Archiv der Kategorie: Bergsteigen

Über den Dachfirst der bunten Berge – Teil 2

Mit diesem Beitrag habe ich eine eindrucksvolle Tour über den Dachfirst der „bunten Berge“ vorgestellt. Im Juli 2017 habe ich mir zwei Tage Zeit genommen, für eine noch größere Runde mit möglichst vielen Gipfeln im Herzen der Lechtaler Alpen. Die Tour führte von Madau über die Oberlahmsspitze zur Memminger Hütte und weiter über die Parseier, die Feuerköpfe und die Eisenspitze zum Roland-Ritter Biwak. Anderntags über den Grießmuttekopf, den Augsburger Weg zur Rotspitze und von dieser über den Freispitzkamm nach Madau. Eine lange Tour, die in Erinnerung bleiben wird. Man kann die Tour auch als „Augsburger Weg Plus“ bezeichnen. Über den Dachfirst der bunten Berge – Teil 2 weiterlesen

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Über die/den Nordwestgrat*In auf die Große Daumen – Neusprech für Alpinist*Innen.

Mit politkorrekter Sprache, Gender und ähnlichen gesellschaftlichen Trends des Zeitgeistes hat man als Bergsteiger eher selten zu tun. Dieser Themenkomplex hat eher das Potential zur Belustigung an einem   feucht-fröhlichen Hüttenabend, als alpine Relevanz. Da gibt es eine Uni, bei der Lehrkräfte mit „Herr Professorin“ anzusprechen sind (ernst gemeint!!), eine Partei stellt einen Antrag, mit Formulierungen , wie „der/die ComputerIn“ die Gendergerechtigkeit herzustellen. Der Alpenverein hatte in seiner Geschichte nicht selten die Vorreiterrolle, die politkorrekten Dämlichkeiten des jeweiligen Zeitgeistes in den Alpinismus einzuführen. So werden  inzwischen in der Knotenpunkt genannten Kolumne des DAV Panorama fleißig mit * Sternchen und großem I Worte auseinander gerissen um die Gendergerechtigkeit herzustellen.  Na dann wollten wir mal nicht so sein und liefern daher eine 100% gendergerechte und politkorrekte Tourenbeschreibung. Über die/den Nordwestgrat*In auf die Große Daumen – Neusprech für Alpinist*Innen. weiterlesen

Gelbe Berge

Je nach Bewuchs und Höhe färben sich die Berge im Herbst für einen Zeitraum von gut 14 Tagen mehr oder weniger intensiv, gelb, rot oder goldbraun. Am intensivsten ist die Gelbfärbung dort, wo unter den typischen Steilgrasbergen Laubwald vorherrscht und die Baumgrenze vorwiegend von Ahornbäumen gebildet wird. Ebenso intensiv ist die Herbstfärbung in den typischen Laubwaldgebieten am Südalpenrand. Hier vor allem im Val Grande. Etwas später, meist erst Anfang November erstrahlen die Lärchenwälder der Zentralalpen in leuchtendem gelb, jedoch fehlt hier oft, oberhalb der Baumgrenze das typische Herbstgelb, da die Berge schon wegen ihrer Höhe spärlicher bewachsen sind. Gelbe Berge weiterlesen

Wettersteingrate

Für einen Allgäuer liegt das Wettersteingebirge irgendwie im toten Winkel. Verlässt man die Heimatregion so zieht es einem meist in die Dolomiten oder in die klassischen Hochtourenregionen.

Zu unrecht, denn Deutschlands höchstes Gebirge hat mehr zu bieten, als die grausig überlaufene Zugspitze. Abseits der touristischen Brennpunkte herrscht trotz der Nähe zu München angenehme Ruhe, was sicher daran liegt, dass die langen Gratüberschreitungen, sozusagen die Spezialität des Wettersteins, von den Gesamtanforderungen durchaus selektiv wirken. Wettersteingrate weiterlesen

35 Jahre Klettern an der Fuchskarspitze – 20 Jahre sanierte Klettertouren

Ich stehe am sturmumtosten Gipfel der Fuchskarspitze, Immer wieder reißt der Sturm Löcher in die Wolkendecke und die Abendsonne taucht die kahle Felslandschaft in ein unwirkliches Licht. Mein Blick fällt hinab zum Prinz-Luitpold-Haus, wo bereits die Feier zum Saisonabschluß in die Gänge kommt. Im Windschatten eines Felsblocks genieße ich noch eine Weile Ruhe, bevor ich mich dieser Feier auch anschließen werde und betrachte nachdenklich die diese Gegend, rund um Hochvogel, Wiedemer und Fuchskar , in der ich mit dem Bergsteigen begonnen habe.  Vor fast  20 Jahren  habe ich diese Zeilen nach Beendigung der Sanierungsarbeiten der Kletterrouten verfasst.  20 Jahre später, saß ich zusammen mit Carmen  an meinem Geburtstag nach der Durchsteigung der Wiederholungsaufgabe am selben Ort. Bei Sturm! Zeit für einen Rückblick. 35 Jahre Klettern an der Fuchskarspitze – 20 Jahre sanierte Klettertouren weiterlesen

Über den Dachfirst der „bunten Berge“

Neben der Überschreitung von Heiterwand und Freispitzgruppe zählt der Grat vom Blankahorn zur Parseierspitze zu den ganz großen Grattouren der Lechtaler Alpen. Das sozusagen als Finale nicht nur der höchste Punkt dieser Gebirgsgruppe sondern auch der einzige Dreitausender der nördlichen Kalkalpen bestiegen wird, wertet die Tour zusätzlich auf. Das klingt nach Massenbetrieb. Ist es aber nicht. Selbst die Parseierspitze wird vergleichsweise selten besteigen, da sie manchen Wanderern bereits zu schwierig ist. Im Gegensatz zu den vorgenannten Touren, lässt sich diese Überschreitung an einigen Punkten gefahrlos abbrechen, was gerade bei unsicheren Verhältnissen ein zusätzliches Sicherheitsplus darstellt. Überwiegend im exponierten Gehgelände, gewürzt mit Kletterstellen bis zum  dritten Grad, bewegt man sich im klassischen Bergsteigergelände. Über den Dachfirst der „bunten Berge“ weiterlesen

Waltenberger Haus

Am 15. Juni  2017 wurde das neue Waltenberger Haus eröffnet. Nach gut eineinhalb jähriger Bauzeit inkl. Winterpause präsentiert die Sektion Allgäu Immenstadt nun die neue Hütte. Von außen gesehen, ein schlichter Zweckbau, innen jedoch ein wahres Schmuckstück. Die Entscheidung, ob und wie die Hütte neu zu bauen ist, hat sich die Sektion nicht leicht gemacht. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung  zu der alle Mitglieder eingeladen waren, wurde demokratisch für den Abriss und Neubau der Hütte gestimmt. Auch in diesem Punkt wurde alles richtig gemacht. Egal wie man den Neubau nun sieht. Eines steht fest. Die alte Hütte wäre früher oder später wegen diverser Auflagen als Übernachtungstützpunkt geschlossen worden. Waltenberger Haus weiterlesen

Frühsommerskitouren

Das Gros der Skibergsteiger hat die Ausrüstung bereits eingelagert. Einige Unentwegte suchen noch die letzten brauchbaren Schneereste um noch einmal vor der Sommerpause auf Tour zu gehen. Die Auswahl der möglichen Ziele ist mittlerweile sehr ausgedünnt und so kann sich durchaus der Eindruck einstellen, dass Frühsommerskitouren ein Massengeschäft“ ist. Lange Tage und hohe Temperaturen führen oft dazu, dass es nicht mehr wirklich durchgefroren hat. Je nach Schneebeschaffenheit kann dies eher ein Vorteil oder ein Nachteil sein. Da Frau Holle den Schnee selten gleichmäßig über die gesamten Alpen verteilt, liegen die üblichen Ziele meist an Passstraßen in halbwegs schneereichen Regionen. Das jährliche Zeitfenster ist eng und umfasst meist ein bis zwei Wochen nach Öffnung der Passstraße. Alternativ können auch Seilbahnen den Zugang zum Schnee erleichtern, sofern sie nicht gerade wegen Revision geschlossen sind. Ein paar Ziele/Erlebnisse möchte ich an dieser Stelle vorstellen. Frühsommerskitouren weiterlesen

Die Zukunft der alpinen Führerliteratur

Manches war früher einfacher. Die Tourenplanung erfolgte mit dem Alpenvereinsführer und der entsprechenden Alpenvereinskarte. In der Schweiz mit dem SAC Clubführer und der Schweizer Landeskarte. Die Alpenvereinsführer deckten mehr oder weniger alle Spielarten vom Talspaziergang, über die klassische Kletterroute, zum Eisanstieg bis zur Skitour ab. Auf Grund der Fülle der unterzubringenden Informationen waren sie naturgegeben auch sehr kurz gefasst oder auch ungenau. Nach und nach folgten die Spezialführer und später das Internet. Hat die klassische Führerliteratur noch eine Zukunft? Die Zukunft der alpinen Führerliteratur weiterlesen

Chachany, einer der leichtesten 6000er

Im trockenen Südwesten Perus stehen eine Reihe 6000er, die meist ohne besondere technische Schwierigkeiten zu besteigen sind. Auf Grund des trockenen Klimas und des Wassermangels können Tragtiere für die Zustiege kaum eingesetzt werden. Der logistische Aufwand um überhaupt an den Sockel des erstrebten Berges zu gelangen ist mit unter enorm.  Am Chachany halten sich die logistischen Hürden in Grenzen. Damit ist dieser mächtige Vulkan wohl einer der leichtesten 6000er Amerikas.

Trotzdem haben wir uns dafür entschieden ausgerechnet diesen leichten Gipfel in einer organisierten Gruppe, mit einem Bergführer zu besteigen.

 Zwei Fragen tauchten darauf hin auf:

  1. Welches ist überhaupt der leichteste 6000er?
  2. Gilt ein Gipfel, für dessen Besteigung man einen Bergführer bucht, als bestiegen?

Fragen, auf die es keine eindeutigen Antworten gibt. Chachany, einer der leichtesten 6000er weiterlesen