Statusreport Skitouren März 2019

 

Nach dem auf und ab der Temperaturen folgte am 11.3. ein Temperatursturz, der frischen Powder mitgebracht hat. Fast überall gab es an diesem Tag noch eine Unterlage, so dass man von exzellenten Verhältnissen am 12.3. sprechen konnte. Das auf und ab der Temperaturen geht jedoch weiter, so dass es immer etwas Glück und ein gutes Gespür braucht um wirklich Top-Verhältnisse zu erwischen.

 

Gleitschnee, Gleitschnee, Gleitschnee.

 

Schneereiche Winter sind Gleitschneewinter. Schneereiche und milde Winter sind noch intensivere Gleitschneewinter. Somit sind Tourenziele mit glatten Grasböden, lückigen Wäldern doch mit einem gewissen Restrisiko behaftet. Ich war aus diesem Grund im aktuellen Winter noch nicht im Erzbergtal, obwohl ich die Touren dort sehr mag. Warum auch? Dank der hohen Schneelage gingen und gehen auch Touren mit felsigem und latschigem Gelände, die nur alle paar Jahre mal gut gehen. So z.B. fast alles bei Gramais in den Lechtaler Alpen.

Hindelang 10.03.2019
Hindelang, am 10.3.2019. Der südexponiert Hang über dem Ort ist bereits grün. Schattseitig findet man noch eine geschlossene Schneedecke.
Hörnergruppe 10.03.2019
Die Hörnergruppe am 10.3.2019 (also vor dem Wintereinbruch)
12.3.2019. Es gibt wieder Powder

Aufstiegsspur zur Alpgundscharte 12.3.2019
Vor dem Sturm: Pre-Work-Tour zur Höferspitze. 6.3.2019
Weißer Schrofen
Screenshot_2019-03-12 Archiv MessdatenFellhorn
Schneehöhe der Messstation Fellhorn. Die aktuelle Schneehöhe (dunkelblaue Linie) in ca. 1.600 m entspricht nun (12.3.2019) dem langjährigem Mittel (hellblaue Linie)
im Obertal nähe Engeratsgunder Hof am 3.3.2019

Sperrungen und wieder Gleitschnee

Viel Schnee und milde Temperaturen und entsprechender Untergrund bedeutet ein Gleitschneeproblem. Soweit klar. Das betrifft bevorzugt auch tiefe und mittlere Lagen, also Wanderwege, Fahrstraßen und Pisten. Was nicht unbedingt im Widerspruch zu einer eher günstigen Beurteilung im Lawinenlagebericht steht. Das Thema wurde hier schon ausführlich behandelt.

Imberger Horn 10.03.2019
Gleitschnee, Gleitschnee, Gleitschnee

An einigen Stellen kam es aber in der letzten Zeit häufig zu folgender Situation. Jemand steigt eigenverantwortlich im freien Gelände auf einen Berg, fährt jenseits hinunter und merkt gar nicht, dass das Tal, das er hinaus fährt, durch das er aber nicht aufgestiegen ist, gesperrt ist.

Er konnte also gar nichts von der verhängten Sperre wissen. Vom Risikomanagement muss das nicht unbedingt kritisch sein, denn der erfahrene Tourengänger hält sich in der Abfahrt nur ein paar Sekunden in einem Lawinenstrich auf, passiert diesen Einzeln und schaut vorher vielleicht noch hinauf. Die Sperrungen sind aber rechtlich für alle bindend und an den Wissenstand des dümmsten anzunehmen Touri angepasst.

Was aber, wenn man von oben kommt und von der Sperrung gar nichts wissen konnte?

 

So geschehen  als Skifahrer vom Nebelhorn zum Giebelhaus abgefahren sind und dort auf dem Weg nach Hinterstein festgestellt haben, dass das Tal von Hinterstein aus gesperrt war.

Ebenfalls geschehen in Baad/Kleinwalsertal, als Bergsteiger von der Güntlespitze nach Schoppernau abfuhren (unten auf der gesperrten Rodelbahn) anschließend vom Hochtannberg aufgestiegen sind und – von oben nicht erkenntlich – durch das gesperrte Bärgunttal nach Baad abgefahren sind.

Hier geht es vor allem darum, wie und wo man bei Rundtouren und Überschreitungen von solchen Maßnahmen erfährt.

Ich muss gestehen, hier keine Antwort oder Lösung zu kennen. Freie Berge bleibt an diesem Thema dran.

 

Parken in Hinterstein – Erleichterung für Übernachtungsgäste.

 

Nachdem die Gemeinde Hindelang leider Skitourengehen als problematisch sieht und auch entsprechende Parkverordnungen erlassen hatte, in denen während des Winters überall in Hinterstein das Parken über Nacht verboten war, was besonders bei den Gästen der bewirtschafteten Hütten (Schwarzenberg und Willersalpe) zu Verärgerung geführt hat, wurde nun vom Gemeinderat eine Verbesserung beschlossen. Freie Berge hat über das Thema „parken in Hinterstein“ berichtet.

 

3.2 Aufhebung des Winter-Nachtparkverbotes am Parkplatz Säge bei Hinterstein
Sachverhalt:
Gemäß der Verordnung über die Parkgebühren gilt auch für den Parkplatz Säge ein Nachtparkverbot im Winter (15.11. bis 31.03.) in der Zeit zwischen 0.00 Uhr und 6.00 Uhr. Auf dem Parkplatz auf der Höhe ist mehrtätiges Parken laut der v.g. Verordnung generell nicht zugelassen.
Wie Erste Bürgermeisterin Dr. Rödel berichtet, gibt es Beschwerden von Tourengehern etc. Um diesen eine Möglichkeit zu bieten, ihr Fahrzeug über Nacht abzustellen, soll auf dem Sägeparkplatz kurzfristig ein Nachtpark-Bereich geräumt und beschildert werden.
Der Parkplatz verfügt über eine Anbindung an den ÖPNV und liegt an der Langlauf-loipe, die ggf. von Skitourengehern genutzt werden kann.
Die Organisation und der Räum- bzw. Winterdienst auf dem Platz für ca. 10 – 15 Fahr-zeuge würde durch die WWG Hinterstein erfolgen.
Aus Sicht von Frau Dr. Rödel muss die Verordnung über die Parkgebühren generell nochmals überdacht und ggf. geändert werden.

Auszug aus dem Protokoll des Bauausschuss der Gemeinde Hindelang am 6.2.2019

Das  ist schon mal eine gute Sache, wobei die Parkregelung in Hinterstein immer noch nicht ideal ist, da gerade die Übernachtungsgäste, die man ja vorgibt, hier haben zu wollen, davon betroffen sind. Richtig wäre es, am Parkplatz „auf der Höhe“, also dort wo der Bus zum Giebelhaus abfährt für mehrtägiges Parken freizugeben.

Aber es soll ja die gesamte Verordnung überdacht werden. Hoffen wir, insbesondere auch für die neuen Wirtsleute auf dem Prinz-Luitpold-Haus auf einen Sinnenwandel.

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