Archiv der Kategorie: Schnee

Kleinräumige Gefahrenstellen

Bekannter Weise erfassen die meisten Leser des Lawinenlageberichtes nur die Gefahrenstufe. Die wichtigsten  Informationen im Text werden häufig ausgeblendet und überlesen. Was aber, wenn bei im Groben sicheren Verhältnissen, sich kleine lokale Gefahrenstellen erhalten haben? Die Gefahrenstufe betrachtet eine ganze Region z.B. Allgäu, Außerfern, Oberengadin). Weil  es nur wenige Gefahrenstellen gibt, wird dann meist Stufe 2 oder gar 1 vergeben. Da kann man doch alles fahren??! Wirklich??? Kleinräumige Gefahrenstellen weiterlesen

Schneehöhenmessung der ZAMG

Die Ankündigung des automatischen Schneehöhenmesssystem „Snowgrid“ klingt nach dem, was der Alpinist lange sehnsuchtsvoll gewünscht hat. Eine  flächige und zentimetergenaue Schneehöhenmessung für Österreich und auch für die angrenzenden Gebiete. Seit dem Winter 2015/-16 ist dieses Tool nun auf der Webseite der ZAMG verfügbar. Die Beschreibung klingt vielversprechend.

Das Programm berechnet für 28 Millionen Punkte in Österreich und Umgebung die Schneehöhe und Neuschneemenge sowie den Schneewasserwert und die mittlere Schneetemperatur. Zahlreiche Anwender nutzen bereits die Daten, wie Lawinenwarndienste, hydrologische Dienste, die Energiewirtschaft und Straßendienste. Ab sofort sind SNOWGRID-Analysen frei zugänglich auf

Doch taugt dieses Tool auch für die Tourenplanung. Ich habe die Probe aufs Exempel gemacht. Schneehöhenmessung der ZAMG weiterlesen

Messstationen

Die Messstationen der Lawinenwarndienste geben dem interessierten Nutzer wertvolle Hinweise zur aktuellen Situation. Als Ergänzung zum aktuellen Lagebericht oder aber um sich auf Basis des letzten verfügbaren Berichtes selbst einen aktuellen Lagebericht zu erstellen. Die Darstellung der veröffentlichten Daten ist von Land zu Land unterschiedlich, was die Lesbarkeit für den Anwender erschwert. Taupunkt, Wind, Strahlung, Oberflächentemperatur, Schneehöhe usw. Welche Daten können wir nutzen? Wäre eine einheitliche Darstellung sinnvoll? Messstationen weiterlesen

Wie war der Winter 2014/-15?

Im Dezember 2014 habe ich eine Wintervorschau veröffentlicht. Die Kernaussage lautete: „November kalt dem Winter die G´walt“. Nun wird es Zeit für einen Rückblick auf den zurückliegenden Winter und eine Antwort auf die Frage, ob die genannten Bauernregel zutreffend war oder nicht.

Winter Forchach
23.12.2014: Forchach im Lechtal mit Blick auf die Tannheimer Berge
Weiherkopf
27.12.2014: Erste Skitour im Dezember nach kräftigen Schneefällen in der Hörnergruppe im Allgäu
Wetterwerte Oberstdorf Winter 2014 15
Die Wetterdaten des Winters 201/-15 aus Oberstdorf. Quelle: Deutscher Wetterdienst. Wohl kaum ein Wetterdienst im Alpenraum macht aus den Wetterdaten so ein Staatsgeheimnis. Der Versuch, die Wetterdaten im WWW zu finden scheitert ebenso, wie die Telefonnr. oder Email des Standortes Oberstdorf herauszufinden. Deshalb wurden die Daten einfach in Oberstdorf im Schaukasten bei der Gemeinde abfotografiert und zurechtgeschnitten 🙂

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Überraschende Riesenlawine am Schneck

Auf den ersten Blick wirkt es schockierend zu sehen, über welche Schwachsichten wir im Laufe des Winters bedenkenlos gefahren und aufgestiegen sind. Die Bilder stammen vom 14.5.2015. Der Lawinenabgang dürfte maximal zehn Tage alt sein. Die Länge der Anrisskante beträgt fast einen Kilometer, die Höhe bis zu drei Metern!!!. Während des gesamten Winters wurde dieser Hang mit mäßiger, aber regelmäßiger Frequentierung befahren, ohne dass es zu Zwischenfällen gekommen ist. Wie kann es nun zu so einer Riesenlawine kommen?Anrisskante Lawine Schneck 16.5.2015 Überraschende Riesenlawine am Schneck weiterlesen

Altschnee- Gefährlich bis zum Schluss

Das „Gefahrenmuster Altschnee“ bleibt ein Risiko, selbst wenn es im Frühjahr lange Zeit unter der inzwischen gewachsenen und möglicherweise tragfähig verfestigten Schneedecke verborgen blieb. Angesichts dieses hervorragenden Artikels im „berg und steigen“ erspare ich mir eine eigene Analysen zum Thema „Altschnee“. http://www.bergundsteigen.at/file.php/archiv/2015/1/34-43(fuerchtet%20den%20altschnee).pdf Altschnee- Gefährlich bis zum Schluss weiterlesen

Zeigt der Kratzer seine Rippen

Zeigt der Kratzer seine Rippen,
lass dich mit den Ski nicht blicken

Der weithin sichtbare und im südlichen Allgäu landschaftsprägende Kratzer  ermöglicht eine gute Entscheidungshilfe, ob man im Bereich des Allgäuer Hauptkamms eher mit Ski oder besser zu Fuß unterwegs ist. Zeigt der Kratzer seine Rippen weiterlesen

Winterende im Allgäu – Wo geht noch was?

Am Ende des Winters stellt sich oft die Frage: Wo geht noch was? Bis wie weit kann man noch runter fahren oder bis wohin kommt man schon trockenen Fußes. Nachstehend ein paar aktuelle Bilder aus dem Allgäu.

Riedberger
Riedberger Horn am 26.4.2015. Man konnte an diesem Tag noch vom Parkplatz aus mit Skiern losgehen. Wer noch unkompliziert etwas Schnee sucht ist hier richtig. Auf der anderen Seite steht der Besler. Auch dessen Nordseite ist noch überwiegend schneebedeckt. Als Skitour jedoch nicht mehr lohnend
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29.4.2015. Der Olympiahang am Ifen. 100 Höhenmeter zu Fuß, dann reichlich Schnee

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29.4.2015. Es gibt sogar noch etwas Pulver am Ifen. Allerdings mit leichtem Deckel.

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Morgenstimmung am Ifen
Allgäuer Hauptkamm
30.04.2015 Von Norden schauen die Berge noch recht weiß aus.

444444444444444Bacher Loch 24.4.2015

Landschaftlich genial, aber als Skitour nicht mehr lohnend. Das Bacher Loch

Himmelschrofengrat
24.4. 2015. Der Wildengundkopf bot noch eine genussvolle Abfahrt.
Wildengundkopf
Steiler als er von unten aussieht. Der Wildengundkopf
Trettach
24.4.2015. Die Trettach! Na ja, ginge schon, aber vielleicht doch besser auf den Sommer warten
Wildenfeldscharte
Wildenfeldscharte aus dem Oytal dürfte ab Käseralp noch ein, zwei Wochen gehen
Grosser Wilder
Die klassische Frühjahrsskitour im Allgäu schlechthin. Der Große Wilde über die Gamswanne. Er sollte sich noch zwei bis drei Wochen lohnen. Aber Achtung. Die Tour wird gerne unterschätzt. Bei hartem Schnee können Steigeisen nicht schaden.
Linkerskopf
Der Linkerskopf. Die Königstour im Allgäu. Aber nur wenn wirklich alles passt und das ist leider selten der Fall. Es sollte im Frühjahr gut durchgefroren haben. Dann aber ist zu beachten, dass der Linkerskopf ein ausgesprochener „Spätauffirner“ ist. Also vor 12 Uhr wird man selten Firn haben. Wenns nicht passt, lieber verschieben und abwarten.

 

Kratzer
Kratzerfeld mit Rippen (kein aktuelles Bild)

 

Zeigt der Kratzer seine Rippen, lass dich mit den Ski nicht blicken. Diese Weisheit besagt, wenn man dann wirklich ans Wandern, Klettern oder Radeln denken sollte.  Auf diesem, nicht aktuellen Bild zeigt er deutlich seine Rippen im Kratzerfeld.  Derzeit ist das Kratzerfeld noch makellos weiß. Da man den Kratzer fast vom ganzen Allgäu aus sieht, ist das ein guter Indikator, wie es mit der Schneelage im Gebirge aussieht.

 

 

Im Lande des Schwimmschnee

Schwimmschnee ist ein Typus Schnee, den man als Endprodukt der „aufbauenden Umwandlung“ bezeichnen kann. Typisch sind die so genannten Becherkristalle. Also grobkörnige (bis 1 cm Durchmesser),  hohle Schneekristalle, die keine Bindung untereinander und zu anderen Schneeschichten aufweisen. Früher  wurde der Schwimmschnee auch „Tiefenreif“ genannt. Als solcher wird er auch im Englischen bezeichnet  (depth hoar). Die Russen bezeichnen ihn schlicht  als Zucker, was  bis auf die kleineren Kristallformen des Zuckers auch recht zutreffend ist. Im Lande des Schwimmschnee weiterlesen

Gleitschnee- Ein tückisches Risiko

Gleitschneelawinen sind eine unberechenbare Lawinenart. Es ist kaum möglich, vorherzusagen, wann sie abgehen. Ein gewisse Häufung gibt es zwar bei starker Sonneneinstrahlung oder Regen, doch wurden Gleitschneelawinen auch schon in kalten und klaren Nächten beobachtet: Gleitschneelawinen haben einen völlig anderen Auslösemechanismus als Schneebrettlawinen. Bei Gleitschneelawinen gibt es keine Schwachschicht innerhalb der Schneedecke, die durch Zusatzbelastung gestört werden kann, wie dies bei Schneebrettlawinen der Fall ist. Gleitschneelawinen gleiten am glatten Boden ab. Die Voraussetzung dafür: Der Schnee muss am Boden feucht sein. Je feuchter, desto geringer die Reibung, desto leichter kommt der Schnee ins Gleiten, desto wahrscheinlicher sind Lawinenabgänge.

Eine Gleitschneelawine löst sich. Gleich einem kalbenden Gletscher unabhängig von der Tageszeit an einem kalten, sonnigen Morgen am 26.02.2015 am Laufbichler Kirche Foto: J. Sutter
Eine Gleitschneelawine löst sich. Gleich einem kalbenden Gletscher unabhängig von der Tageszeit an einem kalten, sonnigen Morgen am 26.02.2015 am Laufbichler Kirche
Foto: J. Sutter

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