Archiv der Kategorie: Gedanken

Das Einhorn

Das Einhorn (lat. unicornis, griech. monókeros) ist ein Fabelwesen von Pferde– oder Ziegengestalt mit einem geraden Horn auf der Stirnmitte. Es wurde im Mittelalter besonders durch den Physiologus bekannt, gilt als das edelste aller Fabeltiere und steht als Symbol für das Gute.

Ein solches Fabelwesen ist mir in den Lechtaler Alpen erschienen. Ob wirklich etwas Gutes hinter seiner Geschichte steckt? Das Einhorn weiterlesen

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Über die/den Nordwestgrat*In auf die Große Daumen – Neusprech für Alpinist*Innen.

Mit politkorrekter Sprache, Gender und ähnlichen gesellschaftlichen Trends des Zeitgeistes hat man als Bergsteiger eher selten zu tun. Dieser Themenkomplex hat eher das Potential zur Belustigung an einem   feucht-fröhlichen Hüttenabend, als alpine Relevanz. Da gibt es eine Uni, bei der Lehrkräfte mit „Herr Professorin“ anzusprechen sind (ernst gemeint!!), eine Partei stellt einen Antrag, mit Formulierungen , wie „der/die ComputerIn“ die Gendergerechtigkeit herzustellen. Der Alpenverein hatte in seiner Geschichte nicht selten die Vorreiterrolle, die politkorrekten Dämlichkeiten des jeweiligen Zeitgeistes in den Alpinismus einzuführen. So werden  inzwischen in der Knotenpunkt genannten Kolumne des DAV Panorama fleißig mit * Sternchen und großem I Worte auseinander gerissen um die Gendergerechtigkeit herzustellen.  Na dann wollten wir mal nicht so sein und liefern daher eine 100% gendergerechte und politkorrekte Tourenbeschreibung. Über die/den Nordwestgrat*In auf die Große Daumen – Neusprech für Alpinist*Innen. weiterlesen

Bergsteigerdorf Hinterstein – War wohl nix! Gibt es Alternativen?

Groß war die Euphorie als sich Bad Hindelang mit seinem Ortsteil Hinterstein im Jahr 2015 um den Titel „erstes deutsches Bergsteigerdorf“ beworben hatte. Man versprach sich eine Belebung des Tourismus, mehr Übernachtungen bei geringen Investition. Denn Bergsteigerdörfer leben vor allem von einer naturnahen, alpinen Landschaft. Doch daraus wurde nichts. Wegen dem geplanten Baus eines Wasserkraftwerkes, hat der Alpenverein den Titel Bergsteigerdorf nicht vergeben. Schade eigentlich, denn das Wasserkraftwerk hätte einen vergleichsweise geringen Eingriff in die Natur dargestellt, wenn es auch nicht mit der großstadt-grün-ideologisierten Denkweise des DAV Dachverbandes kompatibel gewesen wäre. Trotzdem bin ich heute froh darüber, dass der Titel nicht vergeben wurde, wenn auch aus anderen Gründen. Bergsteigerdorf Hinterstein – War wohl nix! Gibt es Alternativen? weiterlesen

Wollt ihr den totalen Berg!

Was im Allgäu im Spannungsfeld zwischen Wirtschaftlichkeit und Umweltschutz schief läuft.

Wollt ihr den totalen Berg? Dieses Plakat, dass an einer Bushaltestelle bei Fischen angebracht war, musste ich einfach fotographisch festhalten. Als ich am nächsten Tag meine Kamera  dabei hatte, war es schon nicht mehr da. Aber nach einigen Recherchen habe ich doch noch ein Bild davon bekommen. Schon der Stil der 40er Jahre hat das Potential Empörung auf Knopfdruck auszulösen und Aufmerksamkeit zu erregen.

Anderseits habe ich bewusst  mit diesem Artikel gewartet, bis sich der Sturm der Entrüstung über die Änderung des Alpenplans, die Grundlage dafür ist, dass die Skischaukel am Riedberger Horn genehmigt werden kann, gelegt hat.

Bisher wurden nur die rechtlichen Grundlagen geschaffen, dass die Skischaukel genehmigt werden kann. Nicht mehr. Gleichzeitig lässt man am Grünten ein etabliertes Skigebiet in die Pleite rutschen, dass ohne ökologisch sensible Gebiete zu beeinträchtigen, ohne langwierige Prozesse leicht zu modernisieren gewesen wäre. Wollt ihr den totalen Berg! weiterlesen

Gipfelbücher

September 2017. Innerhalb einer Woche habe ich drei einsame Gipfel in den Allgäuer Alpen bestiegen. Der Blick ins Gipfelbuch ist auf solchen Bergen immer recht interessant, da man die Personen hinter den meisten Einträgen kennt. Interessant auch, wer im Winter oben war und wie sich die Besucherzahlen entwickeln.

Leider habe ich drei mal  anstatt einer interessanten Lektüre einen nassen Papierklumpen in einer mehr oder weniger zerrissenen Plastiktüte gefunden. Schade.

Tupperboxen, Gurkengläser und Keksdosen eigenen sich nicht  als Depot für ein Gipfelbuch. Auf Dauer kann  nur eine doppelte, also Innen und Außenkassette, oder eine Kassette, denen Deckel die Gesamte Höhe der Box umschließt,  das Buch anständig schützen. Gipfelbücher weiterlesen

Che Guevarra als Bergsteiger

Zum 50. Todestag von Ernesto Guevarra.

Heute (9. Oktober) vor 50 Jahren wurde Che Guevarra  mit amerikanischer Unterstützung ermordet. Nur wenige wissen, dass der bekannte Revolutionär auch ein Bergsteiger war. Die deutschsprachige Wikipedia schweigt sich zu diesem Thema aus. Auf seiner Reise durch ganz Lateinamerika hat er unter anderem den rund 5.400 m hohen Popocatepetl bestiegen. Sicher nur ein leichter 5000er, aber doch ein Zeichen der Zielstrebigkeit und der kompromisslosen Begeisterung mit dem der spätere Comandate seine Ziele verfolgte. Sein Streben galt der Gerechtigkeit und der Beseitigung der sozialen Ungleichheiten. Dass er dabei auch über Leichen ging, rücksichtslos gegenüber seinen Gegnern aber auch gegen sich selbst war, zeugt einerseits von persönlicher Stärke, ist anderseits auch seine Schattenseite. In einem anderen Umfeld aufgewachsen, wäre er vielleicht ein großer, erfolgreicher Bergsteiger geworden. Den Sturschädel dazu hatte er. Ob das besser gewesen wäre, als Revolutionär? Darüber kann man streiten. Bei einem bin ich mir sicher. Auch als Bergsteiger wäre er nicht alt geworden. Che Guevarra als Bergsteiger weiterlesen

Neulich am Schrecksee: Medienhype und die Folgen

Der „schönste Bergsee der Alpen“ (lt. Bergwelten), oder das „Basiscamp für Umweltsünder“ (lt. Alpin) übt inzwischen eine magische Anziehungskraft auf die Menschen aus. Der Medienhype um das illegale Zelten sorgt für zusätzliche Publicity. Auch Bad Hindelang wirbt immer wieder mit Schreckseebilder. Also ein Ort, an dem man gewesen sein muss. So wie Neuschwanstein, Garmisch, Zermatt? Vielleicht nicht ganz. Auffällig ist jedoch, die Zunahme von Besuchern,  die keinen blassen Schimmer davon haben, dass sich dieses Schmuckstück im Hochgebirge befindet und nur zu Fuß zu erreichen ist. Besucher, die keinen blassen Schimmer von den Bergen  und deren Gefahren haben, die einfach mal drauf los spazieren und mehr oder weniger orientierungslos umherstapfen. Neulich am Schrecksee: Medienhype und die Folgen weiterlesen

Gelbe Berge

Je nach Bewuchs und Höhe färben sich die Berge im Herbst für einen Zeitraum von gut 14 Tagen mehr oder weniger intensiv, gelb, rot oder goldbraun. Am intensivsten ist die Gelbfärbung dort, wo unter den typischen Steilgrasbergen Laubwald vorherrscht und die Baumgrenze vorwiegend von Ahornbäumen gebildet wird. Ebenso intensiv ist die Herbstfärbung in den typischen Laubwaldgebieten am Südalpenrand. Hier vor allem im Val Grande. Etwas später, meist erst Anfang November erstrahlen die Lärchenwälder der Zentralalpen in leuchtendem gelb, jedoch fehlt hier oft, oberhalb der Baumgrenze das typische Herbstgelb, da die Berge schon wegen ihrer Höhe spärlicher bewachsen sind. Gelbe Berge weiterlesen

Übernachtungsprobleme – Wir brauchen Hütten im Tal

Jeder kennt die Situation,  am Wochenende ist gutes Wetter angekündigt, die Lawinengefahr (Winter) oder das Gewitterrisiko (Sommer) sind gering. Sprich beste Verhältnisse, alles passt. Zeit ein Wochenende oder gar ein langes Wochenende abseits seiner Heimatregion im Gebirge zu verbringen um sich seine alpinen Träume zu erfüllen. Also nochmal Wetter und Verhältnisse checken uns los. Handelt es sich bei unserem Ziel um eine Hochtour wird man meist auf einer Hütte übernachten oder aber biwakieren, wenn diese voll ist. Geht man das Wunschziel vom Tal aus, wird’s schwierig. Gerade im Winter. Wohl dem der einen Campingbus oder ein gutes Zelt hat. Doch nicht überall gibt es einen passenden Campingplatz oder wird „wildes Campieren“ toleriert. Wer von Samstag auf Sonntag ein Zimmer sucht, wird damit oftmals keinen Erfolg haben womit wir wieder beim „wilden Campieren“ sind. Ähnlich die Situation für Pistenskifahrer aus alpenfernen Gegenden, die nur Samstag/Sonntag  zum Skifahren anreisen. Übernachtungsprobleme – Wir brauchen Hütten im Tal weiterlesen