Nadelgrat: Hochtouren und Gletscherschmelze

Nichts ist für die Ewigkeit, auch nicht die Berge. Sie wachsen, so wie die Alpen, oder die erodieren von stolzen Spitzen zu runden Hügeln, so wie der Schwarzwald. Auch die Gletscher wachsen und schmelzen wieder dahin.  Während das Wachstum der Alpen so langsam von statten geht, dass es für die Dauer eines Menschenlebens nicht wahrnehmbar ist, können wir  das  Wachsen und Schrumpfen der Gletscher deutlich mitverfolgen. Am Beispiel des Nadelgrates möchte ich über Probleme, Chancen und Risiken der geänderten Verhältnisse sprechen. Nadelgrat: Hochtouren und Gletscherschmelze weiterlesen

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Alpentransit, ein verkehrspolitisches Totalversagen?

Dokumentiert seit der Römerzeit, vermutlich aber schon früher strebten die Europäer danach, die Alpen so bequem als möglich von Nord nach Süd und umgekehrt zu überwinden. Mit Anstieg  der Bevölkerung, des Tourismus und dem freien Warenverkehr innerhalb der EU wuchs und wächst die Zahl der transportierten Güter  als auch der Menschen die die Alpen überqueren oder in den Alpen leben, arbeiten oder Urlaub machen. Anders als im Flachland, lassen sich die Transitwege im Alpenraum geographiebedingt nicht beliebig ausbauen. Genau dass wird aber zunehmend zum Problem, da der Ausbau von touristischen Attraktionen, Hotels aber auch der Warenverkehr zunehmen, die Anpassung der Verkehrswege jedoch auf der Strecke bleibt. Den Warenverkehr und den Tourismus zurückfahren oder teure Tunnellösungen? Alpentransit, ein verkehrspolitisches Totalversagen? weiterlesen

Allgäu-Aussfern: Wieviel Tourismus verträgt unsere Region?

Das südliche Allgäu und Teile des Außerfern leben gut vom Tourismus. Die Übernachtungszahlen steigen beständig und damit auch die Wertschöpfung in unserer Region. Viele Arbeitsplätze hängen an der Tourismuswirtschaft. Auf der anderen Seite stehen die Verkehrsbelastung, steigende Mieten und Gastronomiepreise, prekäre Arbeitsverhältnisse und Naturbelastung. Die Maßnahmen von Behörden, die Negativfolgen in den Griff zu bekommen, werden oft von der Bevölkerung als Schikane empfunden. In Folge dessen, gab es bereits die ersten fremdenfeindlichen Aktionen. Grund genug zu hinterfragen, ob ein weiteres Wachstum des Tourismussektors wünschenswert ist und wie man mit den Folgen des Overtourism umgehen sollte. Allgäu-Aussfern: Wieviel Tourismus verträgt unsere Region? weiterlesen

Felssturz am Kleinen Daumen -Klettertour nicht mehr begehbar!

Die Nordwand und die Nordostkante des Kleinen Daumens zählte zu den klassischen alpinen Touren im Allgäu. Am 4.8.2019 ereignete sich im oberen Bereich der Tour ein Felssturz, der vermutlich weite Teile der Tour zerstört hat. Es ist damit zu rechnen, dass zahlreiche Standplätze und Zwischenhaken nicht mehr vorhanden oder beschädigt sind. Außerdem zeigt Rißbildung in der Wand neben der Kante, dass möglicher weise weitere Felsstürze bevorstehen. Von einer Begehung dieser Route wird daher dringend abgeraten! Felssturz am Kleinen Daumen -Klettertour nicht mehr begehbar! weiterlesen

Wann wird mal wieder richtig Sommer?

So lautete ein Schlager, der in meiner Kindheit auf und ab gespielt wurde, bis man ihn nicht mehr hören konnte.

Die Eltern erzählten, dass es soviel Regen und Kälte früher im Sommer nicht gab. Tatsächlich  kann ich mich gut daran erinnern, dass Mitte der 70ger bis Anfang der 80er Jahre es auch im Juli und August immer mal wieder bis unter 2000 m geschneit hat. Die seit etwa 100 Jahren schrumpfenden Alpengletscher stießen kurzzeitig nochmal vor. Die Tage, an denen man abends noch draußen sitzen konnte, waren gezählt.Obst wurde, wenn überhaupt nur an der Hauswand reif.   Es war völlig normal, dass man, bei einer Hochvogelbesteigung entweder über die Kreuzspitze ging, oder Steigeisen und Pickel für den Kalten Winkel dabei hatte.  So auch bei meiner ersten Hochvogelbesteigung im Alter von 11 Jahren mit meinem Vater. Heute hört man die Leute schon jammern, dass am Hochvogel immer noch soviel Schnee liegt.

 

Jetzt ist er da, der Sommer wie ihn sich mit Rudi Carrell Millionen gewünscht haben und was machen wir? Wir jammern über die Hitze und zeigen düster-heiße Zukunftsprognosen auf. So wie in meiner Kindheit auch, nur mit umgekehrtem Vorzeichen. Denn damals drohte uns eine neue Eiszeit. Wissenschaftlich begründet waren die Zukunftsprognosen damals wie heute.

Ein Freund sagte mir mal. Es ist Segen und Fluch zugleich, dass du dich an jeden Scheißdreck, jede Schlagzeile und jede Aussage in den Nachrichten von früher erinnern kannst.  Das ist natürlich übertrieben, aber trotzdem erinnere ich mich noch an die Fotomontage in der Bild mit einem vorrückenden Gletscher am Stadtrand von München irgendwann um 1980 rum.

Vergangenheit verklärt? Stimmen die Erinnerungen?

Stimmt den die subjektive Erinnerung an nasskalte Sommer, einen alten Schlager, ein paar Zukunftsprognosen und Politikeraussagen eines Kindes/Jugendlichen mit der damaligen Wirklichkeit überein, oder neigen wir alle dazu die Vergangenheit als heile Welt zu verklären?

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Vergleicht man meine Erinnerungen an die wissenschaftlich belegte Gletscherentwicklung, so sieht man, dass  es tatsächlich von 1975 bis 1980 nochmal eine Phase von wachsenden Gletschern gab. Ausgelöst vor allem durch nasskalte Sommer. Somit passt auch der Schlager von Rudi Carrell zum damaligen Zeitgeist.

 

Wie geht es weiter?

Da möchte ich seriös bleiben und mich nicht mit Spekulationen hingeben.

Es gab in den letzten 40 Jahren genug Katastrophenszenarien, Prognosen von Politikern und Wissenschaftlern, die so wie angekündigt nicht eingetreten sind. Gut oder blöd, dass ich mich meist dafür interessiert habe und mich erinnern kann. Das macht mich skeptisch gegenüber aktuellen Prognosen.

Fakt ist nur: Nichts ist beständiger als der Wandel.

Dazu noch zwei Links. Welchem sollen wir glauben?

https://www.focus.de/wissen/klima/klimaerwaermung/neue-eiszeit-neue-eiszeit_id_8487796.html

https://www.sueddeutsche.de/bayern/bayern-klimawandel-umwelt-vorhersagen-1.4539824?fbclid=IwAR1QW_34MIH46C8d2unIClbzwe9B6EOuNx8hbT1NqKCwuwlRjh6_TAaRLaE

Torkopf – ein Allgäuer Giftzwerg

Dem mehre Kilometer langen Wandabbruch der Oberen Gottesackerwände nördlich vorgelagert, fällt der Torkopf kaum auf. Seine Eigenständigkeit sticht nur ins Auge, wenn man sich von Osten aus dem Mahdtal oder von Westen, von Sibratsgäll aus nähert. Dieser kleine Gipfel fällt von seiner Form völlig aus dem üblichen Landschaftsbild des Ifengebietes heraus, in dem sonst Plateaus und langezogene Wandabbrüche charakteristisch ist. Vom Charakter her ähnelt der Torkopf stark anderen, geologisch dem Helvetikum zuzurechnenden Gipfel in den den Vorbergen der Westalpen, wie zum Beispiel dem Girenspitz im Alpsteinmassiv. Die kurze Bergtour eignet sich als Halbtagestour. Einfach und zu unterschätzen ist sie jedoch nicht. Torkopf – ein Allgäuer Giftzwerg weiterlesen

Biken im Wildental. Teil 2

In der letzten Zeit haben mich Nachrichten erreicht, dass die Bikesperre im Wildental aufgehoben wäre, bzw. gar keine Schilder mehr vorhanden seinen. Aus diesem Grund wollte ich diesen Artikel löschen. Vorher habe ich allerdings noch einen Ausflug mit dem Bike ins Wildental unternommen, um mir ein Bild zu machen. Ich werde nun die Sache noch eine Weile beoabchten und den Artikel vermutlich bald löschen.

Biken im Wildental. Teil 2 weiterlesen

Eindrücke rund ums Prinz-Luitpold-Haus

Am vergangen Wochenende 13+14.7.2019 habe ich im Rahmen einer Bergwachtübung das Prinz-Luitpold-Haus besucht. Seit dem Pächterwechsel hat sich dort einiges zum Positiven geändert. Zudem gibt es nachstehend noch einen Überblick über die aktuelle Schneelage und die sonstigen Bedingungen. Eindrücke rund ums Prinz-Luitpold-Haus weiterlesen

Was passiert am Grünten? Teil 2

Es entspricht meiner liberalen Einstellung, jedem seine Erfüllung, sein Hobby, sein Glück und sein Auskommen zu gönnen. Wenn allerdings einer Gruppe nur ständig naturschädliches Verhalten, Sachbeschädigungen, Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung  und die Missachtung von Regeln vorgeworfen wird und in sozialen Medien  pauschale Unterstellungen, Lügen und der Versuch eine Nutzergruppe vom Berg zu verbannen verbreitet werden, neige ich rasch zu Gegenpositionen, die auch mal übers Ziel hinausschießen. Frei nach dem Motto „keine Toleranz gegen die Intoleranz“. Um so schwieriger ist es, sich beim Thema Grüntenerschließung eine Meinung zu bilden und objektiv abzuwägen. Ich möchte es trotzdem versuchen. Was passiert am Grünten? Teil 2 weiterlesen

Fürschießer, ein Steilaufstgieg im Grünen

Dem wild getürmten Krottenspitzengrat vorgelagert, stellt der grüne Fürschießer einen eindrucksvollen Kontrast zu der kahlen, grauen Felswildnis des Allgäuer Hauptkamms dar. Im Winter erscheint dessen scharf geschnittener Nordgrat wie eine allgäuer Version den Biancogrates. Genau über diesen Nordgrat verläuft auch die einzige lohnende Route auf diesen Berg. Deutlich leichter als die Höfats, aber dennoch mit zwei charakteristischen Schlüsselstellen ausgestattet, ist dieser Anstieg dem erfahrenen Bergwanderer vorbehalten, der mit dürftigen Trittspuren und im weglosen Steilgras zu recht kommt. Besonders im Frühsommer, wenn alles blüht, offeriert dieser Anstieg die gesamt Vielfalt der Allgäuer Alpen. Fürschießer, ein Steilaufstgieg im Grünen weiterlesen