Archiv der Kategorie: Tirol

Erwischt – gesperrte Felsen-Verbotene Abfahrten- Was dann?

Ihr wollt die Firnabfahrt unter der Ifen Südwand genießen, wollt an einem Samstag am Ifen klettern, ihr wollt die „Grünen Köpfe“ bei Schönenbach besteigen, ihr seid irgendwo von oben kommend in ein unbeschildertes Wildschutzgebiet eingefahren, habt illegal biwakiert,  oder  habt euch an der Klimmspitze verfahren.

Dann gilt es das 11. Gebot zu beachten, welches da lautet: Du sollst dich nicht erwischen lassen.

Was aber, wenn man beim „Schwarzklettern“ plötzlich  der Jäger am Wandfuß steht oder wenn man  nach einer verbotenen Abfahrt von der Polizei gestellt wird?

Grundsätzlich gilt es die Betretungsregeln einzuhalten, sofern diese sinnvoll sind und tatsächlich und nicht nur vordergründig dem Naturschutz dienen Nicht immer ist dies der Fall und zudem ist nicht jede verbotene Zone im Gelände eindeutig beschildert.

Bei den oben genannten Beispielen haben wir es mit drei Ländern zu tun, deren Rechtsordnungen sehr ähnlich, jedoch nicht völlig identisch sind.

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Über den Dachfirst der „bunten Berge“

Neben der Überschreitung von Heiterwand und Freispitzgruppe zählt der Grat vom Blankahorn zur Parseierspitze zu den ganz großen Grattouren der Lechtaler Alpen. Das sozusagen als Finale nicht nur der höchste Punkt dieser Gebirgsgruppe sondern auch der einzige Dreitausender der nördlichen Kalkalpen bestiegen wird, wertet die Tour zusätzlich auf. Das klingt nach Massenbetrieb. Ist es aber nicht. Selbst die Parseierspitze wird vergleichsweise selten besteigen, da sie manchen Wanderern bereits zu schwierig ist. Im Gegensatz zu den vorgenannten Touren, lässt sich diese Überschreitung an einigen Punkten gefahrlos abbrechen, was gerade bei unsicheren Verhältnissen ein zusätzliches Sicherheitsplus darstellt. Überwiegend im exponierten Gehgelände, gewürzt mit Kletterstellen bis zum  dritten Grad, bewegt man sich im klassischen Bergsteigergelände. Über den Dachfirst der „bunten Berge“ weiterlesen

Skidurchquerung Oberstdorf-Tannheim

Wenn die Tage schon wieder ein bisschen länger werden, die tageszeitliche Erwärmung aber noch keine entscheidende Rolle spielt,  dann ist die Zeit der großen Skidurchquerungen in den Allgäuer- und Lechtaler Alpen gekommen. Vorausgesetzt es hat zuvor geschneit und die Lawinengefahr beschränkt sich nur noch auf wenige, umgehbare Stellen. Die Allgäuer Alpen eignen sich nur bedingt für klassische Winterdurchquerungen. Die leichten Vorberge bieten vor allem leichte Tagestouren auch bei kritischen Verhältnissen. Die Allgäuer Hochalpen hingegen sind ein anspruchsvolles und ernstes Tourenrevier, das ausgedehnte Durchquerungen nur an wenigen Tagen im Winter zulässt. Den im Sommer so beliebten Höhenwegen zu folgen, macht auf Grund der Geländestruktur meist wenig Sinn. Die Durchquerung von Oberstdorf nach Tannheim zählt  zu den Highlight in den Allgäuer Alpen. Leichter als der Heilbronner Weg oder die Überschreitung der Hochbachkette, aber dennoch lang und anstrengend. Nicht überall kann man die Tour einfach abbrechen.

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Das Rote Schrofenmonster

Geißeln, hier Gaisl genannt, gibt es in den Pragser Dolomiten vermutlich mehr als in einem Sado-Maso-Shop. Eine Kleine, eine Niedere, eine Pragser, eine Schlechte, ein Gaisele und schließlich noch die Hohe Gaisl.

Ein bisschen Masochismus gehört schließlich auch dazu, sich ausgerechnet mit diesem roten Schrofenmonster anzulegen, dass die Italiener Croda Rossa nennen.

Dolomitenpapst Richard Goedeke schreibt in seinen „3000er der Dolomiten“

Wohl der alpinste unter allen 3000er der Dolomiten. Selten angegangen und noch viel seltener erfolgreich bestiegen. Das liegt weniger an den technischen Schwierigkeiten, – diese gehen bei richtiger Routenfindung über Stellen IV nicht hinaus- als an den Dimensionen des Berges und der Tatsache das der Berg weithin nicht nur nicht abgekletterten sondern auch in der Substanz brüchigen Fels aufweist.

Das klingt wie Musik, flößt aber auch eine ganze Menge Respekt ein. Das Rote Schrofenmonster weiterlesen

Schneehöhenmessung der ZAMG

Die Ankündigung des automatischen Schneehöhenmesssystem „Snowgrid“ klingt nach dem, was der Alpinist lange sehnsuchtsvoll gewünscht hat. Eine  flächige und zentimetergenaue Schneehöhenmessung für Österreich und auch für die angrenzenden Gebiete. Seit dem Winter 2015/-16 ist dieses Tool nun auf der Webseite der ZAMG verfügbar. Die Beschreibung klingt vielversprechend.

Das Programm berechnet für 28 Millionen Punkte in Österreich und Umgebung die Schneehöhe und Neuschneemenge sowie den Schneewasserwert und die mittlere Schneetemperatur. Zahlreiche Anwender nutzen bereits die Daten, wie Lawinenwarndienste, hydrologische Dienste, die Energiewirtschaft und Straßendienste. Ab sofort sind SNOWGRID-Analysen frei zugänglich auf

Doch taugt dieses Tool auch für die Tourenplanung. Ich habe die Probe aufs Exempel gemacht. Schneehöhenmessung der ZAMG weiterlesen

Altschnee bleibt ein Thema

Langsam, ganz zögerlich haben die Lawinenwarndienste der Schweiz, Tirols und Südtirols die Gefahrenstufe in den zentralalpinen Gebieten reduziert. Die Schneedecke setzt sich langsam, die Verbindung der Schichten wird besser und vor allem die Bereitschaft zur Bruchfortpflanzung nimmt ab. Dennoch: Das Schwimmschneefundament vom Frühwinter kann sich nicht einfach in Luft auflösen. Es bleibt bleibt vorhanden und stellt nach wie vor eine tückische Gefahr dar. Wenn auch die Gefahrenstellen zunehmend seltener werden. Altschnee bleibt ein Thema weiterlesen

Messstationen

Die Messstationen der Lawinenwarndienste geben dem interessierten Nutzer wertvolle Hinweise zur aktuellen Situation. Als Ergänzung zum aktuellen Lagebericht oder aber um sich auf Basis des letzten verfügbaren Berichtes selbst einen aktuellen Lagebericht zu erstellen. Die Darstellung der veröffentlichten Daten ist von Land zu Land unterschiedlich, was die Lesbarkeit für den Anwender erschwert. Taupunkt, Wind, Strahlung, Oberflächentemperatur, Schneehöhe usw. Welche Daten können wir nutzen? Wäre eine einheitliche Darstellung sinnvoll? Messstationen weiterlesen

Lawinenlagebericht: Der Tiroler Standard 3-er

Der durchschnittliche Leser diverser Lagebericht stellt im Verlauf eines Winters fest, dass in Tirol meist Warnstufe 3 „erheblich“ herausgegeben wird. Daran hat man sich mehr oder weniger gewöhnt.

„In Tirol hat´s immer einen 3er, auch wen´s gar kein Schnee hat oder alles bombensicher ist“

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Lagebericht ohne Gefahrenstufe

Noch ist die Schneedecke in den Alpen deutlich unterdurchschnittlich und die Lawinenprognostiker haben noch nicht mit der Herausgabe der täglichen Lageberichte begonnen. Das heißt aber nicht, dass eine potentielle Lawinengefahr im alpinen Gelände nicht vorhanden ist.
Statt einem täglichen Lagebericht bieten einige Lawinenwarndienste eine Gesamtbeschreibung der Situation heraus, die recht präzise die Situation und auch die Gefahr darstellt. Allerdings ohne Gefahrenstufe. Das reicht auch, sollte man meinen. Doch der Nutzer mit lehrbuchgemäßem Scheuklappendenken kommt ohne eine Gefahrenstufe rasch in die Bredouille. Lagebericht ohne Gefahrenstufe weiterlesen

Hütte geschlossen, Winterraum überfüllt – Wann sollte eine Hütte bewirtschaftet werden?

Allerheiligen Anfang der 90ger Jahre. Wir waren zu viert zur Hermann-von Barthütte aufgestiegen um dort ein Kletterwochenende zu verbringen. Nach einem grau-trüben Oktober schien es, als würde der Sommer nochmal ein Stelldichein halten. Plus 20 Grad sind angesagt. Wir erreichen die Hütte, die erwartungsgemäß verschlossen ist und belegen im Winterraum vier Plätze. Dann wenden wir uns der Wolfebnerspitze zu. Im sonnenwarmen Fels ist es herrlich zu klettern. Vom Gipfel aus beobachten wir, dass um die Hütte reichlich Betrieb herrscht. Wollen die alle dort übernachten? Im Winterraum mit gerade mal 12 Plätzen. Werden wohl nur Tageswanderer sein. Wir Klettern noch eine zweite Route. Beim Abstieg wird es langsam dämmrig. Rund um die Hütte stehen noch mehr Leute und immer noch sind welche dorthin unterwegs. Wie viele werden es sein. 20? 40? Oder gar 60?
An der Hütte Chaos. Meine auf dem Lager deponierte Ausrüstung ist kaum zu finden. Meine Wasserflaschen sind leer. Alles drängt sich um den Ofen um zu Kochen. Wir haben wenigsten einen Gaskocher dabei. Sollen wir jetzt noch absteigen und nach Hause fahren? Oder eine Decke Schnappen und biwakieren? So richtig spaßig ist beides nicht. Wo im Gedränge und unter den Bergen von Rucksäcken sind überhaupt die am Morgen deponierten Sachen? Da plötzlich eine „erlösende“ Meldung. Das Haupthaus ist offen. Durch das Küchenfenster kann man ins Innere steigen. Jetzt findet jeder einen Platz.
Hoffentlich lässt dich das Fenster wieder schließen, so dass im Winter kein Schnee ins Innere gelangt. Nach einer Weile haben wir auch unsere Sachen wieder gefunden und sogar der ursprünglich belegte Platz im Winterraum ist wieder frei. Alles gut? Eigentlich nicht. Warum sind die Hütten an so einem Traumwochenende und bei diesem Andrang eigentlich geschlossen? Hütte geschlossen, Winterraum überfüllt – Wann sollte eine Hütte bewirtschaftet werden? weiterlesen