Archiv der Kategorie: Deutschland

Auf und um den Hochvogel

Der Hochvogel gehört zu den markantesten Gipfeln der Allgäuer Alpen. Seine Besteigung kann als straffe Tagestour von Hinterstein oder Hinterhornbach durchgeführt werden. Schöner ist es allerdings, die Gipfelbesteigung in eine zweitätige  Rundtour einzugliedern und dabei den Berg zu überschreiten.  Die Runde von Hinterhornbach über den Fuchsensattel, den Hochvogel zum Prinz-Luitpold-Haus und anderntags über das Himmeleck, das Hornbachjoch und den Kanzberg zurück nach Hinterhornbach offenbart wie kaum eine andere Runde die ganze Vielfalt und Schönheit der Allgäuer Alpen.

Am Ende dieses Artikels gibt es Hinweise zur aktuellen Situation zu Felssturzgefahren, Hüttenübernachtungen, Parken und Biwakieren, die je nach Situation angepasst werden. Auf und um den Hochvogel weiterlesen

Anti- Tourismusmaßnahmen – Schaden wir Allgäuer uns selbst am Meisten?

Es war absehbar und doch hat die Tourismuslawine Ende Mai 2020 die Gemeinden im südlichen Allgäu unvorbereitet erwischt. Nachdem die coronabedingten Beschränkungen zum  Teil gelockert wurden, Bergtouren wieder zu den empfohlenen Beschäftigungen gehörten und die Grenzen zu den Nachbarländern noch geschlossen waren, erlebte das südliche Allgäu einen Touristenansturm, wie es ihn noch nie zuvor*1) gegeben hat.

Die Gemeinden haben auf die Situation vielfach hilflos, mit eher dümmlichen Kurzschlussaktionen reagiert, anstatt, wie bei Großveranstaltungen angemessen auf einen kurzfristigen Besucheransturm zu reagieren. Letztlich werden wir Allgäuer uns mit diesen Anti-Tourismus-Maßnahmen in erster Linie selber schaden. In zweifacher Hinsicht. Anti- Tourismusmaßnahmen – Schaden wir Allgäuer uns selbst am Meisten? weiterlesen

Alpentourismus in Coronazeiten

„Freie Berge“ hat sich schön öfters mit dem Thema Tourismus im Alpenraum auseinander gesetzt und dabei meist liberale Positionen nach dem Motto „leben und leben lassen“ vertreten und nach Lösungen ohne Verbote gesucht. Sei es das Transitproblem am Fernpass, zu viele Biwakierer in den Allgäuer Hochalpen, die Massen von Tourengehern in Baad, oder die allgemeine Frage, wie viel Tourismus unsere Region verträgt.

Auch wenn man selbst vom Bergtourismus im Alpenraum lebt, wurde es aber auch klar, dass es punktuell zu viel ist. Innerhalb von einer Woche vom Dichtestreß zum totalen Stillstand. Das bedeutet Millionen von Arbeitslosen und zerstörte Existenzen. Verlassene Dörfer drohen. Gibt es einen Ausweg?  Inzwischen geht punktuell wieder aufwärts. Wie könnte der Bergsteigertourismus in den Alpen in der nächsten Zeit aussehen? Wie sieht die Situation für Bergsteiger aus? Alpentourismus in Coronazeiten weiterlesen

Winter 2020 – besser als sein Ruf

Sturm, Schneemangel, Regen und wieder mal Sturm. Der Winter 2019/20 genießt bei den Nordalpenbewohnern keinen guten Ruf. Zu Unrecht, denn die Möglichkeiten, die der Winter 2020 bisher geboten hat, stellen jene des Winters 2019 qualitativ und quantitativ weit in den Schatten. Allerdings musste man ein bisschen kreativ sein. Nicht jede Tour war machbar, aber das war 2019 auch so, wenn auch aus anderen Gründen. Winter 2020 – besser als sein Ruf weiterlesen

Differenzen bei der Lawinenbeurteilung

Ein Fallbespiel von Anfang Dezember 2019 soll aufzeigen, wie sehr es notwendig ist, dass die unterschiedlichen Warndienste ihre Beurteilungen mit einander abstimmen und die Warnregionen flexibel nach der Natur und nicht nach politischen Grenzen einrichten. Bei einer angedachten Tour vom Hochtannbergpass über das Walser Geißhorn hinab ins Rappenalptal und zurück über das Salzbüheljoch nach Lechleiten, betrachten wir die drei lokalen Lageberichte von Bayern, Tirol und Vorarlberg. Oft kommen die Warner zu einer gleichen oder ähnlichen Einschätzung der Situation, manchmal ist die Einschätzung aber auch völlig entgegengesetzt, was zu vermeiden gewesen wäre, wenn man sich abgestimmt hätte. Differenzen bei der Lawinenbeurteilung weiterlesen

Initiative für eine alpenweit einheitliche Lawinenprognose

Wir stehen zu dritt auf der Dreiländerspitze in der Silvretta. Einer von uns in Tirol, einer in Vorarlberg, einer inGraubünden. Wir befinden uns in zwei verschiedenen Staaten in drei verschiedenen Verwaltungszonen. Je nachdem in welche Richtung wir abfahren, gilt eine andere Lawinenprognose. Das SLF in der Schweiz spricht von einer Gefahrenstufe Eins, der Lawinenwarndienst Vorarlberg von einem Zweier und die Tiroler geben gar einen Dreier aus. Ein Grund für diese Abweichungen ist nicht ersichtlich, denn die meteorologischen Bedingungen waren in der Umgebung dieses Grenzberges den gesamten Winter über nahezu identisch. Initiative für eine alpenweit einheitliche Lawinenprognose weiterlesen

Watzmann: Gedanken um die höchste Ostalpenwand

Die Watzmann Ostwand gehört zu den Touren, die man gemacht haben muss. Das Faszinierende ist die gesamte Tour, nicht die Einzelstellen. Dazu gehören die Bootsfahrt über den Königssee, der Kontrast zwischen Massentourismus und dem spartanischen Ostwandlager. Der Fels ist überwiegend recht gut, zumindest wenn man als Vergleichsmaßstab die Allgäuer und Lechtaler Alpen annimmt. Die Schwierigkeiten gehen über kurze Stellen  im oberen Dritten Grad nicht hinaus. Meist liegen sie im Bereich I bis II, durchsetzt von exponiertem Gehgelände.  Dank eines guten Topos und zahlreichen Trittspuren ist auch die Orientierung nicht besonders schwierig. Wer sich im steilen II-III-er Gelände zügig bewegen kann wird an einem gewitterfreien Sommertag viel Spass in der höchsten Ostalpenwand haben. Watzmann: Gedanken um die höchste Ostalpenwand weiterlesen

Alpentransit, ein verkehrspolitisches Totalversagen?

Dokumentiert seit der Römerzeit, vermutlich aber schon früher strebten die Europäer danach, die Alpen so bequem als möglich von Nord nach Süd und umgekehrt zu überwinden. Mit Anstieg  der Bevölkerung, des Tourismus und dem freien Warenverkehr innerhalb der EU wuchs und wächst die Zahl der transportierten Güter  als auch der Menschen die die Alpen überqueren oder in den Alpen leben, arbeiten oder Urlaub machen. Anders als im Flachland, lassen sich die Transitwege im Alpenraum geographiebedingt nicht beliebig ausbauen. Genau dass wird aber zunehmend zum Problem, da der Ausbau von touristischen Attraktionen, Hotels aber auch der Warenverkehr zunehmen, die Anpassung der Verkehrswege jedoch auf der Strecke bleibt. Den Warenverkehr und den Tourismus zurückfahren oder teure Tunnellösungen? Alpentransit, ein verkehrspolitisches Totalversagen? weiterlesen

Allgäu-Aussfern: Wieviel Tourismus verträgt unsere Region?

Das südliche Allgäu und Teile des Außerfern leben gut vom Tourismus. Die Übernachtungszahlen steigen beständig und damit auch die Wertschöpfung in unserer Region. Viele Arbeitsplätze hängen an der Tourismuswirtschaft. Auf der anderen Seite stehen die Verkehrsbelastung, steigende Mieten und Gastronomiepreise, prekäre Arbeitsverhältnisse und Naturbelastung. Die Maßnahmen von Behörden, die Negativfolgen in den Griff zu bekommen, werden oft von der Bevölkerung als Schikane empfunden. In Folge dessen, gab es bereits die ersten fremdenfeindlichen Aktionen. Grund genug zu hinterfragen, ob ein weiteres Wachstum des Tourismussektors wünschenswert ist und wie man mit den Folgen des Overtourism umgehen sollte. Allgäu-Aussfern: Wieviel Tourismus verträgt unsere Region? weiterlesen

Torkopf – ein Allgäuer Giftzwerg

Dem mehre Kilometer langen Wandabbruch der Oberen Gottesackerwände nördlich vorgelagert, fällt der Torkopf kaum auf. Seine Eigenständigkeit sticht nur ins Auge, wenn man sich von Osten aus dem Mahdtal oder von Westen, von Sibratsgäll aus nähert. Dieser kleine Gipfel fällt von seiner Form völlig aus dem üblichen Landschaftsbild des Ifengebietes heraus, in dem sonst Plateaus und langezogene Wandabbrüche charakteristisch ist. Vom Charakter her ähnelt der Torkopf stark anderen, geologisch dem Helvetikum zuzurechnenden Gipfel in den den Vorbergen der Westalpen, wie zum Beispiel dem Girenspitz im Alpsteinmassiv. Die kurze Bergtour eignet sich als Halbtagestour. Einfach und zu unterschätzen ist sie jedoch nicht. Torkopf – ein Allgäuer Giftzwerg weiterlesen