Archiv der Kategorie: Bergsteigen

Auf und um den Hochvogel

Der Hochvogel gehört zu den markantesten Gipfeln der Allgäuer Alpen. Seine Besteigung kann als straffe Tagestour von Hinterstein oder Hinterhornbach durchgeführt werden. Schöner ist es allerdings, die Gipfelbesteigung in eine zweitätige  Rundtour einzugliedern und dabei den Berg zu überschreiten.  Die Runde von Hinterhornbach über den Fuchsensattel, den Hochvogel zum Prinz-Luitpold-Haus und anderntags über das Himmeleck, das Hornbachjoch und den Kanzberg zurück nach Hinterhornbach offenbart wie kaum eine andere Runde die ganze Vielfalt und Schönheit der Allgäuer Alpen.

Am Ende dieses Artikels gibt es Hinweise zur aktuellen Situation zu Felssturzgefahren, Hüttenübernachtungen, Parken und Biwakieren, die je nach Situation angepasst werden. Auf und um den Hochvogel weiterlesen

Pelvoux – einfach nur ein genialer Berg

Knapp verfehlt er die 4000 Meter Marke. Diesen Mangel gleicht er aber durch seine gewaltige Masse und seinem steilen Aufbau aus. Ein Berg, der gerade im Abstieg bis zum letzten Meter fordert, aber nicht überfordert, sofern man ihn genau dann in Angriff nimmt, wenn die Verhältnisse passen. Nach einem überreichlichen Menü auf der Hütte, preiswerten Rotwein und einer kurzen Nacht beginnt bereits um 3.30 Uhr der Aufstieg. Der Abstieg wartet mit so ziemlich allem auf, was es im Gebirge so gibt. Spalten, Abklettern, Abseilen, Geröllfelder, Steilgras, abschüssige Granitbänder bis ganz hinab zum Talboden. Eine rundum eindrucksvolle Hochtour. Pelvoux – einfach nur ein genialer Berg weiterlesen

Watzmann: Gedanken um die höchste Ostalpenwand

Die Watzmann Ostwand gehört zu den Touren, die man gemacht haben muss. Das Faszinierende ist die gesamte Tour, nicht die Einzelstellen. Dazu gehören die Bootsfahrt über den Königssee, der Kontrast zwischen Massentourismus und dem spartanischen Ostwandlager. Der Fels ist überwiegend recht gut, zumindest wenn man als Vergleichsmaßstab die Allgäuer und Lechtaler Alpen annimmt. Die Schwierigkeiten gehen über kurze Stellen  im oberen Dritten Grad nicht hinaus. Meist liegen sie im Bereich I bis II, durchsetzt von exponiertem Gehgelände.  Dank eines guten Topos und zahlreichen Trittspuren ist auch die Orientierung nicht besonders schwierig. Wer sich im steilen II-III-er Gelände zügig bewegen kann wird an einem gewitterfreien Sommertag viel Spass in der höchsten Ostalpenwand haben. Watzmann: Gedanken um die höchste Ostalpenwand weiterlesen

Nadelgrat: Hochtouren und Gletscherschmelze

Nichts ist für die Ewigkeit, auch nicht die Berge. Sie wachsen, so wie die Alpen, oder die erodieren von stolzen Spitzen zu runden Hügeln, so wie der Schwarzwald. Auch die Gletscher wachsen und schmelzen wieder dahin.  Während das Wachstum der Alpen so langsam von statten geht, dass es für die Dauer eines Menschenlebens nicht wahrnehmbar ist, können wir  das  Wachsen und Schrumpfen der Gletscher deutlich mitverfolgen. Am Beispiel des Nadelgrates möchte ich über Probleme, Chancen und Risiken der geänderten Verhältnisse sprechen. Nadelgrat: Hochtouren und Gletscherschmelze weiterlesen

Torkopf – ein Allgäuer Giftzwerg

Dem mehre Kilometer langen Wandabbruch der Oberen Gottesackerwände nördlich vorgelagert, fällt der Torkopf kaum auf. Seine Eigenständigkeit sticht nur ins Auge, wenn man sich von Osten aus dem Mahdtal oder von Westen, von Sibratsgäll aus nähert. Dieser kleine Gipfel fällt von seiner Form völlig aus dem üblichen Landschaftsbild des Ifengebietes heraus, in dem sonst Plateaus und langezogene Wandabbrüche charakteristisch ist. Vom Charakter her ähnelt der Torkopf stark anderen, geologisch dem Helvetikum zuzurechnenden Gipfel in den den Vorbergen der Westalpen, wie zum Beispiel dem Girenspitz im Alpsteinmassiv. Die kurze Bergtour eignet sich als Halbtagestour. Einfach und zu unterschätzen ist sie jedoch nicht. Torkopf – ein Allgäuer Giftzwerg weiterlesen

Eindrücke rund ums Prinz-Luitpold-Haus

Am vergangen Wochenende 13+14.7.2019 habe ich im Rahmen einer Bergwachtübung das Prinz-Luitpold-Haus besucht. Seit dem Pächterwechsel hat sich dort einiges zum Positiven geändert. Zudem gibt es nachstehend noch einen Überblick über die aktuelle Schneelage und die sonstigen Bedingungen. Eindrücke rund ums Prinz-Luitpold-Haus weiterlesen

Schneereicher Frühsommer Segen und Fluch zugleich!

Ein schneereicher Januar und ein deutlich zu kühler Mai haben dafür gesorgt, dass weite Teile der Alpen Mitte Juni 2019 noch unter einer dicken Schneedecke liegen. Eigentlich ein Segen. Doch die Jammerei über den vielen Schnee ist groß. Manche Hütten haben die Öffnung verschoben, weil das bevorzugte, oftmals etwas unbeholfene Fernwanderpublikum kaum bereit ist, sich auf eine Situation einzustellen, die es in den 80ger Jahren noch regelmäßig gab. Der Skitourengänger freut sich über die Saisonsverlängerung. Die Gletscherschmelze ist zumindest für eine Weile ausgebremst. Klimahysteriker und Klimawandelleugner suchen anhand eines örtlich und zeitlich begrenzten Phänomen nach ihnen passenden Argumenten. Ein schneereicher Frühsommer bietet auf jeden Fall tolle Tourenmöglichkeiten, tut der Natur gut, birgt aber auch Gefahren. Nachfolgend ein paar Eindrücke und Tipps. Schneereicher Frühsommer Segen und Fluch zugleich! weiterlesen

Klammenspitzen – Ein typisch Lechtaler Bruchgrat

Die Lechtaler Alpen sind bekannt für ihre geologische und landschaftliche Vielfalt, für Steilgras und Bruchfels, aber auch für schöne Klettertouren und Gratüberschreitungen in allen Schwierigkeitsgraden. Zwischen Bruch und Steilgras gibt es immer wieder „Perlen im Geröll“ , sprich Touren in gutem Fels. Angesichts der Nähe zu den „Gutfelsinseln“ rund um die Muttekopfhütte, namentlich Platteinspitze und Teile des Muttekopfs rechneten wir auch bei der Überschreitung der Klammenspitzen mit zumindest teilweisem gutem Fels. Diese Erwartung wurde nicht erfüllt. Nachstehend ein paar Eindrücke von einer unerwartet langen und eindrucksvollen Überschreitung  hoch über dem lärmgeplagten Hahntenjoch. Klammenspitzen – Ein typisch Lechtaler Bruchgrat weiterlesen

Wettersteingrate

Für einen Allgäuer liegt das Wettersteingebirge irgendwie im toten Winkel. Verlässt man die Heimatregion so zieht es einem meist in die Dolomiten oder in die klassischen Hochtourenregionen.

Zu unrecht, denn Deutschlands höchstes Gebirge hat mehr zu bieten, als die grausig überlaufene Zugspitze. Abseits der touristischen Brennpunkte herrscht trotz der Nähe zu München angenehme Ruhe, was sicher daran liegt, dass die langen Gratüberschreitungen, sozusagen die Spezialität des Wettersteins, von den Gesamtanforderungen durchaus selektiv wirken. Wettersteingrate weiterlesen

Grüne Berge

Viele Berge  der  Allgäuer- und Lechtaler Alpen und des Bregenzer Waldes erstrahlen während des Sommers in einem einzigartigem grün. Nichts besonderes, ist ja jeden Sommer so – auf vielen Bergen. Mich faszinieren markante Kalkklötze,  Gletscherberge oder Wüstenlandschaften mehr. Das solche grüne Berge etwas besonders sind, wurde mir erst im Laufe meiner zahlreichen Reisen klar, aber auch durch den Austausch mit Menschen aus anderen Berggegenden.

Grüne Berge weiterlesen