Archiv der Kategorie: Gedanken

Übernachtungsprobleme – Wir brauchen Hütten im Tal

Jeder kennt die Situation,  am Wochenende ist gutes Wetter angekündigt, die Lawinengefahr (Winter) oder das Gewitterrisiko (Sommer) sind gering. Sprich beste Verhältnisse, alles passt. Zeit ein Wochenende oder gar ein langes Wochenende abseits seiner Heimatregion im Gebirge zu verbringen um sich seine alpinen Träume zu erfüllen. Also nochmal Wetter und Verhältnisse checken uns los. Handelt es sich bei unserem Ziel um eine Hochtour wird man meist auf einer Hütte übernachten oder aber biwakieren, wenn diese voll ist. Geht man das Wunschziel vom Tal aus, wird’s schwierig. Gerade im Winter. Wohl dem der einen Campingbus oder ein gutes Zelt hat. Doch nicht überall gibt es einen passenden Campingplatz oder wird „wildes Campieren“ toleriert. Wer von Samstag auf Sonntag ein Zimmer sucht, wird damit oftmals keinen Erfolg haben womit wir wieder beim „wilden Campieren“ sind. Ähnlich die Situation für Pistenskifahrer aus alpenfernen Gegenden, die nur Samstag/Sonntag  zum Skifahren anreisen. Übernachtungsprobleme – Wir brauchen Hütten im Tal weiterlesen

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Die Technik des Ski-Tragens

Einen Alpenbewohner dabei zu beobachten, wie er seine Skier vom geparkten Auto zum Lift oder zum Beginn der Tour trägt, ist ziemlich langweilig. Es sieht bei jedem  gleich aus. Dem Alpenbewohner fehlt in dieser Hinsicht jede Kreativität.

Anders der Tourist aus dem Flachland. Ganz im Gegensatz zu seinem sonst eher gleichgeschalteten Freizeitverhalten zeigt der durchschnittliche Tourist eine erstaunliche Kreativität und Vielfalt der Bewegungsabläufe beim Skitransport. Die Technik des Ski-Tragens weiterlesen

Die deutsche PWK-Maut

Die Pläne zur deutschen PWK Maut nehmen langsam Gestalt an- leider-.Die Maut in der Form einer (elektronischen) Vignette ist immer ein Zeichen von Neid und ein Schritt zurück ins Mittealter, als der Wegezoll an jedem Stadttor zu entrichten war.

Ja ja, die bösen Ausländer, vor allem die Ösis, die zocken uns ab und fahren bei uns umsonst. Die ganzen Holländer, Belgier, Skandinavier durchqueren unser Land ohne dafür zu bezahlen. Denen zeigen´s wir jetzt. Die deutsche PWK-Maut weiterlesen

Seitenblicke an Viehscheid

Der Viehscheid (Für Nichtallgäuer: Die Rückkehr der Kühe von den Bergweiden und deren Rückgabe an die Bauern, verbunden mit einem Markt und  einem Bierzelt mit Musik) ist für viele Allgäuer eine der wichtigsten Veranstaltungen im Jahresverlauf. Für manche steht der ursprüngliche Sinn dabei im Hintergrund. Gefragt ist einfach das Fest im Bierzelt. Eine Art Allgäuer Oktoberfest. In Summe immer wieder sehenswert, was der Besucherandrang weit über das Allgäu hinaus zeigt. Neben den vielen schönen Eindrücken, die man jährlich erleben  kann, gibt es auch Dinge zu beobachten, die so nicht in der Zeitung oder den Hochglanzprospekten stehen. Besonders zu später Stund, wenn der eine oder andere schon einen über den Durst getrunken hat.  Nichts Schlimmes! Alles im Rahmen. Das Allgäu ist ja meist brav und wertkonservativ.  Ich habe nur ein paar Beobachtungen der letzten Jahre gesammelt und möchte diese traditionelle Veranstaltung keineswegs  in Frage stellen. Seitenblicke an Viehscheid weiterlesen

Helft dem Schrecksee

Helft dem Schrecksee ist ein Aufruf den die Gemeinde Bad Hindelang  derzeit über soziale Netzwerke verbreitet. Einem Aufruf, dem ich mich anschließen möchte. Zwar setzte ich mich immer wieder für einen freien, eigenverantwortlichen Alpinismus ein, der das naturverträgliche biwakieren mit und ohne Zelt einschließt, doch hier ist leider etwas gewaltig auf dem Ruder gelaufen. Wegen einiger Vollidioten, die anstatt dezent zu biwakieren ein Zeltlager aufgeschlagen haben, mangels natürlichem Holzvorkommen die Zaunpfähle der Alphirten für´s Lagerfeuer verwendet sowie  Müll und Fäkalien  zurückgelassen  haben, hat die Belastung für die Natur am Schrecksee die Grenze des Verträglichen überschritten, den Unmut der Alphirten und den Aktionismus der Bürokraten auf dem Landratsamt ausgelöst.  Doch es sind nicht nur die Zelte, es ist die Summe der Belastungen vom Trittschaden durch Menschen, Kühe, Umweltbelastung durch Sonnenöl, Seifen, Shampoo´s, Fäkalien  die vor allem der Vegetation im Uferbereich und der Wasserqualität schaden. Helft dem Schrecksee weiterlesen

Sieg oder Niederlage

Bei entsprechenden Licht- und Schneeverhältnissen glaubt man in der Westseite der Sonnenköpfe einen Schriftzug zu erkennen. Man glaubt das Wort „SIEG“ zu lesen.

Der Schriftzug wurde anlässlich des Eröffnung der NS Ordensburg Sonthofen in den 1930 Jahren in den Bergwald geschnitten, sagen die einen.

Die Form der Wald- und Weidegrenzen ist reiner Zufall und ist durch Weide- und Forstwirtschaft entstanden, sagen die anderen. Sieg oder Niederlage weiterlesen

Still und starr ruht der See

Ruhig und einsam liegt derzeit der Schrecksee unter einem dicken Eispanzer. Keine Wildcampierer, die man mittels Polizeihubschrauber vertreiben muss. Unsere Polizei , die gemäß zahlreicher Pressemeldungen wegen der Flüchtlingskrise personell an der Belastungsgrenze angekommen ist, kann sich also wieder um ihre Aufgaben kümmern. Zum Beispiel Radarkontrollen. Damit sind sie derzeit ziemlich fleißig, wenn man die Berichte in Allgäu-Blitzer verfolgt.

Auf dem im Hintergrund des Titelbildes verlaufenden Grenzkamm zu Österreich wurde noch kein Grenzzaun errichtet, auch wenn das von der AfD, der FPÖ und Teilen der CSU immer wieder gefordert wird. Still und starr ruht der See weiterlesen

Hütte geschlossen, Winterraum überfüllt – Wann sollte eine Hütte bewirtschaftet werden?

Allerheiligen Anfang der 90ger Jahre. Wir waren zu viert zur Hermann-von Barthütte aufgestiegen um dort ein Kletterwochenende zu verbringen. Nach einem grau-trüben Oktober schien es, als würde der Sommer nochmal ein Stelldichein halten. Plus 20 Grad sind angesagt. Wir erreichen die Hütte, die erwartungsgemäß verschlossen ist und belegen im Winterraum vier Plätze. Dann wenden wir uns der Wolfebnerspitze zu. Im sonnenwarmen Fels ist es herrlich zu klettern. Vom Gipfel aus beobachten wir, dass um die Hütte reichlich Betrieb herrscht. Wollen die alle dort übernachten? Im Winterraum mit gerade mal 12 Plätzen. Werden wohl nur Tageswanderer sein. Wir Klettern noch eine zweite Route. Beim Abstieg wird es langsam dämmrig. Rund um die Hütte stehen noch mehr Leute und immer noch sind welche dorthin unterwegs. Wie viele werden es sein. 20? 40? Oder gar 60?
An der Hütte Chaos. Meine auf dem Lager deponierte Ausrüstung ist kaum zu finden. Meine Wasserflaschen sind leer. Alles drängt sich um den Ofen um zu Kochen. Wir haben wenigsten einen Gaskocher dabei. Sollen wir jetzt noch absteigen und nach Hause fahren? Oder eine Decke Schnappen und biwakieren? So richtig spaßig ist beides nicht. Wo im Gedränge und unter den Bergen von Rucksäcken sind überhaupt die am Morgen deponierten Sachen? Da plötzlich eine „erlösende“ Meldung. Das Haupthaus ist offen. Durch das Küchenfenster kann man ins Innere steigen. Jetzt findet jeder einen Platz.
Hoffentlich lässt dich das Fenster wieder schließen, so dass im Winter kein Schnee ins Innere gelangt. Nach einer Weile haben wir auch unsere Sachen wieder gefunden und sogar der ursprünglich belegte Platz im Winterraum ist wieder frei. Alles gut? Eigentlich nicht. Warum sind die Hütten an so einem Traumwochenende und bei diesem Andrang eigentlich geschlossen? Hütte geschlossen, Winterraum überfüllt – Wann sollte eine Hütte bewirtschaftet werden? weiterlesen

Wenn der Föhn durchbricht

Manchmal geht alles ganz schnell. Im Zuge der Wettersteinumrundung mit dem Mountainbike habe ich mich Ende Oktober 2015 für einen Abstecher zum Hochwanner entschieden. Dieser Abstecher hat sich gelohnt. Plötzlich brach der Föhn, aus dem oberen Inntal kommend, durch. Innhalb einer halben Stunde wandelte sich der bleigraue Herbsttag in einen sonnigen Oktobernachmittag. Wenn der Föhn durchbricht weiterlesen

Rettet unsere „schwarzen Wege“

In den  topographischen  Karten sind sie schwarz gestrichelt eingezeichnet. In den Übersichtskarten an den Parkplätzen und in den Prospekten der Touristenzentren erscheinen sie meist gar nicht. Die Rede ist von alten, nicht mehr gepflegten Wegen. Angelegt wurden sie meist vor langer Zeit, für die alpine Heuernte, für die Alpwirtschaft, die Jagd und den Erzabbau. Diese Wege stellen oft den Zugang zu selten bestiegenen Bergen dar, den sog. Geheimtipps. Nach und nach verschwinden diese Wege aus den Karten und somit werden diese Wege nur noch von wenigen Einheimischen begangen. Das mag man durchaus begrüßen, doch wenn solche Wege nicht eine Mindestzahl an Begehungen aufweisen, dann wachsen sie zu und stehen somit dem einheimischen Gebietskenner auch nicht mehr zu Verfügung. Gleichzeitig entstehen im Alpenraum immer mehr fragwürdige Attraktionen, während diese schönen alten Wege, die zum Kulturgut unserer Heimat zählen verschwinden. Man könnte hier durchaus gegensteuern, doch ist diese Entwicklung oft gewollt. Wenn es um den Erhalt alter Wege geht, hält sich der Alpenverein oft vornehm zurück. Selbiger baut lieber Kletterhallen und streut Propagandamaterial für den Klimaschutz, gegen Wasserkraftwerke usw. um seine erhabene Geisteshaltung der Öffentlichkeit zu präsentieren. Die Touristiker bauen lieber Hängebrücken, Riesenbänke  und fragwürdige Klettersteige anstatt das zu erhalten, was schon da ist. Rettet unsere „schwarzen Wege“ weiterlesen