Gesperrt – Lawinengefahr!

Starke Neuschneefälle begleitet von Wind und Temperaturschwankungen führen regelmäßig zu Gefahrensituationen, die auch besiedelte Bereiche, Verkehrswege, Pisten und Siedlungsnahe Wanderwege betreffen. In solchen Situation werden von den Behörden häufig Sperrungen wegen Lawinengefahr ausgesprochen.

Vielfach fragt man sich, warum mancher Weg wegen eines überschaubaren Lawinenstriches gesperrt ist, während es für andere Wege mit einem viel höheren Gefahrenpotential keine Sperrungen oder Sicherheitsmaßnahmen gibt.

Ist das ganze logisch? Wie schaut das Risikomanagement aus? Wie ist die rechtliche Situation? Gesperrt – Lawinengefahr! weiterlesen

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Vom Winde verweht. Wo ist der angekündigte Schnee geblieben?

 

 

Großspurig wurde der Wintereinbruch für das Wochenende 9.+10.12.2018 für den gesamten Nordalpenbereich von Savoyen bis zum Schneeberg angekündigt. Entsprechende Webseiten veröffentlichten bunt eingefärbte Karten, die die zu erwartende Schneemengen anzeigen. So ein guter Meter war überall drin. Was die Prognosen nicht auf dem Schirm hatten, war die Auswirkung des Windes, obwohl dieser ebenfalls angekündigt war. So kam es, dass von den vollmundigen Prognosen vielerorts kaum etwas übrig geblieben ist.  Ein Stück in den Bergen drin,  schaut es vereinzelt schon ganz gut aus.

Vom Winde verweht. Wo ist der angekündigte Schnee geblieben? weiterlesen

Sterne des Südens – Skitouren in den Seealpen

Tief im Süden, wenn  man die Alpen, von Norden kommend schon hinter sich gelassen hat, tauchen bei der Fahrt durch die  schwül-dunstigen Poebene nochmals Berge am Horizont auf. Viele Berge, hohe Berge. Nicht irgend ein unbedeutendes Anhängsel der Alpen sondern zusammen mit den Cottischen Alpen rund ein Drittel der selben. Hier ist dann schon einiges anders als in Bayern, Tirol, der Schweiz und dem angrenzenden Norditalien. Die Berge sind ruhiger, das Wetter meist völlig anders als im typischen Nord-Süd Schema erwartet, kaum Verbotsschilder, Parkautomaten und sonstige spassverderbende Regularien. Dafür verfallene Dörfer, schlechte Landkarten und eine schier unerschöpfliche Vielfalt an Tourenmöglichkeiten jeglicher Schwierigkeit. Für mich zählt der südliche Alpenbogen vom Mt. Blanc bis zur Ligurischen Küste zu den besten Skitourenrevieren der Alpen, wenn nicht gar weltweit. Sterne des Südens – Skitouren in den Seealpen weiterlesen

Dürfen wir im Allgäu künftig noch bergsteigen?

Liebe Leser, eigentlich sollte jetzt, Anfang Dezember ein Bericht über Skibergsteigen in den Seealpen erscheinen, sozusagen als Einstimmung für den kommenden Winter. Mehr zufällig habe ich von einem Managementplan für das Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen erfahren, der es in sich hat. Sollten die 65 Punkte umgesetzt werden, wird es für die Bergsteiger eng. Der Plan stellt nicht weniger als ein Rundumschlag gegen alle Bergsportarten dar, darüber hinaus gegen den Tourismus, die Alpwirtschaft und die Jagd. Die Brisanz, die dahinter steckt, hat mich veranlasst, das Thema Seealpen erst einmal zurück zu stellen und mich mit dem besagtem Dokument zu befassen und gleichzeitig die alpine Öffentlichkeit darüber zu informieren und entsprechende Lobbyarbeit für uns Bergsteiger zu machen. Das wären eigentlich die Aufgaben des Alpenvereins, der allerdings Diskussionen zu solchen Themen gerne schweigt. Dürfen wir im Allgäu künftig noch bergsteigen? weiterlesen

Auf anspruchsvollen Wegen mit Ski durch die Allgäuer Alpen

Seit einigen Jahren habe ich die von mir geführten Alpenvereinstouren aufgeteilt. In eine normale Alpenvereinstour mit rund 1.000  bis 1.500 Höhenmeter und eine anspruchsvolle Durchquerung in den Allgäuer- oder Lechtaler Alpen, bei der schon mal gut über 2.000 Höhenmeter pro Tag zusammen kommen. Bei letzter Tourart sehe ich mich auch weniger als Führer und Leiter, sonder eher als Coach, als Organisator, der eben sagt, „ dort kommt man durch“, „ da können wir runter“ und der weiß, wo gerade die Verhältnisse passen.

Wer die Allgäuer Hochalpen oder die Lechtaler Alpen kennt, weiß dass Skidurchquerungen dort keine Aneinanderreihen von Karen und Scharten ist, nicht einfach nur Höhenmeter sammeln sondern anspruchsvolle Unternehmungen, bei der man genau auf die herrschenden Verhältnisse achten muss. Ende Januar 2017 schien alles zu passen. Ein sonniges Wochenende, Ausreichend Schnee und Gefahrenstufe 1. Ich habe eine Durchquerung von Oberstdorf nach Hinterhornbach und anderntags über den Hochvogel nach Hinterstein ausgetüftelt.

 

Neben den passenden Verhältnissen gibt es zwei weitere limitierende Faktoren. Zum einen kurzfristig ein Zimmer für eine kleine Gruppe in Hinterhornbach für eine Nacht zu bekommen. Zum anderen den Transport zum Ausgangspunkt Spielmannsau. Ersteres klappte nach einigen Telefonaten. Hinterhornbach war aber nicht ausgebucht, sondern außer der Hochvogelstuben waren alle Gasthöfe geschlossen. Der Transport in die Spielmannsau erfolgte ganz Problemlos mit dem Taxi ab Oberstdorf für gut 20,– €

Nach langer Kälteperiode war es angenehm mild, aber immer noch frostig genug, um den direkten Aufstieg durch den Traufbachtobel zu begehen. Kaum Lawinenbollen, kein Blankeis. Nicht mal Harscheisen war dafür nötig.  Wenn das keine guten Verhältnisse sind. Diese guten Verhältnisse blieben uns über den gesamten Aufstieg zum Kreuzeck über den Bettlerrücken erhalten. Die sanften Formen des Kreuzecks täuschen von weiten über die beträchtliche Steilheit des Bettlerrückens. Nur selten wird ein Aufstieg komplett mit Ski an den Füßen gelingen. Meist steigt man dort zu Fuß mit Steigeisen auf.

Traufbachtobel
Auftakt: Der Traufbachtobel
Traufbach
Das Traufbachtal erhält im Winter nur selten Besuch. Die ehemalige Dauersiedlung wurde vom Lechtal besiedelt und kam erst um 1815 zu Oberstdorf und damit zu Bayern.
Bettlerrücken
Am Beginn des Bettlerrückens

Krottenspitzen

Bettlerrücken 2

Bettlerrücken 3
Mit zunehmender Höhe steilt der Bettlerrücken deutlich auf
Kreuzeck
Rückblick vom Rauheck auf´s Kreuzeck. Dessen sanfte Formen täuscht. Die Anstiege dorthin sind steil und meist heikel
Rauheck Abfahrt 1
Spannend: Abfahrt vom Raueck

Abfahrt Rauheck 2

Abfahrt Rauheck
Wer die Struktur des Schnees lesen kann findet noch Powder
Hochvogel
Abendstimmung bei der Abfahrt durchs Jochbachtal nach Hinterhornbach. Im Hintergrund der Hochvogel

 

 

Die folgende Abfahrt in die Scharte vor dem Rauheck ist kurz. So kurz, dass es sich kaum lohnt abzufellen. Was  ist nun schneller? Abfellen, Abfahren und wieder auffellen  oder gleich mit den Fellen die 100 Höhenmeter abzurutschen um dann zügig weiter zu marschieren. Zeitlich stellen sich beide Varianten als gleichwertig heraus.

Nach einer ausgiebigen Gipfelrast auf dem Rauheck galt es nun die Schlüsselstelle dieses Tages zu überwinden. Der Weiterweg vom windexponierten Nordgrat in die Ostflanke ist im Winter meist durch mehrere Meter hohe Wechten gesperrt. Manchmal erreichen diese an die zehn Meter Höhe. Selbst im schneearmen Januar 2017 war die Höhe beträchtlich. Einfach hinab zu springen ist eine risikobehaftete Aktion, da das Gelände unterhalb steil ist und unterhalb in Felswänden abbricht. Vom Gipfel aus ließ ich mich per Handzeichen an genau die Stelle einweisen , wo die Wechte am niedrigsten war und kaum überhing um diese von hinten, oben etwas abzugraben, bis nur noch ein kurzer Sprung nötig war. Es folgte eine steile Querung und flaches, genußreiches Skigelände. Und weil´s gar so schön war gings gleich nochmal hinauf, allerdings auf den östlich vorgelagerten Muttekopf. Nach erneuter Abfahrt wollte noch die Jochspitze überschritten werden bevor die Abfahrt in das seit zwei Monaten im kalten Schatten liegende Hinterhornbach begann. Dort angekommen bezogen wir unsere Zimmer im Gasthof Hornbachstüberl.

Am nächsten Tag galt es von Hinterhornbach wieder zurück ins Allgäu zu gelangen. Die guten Verhältnisse wollte genutzt werden und so war das Ziel dabei, den Hochvogel zu überschreiten. Der Winteraufstieg von Süden ist zwar im Gegensatz zum Bäumenheimer Weg nicht wegen drohender Felssturzgefahr gesperrt, doch zeugten einige frische Felsbrocken im Weittal davon, dass auch hier ein gewisses Restrisiko besteht. Im Gegensatz zum klassischen Schneebrett, dass sich genau dann löst, wenn man als Skifahrer „den Hang stört“ bricht der Hochvogel zusammen wenn er mag, heute, morgen oder in 1.000 Jahren. Also ein deutlich geringeres Risiko und zudem ist man im Weittal schon deutlich weiter von der Gefahrenzone entfernt als am Bäumenheimer Weg. In der steilen Rinne, die von Süden in die Kaltwinkelscharte führt, ist man dann schon wieder weit abseits der Schusslinie. Dafür stellte diese Rinne die Schlüsselstelle des Tages dar. Im schneearmen Januar 2017 war die Schneebedeckung an einer Stelle unterbrochen. Eisüberzogener, plattiger Fels trat für einige Meter zum Vorschein. Also haben wir Steigeisen und Pickel doch nicht umsonst mitgeschleppt.

Höllhörner Winter morgens
Die Höllhörner im Jochbachtal im ersten Morgenlicht
Rinne Hochvogel
Aufstieg zur Kaltwinkelscharte

Hochvogel Schnur

Hochvogel Schnur 2
Die „Schnur“ am Hochvogel
Ortler vom Hochvogel
Fernblicke: So klein ist die Welt. Von Süddeutschland reicht der Blick bis Italien. Der Ortler vom Hochvogel
Kalter Winkel
Der kalte Winkel

Kalter Winkel Hochvogel

Hochvogel kalter winkel

 

Aufstieg Balkenscharte
Nach der Abfahrt durch den „kalten Winkel“ folgt der Gegenanstieg zur Balkenscharte
Hochvogel
Der Hochvogel aus der Ferne

Der Rest war Routine. Der Fußaufstieg zum Hochvogel. Die Abfahrt über den Kalten Winkel und der Gegenanstieg zur Balkenscharte und schließlich noch die lange Talabfahrt zum Giebelhaus.

Eine zweitätige Durchquerung der Allgäuer Alpen geht zu Ende, die so wohl nur an wenigen Tagen im Winter zu verantworten ist.

Karte: Alpenvereinskarte Allgäuer-Lechtaler Alpen West 2/1 und Ost 2/2

Führer: Skitourenführer Allgäu und Lechtal (für Abfahrten und Anstiege von Hinterhornbach)  Panico Alpinverlag.

Unterkunft: Talunterkunft in Hinterhornbach. Im Hornbachstüberl bekamen wir problemlos ein Zimmer für eine Nacht. Wir wurden freundlich aufgenommen. Das Essen war gut.  Eventuell bietet es sich an, eine weitere Nacht am Prinz-Luitpold-Haus zu verbringen und von dort die Durchquerung nach Tannheim fortzusetzten. Siehe hier:  Skidurchquerung-Oberstdorf-Tannheim

Ausrüstung: Normale Skitourenausrüstung, zusätzlich können Steigeisen und Pickel bei harten Verhältnissen hilfreich sein.

Geeignet für wen? Erfahrene Skibergsteiger, die ich auch im unverspurten Hochgebirge zurechtfinden und Hänge bis zu 40 Grad Neigung sicher befahren können. Die Route lässt zahlreiche Varianten zu.

Persönliche, farblich abgestufte Risikoeinschätzung bei Lawinenwarnstufe:

 

1             2             3             4         5

 

Meine Ausrüstung zu dieser Tour:

Bindung: Vipec Evo 12

Ski: K2 Way Back

Steigeisen, Pickel, VS-Geräte, Schaufel, Sonde, Biwaksack, Erste-Hilfe-Set

Rucksack: Deuter Guide 35

Schuhe: Scarpa Maestrale

Bergsturz Hochvogel -Risikoabwägung

Hinreichend bekannt ist es, dass am Hochvogel ein größerer Bergsturz nach Süden, also in Richtung Hinterhornbach droht. Der Normalweg von Süden, sprich der Bäumenheimer Weg ist gesperrt. Die hier vorgestellte Route führt durchs Weittal zur Kaltwinkelscharte. Der untere und  mittlere Teil des Weittal, somit auch der Anstieg zum Kreuzkopf von Süden, sehe ich als potentiell von diesem Bergsturz bedroht. Das Ausmaß wird stark davon abhängen, ob der Berg in kleinen Portionen oder als Ganzes zusammenfällt. Am ungünstigsten sehe ich die Kombination eines großen Bergsturzes mit nassem Schnee. In diesem Fall hätte ein Bergsteiger im unteren Bereich des Weittals keine Chance. Im Gegensatz zum klassischen Schneebrett, dass sich genau dann löst, wenn man als Skifahrer „den Hang stört“ bricht der Hochvogel zusammen wenn er mag, heute, morgen oder in 1.000 Jahren.

Wir haben es mit einer  geringen Wahrscheinlichkeit bei schwerwiegenden Konsequenzen zu tun.

 

Im Winter von Hinterhornbach zum Prinz-Luitpold-Haus

Der Aufstieg durchs Weittal mit Überschreitung des Kreuzkopfs gilt als die leichteste und schnellste Route.

Der Fuchsensattel als Skiübergang sehe ich als sehr problematisch an. Zwar liegt dieser außerhalb der zu erwartenden Schusslinie, jedoch führt die nordseitige Querung in den Kalten Winkel durch, schattiges, felsdurchsetztes, nach unten nicht abgestütztes, kurzeitig über 40 Grad steiles Gelände in der NW.Exposition. Lawinentechnisch also „alls was nix isch“.

Angesichts dieser Situation verrate ich den Übergang durch die Ostgratscharte nach der langen Abseilstelle,  den ich eigentlich für mich behalten wollte. Der Anstieg ist mühsam, verlangt einige Spitzkehren, aber lawinentechnisch meist wesentlich entspannter als die Nordseite des Fuchsensattel. Richtig leicht ist dieser Übergang aber auch nicht!

 

 

Alpine Neuigkeiten 11/2018

Wege am Gatterkopf

Die Sektionen Oberstdorf und Kleinwalsertal (DAV, bzw. ÖAV) haben die Wege zum Gatterkopf freigesägt und Instand gehalten. Ein ganz dickes DANKESCHÖN dafür. Solche nicht markierten Wege benötigen eine gewissen Anzahl an Begehungen. Sonst wachsen sie zu und stehen dann auch dem Einheimischen nicht mehr zur Verfügung. Mehr zum Thema: http://www.alpenverein-oberstdorf.de/aktuelles/unsere-wegeaktion-gattersteig-zusammen-mit-dem-alpenverein-klein.html

https://freieberge.wordpress.com/2015/09/27/rettet-unsere-schwarzen-wege/

Schneesituation

Die Skitourenmöglichkeiten im Alpenraum beschränken sich derzeit auf die höher gelegenen Regionen der Südwestalpen. Im Ostalpenraum gibt nur in der Ortlergruppe und im Oberengadin ausreichend Schnee für einige, wenige Touren.

Schrecksee

Der „schönste Bergsee der Alpen“ wird auch im Spätherbst gerne besucht, so lange die Schneedecke nicht all zu hoch ist. Meist bilden sich durch Tropfwasser mehr oder weniger mächtige Eispanzer auf dem Weg, die irgendwann die Benutzung von Steigeisen sinnvoll erscheinen lassen. Am 25.11.2018 gings noch ohne, aber das Eis wächst.

Schneehöhenkarte Alpenraum

Es gibt eine täglich aktuelle Schneehöhenkarte für den gesamten Alpenraum. Nicht so gut wie Snow-Grid, aber immerhin. Ein wertvolles Werkzeug zur groben Tourenplanung, bevor man eine Hütte bucht oder sich ins Auto setzt. http://mysnowmaps.com/it/map

 

Parken in Hinterstein

Gemäß Parkgebührenverordnung der Gemeinde Hindelang, darf von 15.11. bis zum 31.3. auf allen gebührenpflichtigen Parkplätzen nachts nicht geparkt werden. Am Parkplatz auf der Höhe gilt dies ganzjährig.  Die unsinnige Maßnahme trifft  insbesondere die Übernachtungsgäste der Schwarzenberghütte. Nicht betroffen ist der Parkplatz am Busbahnhof in Hindelang und der Parkstreifen an der B308, ebenfalls in Hindelang. Wer den logistischen Aufwand einer zeitaufwendigen und  teuren Anreise mit ÖPNV auf sich nehmen möchte, findet mit der Schwarzenberghütte nach wie vor einen attraktiven Tourenstützpunkt.

Gemeinsamer Lawinenlagebericht  Tirol/Südtirol/Trentino

Ab diesem Winter gibt es einen gemeinsamen Lagebericht in der o.g. genannten Europaregion, die nebenbei bemerkt dem historischen Tirol vor dem ersten Weltkrieg entspricht. Eine gute Entwicklung. Hoffen wir, dass  es so etwas bald für den gesamten Alpenraum gibt. http://www.europaregion.info/de/Euregio-Lawinenlagebericht.asp

 

Managementplan, Maßnahmen FFH-Gebiet „Allgäuer Hochalpen“ / SPA-Gebiet „NSG Allgäuer Hochalpen“

Ein Gebietsbetreuer eines Allgäuer Naturschutzgebiets, LBV Mitarbeiter und Stadtrat der Grünen hat einen Maßnahmenkatalog mit 65 Punkten erstellt, der einen Rundumschlag gegen nahezu alle Bergsportarten und darüber hinaus gegen den Tourismus, die Alpwirtschaft und die Jagd darstellt. Ein paar Auszüge daraus.

  • Mountainbikenutzung abstellen (Käser-Alpe) Oytal
  • Übernachtungsmöglichkeiten auf der Willersalpe während Balzzeit prüfen und ggf. reglementieren
  • Winterbegehungen prüfen; ggf. Entflechtung (Schattenberg) Oberstdorf
  • Betretungsverbote erlassen (Hahnenkopf) Oytal

Man ließt man von Wegen aus den Karten streichen, Regeln aufstellen, verbieten, lenken usw. Dagegen kommt der Erhalt von von Lebensräumen, sprich halboffene Krummholzzonen, Wechsel von Wald und Weide ohne harte Grenzen zwischen beiden Bewuchsformen nicht vor.

Während man uns im Oberallgäu wegen dem Birkwild aus der Natur hinaus schützen möchte, kann man in der Nachbarschaft für 1.600,–€  einen Hahn schießen. https://www.post-lermoos.at/de/alpine-luxury-hotel/jagd-hotel-post/preise-zeiten/?fbclid=IwAR21YrXUEkUl-nKDwoTALQcqLbaGKRTiF_G1eeyUyCe27jxP8rXNzo2oWPU

Unlogisch das Ganze: Artenschutz kennt keine Staatsgrenzen.

 

Grenzzaun zu Österreich

Die AfD hat einen DURCHGEHENDEN Grenzzaun zu Österreich gefordert. Wer einmal dem Grenzverlauf zwischen Hornbachjoch und Hochvogel  gefolgt ist, wird feststellen, dass dabei Kletterschwierigkeiten bis zum V. Grad zu bewältigen  sind. Neben enormen Kosten, Verschandelung der Landschaft und technischen Problemen wird so ein Zaun nichts bringen. Vor allem nicht das Flüchtlingsproblem lösen. Frage an Frau Ebner-Steiner. Wieviele Moslems und Neger sind schon in das schöne Bayern eingedrungen, die man mit einem Zaun über die Fuchskarspitze hätte aufhalten können?

Wir brauchen zwischen Bayern und Österreich durchgehende Zäune. Es gibt Firmen in Israel, die so etwas machen, das wäre kein Problem. – derstandard.at/2000089002477/AfD-Kandidatin-Ebner-Steiner-fordert-Zaeune-zwischen-Bayern-und-Oesterreich

Was für grenzenlos dumme Politiker es doch gibt.

 

Kaufbeurer Haus

Die Sektion Allgäu Immenstadt des DAV hat an ihre Mitglieder einen Brief geschickt und bittet um Spenden für das Kaufbeurer Haus. Grund: Ein Wichtigtuer von der Bezirkshauptmannschaft Reutte sieht in einem Zustand, der seit rund 100 Jahren funktioniert, plötzlich ein untragbares Risiko und hat der Sektion Kosten in Höhe von rund 300.000,– € aufgezwungen um die Brandschutzauflagen zu erfüllen. Da sich dieser Betrag aus den wenigen Hüttenübernachtungen nicht erwirtschaften lässt, bittet die Sektion um Spenden um das Kleinod Kaufbeurer Haus zu erhalten. Spendenkonto der Sektion: BAN DE84 7335 0000 0320 0053 58

Seitenblicke in Peru

Die Spanier suchten hier das sagenumwobene „Goldreich“ Eldorado, eroberten das Inkareich und verübten einen Genozid an der einheimischen Bevölkerung. Im heutigen Peru sind die Spuren der Inkakultur noch vielerorts sichtbar. Trotz wirtschaftlichem Aufschwung leidet das Land unter sozialer Ungleichheit, Korruption, Rassismus und Kriminalität. Als ich 1996 zum ersten mal dort war, haben Vorurteile mein Perubild geprägt. Ein Europäer ist nur der Gringo, den es abzuzocken und zu bestehlen gilt.  Ich wurde in meinem ersten Peruurlaub nicht ausgeraubt oder bestohlen, lernte nette Menschen kennen, fand ich sogar in einer kurzen Beziehung zu einer Einheimischen wieder und konnte einige schöne Gipfel besteigen. Es sollten vier weitere Perureisen folgen.  1996, kurz nach den Terrorjahren waren Touristen dort noch selten. Heute ist das Land vom Massentourismus geprägt. Vieles ist professioneller, bequemer aber auch teurer aber nicht unbedingt besser geworden. Auch in den folgenden Perureisen wurde ich nicht bestohlen – abgezockt aber sehr wohl,  landete ich nochmal in einer Beziehung, konnte ich weitere 6000er besteigen, saß mit Durchfall am Klo und mit Kopfweh in der Kneipe und konnte meine Vorurteile, die dich zu Beginn hatte, nie ganz widerlegen. Seitenblicke in Peru weiterlesen

Herbstblüte- Ein zweiter Frühling

Die ungewöhnlichen Wetterkapriolen der letzten Wochen führten im Oktober 2018 zu ungewöhnlichen Reaktionen der Natur.  Auf eine kurze, aber extrem kalte Phase mit Frost und Schnee Ende September 2018 folgte ein deutlich zu warmer Oktober.

So kommt es, dass im Oktober im Sparkettkar, in den Lechtaler Alpen zum zweiten mal die Alpenrosen blühen. Auf einer Wiese bei Oberstdorf blühen die Trollblumen. Auch der Enzian entfaltet im Herbst 2018 nochmals seine Pracht. Herbstblüte- Ein zweiter Frühling weiterlesen

Rappenköpfle – Publikumswirksame Steilgrastour

Durchaus interessant, bisweilen auch erheiternd ist es, an einem Sommernachmittag den Gesprächen zu lauschen, die sich ergeben, wenn die Hüttengäste auf der Terrasse der Rappenseehütte einen Bergsteiger auf dem Rappenköpfle entdeckt haben. Wie kommt der den da rauf? Wie kommt man da wieder runter?. Oooh…! Guck mal da klettert einer! Für das durchschnittliche Publikum der Rappenseehütte, dass sich überwiegend aus Bergwanderern mit Ziel Heilbronner Weg zusammensetzt, ist dieser Gipfel auch unerreichbar. Wer allgäu-typisches  Steilgras, gewürzt von kurzer, brüchiger Kletterei nicht scheut, dem bietet sich dieser Gipfel als eindrucksvoller Schlussakt der Rappenseeumrundung an. Oder aber auch als relativ kurze Nachmittagstour, sofern man den Zustieg mit dem Bike abkürzen kann. Rappenköpfle – Publikumswirksame Steilgrastour weiterlesen