Archiv der Kategorie: Gedanken

Anti- Tourismusmaßnahmen – Schaden wir Allgäuer uns selbst am Meisten?

Es war absehbar und doch hat die Tourismuslawine Ende Mai 2020 die Gemeinden im südlichen Allgäu unvorbereitet erwischt. Nachdem die coronabedingten Beschränkungen zum  Teil gelockert wurden, Bergtouren wieder zu den empfohlenen Beschäftigungen gehörten und die Grenzen zu den Nachbarländern noch geschlossen waren, erlebte das südliche Allgäu einen Touristenansturm, wie es ihn noch nie zuvor*1) gegeben hat.

Die Gemeinden haben auf die Situation vielfach hilflos, mit eher dümmlichen Kurzschlussaktionen reagiert, anstatt, wie bei Großveranstaltungen angemessen auf einen kurzfristigen Besucheransturm zu reagieren. Letztlich werden wir Allgäuer uns mit diesen Anti-Tourismus-Maßnahmen in erster Linie selber schaden. In zweifacher Hinsicht. Anti- Tourismusmaßnahmen – Schaden wir Allgäuer uns selbst am Meisten? weiterlesen

Alpentourismus in Coronazeiten

„Freie Berge“ hat sich schön öfters mit dem Thema Tourismus im Alpenraum auseinander gesetzt und dabei meist liberale Positionen nach dem Motto „leben und leben lassen“ vertreten und nach Lösungen ohne Verbote gesucht. Sei es das Transitproblem am Fernpass, zu viele Biwakierer in den Allgäuer Hochalpen, die Massen von Tourengehern in Baad, oder die allgemeine Frage, wie viel Tourismus unsere Region verträgt.

Auch wenn man selbst vom Bergtourismus im Alpenraum lebt, wurde es aber auch klar, dass es punktuell zu viel ist. Innerhalb von einer Woche vom Dichtestreß zum totalen Stillstand. Das bedeutet Millionen von Arbeitslosen und zerstörte Existenzen. Verlassene Dörfer drohen. Gibt es einen Ausweg?  Inzwischen geht punktuell wieder aufwärts. Wie könnte der Bergsteigertourismus in den Alpen in der nächsten Zeit aussehen? Wie sieht die Situation für Bergsteiger aus? Alpentourismus in Coronazeiten weiterlesen

Bergsteigen in der Coronakrise

Bergsteigen ist auf den ersten Blick nur eine Freizeitbeschäftigung, eine eher sinnsole und bisweilen gefährlich noch dazu. Also nicht systemrelevant. Für manche ist es Broterwerb, für manche auch ein Ehrenamt. Für mich treffen alle drei Gründe zu, wobei der Freizeitspaß überwiegt. Während der Coronakrise habe ich einen pragmatischen Umgang mit dem Virus gelebt, das heißt Abstand zu den Mitmenschen halten und Menschenansammlungen vermeiden. Ansonsten habe ich bisher versucht mich nicht von der Panikmache anstecken zu lassen und so weit Normalität zu leben, wie es die staatlichen Repressalien zugelassen haben. Auch beim Bergsteigen. Einige Beobachtungen auf meinen Touren in den letzten Wochen. Bergsteigen in der Coronakrise weiterlesen

Ein Lob auf Bad Hindelang

Wie in anderen Gemeinden in den Bayrischen Alpen sind derzeit in Bad Hindelang Hotels, Pensionen und Wirtshäuser geschlossen. Trotzdem finden Tagesgäste aus den Nachbargemeinden und den Städten Süddeutschlands den Weg zu uns, um sich in diesen sorgenvollen Tagen etwas zu entspannen, die Natur zu genießen, der Einsamkeit oder der bedrückenden Enge ihrer Stadtwohnung zu entfliehen.

Jetzt, wo am Gast nichts zu verdienen ist, zeigen manche Ausflugsziele ihr wahres Gesicht. Bloß weg mit dem Pack. Wanderwege und Parkplätze werden gesperrt. Viele Gemeinden zeigen ihre fremdenfeindliche Fratze.

Nicht so Bad Hindelang. Hier sind die Parkplätze zugänglich und die Wanderwege offen. Daran sollten sich unsere Gäste erinnern, wenn die Wirtshäuser wieder geöffnet haben. Ein Lob auf Bad Hindelang weiterlesen

Skitourengänger in der Wahrnehmungsverzerrung

Wenn sich Tourengeher daneben benehmen oder gar eine Lawine auslösen, dann wird der Fall gewöhnlich durch die Medien geprügelt, selbst wenn es sich um Bagatellen handelt. Fußballspieler und deren Fans dürfen dagegen auch mal die Sau rauslassen. Warum wir nicht. Ein bewußt etwas überspitzer Vergleich.

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Winterraum 2.0

Die Gesellschaft, die menschlichen Werte und vieles ändert sich im Laufe der Zeit. So auch die alpine Ausrüstung, die Bergsteiger, deren Unterkünfte und damit auch die Winterräume. Vielfach hat der technische Fortschritt das Leben besser und leichter gemacht. Doch nicht alles, was neu ist, ist auch gut. Winterraum 2.0 ist in der real existierenden Form eher ein Rückschritt und eigentlich ein rechter Schmarren. Winterraum 2.0 weiterlesen

Jägerkrimi im Val d´Alpina

Folgende Geschichte hat sich im Winter 2019 irgendwo im Alpenraum zugetragen. Eine alpine Realsatire, die es Wert ist, aufgeschrieben zu werden. Wer versucht, alle Gipfel einer Gebirgsgruppe zu besteigen, kommt  fast zwangsläufig auch mal dort hin, wo man nicht sein sollte.

Eines Abends, es war fast schon dunkel, klingelt bei mir das Handy:

„Wir stehen da im Val Alpina. Unten an der Brücke warten drei Jäger auf uns, denen wollen wir auf keinen Fall begegnen. Was können wir machen? Wie ist die Rechtslage?“ Jägerkrimi im Val d´Alpina weiterlesen

Alpines Risiko- das chronologische Paradoxon mit der Restlebenszeit

Es gibt kaum eine sinnlosere Beschäftigung als mit hohem zeitlichen und finanziellen Aufwand  und mit einem mehr oder weniger hohen Risiko irgendwelche Falten der Erdkruste zu besteigen. Warum aber nimmt das Risiko, dass man bereit ist einzugehen, um seine alpinen Wünsche zu befriedigen mit zunehmen Alter ab, wenn gleichzeitig der Einsatz, die zu erwartende Restlebenszeit immer geringer wird. Das ist irgendwie nicht logisch. Alpines Risiko- das chronologische Paradoxon mit der Restlebenszeit weiterlesen

Klimawandel pragmatisch: 2. Das Geschäft mit der Angst

Von den überregionalen Krisen, von den Themen die die Menschen in den letzten Jahren bewegten, haben in Deutschland zwei Parteien profitiert. Die AfD und die Grünen. Bei aller Verschiedenheit, sind sich die Parteien ähnlicher als man glaubt und als es vor allem deren Anhänger glauben. Sie sind wie Nord- und Südpol, wie Yin und Yang. Beide Parteien entstanden, da die etablierte Politik gewisse Themen und Sorgen nicht ausreichend berücksichtigt hat. Beide Parteien wurden und werden in ihrer Anfangsphase ausgegrenzt und verteufelt. Was für die einen der Klimawandel ist für die anderen die Zuwanderung und der Islam. Eine schwer greifbare Bedrohung! Der besorgte Bürger wählt die AfD oder die Grünen. In Verbindung mit soziale Medien tragen diese Parteien mehr zur Polarisierung bei anstatt pragmatische Lösungsansätze zu präsentieren. Klimawandel pragmatisch: 2. Das Geschäft mit der Angst weiterlesen