Archiv der Kategorie: Österreich

Klammenspitzen – Ein typisch Lechtaler Bruchgrat

Die Lechtaler Alpen sind bekannt für ihre geologische und landschaftliche Vielfalt, für Steilgras und Bruchfels, aber auch für schöne Klettertouren und Gratüberschreitungen in allen Schwierigkeitsgraden. Zwischen Bruch und Steilgras gibt es immer wieder „Perlen im Geröll“ , sprich Touren in gutem Fels. Angesichts der Nähe zu den „Gutfelsinseln“ rund um die Muttekopfhütte, namentlich Platteinspitze und Teile des Muttekopfs rechneten wir auch bei der Überschreitung der Klammenspitzen mit zumindest teilweisem gutem Fels. Diese Erwartung wurde nicht erfüllt. Nachstehend ein paar Eindrücke von einer unerwartet langen und eindrucksvollen Überschreitung  hoch über dem lärmgeplagten Hahntenjoch. Klammenspitzen – Ein typisch Lechtaler Bruchgrat weiterlesen

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Über den Dachfirst der bunten Berge – Teil 2

Mit diesem Beitrag habe ich eine eindrucksvolle Tour über den Dachfirst der „bunten Berge“ vorgestellt. Im Juli 2017 habe ich mir zwei Tage Zeit genommen, für eine noch größere Runde mit möglichst vielen Gipfeln im Herzen der Lechtaler Alpen. Die Tour führte von Madau über die Oberlahmsspitze zur Memminger Hütte und weiter über die Parseier, die Feuerköpfe und die Eisenspitze zum Roland-Ritter Biwak. Anderntags über den Grießmuttekopf, den Augsburger Weg zur Rotspitze und von dieser über den Freispitzkamm nach Madau. Eine lange Tour, die in Erinnerung bleiben wird. Man kann die Tour auch als „Augsburger Weg Plus“ bezeichnen. Über den Dachfirst der bunten Berge – Teil 2 weiterlesen

Der Schmugglerpfad

Die Allgäuer und Tiroler Touristiker haben zur Bespaßung für vorwiegend jüngere Touristen und hier vor allem für Familien mit  Kindern den Schmugglerpfad von Schattwald nach Oberjoch zur spielerischen Attraktion ausgebaut. Man leiht sich Kleidung und Ausrüstung aus und schlüpft in die Rolle des Zöllners oder des Schmugglers.  Für Kinder und jung gebliebene Erwachsene ein Riesenpass mit einem realem, wenn auch in dieser Form nicht mehr zeitgemäßem Hintergrund. Spielerisch erlebt man, wie die einheimische Bevölkerung versuchte,  vor der Einführung des europäischen Binnenmarktes, die Staatsmacht auszutricksen um dabei Steuern und Abgaben zu sparen. Die Grenzpolizei auszutricksen wurde im Allgäu und Tirol schon immer sportlich gesehen. Ist das nun einfach ein Riesenspass oder das spielerische Heranführen an eine Straftat? Ein paar spitzfindige und nicht 100%ig ernst gemeinte Gedanken dazu. Der Schmugglerpfad weiterlesen

Fehlentwicklungen auf Alpenvereinshütten

Im Zeitraum von etwa 1870 bis zum Beginn des zweiten Weltkriegs wurden von Alpenverein (damals noch DuOeAV) zahlreiche Hütten in den Alpen errichtet, um ihren satzungsgemäßen Auftrag zu erfüllen. Dieser lautete sinngemäß „Bergfahrten in den Alpen zu fördern und erleichtern“ . Erst nach und nach brachten steigende Besucherzahlung die Notwendigkeit mit sich, eine Hütte zu bewirtschaften. Der Umfang der Bewirtung und der nötige Komfort stellten seit jeher ein Streitthema dar.

In den Nürnberger Leitsätzen von 1919 wurde beschlossen, dass die Ausübung, Ausbildung und Förderung des Bergsteigens die Kernaufgabe des Alpenvereins sei. Künftige Hütten sollten nur bergsteigerischen Interessen dienen, überflüssiger Komfort auf den Hütten wurde abgelehnt. Ruhe, Ursprünglichkeit und ungestörter Naturgenuss sollte in den Alpen bewahrt werden und die hochalpinen Regionen nur den Bergsteigern vorbehalten bleiben.

Von diesem Ideal sind die bewirteten Alpenvereinshütten weit entfernt. Völlig richtig ist es, dass man Komfort, Technik, Brandschutz, Entsorgung usw.  an den technischen Fortschritt anpasst. Über das, was ein überflüssiger!!! Komfort ist, kann man unterschiedlicher Meinung sein.  Dass eine Hütte nur bergsteigerischen Interessen dienen soll, darf nicht in Frage gestellt werden. Die beschriebene Situation betrachtet in erster Linie die Alpenvereinshütten in den Allgäuer Alpen, allerdings mit bewußtem Blick über den Tellerrand hinaus. Fehlentwicklungen auf Alpenvereinshütten weiterlesen

Übernachtungsprobleme – Wir brauchen Hütten im Tal

Jeder kennt die Situation,  am Wochenende ist gutes Wetter angekündigt, die Lawinengefahr (Winter) oder das Gewitterrisiko (Sommer) sind gering. Sprich beste Verhältnisse, alles passt. Zeit ein Wochenende oder gar ein langes Wochenende abseits seiner Heimatregion im Gebirge zu verbringen um sich seine alpinen Träume zu erfüllen. Also nochmal Wetter und Verhältnisse checken uns los. Handelt es sich bei unserem Ziel um eine Hochtour wird man meist auf einer Hütte übernachten oder aber biwakieren, wenn diese voll ist. Geht man das Wunschziel vom Tal aus, wird’s schwierig. Gerade im Winter. Wohl dem der einen Campingbus oder ein gutes Zelt hat. Doch nicht überall gibt es einen passenden Campingplatz oder wird „wildes Campieren“ toleriert. Wer von Samstag auf Sonntag ein Zimmer sucht, wird damit oftmals keinen Erfolg haben womit wir wieder beim „wilden Campieren“ sind. Ähnlich die Situation für Pistenskifahrer aus alpenfernen Gegenden, die nur Samstag/Sonntag  zum Skifahren anreisen. Übernachtungsprobleme – Wir brauchen Hütten im Tal weiterlesen

Grüne Berge

Viele Berge  der  Allgäuer- und Lechtaler Alpen und des Bregenzer Waldes erstrahlen während des Sommers in einem einzigartigem grün. Nichts besonderes, ist ja jeden Sommer so – auf vielen Bergen. Mich faszinieren markante Kalkklötze,  Gletscherberge oder Wüstenlandschaften mehr. Das solche grüne Berge etwas besonders sind, wurde mir erst im Laufe meiner zahlreichen Reisen klar, aber auch durch den Austausch mit Menschen aus anderen Berggegenden.

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Über den Dachfirst der „bunten Berge“

Neben der Überschreitung von Heiterwand und Freispitzgruppe zählt der Grat vom Blankahorn zur Parseierspitze zu den ganz großen Grattouren der Lechtaler Alpen. Das sozusagen als Finale nicht nur der höchste Punkt dieser Gebirgsgruppe sondern auch der einzige Dreitausender der nördlichen Kalkalpen bestiegen wird, wertet die Tour zusätzlich auf. Das klingt nach Massenbetrieb. Ist es aber nicht. Selbst die Parseierspitze wird vergleichsweise selten besteigen, da sie manchen Wanderern bereits zu schwierig ist. Im Gegensatz zu den vorgenannten Touren, lässt sich diese Überschreitung an einigen Punkten gefahrlos abbrechen, was gerade bei unsicheren Verhältnissen ein zusätzliches Sicherheitsplus darstellt. Überwiegend im exponierten Gehgelände, gewürzt mit Kletterstellen bis zum  dritten Grad, bewegt man sich im klassischen Bergsteigergelände. Über den Dachfirst der „bunten Berge“ weiterlesen

Klettern am Hohen Ifen – Wie der Naturschutz missbraucht wird

Klettern am Hohen Ifen

Wie der Naturschutz missbraucht wird

So manch einer hat sich schon kopfschüttelnd über den Sinn der seltsamen Regelungen und Verbote auf der Südseite des Hohen Ifens gefragt. Grundsätzlich halte ich kleinräumige, zeitlich begrenzte Lenkungen um ein wertvolles Biotop, ein Brut- oder Überwinterungsgebiet herum für sinnvoll, sofern diese tatsächlich dem Natur- und Artenschutz dienen. In Fällen wie am Ifen, wo der Naturschutz nur vorgeschoben wurde um Jagdinteressen zu schützen, die Jagd sogar den größten Störfaktor darstellt, darf man auch über zivilen Ungehorsam nachdenken. So lange in Vorarlberg solcher Unsinn im Namen des Naturschutz Bestand hat,  kann man Kampagnen von dort, die auch ins Allgäu importiert werden keinen Glauben schenken.

Es sollte die moralische Pflicht eines jeden aufrichtigen Bergsteigers sein, sich solchen Regelungen destruktiv gegenüber zu verhalten.

Nachstehend habe ich die Historie und aktuelle Fakten zu den Ifen Südwänden zusammengestellt, die eines der besten Sportklettergebiete der Alpen darstellen könnten. Klettern am Hohen Ifen – Wie der Naturschutz missbraucht wird weiterlesen

Frühsommerskitouren

Das Gros der Skibergsteiger hat die Ausrüstung bereits eingelagert. Einige Unentwegte suchen noch die letzten brauchbaren Schneereste um noch einmal vor der Sommerpause auf Tour zu gehen. Die Auswahl der möglichen Ziele ist mittlerweile sehr ausgedünnt und so kann sich durchaus der Eindruck einstellen, dass Frühsommerskitouren ein Massengeschäft“ ist. Lange Tage und hohe Temperaturen führen oft dazu, dass es nicht mehr wirklich durchgefroren hat. Je nach Schneebeschaffenheit kann dies eher ein Vorteil oder ein Nachteil sein. Da Frau Holle den Schnee selten gleichmäßig über die gesamten Alpen verteilt, liegen die üblichen Ziele meist an Passstraßen in halbwegs schneereichen Regionen. Das jährliche Zeitfenster ist eng und umfasst meist ein bis zwei Wochen nach Öffnung der Passstraße. Alternativ können auch Seilbahnen den Zugang zum Schnee erleichtern, sofern sie nicht gerade wegen Revision geschlossen sind. Ein paar Ziele/Erlebnisse möchte ich an dieser Stelle vorstellen. Frühsommerskitouren weiterlesen

Das Zerrbild vom rücksichtslosen Freerider und Tourengeher

Lügenpresse ist ein Begriff, der im Normalfall vom rechtsorientierten Pegida-Ossi verwendet wird. Man darf, soll und muss diesen Begriff aber auch verwenden, wenn die Mainstreampresse subtil ein Zerrbild vom verantwortungslosen, rücksichtslosen Tourengeher und Freerider zeichnet, dass so nicht der Realität entspricht. Das Zerrbild vom rücksichtslosen Freerider und Tourengeher weiterlesen