Archiv der Kategorie: Gedanken

Gipfelbücher

September 2017. Innerhalb einer Woche habe ich drei einsame Gipfel in den Allgäuer Alpen bestiegen. Der Blick ins Gipfelbuch ist auf solchen Bergen immer recht interessant, da man die Personen hinter den meisten Einträgen kennt. Interessant auch, wer im Winter oben war und wie sich die Besucherzahlen entwickeln.

Leider habe ich drei mal  anstatt einer interessanten Lektüre einen nassen Papierklumpen in einer mehr oder weniger zerrissenen Plastiktüte gefunden. Schade.

Tupperboxen, Gurkengläser und Keksdosen eigenen sich nicht  als Depot für ein Gipfelbuch. Auf Dauer kann  nur eine doppelte, also Innen und Außenkassette, oder eine Kassette, denen Deckel die Gesamte Höhe der Box umschließt,  das Buch anständig schützen. Gipfelbücher weiterlesen

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Che Guevarra als Bergsteiger

Zum 50. Todestag von Ernesto Guevarra.

Heute (9. Oktober) vor 50 Jahren wurde Che Guevarra  mit amerikanischer Unterstützung ermordet. Nur wenige wissen, dass der bekannte Revolutionär auch ein Bergsteiger war. Die deutschsprachige Wikipedia schweigt sich zu diesem Thema aus. Auf seiner Reise durch ganz Lateinamerika hat er unter anderem den rund 5.400 m hohen Popocatepetl bestiegen. Sicher nur ein leichter 5000er, aber doch ein Zeichen der Zielstrebigkeit und der kompromisslosen Begeisterung mit dem der spätere Comandate seine Ziele verfolgte. Sein Streben galt der Gerechtigkeit und der Beseitigung der sozialen Ungleichheiten. Dass er dabei auch über Leichen ging, rücksichtslos gegenüber seinen Gegnern aber auch gegen sich selbst war, zeugt einerseits von persönlicher Stärke, ist anderseits auch seine Schattenseite. In einem anderen Umfeld aufgewachsen, wäre er vielleicht ein großer, erfolgreicher Bergsteiger geworden. Den Sturschädel dazu hatte er. Ob das besser gewesen wäre, als Revolutionär? Darüber kann man streiten. Bei einem bin ich mir sicher. Auch als Bergsteiger wäre er nicht alt geworden. Che Guevarra als Bergsteiger weiterlesen

Neulich am Schrecksee: Medienhype und die Folgen

Der „schönste Bergsee der Alpen“ (lt. Bergwelten), oder das „Basiscamp für Umweltsünder“ (lt. Alpin) übt inzwischen eine magische Anziehungskraft auf die Menschen aus. Der Medienhype um das illegale Zelten sorgt für zusätzliche Publicity. Auch Bad Hindelang wirbt immer wieder mit Schreckseebilder. Also ein Ort, an dem man gewesen sein muss. So wie Neuschwanstein, Garmisch, Zermatt? Vielleicht nicht ganz. Auffällig ist jedoch, die Zunahme von Besuchern,  die keinen blassen Schimmer davon haben, dass sich dieses Schmuckstück im Hochgebirge befindet und nur zu Fuß zu erreichen ist. Besucher, die keinen blassen Schimmer von den Bergen  und deren Gefahren haben, die einfach mal drauf los spazieren und mehr oder weniger orientierungslos umherstapfen. Neulich am Schrecksee: Medienhype und die Folgen weiterlesen

Gelbe Berge

Je nach Bewuchs und Höhe färben sich die Berge im Herbst für einen Zeitraum von gut 14 Tagen mehr oder weniger intensiv, gelb, rot oder goldbraun. Am intensivsten ist die Gelbfärbung dort, wo unter den typischen Steilgrasbergen Laubwald vorherrscht und die Baumgrenze vorwiegend von Ahornbäumen gebildet wird. Ebenso intensiv ist die Herbstfärbung in den typischen Laubwaldgebieten am Südalpenrand. Hier vor allem im Val Grande. Etwas später, meist erst Anfang November erstrahlen die Lärchenwälder der Zentralalpen in leuchtendem gelb, jedoch fehlt hier oft, oberhalb der Baumgrenze das typische Herbstgelb, da die Berge schon wegen ihrer Höhe spärlicher bewachsen sind. Gelbe Berge weiterlesen

Übernachtungsprobleme – Wir brauchen Hütten im Tal

Jeder kennt die Situation,  am Wochenende ist gutes Wetter angekündigt, die Lawinengefahr (Winter) oder das Gewitterrisiko (Sommer) sind gering. Sprich beste Verhältnisse, alles passt. Zeit ein Wochenende oder gar ein langes Wochenende abseits seiner Heimatregion im Gebirge zu verbringen um sich seine alpinen Träume zu erfüllen. Also nochmal Wetter und Verhältnisse checken uns los. Handelt es sich bei unserem Ziel um eine Hochtour wird man meist auf einer Hütte übernachten oder aber biwakieren, wenn diese voll ist. Geht man das Wunschziel vom Tal aus, wird’s schwierig. Gerade im Winter. Wohl dem der einen Campingbus oder ein gutes Zelt hat. Doch nicht überall gibt es einen passenden Campingplatz oder wird „wildes Campieren“ toleriert. Wer von Samstag auf Sonntag ein Zimmer sucht, wird damit oftmals keinen Erfolg haben womit wir wieder beim „wilden Campieren“ sind. Ähnlich die Situation für Pistenskifahrer aus alpenfernen Gegenden, die nur Samstag/Sonntag  zum Skifahren anreisen. Übernachtungsprobleme – Wir brauchen Hütten im Tal weiterlesen

Die Technik des Ski-Tragens

Einen Alpenbewohner dabei zu beobachten, wie er seine Skier vom geparkten Auto zum Lift oder zum Beginn der Tour trägt, ist ziemlich langweilig. Es sieht bei jedem  gleich aus. Dem Alpenbewohner fehlt in dieser Hinsicht jede Kreativität.

Anders der Tourist aus dem Flachland. Ganz im Gegensatz zu seinem sonst eher gleichgeschalteten Freizeitverhalten zeigt der durchschnittliche Tourist eine erstaunliche Kreativität und Vielfalt der Bewegungsabläufe beim Skitransport. Die Technik des Ski-Tragens weiterlesen

Die deutsche PWK-Maut

Die Pläne zur deutschen PWK Maut nehmen langsam Gestalt an- leider-.Die Maut in der Form einer (elektronischen) Vignette ist immer ein Zeichen von Neid und ein Schritt zurück ins Mittealter, als der Wegezoll an jedem Stadttor zu entrichten war.

Ja ja, die bösen Ausländer, vor allem die Ösis, die zocken uns ab und fahren bei uns umsonst. Die ganzen Holländer, Belgier, Skandinavier durchqueren unser Land ohne dafür zu bezahlen. Denen zeigen´s wir jetzt. Die deutsche PWK-Maut weiterlesen

Seitenblicke an Viehscheid

Der Viehscheid (Für Nichtallgäuer: Die Rückkehr der Kühe von den Bergweiden und deren Rückgabe an die Bauern, verbunden mit einem Markt und  einem Bierzelt mit Musik) ist für viele Allgäuer eine der wichtigsten Veranstaltungen im Jahresverlauf. Für manche steht der ursprüngliche Sinn dabei im Hintergrund. Gefragt ist einfach das Fest im Bierzelt. Eine Art Allgäuer Oktoberfest. In Summe immer wieder sehenswert, was der Besucherandrang weit über das Allgäu hinaus zeigt. Neben den vielen schönen Eindrücken, die man jährlich erleben  kann, gibt es auch Dinge zu beobachten, die so nicht in der Zeitung oder den Hochglanzprospekten stehen. Besonders zu später Stund, wenn der eine oder andere schon einen über den Durst getrunken hat.  Nichts Schlimmes! Alles im Rahmen. Das Allgäu ist ja meist brav und wertkonservativ.  Ich habe nur ein paar Beobachtungen der letzten Jahre gesammelt und möchte diese traditionelle Veranstaltung keineswegs  in Frage stellen. Seitenblicke an Viehscheid weiterlesen

Helft dem Schrecksee

Helft dem Schrecksee ist ein Aufruf den die Gemeinde Bad Hindelang  derzeit über soziale Netzwerke verbreitet. Einem Aufruf, dem ich mich anschließen möchte. Zwar setzte ich mich immer wieder für einen freien, eigenverantwortlichen Alpinismus ein, der das naturverträgliche biwakieren mit und ohne Zelt einschließt, doch hier ist leider etwas gewaltig auf dem Ruder gelaufen. Wegen einiger Vollidioten, die anstatt dezent zu biwakieren ein Zeltlager aufgeschlagen haben, mangels natürlichem Holzvorkommen die Zaunpfähle der Alphirten für´s Lagerfeuer verwendet sowie  Müll und Fäkalien  zurückgelassen  haben, hat die Belastung für die Natur am Schrecksee die Grenze des Verträglichen überschritten, den Unmut der Alphirten und den Aktionismus der Bürokraten auf dem Landratsamt ausgelöst.  Doch es sind nicht nur die Zelte, es ist die Summe der Belastungen vom Trittschaden durch Menschen, Kühe, Umweltbelastung durch Sonnenöl, Seifen, Shampoo´s, Fäkalien  die vor allem der Vegetation im Uferbereich und der Wasserqualität schaden. Helft dem Schrecksee weiterlesen

Sieg oder Niederlage

Bei entsprechenden Licht- und Schneeverhältnissen glaubt man in der Westseite der Sonnenköpfe einen Schriftzug zu erkennen. Man glaubt das Wort „SIEG“ zu lesen.

Der Schriftzug wurde anlässlich des Eröffnung der NS Ordensburg Sonthofen in den 1930 Jahren in den Bergwald geschnitten, sagen die einen.

Die Form der Wald- und Weidegrenzen ist reiner Zufall und ist durch Weide- und Forstwirtschaft entstanden, sagen die anderen. Sieg oder Niederlage weiterlesen