Zwei mal Schreckhorn

Zwei mal war es mir vergönnt, das Schreckhorn zu besteigen. Jung und unerfahren, komplett bei „fair means“ standen Klaus und ich am 15. August 1991 auf dem Gipfel, der in der Literatur oft zu den schwierigsten 4000ern gezählt wird. Fast auf den Tag, 30 Jahre später, nämlich am 14. August 2021 glückte die Besteigung zum zweiten mal. Dieses mal haben wir in der Hütte übernachtet, Halbpension gebucht und uns 400 Höhenmeter mit durch Seilbahnnutzung erspart. Finanzielle Mittel, Komfortbedürfnis, Absicherung und nicht zuletzt die Gletscher haben sich in den letzten Jahren geändert. Ein paar Gedanken zu einer der eindrucksvollsten Hochtouren in den Alpen. Zwei mal Schreckhorn weiterlesen

Österreich – Kein Winterurlaub 21/22 möglich?

Die Sommersaison lief/läuft in Österreich, als auch in Bayern und sonst wo im Alpenraum halbwegs normal, wobei es auch hier große, regionale Unterschiede gibt. Was die kommende Wintersaison betrifft, so sehe ich für Österreich allerdings schwarz, denn die Regierung Kurz hat Gesetze und Verordnungen erlassen, die einen Winterurlaub für breite Schichten praktisch verunmöglichen. Interessant allerdings, dass selbst die omnipräsente Tourismusindustrie in Westösterreich die drohende „Impffalle“ noch nicht wahrgenommen hat und auf Änderungen drängt. Österreich – Kein Winterurlaub 21/22 möglich? weiterlesen

Abgelegener Steilgrasberg in den Lechtalern

Juli ist Steilgrassaison. Das heißt Zeit für Höfats,  Himmelhorn, Pfeilspitzte, Feuerstein usw. Daneben gibt es in den nordwestlichen Kalkalpen noch ein reichliches Betätigungsfeld für die Liebhaber (fast) vertikaler Blumenwiesen. Natürlich fragt man sich in der heutigen Zeit, ob die Veröffentlichung einer nahezu unbekannten Tour nicht zu Overtourism, Fremdenfeindlichkeit, Besucherlenkungen und Parkplatzverteuerungen führt. Nun diese Erscheinungen  sind gelegentlich  in Teilen der Bayrischen und Allgäuer Alpen, sowie in den touristisch versauten Teilen des Außerferns festzustellen. Nicht aber im nur mühsam erreichbaren Zentralbereich der Lechtaler Alpen. Da der Gipfel eh schon im alten AV Führer beschrieben ist und eh nur für eine überschaubare Zahl von Steilgrasliebhabern, Gipfelsammlern und Bruchspezialisten interessant erscheint, sehe ich kein Problem, die Überschreitung von Planken- und Spießrutenspitzen vorzustellen. Abgelegener Steilgrasberg in den Lechtalern weiterlesen

Winterrückblick auf eine der längsten Tourensaisonen.

Einen Winterrückblick zu verfassen macht erst Sinn, wenn die Skitourensaison tatsächlich beendet ist. Die Saison 2020/-21 wird als einer der längsten, aber auch als eine durch teils sinnlose Coronaschikanen gestörte in die Geschichte eingehen. Bemerkenswert war ein frühes Zwischenspiel, eine lange Pause, ein Wechselspiel von Kälte und Wärme im Hochwinter und ein langes, deutlich zu kaltes (Ski-Frühjahr). Ein Rückblick mit dem Schwerpunkt Allgäu und (leider) nur wenig Ausblicken über den Tellerrand hinaus.

Ein Schnitt durch die Alpen

Fellhorn – Allgäuer Alpen Nordalpenrand
Kühtai Stubaier Alpen – Zentralalpen

Auffallend: Im Norden begann der richtige Winter nach einem herbstlichen Gastspiel erst im Januar, im Februar sah es nach einem baldigen Ende aus und schließlich gabs im Mai noch ein Allzeithoch bei den Schneehöhen. In der Mitte war der Winterverlauf recht ausgeglichen und im Süden gabs zu Beginn Rekordschneefälle und dann kam fast nichts mehr.

September – ein fulminanter Start

27.9.2020. Ein fulminater Start in die Skitourensaison
Septemberschnee am Walmi

Das gibt es selten, dass bereits im September eine ausreichende Schneedecke für Skitouren in den Allgäuer Alpen liegt. Das diese sich nicht lange hält war klar. Es galt die Gunst der Stunde zu nutzen. Niederschlagsende nach Sonnenuntergang und eine klare Nacht versprechen Pulververgnügen in den frühen Morgenstunden, bevor die durchaus noch kräftige Spätsommersonne und der warme Boden dem frischen Schnee den Garaus bereitet. Die Tour führte über die Piste aufs Walmendiger Horn. Die Verhältnisse waren so gut, dass ich die obere Hälfte zwei mal gefahren bin. Unten allerdings, bremste ein, über die Piste gespannter Weidezaun abrupt die Fahrt. Geblendet von der Morgensonne habe ich es übersehen, dass die Zäune, welche Heuwiesen von Schafsweiden trennen, noch nicht abgelegt waren. Vermutlich haben angesichts der Skispur wieder ein paar über Skitourengänger ausgelassen. Egal – war keine Absicht – und Schimpftiraden gegen Tourengänger sind eh ein bisschen eine Talkrankheit. Trotz Massenandrang im folgenden Winter hat sich das aber in Summe in Grenzen gehalten. Fremdenfeindliche Auswüchse gabs hier, als auch im Oberallgäu kaum. Ganz im Gegensatz zu den Tourengebieten um Miesbach und Garmisch.

Oktober – ein normaler Herbstmonat

Viel gibt es zum Oktober 2020 nicht zu sagen. Wie erwartet schmolz der Septemberschnee dahin. Eine skitaugliche Schneedecke bildete sich im Allgäu nicht mehr.  Auf den Gletschern hatte sich jedoch schon, eine für die Jahreszeit beachtliche Unterlage gebildet. Bei einer Skitour auf die Wildspitze vom Pitztaler Gletscher aus, konnten wir durchaus gute Verhältnisse bei winterlichen Bedingungen genießen. In Summe war der Oktober im Nordalpenbereich etwas zu kalt und zu nass, was  die Gletscher „erfreute“.

31.10.2020. Nicht besonders kreativ, aber im Oktober sind die Tourenmöglichkeiten halt noch eingeschränkt. Wildspitze- Ötztaler Alpen

November – wo bleibt der Schnee?

Klettern statt Skitour lautete im November die Devise. (Neue Südostkante am Gimpel – Tannheimer Berge)

Skitouren im November sind schwer planbar. Manchmal bieten die allgäuer Vorberge mit ihren glatten, steinarmen Grasböden bereits ideale Bedingungen. Nicht so 2020. Der Septemberschnee schmolz auch in den Hochlagen dahin und in keinem anderen Monat des Jahres 2020 war ich so oft beim Alpinklettern. Teilweise im T-shirt. Ein kurzes Gastspiel des Winters zuckerte das Allgäu leicht an. Die schattseitig zurückgebliebene Pulverschneeschicht, so befürchtete man, könnte uns im weiteren Winterverlauf noch ein massives Altschneeproblem bescheren. In Oberstdorf fielen statt den durchschnittlichen 119 mm, nur 26 mm Niederschlag. Zudem war der Monat deutlich zu warm

Mitte November : Ungewöhnlicher Blick in die Lechtaler Alpen von den Eisenköpfen
Anfang November: Der Oktoberschnee ist verschwunden. Auf der Roten Flüh- Tannheimer Bergen

Sonnenuntergang am Besler

Dezember – ein zaghafter Restart des Winters und Grenzsperren.

Laut Aussagen von Söder und Kurz im Sommer 20 sollte es so etwas nicht mehr geben. Verdammtes Lügenpackt!

Während sich im Nordalpenbereich das zu trockene und meist zu milde Wetter des Novembers fortsetzte, versanken die Südalpen im Schnee. Da die Skigebietsbetreiber noch an Söders Aussage glaubten, dass sie am 10. Januar öffnen dürfen, wurde in den letzten Tagen fleißig Kunstschnee produziert. Weil im Gelände nur wenig  geht und man zudem die SöDDR (vormals Freistaat Bayern) de facto nicht in Richtung schneereichen Zentralalpen verlassen darf, wurden die Pistentouren von den Massen gestürmt.

27.12.2021. Die Lifte stehen, dank der Verordnung des Bayerndiktators. Die Menschen stürmen die wenigen tourentauglichen Gipfeln, wie das Riedberger Horn.
Jedes Fleckchen Pulverschnee und die Vegetation daruner wird zam gefahren. Währe über Weihnachten ein Ausweichen in die schneereichen Südalpen möglich gewesen, hätte die Allgäuer Natur nicht unter solch einem Ansturm leiden müssen. Söder wollte es so.
Auch das war der Dezember 2020. Klettern am Hirschberg bei Bad Hindelang

Im freien Gelände ging im Allgäu nur wenig. Für Skitouren war vor allem eine exzellente Ortskenntnis nötig,  um zu wissen wo der Untergrund unter der dünnen Schneedecke glatt und steinfrei ist. Die Tatsache, dass die Schneefallgrenze am 23.12. bis auf fast 2400 m stieg um am nächsten Tag bis in Tallagen abzusinken schafte wenigstens eine dünne Unterlage und verhinderte das drohende Altschneeproblem. Immerhin gab es in Folge eine dünne Unterlage mit etwas Pulver darauf. Dank den Grenzsperren drängten sich die tourenbegeisterten Massen über die Feiertage auf den wenigen, geeigneten (als auch auf  nicht geeigneten) Bergen um auch das letzte bisschen Pulverschnee zamzufahren.

Ab und zu gute Verhältnisse aber in Summe fehlt einfach der Schee. Aufstieg zum Laufbacher Eck Ende Dezember 2020

Januar – endlich richtig Winter

Der Januar 2021 brachte das, was man von einem Wintermonat erwartet. Nämlich Kälte und Schnee. Doch der Reihe nach. Die ersten zehn Tage des neuen Jahres verliefen überwiegend sonnig und zum Teil sehr kalt. Tourentechnisch blieb es beim Alten. Das der Lockdown, wie angekündigt am 10 Januar enden sollte, erwies sich als Lüge. Weitere Lügen sollten folgen. Somit blieben auch die Grenzen  geschlossen und  die Massen versuchten jedes unberührte Fleckchen Pulver in den Vorbergen zu befahren.

Ein Altschneeproblem kündigte sich an.

Zur Monatsmitte folgten kräftige Schneefälle und nach einigen traumhaften Powdertagen eine deutliche Erwärmung. Lagen die Schneehöhen bis zur Monatsmitte  deutlich unter dem langjährigen Mittel, so stiegen sie bald deutlich über den Mittelwert hinaus. Insgesamt war der Januar 2021 zu kalt und zu niederschlagsreich.

Kritischer Schneedeckenaufbau Anfang Januar im Hintersteiner Tal
Ende Januar in Bad Hindelang
31.1.21 Wie gewonnen, so zerronnen.

 

Februar – der neue März?

26.2.2021. Bestern Firn aber schon recht wenig Schnee. Abfahrt vom Hornbachjoch ins Oytal

 

Nachdem im Januar einiges an Neuschnee kam und es auch, insbesondere in Tallagen, einiges wieder weggeregnet hatte, verlief der Februar überwiegend sonnig und mild und insgesamt zu warm und zu trocken.  Immer wieder gab es jedoch vereinzelte Powedertage.  Zeitweise glich der Temperaturverlauf einer Achterbahn.  Ein Temperaturanstieg von rund 40 Grad innerhalb weniger Tage ist aber schon sehr ungewöhnlich. Vom Gesamteindruck hatte der Monat schon einen eher frühlingshaften Charakter und erinnerte eher an den März.

Zwischendurch auch mal eisig, in Summe aber zu warm der Februar. 12.2. im Gunzesrieder Tal
Der kenner findet immer (fast) unberührten Schnee. (Schwarzwassertal)
Kesselspitze (Schwarzwassertal)
Waltenberger Haus

Die Staatsführung setzte ihre Hinhaltetaktik fort, logen sich von einem Lockdownendetermin (erst 31.1,  14.2. und 28.2.) zum nächsten und so blieb man überwiegend im eigenen Land. Doch im Gegensatz zur DDR drohte bei Republikflucht bei Rückkehr in die SöDDR weder Gewehrsalven noch Gefängnis, sondern nur Quarantäne, die sich bei geschickter Wahl der Reisegründe und -route stehts vermeiden lies.

Das gibt es nur in einem Coronawinter. Das Güntle, oft fälschlich als Pontenkar bezeichnet, unverspurt bei guten Wetter

Besonders erwähnenswert: Die Modeberge im Tannheimer Tal konnte man meist bei unberührten Pulverschnee genießen. Die Reuttener zog es eher ins Lechtal und die Allgäuer konnten mit dem Auto nicht einfach hinfahren. Eingebaut in eine Runde und bei Rückkehr mit Ski, zu Fuß oder mit dem Bus bis Schattwald, waren diese Touren  problemlos möglich und eine willkommene Abwechslung zu den überlaufenen Touren im Oberallgäu.

20.2.2021 In der Arlbergregion laufen die Lifte bei perfekten Bedingungen. Trotzdem hat Vorarlberg aktuell 24.02. eine in etwas gleiche 7 Tagesinzidenz als Bayern. Am Ski fahren kanns also nicht liegen.
Es galt die Gunst der Stunde zu nutzen. Tannheimer Modeberge bei schönen Wetter und sicheren Verhältnissen so gut wie unverspurt. Das erlebt man selten
26.2.21 am Älpelesattel vor der Kulisse der Höfats
26.2. Von oben kommend immer wieder spannend. Die zwingende Wechtenüberschreitung nach rechts unten am Rauheck
Top Verhältnisse und geschlossene Grenzen. 300 Räder von Skitourengängern am Giebelhaus. Naturschützer und Jäger jammern teilweise zu recht wegen Überbelastungserscheinungen. Ist halt so. Söder wollte es so

März – das come back des Winters

Anfang März 21. Das Tannheimer Tal wird schon grün.
Anfang April: Das Tannheimer Tal ist wieder weiß

Anfang März glaube man an ein nahes Winterende. Meist konnte man prächtige Firnabfahrten genießen, wobei die Schneedecke langsam dünn wurde. Zu Monatsmitte feierte der Winter jedoch ein fulminantes „come back“. Zunächst mal blieb alles beim Alten, die Tragestrecken wurden länger und häufiger, so wie es im Frühling eben ist. Ab dem 14.3. folgte dann eine Schneefront der nächsten. Das gute daran: Der Niederschlag fiel bis in tiefe Lagen als Schnee. Interessant: Trotz allerbesten Bedingungen und immer noch faktisch geschlossenen Grenzen hielt sich der Andrang in Grenzen. Der Mensch richtet seine Tourenplanung offensichtlich lieber nach dem Kalender, anstatt  nach den Verhältnissen. Gegen Ende des Monats stiegen die Temperaturen wieder deutlich an. Insgesamt war der März in Summe zu warm und zu trocken, was fast ausschließlich dem Wetterverlauf in der ersten Monatshälfte zu verdanken war.

Mitte März. Tiefster Winter und einige Kälte auf dem Sonnenkopf

 

April – kühl und trocken

Hochtourenfeeling, obwohl nur im Allgäu. Aufstieg zum Waltenberger Haus am 4.4.21

Der April begann sonnig und warm. Nach einem fast sommerlichen 1. April war es das aber schon mit der Wärme. Der Rest des Monats verlief überwiegend sonnig, trocken und kalt. Heißt ein Klartext: Ein traumhafter Tourentag folgte dem nächsten. Die wenigen Niederschläge fielen meist als Schnee bis in tiefe Lagen. Trotz kräftiger Sonneneinstrahlung wollte es an manchen Tagen gar nicht auffirnen und so gehörten Harsch- bzw. Steigeisen zur Pflichtausrüstung für die anspruchsvolleren Touren im Allgäu. Die Lawinengefahr sank gefühlt „ auf null“ und selbst Touren wie der Sperrbachtobel wiesen über mehrere Tage hinweg gute Verhältnisse auf.

Heilbronner Weg, Bockkarkopf
Heilbronner Weg Steinscharte

Die Schneehöhen im Allgäu lagen nach den Schneefällen im März deutlich über dem langjährigen Mittel. Einen wesentlichen Anteil  an den überdurchschnittlichen Werten hatte das Fehlen von Schmelzverlusten.

Pulverabfahrt von der Fuchskarspitze

Wenn Verschwörungsgeschwurbel wahr wird

Wer vor Weihnachten behauptet hatte, der Lockdown würde bist Ostern oder darüber hinaus andauern, so hätte man das als Verschwörungstheorie bezeichnet. Ein Jahr zu vor, im April 2020 wurde dazu aufgerufen, keinen Freizeitsport zu betreiben, keine Skitouren zu machen, nicht in die Berge zu gehen. Als Grund wurde die hohe Unfallgefahr und überlastete Intensivstationen angegeben. Im Tirol war Freizeitsport im April 20 sogar völlig verboten. Schon ein Jahr zuvor sollte es jedem logisch denkenden Menschen klar gewesen sein, dass mit dem plötzlichen Ende  des Pistenskibetriebes jede Menge freie Klinikbetten  und arbeitslose Rettungskräfte zur Verfügung stehen würden. So kam es denn auch.

Allgäuer Zeitung  im Febr. 21
Allgäuer Zeitung im Febr. 21. Die „stay at home Lobby“ hat Stress wegen nichts gemacht. War eh klar.

Noch unlogischer, manch ein „stay at home Plärrer“  von 2020 war ein Jahr später bei viel höheren Inzidenzen ganz selbstverständlich auf Tour anzutreffen.

Man darf eben nicht alles glauben, weder den  staatlichen Stellen  noch der Gegenbewegungen.

Kleine Ausflüge in die Normalität

Das gab es in letzten Winter weder in Söder´s noch in Kurz´Idiotokratie. Ein Bier, serviert in einem Glas in einer bewirtschafteten Hütten. Willkomen Helvetia. Einige Monate zuvor wurde uns gesagt, dass es auch bei uns keinen zweiten Lockdown geben würde.

Unterwegs zum Gross Spanort
Normalität: Jenatschhütte im April 21

Wer die Flucht in die Schweiz gewagt hatte, konnte in einem guten Skihochtourenmonat fast völlige Normalität jenseits dem Coronairrsinn der SöDDR erleben.

Die Hütten waren offen und bewirtschaftet. Ebenso Hotels und Pensionen. Die Einreise verlief stets problemlos und bei der Rückreise musste man eben kreativ agieren, wenn man nicht schon zuvor bei der Wahl der Reiseroute- und -zeitpunktes Rückfragen ausschließen konnte.

Ein eisheiliger Mai.

Das kalte Frühjahrswetter setzte sich im Mai fort. Mit dem wesentlichen Unterschied, dass es auch wieder reichlich Niederschlag gab. Der Monat verlief deutlich zu kalt und zu nass. Die Eisheiligen dauerten den ganzen Monat und nicht nur ein paar Tage. Eine Wohltat für die Natur und die Gletscher. Das einzige Manko: Für westalpine Skihochtouren war das Wetter meist zu unbeständig. Zumindest wenn eine längere Anfahrt dafür nötig ist und man mit kaum mehr als zwei schönen Tagen in Serie rechnen konnte. Dafür gings an der tiroler Grenze plötzlich ganz schnell. So schnell, dass man selbst an den Kontrollstellen zeitweise nicht mehr wusste, dass nun eigentlich erlaubt ist und was nicht. Was immer ein Tipp ist: Nachts über einen kleinen Grenzübergang und im Falle einer selten Kontrolle gibt man an, sich im Transit nach Italien zu befinden.

8.5.2021. Recht winterliche Verhältnisse auf dem Hohen Ifen

Die Abfahrt vom Iseler nach Oberjoch ging bis um den 20.Mai
Maipulver am Gaishorn

Der Mai genauer betrachtet:https://freieberge.wordpress.com/2021/06/10/ein-eisheiliger-mai/

Ab Mitte Mai gab es an einigen allgäuer Messstationen sogar Allzeithochs bei der Schneehöhe zum jeweilien Datum.

Juni – der bessere Wintermonat

Weißseespitze am 3.6.2021

 

Nicht unbedingt von der Anzahl, aber auf jeden Fall von der Qualität, ist der Juni oftmals der bessere Skitourenmonat als der Dezember. So auch im Winter 20/21.  Der Schnee ist meist gut gesetzt und wo es weiß ist kann man Skifahren ohne Steinkontakt fürchten zu müssen. Die drei vorangegangen Monate haben eine überdurchschnittliche mächtige Schneedecke zurück gelassen. So konnte die Skitourensaison unverändert weiter gehen. Noch nie zu vor konnte man Anfang Juni den Ifen mit nur 5 Min Ski tragen besteigen. Eine Woche später gings dann nur noch ab der Ifenhütte. Wie auch mit Mai hinderte das unbeständige Wetter daran, die gute Schneelage für längere Touren in den Westalpen zu nutzen. Der große Unterschied zum Mai lag in den Temperaturen. Diese lagen plötzlich deutlich dem langjährigen Durchschnitt und so schmolz die rekordverdächtige Schneedecke rasch dahin. Schneller als im Hitzesommer 2019. Damals gab es im Juni klare und kalte Strahlungsnächte, im Juni 2021 überwiegte hingegen warmer Regen.  So kam es dann auch, dass meine Skitourensaison am 18.6.21 mit einer Skitour auf den Großen Wilden endete. Bei perfekten und glatten Sommerschnee.

Ifen am 10.6.21. Die Abfahrt war noch bis zur Ifenhütte möglich. Eine Woche zuvor gings noch bis in Tal
1.6.2021 Abfahrt vom Ifen. Es ging noch bis ganz runter. An der Fußspur merkt man, dass wieder Touris da sind. Mit der falschen Ausrüstung (zu Fuß) zur falschen Zeit (früh hätte es getragen) unterwegs.

12.6.2021 Beginn einer straffen Tagestour zum Palü. Blick nach Osten zum Berninapass. Die Abfahrt war noch fast bis ins Tal möglich, der Gegenanstieg zur Diavolezza war lästig
Salü Palü

Aufstieg zum Palü
13.6. Cima Forcellino. Geht noch ohne Ski tragen
Der Kratzer zeigt die Rippen. Jetzt steht das Ende der Saison im Allgäu unmittelbar bevor

Einer geht noch

18.6.21 Aufbruch früh um 5.00 Uhr bei plus 19 Grad zum Gr. Wilden. Perfekter Sommerschnee
Wer die Schneestreifen geschickt kombiniert hat, musste die Ski nicht bergab tragen. Es ging noch bis 1450 m. 18.6.21

Saison beendet.

Geht wirklich nichts mehr?

Es wäre von hochgelegen Pässen bis Anfang Juli schon noch was gegangen. Aber. Das Wetter war meist zu unbeständige, als dass sich die Fahrt in die Schweiz wirklich gelohnt hätte. Somit endete für mit die Tourensaison 20/21 am 18.6. am Gr. Wilden.

Schilderwahn – Ma sott amol wiedr schwende!

Ma sott amol wiedr schwende!

Man sollte mal wieder schwenden.

Das Allgäu wird landschaftlich zum großen Teil durch den Wechsel von offenen Weideflächen und Wald  geprägt. Diese freien Weideflächen machen den Reiz unserer Landschaft aus. Genau jene Weideflächen müssen von Zeit zu Zeit „geschwendet“ *1) werden, damit sie frei bleiben! Sonst wachsen sie zu. Anstatt freier Sicht und Blumenwiesen würde ein dichtes, einengendes Fichtengestrüpp das Landschaftsbild bestimmen.  Nicht schön anzuschauen und ökologisch fast tot. Doch nicht nur der Fichtenwald sollte hin und wieder zurechtgestutzt werden, wenn wir unser freies, offenes Landschaftsbild erhalten wollten. Auch im Schilderwald sollte man von Zeit zu Zeit mal Hand und Säge anlegen.
Schilderwahn – Ma sott amol wiedr schwende! weiterlesen

Freies Zelten – Kommt das „Jedermannsrecht“?

Bei manchen Pressemeldungen traut man seinen Augen nicht. Ausgerechnet die Grünen fordern lt. dem „Merkur“ eine Art Jedermannsrecht  in ihrem Wahlprogramm. Diese skandinavische Rechtsform besagt im Groben, dass man überall, außerhalb von privaten Gärten und landwirtschaftlichen Nutzflächen zelten, feuermachen, biwakieren und vieles mehr darf. Waren es nicht grüne Lokalpolitiker aus dem Allgäu, die in den letzten Jahren immer wieder das Thema Wildcampen hochkochen ließen und höhere Strafen und mehr Kontrollen gefordert haben?

Auch die FDP hat fordert in ihrem Wahlprogramm ein Jedermannsrecht. Das verwundert weniger, haben doch die Jungen Liberalen aus dem Allgäu zu diesem Thema bereits in der Vergangenheit recht konstruktive Vorschläge eingebracht.

Ein völlig freies Jedermannsrecht nach schwedischem Vorbild ist im stark touristisch genutzten Alpenraum schwer vorstellbar. Ein reduziertes, an naturverträglichen Stellen, wäre hingegen erstrebenswert—> Freies Zelten – Kommt das „Jedermannsrecht“? weiterlesen

Ein eisheiliger Mai

Die Eisheiligen stellen eine meteorologische Singularität dar. So bezeichnet man Wetterereignisse, die sich Jahr für Jahr mit einer hohen Wahrscheinlichkeit eintreten. Also das Weihnachtstauwetter, die Schafskälte und auch die Eisheiligen Mitte Mai. Wenn aber die Eisheiligen den ganzen Monat anhalten, ist es schon etwas besonders. Schon früher wussten die Bauern einen nasskalten Mai zu schätzen (Ist der Mai kühl und nass, füllts dem Bauer Scheun und Fass). Der eisheilige Mai 2021 war für die Alpengletscher, den Grundwasserspiegel und die gesamte Natur ein Segen. Nicht zuletzt profitierten auch Fotographen von den lange bestehenden frischen Frühlingsfarben und die Skifahrer freute sich über die Saisonsverlängerung. Ein eisheiliger Mai weiterlesen

Extremer Anstieg der Parkgebühren im Allgäu – Abzocke oder Lenkung?

Öffentliche Straßen und Parkplätze gehören zur steuerfinanzierten Infrastruktur. Erstere werden dem Bürger meist gratis zur Verfügung gestellt, während für die Nutzung der Parkplätze zunehmen horrende Summen zu bezahlen sind. Abgesehen, dass es sich dabei um einen ökologischen Irrweg handelt, ist es vielfach eine Gerechtigkeitslücke zu Lasten der Einheimischen entstanden. Nachstehend ein paar Gedanken zu einer Fehlentwicklung und Ideen, wie man eine manchmal notwendige Verkehrslenkung besser gestalten könnte. Extremer Anstieg der Parkgebühren im Allgäu – Abzocke oder Lenkung? weiterlesen

Skitourenstatus Nr. 7. Saisonverlängerung und Reisefreiheit

Die Skitourensaison geht in die Verlängerung. Zwei deutlich zu kalte Monate haben die Schmelzverluste gering gehalten und in den Hochlagen kam regelmäßig Neuschneenachschub hinzu. Das Einzige was gefehlt hat, waren mehrere sonnige Tage und kalte, klare Nächte hintereinander. War mein Skitourenbetrachtungshorizont dank Söders und Kurz´ Grenzschließungen während des Winters meist auf das Oberallgäu beschränkt, so ermöglichen die zum Teil zurückgegeben Grundrechte wieder eine alpenweite Betrachtungsweise.

Wer jetzt die Ski im Keller einlagert und die guten Bedingungen nicht nutzt, macht sich der „Verhältnisverschwendung“ schuldig.

Nachstehend ein paar Hinweise, wo noch was geht. Skitourenstatus Nr. 7. Saisonverlängerung und Reisefreiheit weiterlesen

Skitourenstatus Nr. 6 Achterbahnfrühjahr – Wo geht noch was

Anfang März 2021 glaubte man an ein baldiges Ende des Winters. Dem Klimawandel geschuldet, erscheint der März als der neue April.. Doch dann setzte der Winter zu seinem fulminanten Finale an. Der Temperaturverlauf glich bis weit in den Mai hinein einer Achterbahn, lag aber meist deutlich unter dem langjährigen Mittel. Regelmäßige Tiefdruckgebiete sorgten für Powdernachschub. Dank der meist nur geringen oder mäßigen Lawinengefahr bescherte uns das Frühjahr 2021 eine ganze Serie von Tagen mit perfekten Tourenverhältnissen. Skitourenstatus Nr. 6 Achterbahnfrühjahr – Wo geht noch was weiterlesen