenem Schlafsack möglich. Ich empfehle daher, sich aktuell auf dem Prinz-Luitpold-Haus zu informieren und einen Schlafplatz zu reservieren.

Hüttenübernachtung mit strengen Vorgaben

Aktuelle Regelungen auf den Prinz-Luitpold-Haus (Ende Juni 2020)

Biwakieren

Wer keinen Schlafplatz auf der Hütte bekommt, einfach mehr Abstand halten möchte, oder unter den aktuellen Voraussetzungen schlichtweg keine  Lust auf eine Hüttenübernachtung hat, für den bietet sich ein Biwak an.  Besonders auf deutscher Seite gibt es dank der Schutzgebietsverordnung Allgäuer Hochalpen nur wenige legale Möglichkeiten. Hinweise zum Biwakieren in den Allgäuer Hochalpen (Deutschland)

Da in den Allgäuer Hochalpen Biwakieren nur in felsigen und felsnahen Bereichen erlaubt ist, scheiden die schönen Grasböden am kleinen See hinterm Prinz-Luitpold-Haus weitgehend aus. Felsige Bereiche gibt es in Hüttennähe jede Menge, aber wer will schon Matte und Schlafsack in scharfkantigem Geröll aufschlitzen.

Schade, dass Forderungen nach legalen Zeltmöglichkeiten, wie sie auch die Jungen Liberalen vorgeschlagen haben, nicht umgesetzt wurden.  Hier ginge das gut und man könnte immerhin abends in der Hütte noch Essen oder ein Bier trinken.

Da das Biwakieren stark in den Focus geraten ist, und auch hin und wieder kontrolliert wird, würde ich mich dabei sehr dezent verhalten und wirklich nur Plätze wählen, die das Attribut „felsnah“ erfüllen.

Im Gipfelbereich des Hochvogels gibt es ein paar halbwegs geeignete Möglichkeiten  auf nicht zu scharfkantigen Felsplatten.

Auf tiroler Seite ist das hochalpine Biwak während eines kurzen, durch den Anlass gebotenen Zeitraumes gestattet.

Hinweise zum Biwakieren in Tirol

Eine Tour, die als Tagestour nicht zu schaffen ist, eine volle Hütte, oder coronabedingte Abstände sollten Anlass genug sein.

Geeignete Plätze: Kanzberg (Biwakhütte, Hornbachjoch, Fuchskar (östlich der Balkenscharte) und Fuchsensattel. Alle diese Plätze haben gemeinsam, dass es kein Wasser gibt!

Meine Tipps für ein (Zelt)-Biwak

  • haltet euch ein die erlaubten „felsigen oder felsnahen Bereiche“!
  • bereitet das Biwak erst vor dem schlafen gehen vor und baut es am Morgen gleich wieder ab!
  • unauffällig verhalten! Ist Regen oder starker Wind nicht zu erwarten, auf das Aufstellen eines Zeltes verzichten!
  • kein Feuer machen, Müll wieder mitnehmen, ruhig verhalten!

2 Kommentare zu „Auf und um den Hochvogel“

  1. Warum nicht einfach am Hüttengelände draußen schlafen. Der Wirt freut sich über Abendeinnahmen und ist auch berechtigt, das zu gestatten (oder wenigstens zu dulden).

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    1. Wir haben das mehrmals bei der Tannheimer Hütte gemacht, als die noch offen hatte. Schnarchkonzert nein danke. Und es gab Halbpension ohne Übernachtung für 23 Oiro.

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