Archiv der Kategorie: Schweiz

Initiative für eine alpenweit einheitliche Lawinenprognose

Wir stehen zu dritt auf der Dreiländerspitze in der Silvretta. Einer von uns in Tirol, einer in Vorarlberg, einer inGraubünden. Wir befinden uns in zwei verschiedenen Staaten in drei verschiedenen Verwaltungszonen. Je nachdem in welche Richtung wir abfahren, gilt eine andere Lawinenprognose. Das SLF in der Schweiz spricht von einer Gefahrenstufe Eins, der Lawinenwarndienst Vorarlberg von einem Zweier und die Tiroler geben gar einen Dreier aus. Ein Grund für diese Abweichungen ist nicht ersichtlich, denn die meteorologischen Bedingungen waren in der Umgebung dieses Grenzberges den gesamten Winter über nahezu identisch. Initiative für eine alpenweit einheitliche Lawinenprognose weiterlesen

Nadelgrat: Hochtouren und Gletscherschmelze

Nichts ist für die Ewigkeit, auch nicht die Berge. Sie wachsen, so wie die Alpen, oder die erodieren von stolzen Spitzen zu runden Hügeln, so wie der Schwarzwald. Auch die Gletscher wachsen und schmelzen wieder dahin.  Während das Wachstum der Alpen so langsam von statten geht, dass es für die Dauer eines Menschenlebens nicht wahrnehmbar ist, können wir  das  Wachsen und Schrumpfen der Gletscher deutlich mitverfolgen. Am Beispiel des Nadelgrates möchte ich über Probleme, Chancen und Risiken der geänderten Verhältnisse sprechen. Nadelgrat: Hochtouren und Gletscherschmelze weiterlesen

Alpentransit, ein verkehrspolitisches Totalversagen?

Dokumentiert seit der Römerzeit, vermutlich aber schon früher strebten die Europäer danach, die Alpen so bequem als möglich von Nord nach Süd und umgekehrt zu überwinden. Mit Anstieg  der Bevölkerung, des Tourismus und dem freien Warenverkehr innerhalb der EU wuchs und wächst die Zahl der transportierten Güter  als auch der Menschen die die Alpen überqueren oder in den Alpen leben, arbeiten oder Urlaub machen. Anders als im Flachland, lassen sich die Transitwege im Alpenraum geographiebedingt nicht beliebig ausbauen. Genau dass wird aber zunehmend zum Problem, da der Ausbau von touristischen Attraktionen, Hotels aber auch der Warenverkehr zunehmen, die Anpassung der Verkehrswege jedoch auf der Strecke bleibt. Den Warenverkehr und den Tourismus zurückfahren oder teure Tunnellösungen? Alpentransit, ein verkehrspolitisches Totalversagen? weiterlesen

Fehlentwicklungen auf Alpenvereinshütten

Im Zeitraum von etwa 1870 bis zum Beginn des zweiten Weltkriegs wurden von Alpenverein (damals noch DuOeAV) zahlreiche Hütten in den Alpen errichtet, um ihren satzungsgemäßen Auftrag zu erfüllen. Dieser lautete sinngemäß „Bergfahrten in den Alpen zu fördern und erleichtern“ . Erst nach und nach brachten steigende Besucherzahlung die Notwendigkeit mit sich, eine Hütte zu bewirtschaften. Der Umfang der Bewirtung und der nötige Komfort stellten seit jeher ein Streitthema dar.

In den Nürnberger Leitsätzen von 1919 wurde beschlossen, dass die Ausübung, Ausbildung und Förderung des Bergsteigens die Kernaufgabe des Alpenvereins sei. Künftige Hütten sollten nur bergsteigerischen Interessen dienen, überflüssiger Komfort auf den Hütten wurde abgelehnt. Ruhe, Ursprünglichkeit und ungestörter Naturgenuss sollte in den Alpen bewahrt werden und die hochalpinen Regionen nur den Bergsteigern vorbehalten bleiben.

Von diesem Ideal sind die bewirteten Alpenvereinshütten weit entfernt. Völlig richtig ist es, dass man Komfort, Technik, Brandschutz, Entsorgung usw.  an den technischen Fortschritt anpasst. Über das, was ein überflüssiger!!! Komfort ist, kann man unterschiedlicher Meinung sein.  Dass eine Hütte nur bergsteigerischen Interessen dienen soll, darf nicht in Frage gestellt werden. Die beschriebene Situation betrachtet in erster Linie die Alpenvereinshütten in den Allgäuer Alpen, allerdings mit bewußtem Blick über den Tellerrand hinaus. Fehlentwicklungen auf Alpenvereinshütten weiterlesen

Übernachtungsprobleme – Wir brauchen Hütten im Tal

Jeder kennt die Situation,  am Wochenende ist gutes Wetter angekündigt, die Lawinengefahr (Winter) oder das Gewitterrisiko (Sommer) sind gering. Sprich beste Verhältnisse, alles passt. Zeit ein Wochenende oder gar ein langes Wochenende abseits seiner Heimatregion im Gebirge zu verbringen um sich seine alpinen Träume zu erfüllen. Also nochmal Wetter und Verhältnisse checken uns los. Handelt es sich bei unserem Ziel um eine Hochtour wird man meist auf einer Hütte übernachten oder aber biwakieren, wenn diese voll ist. Geht man das Wunschziel vom Tal aus, wird’s schwierig. Gerade im Winter. Wohl dem der einen Campingbus oder ein gutes Zelt hat. Doch nicht überall gibt es einen passenden Campingplatz oder wird „wildes Campieren“ toleriert. Wer von Samstag auf Sonntag ein Zimmer sucht, wird damit oftmals keinen Erfolg haben womit wir wieder beim „wilden Campieren“ sind. Ähnlich die Situation für Pistenskifahrer aus alpenfernen Gegenden, die nur Samstag/Sonntag  zum Skifahren anreisen. Übernachtungsprobleme – Wir brauchen Hütten im Tal weiterlesen

Frühsommerskitouren

Das Gros der Skibergsteiger hat die Ausrüstung bereits eingelagert. Einige Unentwegte suchen noch die letzten brauchbaren Schneereste um noch einmal vor der Sommerpause auf Tour zu gehen. Die Auswahl der möglichen Ziele ist mittlerweile sehr ausgedünnt und so kann sich durchaus der Eindruck einstellen, dass Frühsommerskitouren ein Massengeschäft“ ist. Lange Tage und hohe Temperaturen führen oft dazu, dass es nicht mehr wirklich durchgefroren hat. Je nach Schneebeschaffenheit kann dies eher ein Vorteil oder ein Nachteil sein. Da Frau Holle den Schnee selten gleichmäßig über die gesamten Alpen verteilt, liegen die üblichen Ziele meist an Passstraßen in halbwegs schneereichen Regionen. Das jährliche Zeitfenster ist eng und umfasst meist ein bis zwei Wochen nach Öffnung der Passstraße. Alternativ können auch Seilbahnen den Zugang zum Schnee erleichtern, sofern sie nicht gerade wegen Revision geschlossen sind. Ein paar Ziele/Erlebnisse möchte ich an dieser Stelle vorstellen. Frühsommerskitouren weiterlesen

Exotenengipfel über dem Reschenpass Teil II

Ein weiterer Exotengipfel über dem Reschenpass ist der Piz Mundin.Er erscheint als gewaltiges Bergmassiv über dem Eingang des Engadins, wenn man sich vom Tiroler Oberland  nähert. Vom Reschenpass hingegen fallen im Winter die glänzenden Idelaskihänge unter der gezackten Gratlinie auf. Insgesamt ein abweisender Berg der für eine Skibesteigung sowohl jahreszeitlich, als auch tageszeitlich nur ein kurzes Zeitfester offen lässt. Exotenengipfel über dem Reschenpass Teil II weiterlesen

Die deutsche PWK-Maut

Update 22.6.2019.

Die geplante deutsche PKW Maut wurde mit einem Urteil EuGH als rechtswidrig erklärt. Das ist gut so.Es war eh ein Neidprodukt, eine Stammtischentscheidung von bayerischen CSU-Politikern mit intellektuellen Defiziten. Das ausgerechnet Österreich dagegen geklagt hat, wirkt allerdings mehr als lächerlich. Anstatt nun die Chance zu nutzen, das Thema Alpentransit europäisch zu lösen, schiebt man sich gegenseitig den schwarzen Peter für das Verkehrschaos zu. Es bräuchte einen leistungsfähigen Bahnanschluss an den Brenner-Basistunnel auf bayerischer Seite, eine staufrei ausgebaute Fernpassstraße und Brennerautobahn auf tiroler Seite. Sich gegenseitig mit Schikanen zu überziehen erzeugt letztlich nur Frust bei Anwohnern und Reisenden.

 

Die Pläne zur deutschen PWK Maut nehmen langsam Gestalt an- leider-.Die Maut in der Form einer (elektronischen) Vignette ist immer ein Zeichen von Neid und ein Schritt zurück ins Mittealter, als der Wegezoll an jedem Stadttor zu entrichten war.

Ja ja, die bösen Ausländer, vor allem die Ösis, die zocken uns ab und fahren bei uns umsonst. Die ganzen Holländer, Belgier, Skandinavier durchqueren unser Land ohne dafür zu bezahlen. Denen zeigen´s wir jetzt. Die deutsche PWK-Maut weiterlesen

Exotengipfel über dem Reschenpass

Es gibt Berge, die besteigt man wegen ihrem Namen. Eiger, Mont Blanc, Matterhorn und Wildspitze sind Beispiele dafür. Andere Berge besteigt man auf Grund schöner Routen. So zum Beispiel die Cima della Madonna wegen der Schleierkante, den Piz Boe wegen seiner Abfahrt durchs Mittagstal. Es gibt Berge, deren Namen kein Renommee bedeuten, die nicht mit bekannten Routen aufwarten, die man gemacht haben muss. Sie haben keinen bekannten Namen und doch liegt es am Namen, der mich  beim flüchtigen Überfliegen der Landkarte zunächst nur mit den Augen dort hängen ließ  und die Neugierde geweckt hat. Es  handelt sich um den Piz S-chalambert Dadaint und die Klopapierspitze. Exotengipfel über dem Reschenpass weiterlesen

Hütte geschlossen, Winterraum überfüllt – Wann sollte eine Hütte bewirtschaftet werden?

Allerheiligen Anfang der 90ger Jahre. Wir waren zu viert zur Hermann-von Barthütte aufgestiegen um dort ein Kletterwochenende zu verbringen. Nach einem grau-trüben Oktober schien es, als würde der Sommer nochmal ein Stelldichein halten. Plus 20 Grad sind angesagt. Wir erreichen die Hütte, die erwartungsgemäß verschlossen ist und belegen im Winterraum vier Plätze. Dann wenden wir uns der Wolfebnerspitze zu. Im sonnenwarmen Fels ist es herrlich zu klettern. Vom Gipfel aus beobachten wir, dass um die Hütte reichlich Betrieb herrscht. Wollen die alle dort übernachten? Im Winterraum mit gerade mal 12 Plätzen. Werden wohl nur Tageswanderer sein. Wir Klettern noch eine zweite Route. Beim Abstieg wird es langsam dämmrig. Rund um die Hütte stehen noch mehr Leute und immer noch sind welche dorthin unterwegs. Wie viele werden es sein. 20? 40? Oder gar 60?
An der Hütte Chaos. Meine auf dem Lager deponierte Ausrüstung ist kaum zu finden. Meine Wasserflaschen sind leer. Alles drängt sich um den Ofen um zu Kochen. Wir haben wenigsten einen Gaskocher dabei. Sollen wir jetzt noch absteigen und nach Hause fahren? Oder eine Decke Schnappen und biwakieren? So richtig spaßig ist beides nicht. Wo im Gedränge und unter den Bergen von Rucksäcken sind überhaupt die am Morgen deponierten Sachen? Da plötzlich eine „erlösende“ Meldung. Das Haupthaus ist offen. Durch das Küchenfenster kann man ins Innere steigen. Jetzt findet jeder einen Platz.
Hoffentlich lässt dich das Fenster wieder schließen, so dass im Winter kein Schnee ins Innere gelangt. Nach einer Weile haben wir auch unsere Sachen wieder gefunden und sogar der ursprünglich belegte Platz im Winterraum ist wieder frei. Alles gut? Eigentlich nicht. Warum sind die Hütten an so einem Traumwochenende und bei diesem Andrang eigentlich geschlossen? Hütte geschlossen, Winterraum überfüllt – Wann sollte eine Hütte bewirtschaftet werden? weiterlesen